thomnes schrieb:
Das bei ganz nahen Blitzeinschlägen so ein Überspannungsschutz leider überfordert ist ist mir bekannt, ein
Beispiel dafür war beim Ubiquiti Modell einer der ersten Google Treffer. Mehr als so einen Überspannungsschutz scheint es für LAN Kabel aber auch nicht zu geben.
Wenn der Blitzschutz ordentlich ist, sollte das nicht passieren. Es gibt da entsprechende Normen für Überspannungsableiter, welche unterscheiden in SPD Typ 1 (Blitzschutz/Grobschutz, Hauptverteiler/Kabel ins Haus), SPD Typ 2 (Mittelschutz, UnterVerteiler) und SPD Typ 3 (Feinschutz, nah am empfindlichen Gerät). Selbst meine Billo-Brennenstuhl-Mehrfachsteckdose hat das kleine Quadrat mit T3. Eine entsprechende Klassifizierung habe ich bei UI aber nicht gesehen. Bei dem DeLock wird ein 8/20 Impuls genannt, könnte also ein Typ 2 oder 3 Ableiter sein. Bekanntester Hersteller dürfte DEHN sein, aber auch bei Hager, ABB, ... bekommt man Überspannungsableiter für Informationstechnik. Wenn der 3er überfordert ist, übernimmt der 2er und wenn der 2er überfordert ist, leitet der SPD Typ 1 ab (bei Elektroinstallation ist T2 im Neubau Standard, T1 bei Blitzableitern aufm Dach). Wenn du zwei Gebäude hast, brauchst du auch zwei Ableiter, es wird zwischen der geschützten Seite ("Gebäudeinneres") und dem ungeschützten Kabel ("außen") unterschieden. Das Netzwerkkabel sollte nach dem Ableiter nur neben Stromkabeln liegen, die selbst auch im Wirkbereich eines Überspannungsableiters liegen, sonst kann im Überspannungsfall die Schutzwirkung nicht gegeben sein.
Das Thema ist "nicht schwer", aber halt ziemlich umfangreich. Deswegen betrachtet man das auch nicht isoliert, sondern im System (Stromkabel, Sat/Antenne, ... laufen ja stellenweise parallel/ins Haus). Ich empfehle daher einen Elektroinstallateur zu Rate zu ziehen, der sich damit auskennt. Bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht habe ich mit der Fa. Ried Blitzschutz. Die macht nicht nur saubere Arbeit nach den einschlägigen Vorgaben, sondern auch nach den Extrawürsten der Versicherung. Expertise gibt es im Handwerk nicht umsonst. Vielleicht kann sich der Junior-Elektriker auch mit DEHN kurz schließen, der Kundendienst redet mit Endverbrauchern, wenn man Grundwissen mitbringt und konkrete Fragen hat.
Restart001 schrieb:
Macht das hier zu Lande ein Brandsachverständiger? Wer stellt denn den bereit? Die P.?
Das kann hoheitlich durchgeführt werden (z.B. bei Verdacht auf eine Straftat), aber auch ohne Straftat und ausreichender Schadenshöhe hat die Versicherung i.d.R. ein großes Interesse an der Aufklärung der Ursache und schickt ihre Schadensermittler/Sachverständigen vorbei.