HDD Belastbarkeit Vibrationen

Magogan

Lieutenant
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Hi,

vor unserem Haus wird gebaut und dadurch vibriert manchmal der Boden sehr stark. Kann ich trotzdem bedenkenlos den PC anschalten oder ist das unter Umständen schädlich für die Festplatten?

Es handelt sich um WD RE 4 TB Enterprise-HDDs.

Grüße,
Magogan
 
frage ist, ob die vibration im gehäuse überhaupt an kommt.
datensicherung ist ja hoffentlich vorhanden. :D
 
Datensicherung ist vorhanden, allerdings würde ich ungern Festplatten im Wert von 1500 Euro neu kaufen müssen... Und dass die Baufirma haftet, halte ich für eher unwahrscheinlich.
 
wie sind sie den aufgehängt? wenn die entkoppelt sind passiert da schonmal nix ... Ne Mikrofonspinne ist dir ein Begriff ? da kann man sehr gut das Prinzip verstehen der Schwingungsentkopplung.

Heutige Platten (auch Desktop) haben eh Zero G-Sensoren / GraviSense... wenn der nicht gerade direkt neben deinem PC mit dem Betonrüttler steht sollte da nix passieren.
 
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Normal im Gehäuse drin... Wenn ich jetzt wüsste, welches Gehäuse das ist... Moment, ich suche das mal heraus.

Hab es gefunden: http://www.mindfactory.de/product_info.php/CoolerMaster-HAF-XM-mit-Sichtfenster-Midi-Tower-ohne-Netzteil-schwarz_801899.html
 
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Luxuspur schrieb:
Ne Mikrofonspinne ist dir ein Begriff ? da kann man sehr gut das Prinzip verstehen der Schwingungsentkopplung.
Zu weich sollte man HDDs nicht aufhängen, da sie sonst durch ihre eigenen Kopfbewegungen in Schwingungen kommen können, dann verlieren die Köpfe die Spur, überschreiben womöglich Daten auf der Nachbarspur und schon hat man dort hinterher Datenverlust und schwebende Sektoren. Ich würde mir in diesem Fall eher Gedanken um die Entkopplung des Rechnergehäuses vom Boden machen.

Luxuspur schrieb:
Heutige Platten (auch Desktop) haben eh Zero G-Sensoren / GraviSense...
Hast Du Belege dafür das auch einfach Desktopplatten sowas haben? Das mag in Ausnahmefällen sein, die HGST hatten das früher alle, als sie noch Hitachi hießen, da war bei allen Modellen 24/7 Zulassung und sogar die Rotational Vibration Safeguard (RVS) genannte Technik gegen Vibrationsprobleme Standard, auch bei den Deskstar. Aber schon die Toshiba die ja von den Hitachi abstammen, haben das heute nicht mehr:

toshiba_festplatten-png.503023


Selbst die MC als Enterprise Cloud HDD ist nur für ein bis zwei HDDs in einem Gehäuse ausgelegt, nur die MG ist für den Betrieb mit vielen HDDs in einem Gehäuse gemacht und gedacht, die kann also offenbar mit den Vibrationen umgehen.

Es gibt z.B. in der NAS Drive Selection Guide von Seagate eine schöne Übersicht bzgl. der Techniken zum Schutz vor Vibrationen:
Die einfachen Desktop HDD haben da heute rein gar nichts, die sind auch nur dafür ausgelegt alleine in einem Rechner als einzige HDD zu sitzen.
 
Die WD Re Enterprise Platten sollten doch eigentlich ganz gut mit Vibrationen umgehen können, da sie ja für Server-Racks gemacht sind. Dort schwingt es ja auch ganz schön, wenn hunderte Platten auf engstem Platz im Rack laufen.

Das schreiben sie ja sogar auf der Produktseite:
Vibrationsschutz
Die erweiterte RAFF™-Technologie umfasst ausgefeilte Elektronik zur Überwachung des Laufwerks und Korrektur von linearen sowie Drehschwingungen in Echtzeit. Das Ergebnis ist eine wesentliche Leistungsverbesserung in Umgebungen mit starker Vibration gegenüber der vorherigen Laufwerksgeneration.

StableTrac™
Die Motorwelle ist an beiden Enden gelagert, um systembedingte Schwingungen zu reduzieren und die Platten für eine präzisere Ansteuerung bei Lese- und Schreibvorgängen zu stabilisieren.

Mehrachsen-Stoßsensor
Erkennt automatisch die leichtesten Stoßvorgänge und kompensiert sie, um die Daten zu schützen.
http://www.wdc.com/de/products/products.aspx?id=580
 
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Klar, aber die Re von WD ist auch ein Enterprise Nearline Laufwerk, also die Klasse wie eine Toshiba MG oder die Seagate Constellation ES.3, auch preislich. Die kosten halt eine Ecke mehr als die billigsten Consumer Desktop HDD und dafür bekommt man eben auch mehr, auch wenn man es den Platten so von außen nicht ansieht und der Preisverglich solche Features eben nicht auflistet, die den Unterschied ausmachen.

Im Datenblatt der Re steht auch das Workload Rating:
Auch das deckt sich eben mit den 550TB im Jahr die Toshiba für die MG angibt, bei Consumer Desktopplatten sind es nur 55TB im Jahr und dabei wird das Jahr auf 8760 Betriebsstunden gerechnet, die sollen aber pro Jahr nur 2400 laufen, womit dann im Kalenderjahr nur 15TB Workload vorgesehen sind.
Und zum Workload schreibt Seagate:
Workload-Belastung
Der Einfluss der Workload auf die Zuverlässigkeit ist etwas schwerer verständlich.

Per Definition ist die primäre Funktion von HDDs das Speichern und Abrufen von Daten, wobei Hunderte von Gbits an Daten auf jedem Quadratzoll an Speicheroberfläche aufbewahrt werden. Sie können Daten bei anhaltenden Datenraten in der Größenordnung von 200 MB/s oder mehr aufzeichnen und abrufen.

Um diese hohe Aufzeichnungsdichte und einen hohen Datendurchsatz zu erreichen, werden magnetische Lese- und Schreibkomponenten physisch mehrere Nanometer (1 nm = 0,001 µm) von schnell rotierenden Medien gehalten. Das ist eine komplexe technische Designaufgabe, die erfordert, dass Festplatten für eine bestimmte Arbeitsumgebung entwickelt, getestet und klassifiziert werden, die unter anderem durch den Bereich der Nutzungsdauer und der Benutzer-Workload charakterisiert wird.

Workload ist ein technischer Begriff, mit dem die Größe der Arbeitsbelastung definiert wird, der die Festplatte beim Normalbetrieb ausgesetzt ist. Beispielsweise könnte Festplatte A täglich mehrere GB an Daten lesen und schreiben, während Festplatte B täglich mehrere hundert GB liest und schreibt. In diesem Fall würden wir sagen, das Festplatte B unter viel höherer Workload-Belastung arbeitet.
Um eine Vorstellung zu bekommen, wie viel Workload zu viel ist, betrachten wir drei typische Szenarien (Festplatten A, B und C):

Betrachten wir eine Seagate Constellation ES.3 HDD mit 4 TB. Diese Festplatte ist zu einer anhaltenden Datenübertragungsrate von 175 MB/s fähig. Stellen wir uns drei dieser Festplatten vor, die alle unter ähnlichen Bedingungen arbeiten (und mit demselben Server). Die erste Festplatte (Festplatte A) überträgt stetig 5 MB/s (oder durchschnittlich 158 TB/Jahr), während die zweite (Festplatte B) 10 MB/s (durchschnittlich 315 TB/Jahr) überträgt. Die dritte Festplatte schließlich (Festplatte C) überträgt in diesem Beispiel 100 MB/s (durchschnittlich 3.150 TB/Jahr).

Aus den obigen Szenarien ist einfach zu erkennen, dass Festplatte B einer 2× höheren Workload-Belastung ausgesetzt ist als Festplatte A und dass Festplatte C eine 20× höhere Workload-Belastung als Festplatte A hat.

Unter Annahme einer linearen Abhängigkeit würden die nächsten vernünftigen Schlussfolgerungen annehmen, dass Festplatte B eine 2× höhere Ausfallrate als Festplatte A hat und Festplatte C eine 20× höhere Ausfallrate als Festplatte A. Seagate-Daten legen jedoch nahe, dass die Annahme einer linearen Skalierung der Ausfallrate mit Workload falsch ist.

Jahre an Forschung und Experimenten ermöglichten Technikern von Seagate, die komplexen Effekte von Workload auf Festplattenzuverlässigkeit zu verstehen und die folgenden Schlüsse zu ziehen:

•Jeder HDD-Typ hat eine sichere Workload-Schwelle, die jetzt als das Limit für die Workload-Rate (WRL) definiert wird.
•Solange die Workload das WRL nicht überschreitet, hat die Workload-Belastung sehr wenig bis gar keinen Einfluss auf die Zuverlässigkeit und die Ausfallrate dieses Produkts.
•Wird das WRL überschritten, beginnt die Zuverlässigkeit dieses Produkts nachzulassen.
HDDs unterscheiden sich eben nur mehr als nur den Preis, der muss bei den Desktop HDDs vor allem gering sein und daher wird dort gespart wo es geht, heute viel mehr als noch vor einigen Jahren und die Platten sind eben gerade noch gut genug für das, wofür sie gedacht sind und möglichst kein Stück besser, weil sie sonst in der Fertigung teuer sind. Seagate hat das sehr früh sehr konsequent umgesetzt, die Barracuda .14 waren immer schon schnell und trotzdem extrem günstig, daher auch sehr beleibt und sie wurden oft für Anwendungen eingesetzt, für die sie eben nicht geeignet sind.

Da hat auch einfach Aufklärung gefehlt, man kann mit dem Ford Fiesta heute nicht mehr einfach von der Straße und durch den Graben über den Acker fahren wie man es noch mit einem Ford T-Modell konnte, das damals das einzige Auto im Programm von Ford war. Heute wäre dafür ein Geländewagen zu wählen, den haben die meisten Hersteller ja auch im Programm und genauso hat sich das Modellangebot bei den HDD Herstellern ausgeweitet mit HDDs die eben für die unterschiedlichen Einsatzzwecke optimiert sind und sein es nur eine preisliche Optimierung bei den einfachen Modellen.

Aber wurde leider kaum kommuniziert und wie das Confidential auf der Folie von Toshiba zeigt, wollen die Hersteller das wohl auch nicht groß ausbreiten. Seagate ist da noch am kommunikationsfreudigsten in der Sache, aber allen gehen den Weg und Hitachi die immer nur mit 24/7 Zulassung und Vibrationssensoren ausgestattet HDDs gebaut hat (zumindest in 3.5"), hat seine HDD Sparte an WD verkauft, das scheint also kommerziell nicht der erfolgreichere Weg gewesen zu sein.
 
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