Heimnetzwerk richtig erden / Potentialausgleich

Kreacher schrieb:
Kann man Erdung überdimensionieren
Ja.

Kreacher schrieb:
kann dies Nachteile haben, wenn ich einen zu großen Querschnitt wähle
Nein, überhaupt nicht. Bei Erdung darf man gerne übertreiben, nur tut man das aus wirtschaftlichen Gründen meistens nicht.

Kreacher schrieb:
verlegt und auch schon an dieser Potential-Ausgleichschiene mittels Abisolierung und Festschrauben angebrach
Niemals flexible Leitungen bzw. Litzenleiter ohne Aderendhülsen verschrauben. Du brauchst eine 6mm² Aderendhülse und eine Crimpzange. Für deinen Zweck reicht auch was günstiges oder du leihst dir es von jemandem.

drake23 schrieb:
Der FI löst doch aus, wenn er merkt, es geht weniger Strom raus aus als reingekommen ist.
Der FI hat einen Summenstromwandler, durch den Phase (L) und Neutralleiter (N) geführt werden (bei dreiphasigem FI entsprechend alle Phasen) und in einem gesunden Stromkreis, der sich hinter dem FI schließt, ist der Strom durch Phase und Neutralleiter gleich hoch. Der FI löst dann aus, wenn es hierbei zu einer ausreichenden Differenz kommt (z.B. 30 mA) und das i.d.R. dann der Fall, wenn hinter dem FI etwas über Erde fließt. Ein Erdschluss vor dem FI löst den FI nicht aus. Ein zwei- oder dreipoliger Kurzschluss hinter dem FI löst auch den FI nicht aus, weil durch den Summenstromwandler gleichhohe Ströme fließen. Der reine FI interessiert sich nicht für die Stromhöhe, sondern nur für die Stromdifferenz. E

drake23 schrieb:
Dazu muss das Gerät, was dem Menschen den Schlag versetzt, natürlich nicht geerdet sein (denn das macht ja der, der den Schlag abbekommt dann^^)
Das ist nicht richtig. Auch an einem geerdeten Gerät kannst du einen Stromschlag bekommen, es ist eine Frage des Fehlerzustandes, der Impedanzen und dem Zustand der Schutztechnik.

drake23 schrieb:
Erdung macht man, damit die Geräte (mit Metallgehäuse), keine Spannung aufbauen (bei Fehlfunktion), was zu einem Schlag führen könnte bei Berührung (oder zu Brand usw).
Leitende Gegenstände werden geerdet, damit es bei einem Isolationsfehler der spannungsführenden Leiter und Kontakt mit dem Gegenstand einen niederohmigen Strompfad für den Fehlerstrom geben kann, damit die Sicherung auslöst.

Kreacher schrieb:
Was genau ist jetzt also falsch daran, wenn ich das Patchpanel direkt mit der Potential-Ausgleichschiene der Hauserdung verbunden habe?
Daran ist nichts falsch. Die PAS ist in den meisten Fällen nicht so leicht erreichbar in Hausinstallationen, doch wenn du an diese rankommst, spricht absolut nichts dagegen bzw. gar alles dafür, weil es dir eine niederohmigere Erdung ermöglicht.

Das Patchpanel besitzt ein metallisches Gehäuse und jedes Metallgehäuse ist idealerweise geerdet. Deine späteren RJ-45 Stecker mit ihren metallischen Außenhüllen sind mit der Schirmung des Netzwerkkabels verbunden und durch die Installation hat die Außenhülle kontakt mit dem metallischen Part des Patchpanels. Wäre das Panel nicht geerdet, hätte die Schirmung keine ableitende Funktion, zumindest nicht panelseitig.
 
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ShiftC schrieb:
Daran ist nichts falsch. Die PAS ist in den meisten Fällen nicht so leicht erreichbar in Hausinstallationen, doch wenn du an diese rankommst, spricht absolut nichts dagegen bzw. gar alles dafür, weil es dir eine niederohmigere Erdung ermöglicht.

Das Patchpanel besitzt ein metallisches Gehäuse und jedes Metallgehäuse ist idealerweise geerdet. Deine späteren RJ-45 Stecker mit ihren metallischen Außenhüllen sind mit der Schirmung des Netzwerkkabels verbunden und durch die Installation hat die Außenhülle kontakt mit dem metallischen Part des Patchpanels. Wäre das Panel nicht geerdet, hätte die Schirmung keine ableitende Funktion.

Danke, das heißt, ich kann das jetzt so lassen, bis auf die Tatsache, dass ich keine Aderendhülse an der PAS verwendet habe, sondern die Adern mit der Hand alle in eine Richtung gedreht habe, sodass die Litzen zu einem festen Strang wurden.

Soll ich das nachträglich jetzt noch ändern, oder funktioniert das auch so?

Einfach eine Aderendhülse auf den nun verdrillten Strang drüber stülpen, oder muss das tatsächlich gecrimpt werden? So eine Zange habe ich nicht.

Spielt die Länge des Drahts eine Rolle? Es sind knapp 20m. Habe gelesen, je länger die Erdung, desto anfälliger für Induktionen. Deshalb verlangt bzw. empfiehlt eine professionelle EN-50310-Infrastruktur bei größeren IT-Installationen anscheinend eher lokale Potentialausgleichsschienen und möglichst kurze Verbindungen zu den einzelnen Geräten/Schränken, statt beispielsweise jeden Schrank über viele Meter einzeln zur HES bzw. PAS zu führen. Die Norm enthält für entsprechende Telekommunikations-Potentialausgleichsnetze sogar längenabhängige Dimensionierungen.

Was bedeutet das jetzt für mich und meine olle Heimnetzwerkinstallation?

Dann noch die Frage, ob das Erdungskabel (gelb-grün) richtig gewählt wurde. Anscheinend, so habe ich es gerade recherchiert, ist die Farbe gelb-grün ausschließlich für Schutzpotentialausgleich reserviert. In meinem Fall handelt es sich aber ja (höchstwahrscheinlich?) eher um einen Funktionspotentialausgleich (EMV/CAT7-Schirmung soll aufrecht erhalten werden).

Strenggenommen hätte ich also keinen gelb-grünen Draht verlegen dürfen? An der elektrischen Funktion ändert sich dadurch aber nichts?
 
Kreacher schrieb:
Soll ich das nachträglich jetzt noch ändern, oder funktioniert das auch so?
Ja, bitte ändern.

Kreacher schrieb:
Einfach eine Aderendhülse auf den nun verdrillten Strang drüber stülpen, oder muss das tatsächlich gecrimpt werden? So eine Zange habe ich nicht.
Nicht einfach aufstecken, dann kannste es auch gleich seinlassen. Die Leitung wird abisoliert, die Litzen werden unverdrillt durch die Aderendhülse gesteckt, enden mindestens bündig mit der Hülse, die mit einer Zange festgecrimpt wird. Günstige Crimpzangen gibt es schon unter 15€ und das reicht für deine Zwecke vollkommen. Mach es zur Not mit einer Kombizange, aber bevorzuge bitte die richtige Lösung!

Kreacher schrieb:
Spielt die Länge des Drahts eine Rolle? Es sind knapp 20m.
Leitungslängen spielen immer eine Rolle, denn je länger eine Leitung ist, umso höher ist ihr Widerstand. Aber dadurch, dass du bereits 6mm² verlegt hast reicht das vollkommen aus für diesen Zweck.

Kreacher schrieb:
Was bedeutet das jetzt für mich und meine olle Heimnetzwerkinstallation?
Dass alles bis auf die fehlende Aderendhülse alles in Ordnung ist. Der direkte Weg zur PAS ist definitiv die bessere Lösung. Wie gesagt, für üblich kommt man da nicht so einfach ran, weshalb deine Aktion hier den Eindruck erweckt, als wäre es falsch, ist es aber nicht. Es ist elektrisch ganz klar die bessere Variante. Alle Erdungen im Haus sind galvanisch mit der PAS verbunden. Das Ding ist der Zentrale Erdungsknoten. Hättest du eine 2,5mm² oder 4mm² Erdung über die nächstgelegene Steckdose oder Verteilerdose vorgenommen, hättest du u.U. eine höherohmigere (=elektrisch schlechtere) Erdung gehabt, denn du kennst den Weg zur PAS schließlich nicht genau bzw. geht es über mehrere Klemmstellen. Die Alternative wäre eine Erdungsleitung direkt zur PE-Sammelschiene in der Unterverteilung gewesen.

Kreacher schrieb:
Dann noch die Frage, ob das Erdungskabel (gelb-grün) richtig gewählt wurde.
Selbstverständlich. Grün-Gelb als Außenmantel darf für nichts anderes außer Erdung verwendet werden.
 
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Bevor ich unser Hausnetzwerk renoviert habe, gab es überhaupt keine Erdungsleitung zur PAS. Ursprünglich gab es statt Patchpanel nur RJ-45 Aufputzdosen. Das heißt, das CAT7-Kabel ging von Dose zu Dose.

Dann gab es mal eine zeitlang eine Strecke von (LSA)-Dose zu (LSA)-Patchpanel und nun habe ich alles umgestellt auf Keystone-Module (Dose & Patchpanel).

Was hat die bislang fehlende Erdleitung für Auswirkungen gehabt? Weder hatte ich bislang am Heimnetzwerk irgendetwas an der Performanz bemerkt, noch habe ich irgendwo mal eine geschossen bekommen beim Berühren, weder am Patchpanel selber, noch an den Dosen oder Netzwerkkabeln.

ShiftC schrieb:
Selbstverständlich. Grün-Gelb als Außenmantel darf für nichts anderes außer Erdung verwendet werden.

So wie ich es verstanden habe, ist Grün-Gelb ausschließlich dann vorgesehen, wenn es sich um einen Schutzpotentialausgleich handelt. In meinem Fall handelt es sich aber ja nur um einen Funktionspotentialausgleich - deshalb dürfte man streng nach Norm keinen gelb-grünen Draht verwenden, sondern müsste irgendeine andere Farbe wählen. Soweit ich es verstehe, ändert es aber an der elektrischen Gegebenheit nichts - es ist rein eine farbliche Normverletzung, die für Außenstehende ohne Kenntnis der dahinterstehenden Verkabelung zu Verwirrung führen könnte, da man bei gelbgrün laut Norm eben davon ausgeht, dass das Ganze ein Schutzpotentialausgleich (also Schutz vor Stromschlag) darstellt.
Ergänzung ()

ShiftC schrieb:
Dass alles bis auf die fehlende Aderendhülse alles in Ordnung ist.

Ich nehme an, die Aderendhülse muss dann auch am anderen Ende auf diesen Flachstecker, der dann ans Patchpanel-Gehäuse auf diese Lasche muss? Also dort auch nicht einfach nur die losen oder verdrillten Adern reinschieben?

Überhaupt ging dieser Flachstecker nur mühsam auf diese Metalzunge des Patchpanels drauf. Bin mir nicht mal sicher, ob ich das richtig draufgesteckt habe. Gibt's da ein richtig oder falsch, oder spielt es am Ende nur eine Rolle, dass das Gehäuse des Panels mit dem Flachstecker / Erdungsdraht Kontakt hat?
 
ShiftC schrieb:
Niemals flexible Leitungen bzw. Litzenleiter ohne Aderendhülsen verschrauben.
Mal eine Frage dazu. In meinem Fall hätte ich solch eine Öse (Aderendhülsen) verwenden müssen, damit ich danach die Mutter darauf schrauben kann. Da ich solch eine Hülse nicht da hatte, habe ich einfach das Geflecht des Kabels passend für die Gewindeschraube rund gedrillt und mit Lötzinn versehen. Habe mir praktisch so eine eigene Öse gemacht.

Eine Krippzange habe ich da, ich müsste mir daher nur die Ösen dazu nachkaufen oder kann ich es mit meiner Bastelarbeit belassen. Meine eigene Öse ist ca. 4–6 mm dick (mit Lötzinn) geworden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kreacher schrieb:
Was hat die bislang fehlende Erdleitung für Auswirkungen gehabt? Weder hatte ich bislang am Heimnetzwerk irgendetwas an der Performanz bemerkt, noch habe ich irgendwo mal eine geschossen bekommen beim Berühren, weder am Patchpanel selber, noch an den Dosen oder Netzwerkkabeln.
Die Frage hast du dir ja bereits selbst beantwortet. In Heimnetzwerken ist das ganze Thema meist unkritisch. Die Erdung bewirkt funktional die Erdung des Kabelschirms und dadurch können äußere Störungen darüber abgeleitet werden. Ohne Ableitung kann sich die Störung auch über den Schirm in den physikalischen Datenverkehr einkoppeln. In Heimnetzen sind die aber meist so unkritisch, dass selbst ungeschirmte Kabel keine Probleme machen. Ungeschirmte Kabel sind weltweit in Heimen am meist verlegte Kabel und es ist i.a. besser, ein ungerschirmtes Kabel zu haben, als ein geschirmtes, dessen Schirm nicht geerdet ist.


Kreacher schrieb:
So wie ich es verstanden habe, ist Grün-Gelb ausschließlich dann vorgesehen, wenn es sich um einen Schutzpotentialausgleich handelt. In meinem Fall handelt es sich aber ja nur um einen Funktionspotentialausgleich - deshalb dürfte man streng nach Norm keinen gelb-grünen Draht verwenden, sondern müsste irgendeine andere Farbe wählen.
Das ist prinzipiell richtig. Das liegt daran, dass FPAS-Leiter nachträglich von anderen Anschlüssen nicht als Schutzleiter genutzt werden soll, damit bei äußeren Fehlern nicht dieser Pfad für den Fehlerstrom genommen wird, um darüber die Einkopplung in die Netzwerktechnik nicht zu begünstigen. Du kannst aber die Kirche auch im Dorf lassen, denn es ist kein Serverraum eines Umspannwerks, sondern ein Heimnetz bzw. ein Panel aus Blech auf ner Wohnwand installiert. Glaubst du hier kommt noch einer und schließt innerhalb des Panels irgendein anderes elektrisches Betriebsmittel an und nutzt dabei die Panel-Erdungsleitung als PE?

Kreacher schrieb:
Soweit ich es verstehe, ändert es aber an der elektrischen Gegebenheit nichts
Richtig. Der Elektromagnetismus schert sich nicht über die Farbe des Mantels.

Kreacher schrieb:
ch nehme an, die Aderendhülse muss dann auch am anderen Ende auf diesen Flachstecker, der dann ans Patchpanel-Gehäuse auf diese Lasche muss? Also dort auch nicht einfach nur die losen oder verdrillten Adern reinschieben?
Der Flachstecker ist mechanisch eine andere Art einer Aderendhülse. Natürlich brauchst du hier nicht nochmal ne Zwischen-Aderendhülse. Aber die muss auch gecrimpt werden ^^ Nicht einfach die Litzen reinschieben.

Kreacher schrieb:
Überhaupt ging dieser Flachstecker nur mühsam auf diese Metalzunge des Patchpanels drauf. Bin mir nicht mal sicher, ob ich das richtig draufgesteckt habe. Gibt's da ein richtig oder falsch, oder spielt es am Ende nur eine Rolle, dass das Gehäuse des Panels mit dem Flachstecker / Erdungsdraht Kontakt hat?
Mühselig ist bei sowas besser als locker. Dann sitzt er wenigstens richtig fest und hat satten kontakt. Wie oben schon gesagt, sollte aber die Verbindung zwischen Erdungsleitung und Flachstecker vernünftig sein.

LiniXXus schrieb:
Mal eine Frage dazu. In meinem Fall hätte ich solch eine Öse (Aderendhülsen) verwenden müssen, damit ich danach die Mutter darauf schrauben kann. Da ich solch eine Hülse nicht da hatte, habe ich einfach das Geflecht des Kabels passend für die Gewindeschraube rund gedrillt und mit Lötzinn versehen. Habe mir praktisch so eine eigene Öse gemacht.

Eine Krippzange habe ich da, ich müsste mir daher nur die Ösen dazu nachkaufen oder kann ich es mit meiner Bastelarbeit belassen. Meine eigene Öse ist ca. 4–6 mm dick geworden.
Naja, was soll ich dir jetzt sagen. Fachgerecht ist das natürlich nicht. Starre Leitungen bzw. Drähte kann man problemlos zu einer Öse biegen. Bei flexiblen Leitungen bzw. Litzenleitern sollte man das nicht tun, ist im Prinzip wie mit der Verschraubung. Das Problem dabei ist, dass du nicht den breitflächigen Kontakt dadurch herstellen kannst und auch sonst durch die Verschraubung die Litzen beschädigst. Das alles hat Einfluss auf den Kontaktwiderstand. Wenn du die Litzen vorher mit Lötzinn benetzt hast, ist das als Bastellösung definitiv schon mal besser, aber wie gesagt; fachgerecht ist es nicht. Aber auch hier kann man auch die Kirche im Dorf lassen. Wir reden hier über Kleinspannung in der Nähe von anderer Kleinspannung. Bei einer sonstigen Installation wäre das aber ein No-Go.
 
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Danke für deine Information dazu. :)

Gut, die Litzen kann ich nicht beschädigen, das Lötzinn (+ Schrumpfschlauch) geht bis zur Isolierung des Kabels. Aber mit dem breitflächigen Kontakt hast du natürlich recht. Werde mir mal ein paar passende Ösen dazu kaufen und abändern. Die kosten ja nicht viel.
 
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LiniXXus schrieb:
Ist mir egal, macht ohne mich weiter.
Sehr gute Idee!

Für mich als Elektriker sind hier ja schon die abenteuerlichsten Vorschläge der sogenannten "Experten" gekommen. Vorschläge über (blödsinniger) Vorschläge.

Wenn man es richtig machen will ist es eigentlich gar nicht so kompliziert:
Man nehme eine Kupferleitung mit mindestens 4 qmm und verbinde sie mit der Potentialausgleichsschiene und dem Datenschrank. Das ist schon alles.
Wenn der TE jetzt nur 2,5 qmm angeschlossen hat, ist das auch kein Problem. Es sollen ja nur kleine selbstinduzierte Ströme abgeleitet werden. Ist halt nur nicht 100% nach VDE. Wenn man statt Patchfeld nur Datendosen nehmen würde, hätten die meist gar keine Erdung. Das ist zwar nicht so gut, aber halt so üblich.
 
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schnagga schrieb:
Man nehme eine Kupferleitung mit mindestens 4 qmm und verbinde sie mit der Potentialausgleichsschiene und dem Datenschrank. Das ist schon alles.
Wenn man da drankommt, sicherlich … Ich müsste dazu eine Kernbohrung durch die Wohnungen meiner Nachbarn machen. :D

Sorry, kompletter Blödsinn, für etwas, was nur mit einer Niederspannung zu tun hat. Klar, würde ich darin ein Kraftwerk betreiben, dann wäre es was anderes!
 
schnagga schrieb:
Wenn der TE jetzt nur 2,5 qmm angeschlossen hat, ist das auch kein Problem.

Hat er nicht - im Baumarkt gab es auf 20m Länge nur 6mm². Also nun 6mm² verlegt, an der Potentialausgleich-Schiene angeschlossen und am Metallblech des Aufputz-Keystonegehäuses. In Ordnung so?
 
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Ein Fall aus meiner Praxis: Ein Netzteil von einem der vielen PC in einer Praxis hatte ein Problem mit . Andauernd fiel der Strom aus, wenn dieser PC und auch andere eingeschaltet wurden, der Strom floss über die Abschirmung im Kabel zu dem Patchfeld und darüber zu allen anderen Netzwerkgeräten. Ganz gering, aber für den FI hats gereicht. Das Patchfeld ist nun auch geerdet, Netzteil im besagten PC auch ausgetauscht und Ruhe in der Praxis. Fehlersuche dauerte mehrere Stunden mit Elektriker.
 
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schnagga schrieb:
Für mich als Elektriker sind hier ja schon die abenteuerlichsten Vorschläge der sogenannten "Experten" gekommen. Vorschläge über (blödsinniger) Vorschläge.
Für mich als - auch nicht Experten, fällt auf, dass bei der ganzen Diskussion, unterschiedliche Dinge, wie Potentialausgleich, Erdung, Schutzleiter, FI Schalter munter durcheinander gewürfelt wurden. Die Sachen mögen zwar verwandt sein, weil sie irgendwie um das Thema Erdung kreisen, aber verfolgen verschiedene Ziele. Das war bei vergangenen Diskussionen um dieses Thema meist auch der Fall.

Mir würde es helfen, wenn mal geklärt würde, was das primäre Ziel der Erdung eines Patchfeldes bzw. Netzwerkschranks ist.
Im heimischen Bereich sollte ich ja vernünftigerweise nur fertig konfektionierte Geräte und ggf. fertig konfektionierte Mehrfachsteckdosen dort unterbringen, die selbst ausreichend gegen Stromunfälle und EMV Störungen (ein- wie ausgehend) geschützt sind. Eine Schutzleiter Funktion muss demnach in meinem Verständnis die Erdung nicht erfüllen.
Nach meinem Verständnis geht es nur darum, die Metallteile + Schirmung der aufgelegten Netzwerkleitungen auf ein definiertes Potenzial zu bringen, um zufällige Potenziale durch angeschlossene Endgeräte am anderen Ende der Leitung zu vermeiden, und natürlich auch um die eventuell in die Schirmung eingeleitete Energie in Form von HF Einstreuungen abzuleiten.

Sehe ich das richtig?
 
@TomH22

So habe ich es als Laie auch verstanden.

Deswegen meine zuvor eingebrachte Unterscheidung zwischen Schutzpotentialausgleich (dient dem menschlichen Schutz vor einem elektrischen Schlag; beim normalen LAN-Heimnetzwerk i.d.R. nicht anfallend) und Funktionspotentialausgleich (störungsfreie Funktion von technischen Anlagen & Gerätschaften, insb. jene in der IT / EDV. Leitet elektromagnetische Störungen, HF-Signale oder Ableitströme ab, um Datenübertragungen oder Messgeräte nicht zu beeinträchtigen).

Bei mir läuft es meinem Verständnis nach auf den Funktionspotentialausgleich hinaus aufgrund des Vorhandenseins von geschirmten CAT-7-Verlegekabeln, bei welchem der Kabelschirm Kontakt zum Metall der Keystone-Module hat, diese widerum haben Kontakt zum Metall des Aufputzgehäuses an der Wand usw...

Wäre mit ungeschirmten Verlegekabeln gearbeitet worden, würde meinem Verständnis nach die gesamte Frage nach dem Funktionspotentialausgleich bzw. der Erdung hinfällig werden.

Und für den reinen Funktionspotentialausgleich im Heimnetzwerk habe ich nun offenbar das falsche Erdungskabel aus dem Baumarkt besorgt. Würde man streng nach Vorschrift / Norm arbeiten, hätte ich kein gelb-grünes Erdungskabel verlegen dürfen, sondern eines mit irgendeiner anderen Farbe, denn gelb-grün ist streng ausschließlich für den Schutzpotentialausgleich reserviert. Rein von der technischen Funktion her spielt es keine Rolle - dem Kabel ist es egal, welche Farbe es außen hat und es erfüllt dennoch seinen Zweck. Aber falls nun irgendwann mal das Haus den Besitzer wechseln würde und ein unwissender Mensch würde die gelb-grüne Leitung sehen, ginge er davon aus, dass es sich hier um einen Schutzpotentialausgleich handeln würde, obwohl es in Wahrheit "nur" die poplige Heimnetzwerk-Erdung / Funktionspotentialausgleich ist. Habe jetzt aber wenig Lust, nur wegen der Farbe des Kabels das gesamte Kabel nochmal aus sämtlichen Wandlöchern und Kabelkanälen rauszureißen und ein neues zu verlegen... Ob es mit einem Aufkleber am Kabel wohl auch getan ist, auf dem steht, dass es sich hierbei NICHT um einen Schutzpotentialausgleich handelt, sondern um EDV?

So jedenfalls habe ich mir meinen bisherigen Wissensstand bisher zusammenrecherchiert.

Aber vielleicht kann das ein fachkundiger Mensch ja nochmal so bestätigen oder ggf. korrigieren.
 
TomH22 schrieb:
Mir würde es helfen, wenn mal geklärt würde, was das primäre Ziel der Erdung eines Patchfeldes bzw. Netzwerkschranks ist.
Im heimischen Bereich sollte ich ja vernünftigerweise nur fertig konfektionierte Geräte und ggf. fertig konfektionierte Mehrfachsteckdosen dort unterbringen, die selbst ausreichend gegen Stromunfälle und EMV Störungen (ein- wie ausgehend) geschützt sind. Eine Schutzleiter Funktion muss demnach in meinem Verständnis die Erdung nicht erfüllen.
Das kommt auf die Umgebung an. Stell dir einen Netzwerkschrank vor, in dem auch Netzwerkgeräte der Schutzklasse 1 verbaut sind. Die haben metallische Gehäuse, werden bspw. über Kaltgerätestecker versorgt. Eine Erdung in solch einem Schrank erfüllt zwei Funktionen, nämlich die Schutzerdung und der Funktionspotentialausgleich. Die Schutzerdung braucht man, weil in der Umgebung der Betriebsmittel nicht nur Schutzkleinspannung betrieben wird. Kommt es hierbei zu einem Isolationsfehler eines spannungsführenden Leiters und zu einem Kontakt mit einem metallischen Teil, steht letzteres unter gefährlicher Spannung. Ohne jegliche Erdung passiert erstmal nichts, doch kommt es jetzt zu einer Berührung mit einem Menschen, entsteht ein Pfad für den Fehlerstrom. Der Strom fließt durch den isolationsbeschädigten Leiter über das kontaktierte Gehäuse über den Menschen hin zum Erdreich zurück zum Sternpunkt der Einspeisung (Netztransformator, Sternpunkt geerdet). Das kann zum Tod führen!

Ist das Gehäuse bzw. das Metall aber geerdet, kommt es bereits beim Isolationsfehler zu diesem Stromkreis und der hohe Strom löst die Sicherung aus. Damit die Sicherung aber auch wirklich auslöst (schnell), muss diese Strombahn eine niedrige Impedanz haben und deshalb müssen Erdungen mit ausreichenden Querschnitten und möglichst geringen Kontaktwiderständen dimensioniert werden.

Die andere Funktion der Erdung bei Netzwerktechnik hat EMV Gründe, wie bereits beschrieben.

Was aber, wenn dein Netzwerkschrank oder die Betriebsmittel generell nur Kleinspannung in der Umgebung haben, wie bspw. das besagte Patchpanel? Ja, dann kommt es zu keinen gefährlichen Berührungsspannungen. Die Arbeits- und Betriebsspannungen sind alle <24V DC. Da kannste mit der Zunge lecken. Hier also kann das Metallgehäuse kein fremdes, gefährliches Potential "importieren", zumindest nicht unter den wahrscheinlichen Szenarien. Deshalb beschränkt sich die Erdung hier rein auf den Funktionspotentialausgleich -> EMV.

Es gibt isolierte Netze, in denen man absichtlich keine Erdung vornimmt, aber das ist ein anderes Thema.
 
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LiniXXus schrieb:
Denn Strom nimmt immer den geringsten Weg.
Strom teilt sich entsprechend der Widerstände auf. Bestes Beispiel 2 Glühlampen, die werden parallel verschaltet und entsprechend hast du pro Lampe einen Strom.
LiniXXus schrieb:
Hier ging es darum, die Spannung, sollte ich mit dem Kran eine der Oberleitungen berühren, in den Boden abzuführen. Damit die Spannung in einem bestimmten Bereich umgeleitet wird und nicht auf die Personen überspringen kann.
Sagen wirs eher so, damit dein Krank nicht das Hochspannungspotential annehmen kann und wenn du aus dem Kran steigst die Spannung abbekommst. Die Reifen isolieren und wenn du mit deiner Hand den Krank berührst, kriegste den Schlag deines Lebens 😉
ShiftC schrieb:
Wenn du die Litzen vorher mit Lötzinn benetzt hast, ist das als Bastellösung definitiv schon mal besser, aber wie gesagt; fachgerecht ist es nicht.
Naja finde ich noch schlimmer wie direkt drauf schrauben. Die Schrauben brechen das Lötzinn. Kommt es zu nem Stromfluss erhitzt sich dan das Lot und verläuft noch weiter.
 
Kreacher schrieb:
@TomH22

Bei mir läuft es meinem Verständnis nach auf den Funktionspotentialausgleich hinaus aufgrund des Vorhandenseins von geschirmten CAT-7-Verlegekabeln, bei welchem der Kabelschirm Kontakt zum Metall der Keystone-Module hat, diese widerum haben Kontakt zum Metall des Aufputzgehäuses an der Wand usw...

Wäre mit ungeschirmten Verlegekabeln gearbeitet worden, würde meinem Verständnis nach die gesamte Frage nach dem Funktionspotentialausgleich bzw. der Erdung hinfällig werden.

Und für den reinen Funktionspotentialausgleich im Heimnetzwerk habe ich nun offenbar das falsche Erdungskabel aus dem Baumarkt besorgt. Würde man streng nach Vorschrift / Norm arbeiten, hätte ich kein gelb-grünes Erdungskabel verlegen dürfen, sondern eines mit irgendeiner anderen Farbe, denn gelb-grün ist streng ausschließlich für den Schutzpotentialausgleich reserviert.

Aber vielleicht kann das ein fachkundiger Mensch ja nochmal so bestätigen oder ggf. korrigieren.

Hi,

ich bin Elektriker. Und zu meinen Aufgaben gehört die Prüfung von elektrischen Anlagen, wofür ich unterschreiben - und letztentlich persönlich haften muss.

Du hast (fast) alles richtig gemacht.
Aderendhülsen auf den Anschluss an der Hauptpotentialausgleichsschiene und den Steckverbinder bei Gelegenheit crimpen. Befreundeten Elektriker fragen - sollte in 10 Minuten gemacht sein.
Wenn du aus der Nähe von GL-Schildgen bist, kann ich das eben machen.

An der Länge kannst du nichts Ändern, dann sind es eben 20 m.

Die Verbindung hat ZWEI Aufgaben:
Durch die Erdung des LAN-Kabelschirms über das Patchpanel soll eine Spannungsverschleppung über den Schirm verhindert werden. Es handelt sich um eine Schutzfunktion die dazu dient Personenschäden durch Berühren von Bauteilen mit unterschiedlichen Spannungspotenzialen zu verhindern.
Nebenbei erhöht es die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Gerade wegen den zunehmenden Störungen durch schlecht entstörte (Billig-) Elektronik in Haushaltsgeräten ist die Schirmung der LAN-Kabel wichtig.

Selber habe ich schon mehrfach Spannungsverschleppungen auch über Schirme von Kabeln erlebt.
Das kann auch mal richtig weh tun.
@ sparta 3.1 hat da ja ein Beispiel genannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Potentialausgleich

Mehr zu dem Thema:
https://www.elektro.net/media/file/weVBWxSUnj/f3913f97/DE_2020_3_46-50_GV11_LOW.pdf
Seite 5:
EN 50310 und ISO/IEC 30129:
Schränke, Rahmen und Gestelle

Jeder Schrank, jeder Rahmen und jedes
Rack muss einen Anschlusspunkt haben, an
dem der Potentialausgleichsleiter ange-
schlossen werden kann (Bild 7). Dabei sind
Mindestquerschnittsflächen gemäß HD
60364-5-54 vorgeschrieben. Das sind 4 mm2

bei Schränken, Rahmen oder Gestellen bis
21 Höheneinheiten (HE) und 16 mm2 bei
über 21 HE.
6 mm² sind gut!
 
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Helmut-H schrieb:
Du hast (fast) alles richtig gemacht.

Da bin ich aber froh!! Bin ja, wie gesagt, im Bereich Elektronik kompletter Laie.

Helmut-H schrieb:
Aderendhülsen auf den Anschluss an der Hauptpotentialausgleichsschiene und den Steckverbinder bei Gelegenheit crimpen. Befreundeten Elektriker fragen - sollte in 10 Minuten gemacht sein.

Das mache ich dann also noch. Am Dienstag wollte sowieso der örtliche Elektriker kommen wegen einer anderen Geschichte, dann frag ich wegen dieser Aderendhülse und dem Flachstecker.

Helmut-H schrieb:
Wenn du aus der Nähe von GL-Schildgen bist, kann ich das eben machen.

Leider bin ich nicht aus NRW, aber trotzdem vielen Dank für das Angebot!!

Helmut-H schrieb:
Die Verbindung hat ZWEI Aufgaben:
Durch die Erdung des LAN-Kabelschirms über das Patchpanel soll eine Spannungsverschleppung über den Schirm verhindert werden. Es handelt sich um eine Schutzfunktion die dazu dient Personenschäden durch Berühren von Bauteilen mit unterschiedlichen Spannungspotenzialen zu verhindern.
Nebenbei erhöht es die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Gerade wegen den zunehmenden Störungen durch schlecht entstörte (Billig-) Elektronik in Haushaltsgeräten ist die Schirmung der LAN-Kabel wichtig.

Wow, dann bin ich echt froh, dass ich jetzt im Zuge der Heimnetzwerkrenovierung so pedantisch war, extra auch noch an die Erdung zu denken. Zuvor gab es nämlich nie eine. Und die vorherigen LAN-Installationen haben immer Elektriker gemacht. Ursprünglich gab es gar kein Patchpanel, da war das CAT-7-Verlegekabel einfach nur von Enddose (LSA) zu Enddose (LSA). Wie hätte die Erdung dann dort erfolgen müssen? Soweit ich weiß, haben die Dosen ja gar keinen Anschluss für eine Erdung? Oder braucht es das nur, sobald ein Patchpanel aus Metall/Blech im Einsatz ist??

Das vorherige LSA-Patchpanel hatte zwar so eine Öse für den Potentialausgleich, aber auch da sahen es die Elektriker, die das damals installiert hatten, offenbar nicht für notwendig.

Helmut-H schrieb:
Selber habe ich schon mehrfach Spannungsverschleppungen auch über Schirme von Kabeln erlebt.
Das kann auch mal richtig weh tun.

Das ist mir jetzt in all den Jahren zum Glück noch nie passiert - deswegen war ich auch so verwundert, als ich vor kurzem erstmals überhaupt gelesen hatte, dass eine korrekt installierte Heimnetzwerk-Infrastruktur immer auch an der Potentialausgleichschiene hängen soll. Macht man das einfach nur, damit es normgerecht ist, oder sind die Fallzahlen solcher Spannungsverschleppungen tatsächlich sehr viel höher und ich hatte in all den Jahren einfach immer nur Glück, dass ich nie was bemerkt habe?

Richtig lebensgefährlich kann eine fehlende Erdung an einem Heimnetzwerk/LAN aber nicht werden, oder doch? Aber wenn DAS der Fall wäre, dann hätten das die Elektriker damals ja dann eigentlich wissen und anschließen müssen. Dieses Risiko würden die dann ja sicher nicht eingehen, wenn das so gefährlich werden könnte.

Welchen Unterschied macht denn nun die Aderendhülse an der PAS und am Flachstecker im Vergleich zu ohne? Ich habe bisher einfach die Litzen allesamt nach links gedreht, damit es ein fester Strang wurde und den dann mit den Schrauben auf der Schiene festgeschraubt.

Danke dir jedenfalls für die "Absegnung".
 
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