Den Beyerdynamics DT990Pro habe ich selber im Gebrauch und kann den eigentlich auch empfehlen, wenn der Kopfhörertreiber die notwendige Ausgangsleistung hat. Bei dem Kauf des FiiO E10 wäre ich allerdings eher skeptisch. Für €83 einen hochwertigen DAC+KHV zu bekommen, das bezweifle ich schlichtweg. Selbst ein KHV im Selbstbau kostet Dich, wenn's ein wenig besser sein soll, schon um die €50, Gehäuse nicht eingerechnet. Der letzte, den ich gebaut hatte, war deutlich das fünffache des Preises des E10, und das ohne DAC.
Kleine Empfehlung meinerseits: eine Xonar Essence STX (wenn's PCIe sein soll), den mit 2x OPA2134 oder 2x LME49860 bestücken statt der 2x JRC2114D, an den Ausgang zwei Monacor LTR-110 vor den Kopfhörer, pro Kanal 2x 1,2k in Reihe primärseitig und parallel zur sekundärwicklung dann auch noch mal 15k+150pF, Kernbleche auf Gehäusemasse. Die STX ist nämlich so freundlich und legt eine minimale Gleichspannung an den Ausgang, die sich dann doch ein wenig bemerkbar macht. Die ST übrigens ebenfalls. Der LTR ist natürlich eine kompromißlösung, da er den Klang selber ein wenig färbt, aber das Ergebnis finde ich persönlich immer noch sehr angenehm, teils sogar eine Verbesserung, was allerdings auch Einbildung sein kann, denn für den kleinen Preis ist er doch sehr neutral. Im Vergleich zu den von mir anderweitig verwendeten NTL-1 muß man doch schon mit dem oszi drangehen, um einen Unterschied festzustellen.
Der 990pro profitiert von der besseren Soundkarte: er ist ein detailverliebter Kopfhörer mit einem angenehm weichen Klang. Wenn Du allerdings bereits schon eine gefunden hast, die Dir zusagt, dann aber eher einen einfachen Kopfhörerverstärker dazupacken, wenn die Karte den DT990 nicht ausreichend befeuern kann.
Auch die Essence gibt es als DAC: für den vier- bis fünffachen Preis der ohnehin schon nicht billigen Soundkarte. Dafür hat der dann aber auch acht Kanäle sowie symmetrische Ein- und Ausgänge. Für die meisten User reicht aber auch die Soundkarte. Die Umrüstung der JRC2114D empfiehlt sich, da sie doch in höherer Verstärkung zu Verzerrungen neigen. NF-Übertrager am Ausgang sind ein nettes gimmick, um Gleichspannungsanteile am Ausgang herauszufiltern und auch das unangenehme "knacken" beim einstöpseln des KH abzustellen, da die sekundärseite im Lerlauf potentialfrei bleibt. Die vorgeschlagene Beschaltung der Übertrager begrenzt zwar die maximallautstärke, sorgt aber für ein angenehmes Hörerlebnis trotz allem und schont sowohl Kopfhörer als auch soundkarte. Es ist probierenswert.