Naja, diese "Rare Item"-Geschichte ist schon sehr WoW-spezifisch. Jedenfalls ist mir diese extreme Item-Jagd bislang in keinem anderen MMORPG untergekommen.
Warum sich das durchgesetzt hat? Ich denke wohl deshalb, weil es nichts abstraktes ist. Beispiel: Es wird nach einem Punktesystem gewertet. Doch woher soll ein anderer Spieler wissen, speziell ein Neuling, wie das zu werten ist. Womit das zu vergleichen ist. Statistiken und Tabellen wälzen ist nicht jedermanns Sache. Aber eine grosse leuchtende Rüstung bzw. Waffe: Das schnallt selbst der grösste Dummbeutel. Der "Booahhhhh-Habenwill"-Effekt setzt ein. Ziel erreicht: Der Spieler bleibt "bei der Stange".
Hm, ohne Rare Items fehlt aber auch das "Besondere", oder?
Nicht zwangsläufig. Ich bin letztendlich zu Guild-Wars gegangen, weil es in vielen Bereichen den aktuellen MMORPG's vorraus ist. Es gibt keine exessiven Level-Orgien. Ich habe nie den "falschen" Charakter. Es hat ein hervorragendes Balancing. Es gibt nicht diese schon beinahe krankhafte Gier nach speziellen Items. Klar: Es gibt auch spezielle Items in GW. Diese sind aber niemals so stark, dass man einen Überchar hat, der solo gleich mal 3-4 Gegner legt.
Eine kleine Übersicht, welche MMORPG's ich gespielt habe und warum ich aufgehört habe:
Dark Age of Camelot (ca. 2 Jahre):
Eigentlich gefällt es mir immer noch. Diese epischen Schlachten im grossen RvR haben echt Laune gemacht. Aber für Gelegenheitsspieler schon beinahe unspielbar. Stichwort: Buffbot-Problematik und Balancing.
Zur Erklärung: Vielspieler haben sich einen zweiten Account und auf diesem einen sogenannten Buffbot. Der wird im Spiel mit eingeloggt und gibt dem eigentlichen Spieler spezielle Zaubersprüche, die einen schneller, stärker und mit mehr Lebensenergie und Manapunkten versahen. Dazu kommen dann noch Sprüche die Schaden senken. Da guckt dann der Otto-Normal-Spieler mit einem Account einfach nur noch dumm aus der Wäsche - keine Chance.
Spät, fast schon zu spät wurde reagiert und nun werden endlich auch Server gestellt, auf denen diese Buffbot-Taktik so gut wie nicht mehr funktioniert.
Ausserdem ist das Balancing dieses Spieles mehr als fragwürdig, da wurde meiner Meinung nach einfach etwas über das Ziel hinausgeschossen, jedem Reich spezielle und einmalige Klassen/Rassen/Fähigkeiten zu beiten.
World of Warcraft (ca. 9 Monate):
Am Anfang war noch alles toll. Eine schön designte Welt, kinderleichter Einstieg und viel zu entdecken. Leider ist von diesem Eindruck nicht mehr viel geblieben. Eine Community mit der ich nichts mehr anfangen kann, hetzt Items hinterher, die dem Normal-Spieler auf Ewig verschlossen bleiben. Und wenn man hinter die Kulissen blickt, fällt einem schon beinahe unangenehem auf, dass die verschiedenen Gebiete von der Queststruktur (inkl. der Quests selber) so gut wie keine Abwechlsung bieten. Für den Normal-Spieler ist mit Lv60 endgültig Ende in diesem Spiel. Die von Blizzard propagierte berühmte halbe Stunde täglich ist ein Witz. Natürlich könnte man einen neuen Charakter anfangen - aber 60zig lange Level den gleichen Trott wie vorher?
EvE-Online (ca. 1 Monat):
Zu diesem Spiel fällt mir nur eins ein: Die wollen einfach keine neuen Kunden bzw. Spieler. Anders kann ich mir den bockschweren Einstieg in dieses Spiel nicht erklären. Mein Freizeit ist mir für dieses sperrige Stück Software zu schade.
Guild Wars (ca. 1 Jahr):
Und immer noch dabei. Hab das Spiel schon länger, aber jetzt erst die schon oben genannten Qualitäten erkannt und schätzen gelernt. Somit auch erst knapp 3 Monate so richtig mit Begeisterung dabei.