Brrr schrieb:
Also ich finde Reviews nützlich, aber ich muss die auch mit Opus 5.5 bisher immer selber durchwühlen weil immer ungefähr 1/3 davon was er verbessern will Müll ist. Hast du das Problem nicht?
Ja schon, aber die Reviews ordnen die Finding ja schon selbst ein, also was ist kritisch, hoch, mittel oder ne Kleinigkeit. Wichtig dabei ist, dass unterschiedliche Modelle programmieren und reviewn. Ich z.B. lasse GPT 6.1 Sol, Opus oder GLM 5.3 programmieren und Sol, Opus oder Astra gegenlesen. Auf jeden Fall zwei unterscheidliche Modelle. Das Modell gibt dann seine Findings zurück an den Programmier-Agent und der schaut sich die Finding an und verwirft auch mal Sachen die er nicht so sieht oder als zu klingeistig ansieht. Nach zwei Runden werden dann nur noch Findings der Stufe Kritisch und Hoch als Blocker angesehen, dass verhindert dann das sich die KI im Kreis dreht weil der eine gerne den Code anders formatiert hätte als der andere (auch das habe ich schon leidvoll erfahren). Und natürlich kommt da auch mal kein so eleganter Code raus oder Code der ein paar Ecken zuviel hat. Aber wen stört das am Ende, wenn die Software tut was sie soll? Alle paar Wochen lasse ich auch nochmal nen extra Code Review übers Wochenende drüber schauen und nach solchen Problemen Ausschau halten. Am Ende muss ja schließlich nicht mehr ich mit dem Code arbeiten können, sondern die KI. Habe dir mal aus einem aktuellen Task angehangen, wie das so abgelaufen ist. Da wurde eine komplett neue App zur Bewertung von Maschinen erstellt.
Natürlich steckt auch ein bisschen was von meine Know-How in den Agent.mds, Code Vorgaben, Abläufe, Testsstrukturen, etc. Außerdem habe ich mir viel Boilerplate Code geschrieben, meine eigene UI Library, ein App Template, eigene Libs um auf alle mögliche zuzugreifen wie DB, APIs etc. Das gibt der KI viel Struktur, da kann sie gar nicht mehr so wild ausarten.
Die Alternative ist der human in the loop, nur dann kann ich das Programmieren mit KI auch gleich dran geben, weil ich dann das Nadelör bin durch den der ganze Code muss - das würde mich wahnsinnig machen.
Ich verstehe jeden der das Vorgehen als schlampig oder schlechte Arbeit abtut, die Meinung akzeptiere ich dabei vollkommen - aber der Erfolg gibt mir Recht. Ich schreibe seit Dezember letzten Jahres keinen Code mehr selbst und ich weiß nicht mehr wann ich aufgehört habe den Code zu lesen, ist aber auch schon ein paar Monate her. Außerdem lasse ich die KI die Software sogar deployen und automatisiert warten. Ist der Ritt auf der Rasierklinge, ich weiß, aber bisher hat das astrein funktioniert. Seit sich die KI drum kümmert hatte ich bisher keine Downtimes, Aussetzer oder große Bugs die auf meine Arbeit zurückzuführen wären, dass sah die Jahre davor ohne KI deutlich schlimmer aus. Und ja das klingt danach als ob ich mich selbst abschaffe, aber dieses ganze System lebt und muss ständig verbessert und umgebaut werden, ohne mich würde der Status Quo noch ein paar Wochen weiter laufen und dann langsam auseinander driften.