Intelligente Messstelle, was kann die?

Hashira

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Hallo zusammen,

Letztes Jahr 2023 habe ich ein BKW auf unserem Flachdach montiert, was ziemlich gut funktioniert hat.

Es handelt sich dabei um:
2 Module a 400 W = 800 W
1 HM-800
Im Zuge der Anmeldung beim Netzbetreiber (EAM) und der Bundesnetzagentur hat die EAM Ende letzten Jahres bei uns einen digitalen Zähler eingebaut.

Im Sommer dieses Jahres 2024 konnte ich für wenig Geld eine zweite Anlage ergattern, die wie folgt aussieht:
2 Module a 415 W = 830 W
1 HM-800
Nun sind beide Anlagen wie folgt miteinander verbunden:
Bildschirmfoto 2024-10-20 um 12.43.14.png

Wegen der Grenze bis 800 Watt, hatte ich beide Wechselrichter auf 50 % gedrosselt.
Ein paar Tage davor liefen beide Anlagen nicht gedrosselt und produzierten zeitweise ca. 1430 W.

1. Jetzt ist es eigentlich schade um die „verlorene“ Energie, und die Frage ist, ob die Anker Solarbank 2 E1600 Plus eine Lösung für uns wäre? Es sieht dabei so aus, dass wir die Module dann direkt an die Anker Solarbank anschließen können und die 2 HM-800 Wechselrichter dann obsolet wären:
https://www.anker.com/eu-de/products/a17c13z1?o_1=&o_2=2&o_2_p=0&o_3=&o_3_v=&o_4=&ref=naviMenu_pps

Aktuell verläuft das Netzkabel vom direkt ins Haus und über eine selbständige Leitung, die mit einer eigenen 16A Sicherung im Stromkasten verbunden ist.

Die Idee ist, dass alles, was über 800 W von den Modulen produziert wird, in den Speicher fließt und bei Bedarf (nach Sonnenuntergang) vom Speicher bis zu 800 W ins Hausnetz abgegeben wird.
Funktioniert das ?

Hintergrund ist, dass nächstes Jahr unser digitaler Zähler von der EAM auf einen intelligenten Zähler aufgerüstet wird und ich einerseits produzierten Strom selbst nutzen möchte, aber auch vermeiden möchte, dass die 800 W-Einspeisegrenze im Netz überschritten wird.

2. Würde ein intelligenter Zähler eine Produktion von über 800W erfassen? auswerten?
 
Natürlich erfasst ein IMS Leistungen über 800W.
Was ist denn jetzt genau dein Ziel? Einfach Lust zu basteln oder soll das ganze auch jemals rentabel sein?
 
Kommt man überhaupt mit dem teuren Akku auf nen grünen Zweig? Da muss man ja echt viel einspeisen und verbrauchen…
 
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Sinnvoller wäre es, vier Module an einen Wechselrichter anzuschließen (Specs beachten!) und den Ertrag durch die Ausrichtung über den Tag zu strecken um den Eigenverbrauch zu optimieren.

Anhand deines digitalen Zählers kannst du ablesen, wieviel kWh du bisher "verschenkt" hast. Das ist der Wert, den du theoretisch bisher in den Akku hättest transferieren könntest.

Nun ist es aber so, dass im Winterhalbjahr eigentlich garnix für den Akku überbleibt und der nur im Sommer wirklich Sinn ergibt.

Anhand des Überschusses kannst du dir in etwa ausrechnen, ob bzw. wann sich ein Akku für dich lohnt.

In meinem beispiel habe ich bisher 352kWh verschenkt.
1729599497355.png


Wenn ich nun mit meinem Arbeitspreis von 31 Cent rechne sind das 109 EUR.

Bei Anschaffungskosten von ~1000 EUR für eine Akkulösung wäre der ROI im Idealfall nach knapp 10 jahren erreicht. Bis dahin ist der Akku platt und ich müsste eh neukaufen. Daher für mich sinnlos.

Zudem schaffe ich es in den Sommermonaten nicht den Überschuss selbst zu verbrauchen wodurch dann trotzdem ein Abfluss ins Betreibernetz geschieht. Akku wäre tagsüber zu zeitig voll und abends zu schnell leer.

Ich habe auch 2 x 400 und 2 x 435Wp Panels bei mir an einem HMS-800W-2T hängen.
 
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d3nso schrieb:
Natürlich erfasst ein IMS Leistungen über 800W.
Was ist denn jetzt genau dein Ziel? Einfach Lust zu basteln oder soll das ganze auch jemals rentabel sein?
Basteln macht zwar Spaß, aber es geht um Rentabilität und ich will eigentlich nichts verschenken ;), aber auch nicht illegal agieren.

@Fujiyama da hast du wohl recht. Nach dem Feedback hier, macht es keinen Sinn.

@SaxnPaule Danke für den sehr ausführlichen und gut erklärten Beitrag. :daumen:

Bei bis heute verschenkten 250 kWh zu 28,04 Cent komme ich nur auf 70 EUR. Da wird man ernüchtert, wenn man es so betrachtet. Da lohnt sich die Zeit, darüber nachzudenken, auch nicht.
Danke allen für die Hilfe. :freaky:
 
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Kannst du den Echtzeitverbrauch abfragen? Falls nein, dann bräuchtest du auf jeden Fall noch ein Gerät wie zB Shelly 3EM(Pro), gibt's ab 80-90€.

Ohne so etwas kenne ich nur die eet solmate, die auf zumindest einer Phase den Verbrauch ermitteln können. Die Kosten aber relativ viel.

Wenn du außerdem 2x Hoymiles ohne WLAN hast, dann schau dir openDTU on battery an. Hier könntest du es so einstellen, dass maximal 800W ins Netz geleitet werden. Damit kannst du dann die WR dynamisch in ihrer Leistung Einschränken. Wenn du selber mehr als 1600 Watt verbrauchst (zB Herd), dann könnten auch beide WR auf 100% laufen (sofern es deine Elektroinstallation hergibt). Die 600W/800W Limit sind ja primär da um die Leitungen nicht zu überlasten. Knackpunkt sind dann die Steckdosen, ob die auf die Dauerlast ausgelegt sind. Selbst eine Waschmaschine läuft ja nicht stundenlang auf voller Leistung.
 
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Hashira schrieb:
Die Idee ist, dass alles, was über 800 W von den Modulen produziert wird, in den Speicher fließt und bei Bedarf (nach Sonnenuntergang) vom Speicher bis zu 800 W ins Hausnetz abgegeben wird.
Funktioniert das ?
Das funktioniert, es ist bei Speicher Lösungen aber immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit.

Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Anker System gekauft, da es für mich auch Hobby Projekt ist.

Aber noch bringt es mir nichts... Zähler noch alt und smart meter nicht eingebaut...

Meine Erfahrungen mit dem System sind durchwachsen. Wenn man mehr einspeist als produziert, dann ist es vom Tagesglück abhängig ob das System den Bypass öffnet und einfach einspeist(sinnvoll) oder ob es alles in den Akku schiebt bis 13%...dann den Akku bis auf 10% runter leert...bis 13% lädt...bis 10% entlädt usw.
Der Support versteht das Problem nicht.

Wäre vermutlich egal, wenn ich das smart Meter eingebaut hätte, aber ich rechne immer noch damit, dass der Zähler bald getauscht wird.


Dann wird es jetzt kalt und der Akku muss heizen und schafft auch weniger Ladeleistung. Im Sommer hatte ich die Einspeisung testweise auf 0 gesetzt und der 1,6kWh Akku konnte so 550-600W speichern....der Rest wurde eingespeist.
Jetzt ist bei 200-400W Schluss.
Ein Erweiterungsakku würde die Ladeleistung vermutlich verdoppeln, aber wirtschaftlich ist schon der eine kaum sinnvoll.

Auf Dauer soll die solarbank in den Keller und dann hat sie kein Problem mit Hitze/Kälte, aber dafür lange DC Leitungen.

Also wenn es dir ums Geld sparen geht, dann mach es wie @Hashira geschrieben hat.
Versuche über die Aufstellung die Stromerzeugung über den Tag zu verteilen. So deckst du die Grundlast am besten ab, ohne zu viel zu verschenken und es amortisiert sich am schnellsten.
 
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DoNG schrieb:
Wenn du außerdem 2x Hoymiles ohne WLAN hast
Beide laufen mit der DTU und WLAN und sind aktuell auf 50% gedrosselt. Meine Elektroinstallation käme auch probemlos mit 1600 W klar, nur hätte ich Sorge vor den Konsequenzen wenn die IMS das erfasst, und die EAM dann Stunk macht.
 
Legal rechnet sich sowas eher nie und ist Spielerei.
 
SaxnPaule schrieb:
knapp 10 jahren erreicht. Bis dahin ist der Akku platt und ich müsste eh neukaufen
Wieso behauptest du den einen solchen Schmarrn? Selbst eine 'alte' LiIo Batterie hat ~3000 VOLLZyklen. Wenn in einem Jahr über 200 Vollzyklen erreicht werden, wären das ~15 Jahre und die Kalendarische Alterung ist bis ~20 Jahre auch erst bei ~90%. Gut Gepflegt hält sowas locker 20 Jahre, eine LiFePo mit 6000 Zyklen dementsprechend noch länger. Wenn man einen gut ausgestatteten Elektroniker kennt (oder ist), kann man einen Niederspannungsakku bis 60V/~14kWh auch selbst aufbauen, dann kostet dieser auch nur die Hälfte bis ein Drittel wie auf dem Markt.
d3nso schrieb:
Legal rechnet sich sowas (...) nie und ist Spielerei.
Was rechnet sich nicht, ein BKW? Ein BKW mit Speicher oder eine große Anlage? Alles Drei jedenfalls falsch, Ausnahme das BKW mit Speicher fertig vom Markt zu kaufen und aufstellen zu lassen. Das stimmt, das rechnet sich meistens nie. Und wie lange Speicher noch Spielerei bleiben, wird sich mit dem EEG 2025 zeigen, die Planungen sehen vor, die aktuellen Regeln für Speicher anzupassen, so dass die Betreiber Anreize erhalten, Speicher Netzdienlich zu verwenden und dafür Entlastungen bei den Netzentgelten erhalten. Dann muss das ganze Thema Speicher neu berechnet werden.
 
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Diese Kleinstbatterien wie sie Anker, Zenure, Growatt und anbieten sind Liebhaberei, die sich in 98% der Fälle über die Laufzeit nicht rechnen. Aber ich sehe mir gerne eine realistische Beispielrechnung von dir an.
Das sich ein BKW oder eine große Anlage nicht rechnet habe ich nie behauptet, ich hab selbst solche Anlagen im Einsatz :rolleyes:
Bis im EEG privatanwender Netzdienlich entlastet werden läuft noch viel Wasser den Berg runter.
 
d3nso schrieb:
Diese Kleinstbatterien wie sie Anker, Zenure, Growatt und anbieten sind Liebhaberei, die sich in 98% der Fälle über die Laufzeit nicht rechnen
Habe nichts anderes Behauptet. Aber wenn in den 98% der Fälle, die sich nicht rechnen, die Batterie statt 2500€ nur 1000€ kostet, kannst du dir selbst ausrechnen, wann der ROI dann überschritten wird. Für den 1000er bekommst du 12 Zellen á 110Ah (hier 4Stück f. 200€) inkl. Zubehör, bei 38V wären das also 4,2kWh, bummelig. Wären bei 10Cent Ersparnis pro kWh ~240 Zyklen. Das schafft man durchaus in einem Jahr oder knapp drüber.
 
Samurai76 schrieb:
1000€ kostet, kannst du dir selbst ausrechnen, wann der ROI dann überschritten wird
Ich habs doch bereits mit 1.000 EUR vorgerechnet. Wüsste auch nicht wie man mit einem BKW 4,2kWh vollbekommen soll, wenn man die Hälfte des Jahres nichtmal 2kWh gefüllt bekommt.

In den Sommermonaten wäre der 4kWh Akku schon Mittags voll und würde erst ab 19 Uhr benötigt. Bis zur nächsten Produktion gehen höchstens 12h rum in denen vielleicht 2kWh entnommen werden.

Bei optimierter Ausrichtung der Module ohne Verschattung (wie in meinem Fall) ist der Akku wahrscheinlich sogar noch eher voll und früh würde nicht erst um 9 wieder Strom produziert werden.

In den Wintermonaten kannst du den Akku komplett abklemmen. Da bekommt man im Idealfall vielleicht 2kWh über den ganzen Tag, die direkt im Eigenverbrauch verpuffen.

Das Thema Selbstbau kommt nur für die allerwenigsten in Frage, womit das vielleicht eine Randbemerkung, aber keine Rechnungsgrundlage sein sollte.

Ob der Akku nun 10 oder 15 Jahre hält ist einerlei. Rechnen wird sich ein Akku in Kombination mit einem BKW bei den aktuellen Akkupreisen nur in den allerwenigsten Fällen.
 
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Der TE hat mit fast vorbildlicher Darstellung der vorhandenen Situation eine ganz konkrete Frage gestellt und da könnte man ihm auch ganz konkret antworten, so richtig mit Zahlen und so wegen der Amortisation.
Oder ihm einen Tipp geben, wo er das Teil statt 999€ für 720€ bekommen kann.

Nein, da werden dubiose chinesische Billig-Selbstbau-Akkus angepriesen (Lebensdauer 20 Jahre?), aber ohne vorzurechnen, wie sich diese denn rechnen werden mit/ohne die entsprechende Ausnutzung der Mehrpaneelleistung oberhalb der 800 Watt des vorhandenen Wechselrichters.
Ach ja, die Krönung, man könnte es sich selbst ausrechnen!
So geht keine funktionierende Überzeugungsarbeit.
 
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