Man, man, man …
Holgip schrieb:
@emeraldmine: Was meinst du mit lebensbedrohlich? Alle Spannungen außerhalb des Netzteils liegen bei oder unter 12V Gleichspannung. Lebensbedrohlich wird eine Gleichspannung erst ab 120V (siehe Wikipedia: Berührungsspannung). Alle kleineren Spannungen sind nicht gefährlich.
[…]
Darf ich bei Deinen Verständnis für Elektrik/Elektronik annehmen, daß Du nicht weißt, das die Spannung als einzige Angabe mal gänzlich ungeeignet ist, um den zu entstehenden Schaden zu eruieren?
Ich könnte Dir auch mit den 3,3V einen tödlichen Schlag versetzen.
… und ganz allgemein fließen auf einem Mainboard dieser Tage (auch unübertaktet) durchaus
Ströme, die sich auf 100 Ampère und mehr belaufen.
Platinen sind in der Regel Kurzschluß- und Durchschalgsfest bis mehrere tausend Volt, trotzdem werden sie beispielsweise bei Defekten der VRMs vollkommen verbrannt – von
Kleinstspannung, durch Hochstrom!
mTw|Marco schrieb:
Unglaublich was für ein Schwachsinn hier teilweise empfohlen wird. Kompletter Tausch aller Komponenten?
Da wird vermutlich "nur" das Board und der RAM hinüber sein. Die beiden Komponenten holst du dir neu und testest dann erstmal.
[…]
Genau!
Nehmen wir mal an, der Themenersteller hört auf Deine weisen Worte;
Szenario I:
- Er nimmt an, daß nur der Ram das Zeitliche gesegnet hat (Da, laut eigener Aussage „Alle RAM's bis auf das mit den Brandapuren funktionieren“) und besorgt sich lediglich ein 4GByte-Kit (Kostenpunkt* etwa 50€).
- → Die neuen Bausteine gehen bei Einschalten umgehend defekt.
- → Finanzieller Schaden zusätzlich: 50€ + neue Ram-Bausteine
Szenario II:
- Er kauft sich nochmal ein 4GByte-Kit mitsamt Board, da angenommen wird, daß Board wäre noch intakt (O-Ton:„Lüfter laufen noch-> mainboard eventuell noch funktionsfähig?“) (Kostenpunkt* etwa 125€).
- Bei Inbetriebnahme stellt sich heraus, daß die Grafikkarte mitgenommen wurde.
- → Finanzieller Schaden zusätzlich: 125€ + neue Grafikkarte
Szenario III:
- Er kauft sich nochmal ein 4GByte-Kit mitsamt Board (Kostenpunkt* etwa 125€).
- Bei Inbetriebnahme merkt er, daß die Grafikkarte mitgenommen wurde.
- Das Board reißt nochmal die Ram-Bausteine mit und verabschiedet sich anschließend auch nochmal.
- → Finanzieller Schaden zusätzlich: 125€ + neue Grafikkarte + neuer Ram + neues Board
Szenario IV:
- Er kauft sich nochmal ein 4GByte-Kit mitsamt Board (Kostenpunkt* etwa 125€).
- Bei Inbetriebnahme stellt sich heraus, daß auf der 3,3V-Schiene durch Defekt des Netzteils (Regelelektronik des NT) die vollen 5V im Sonderangebot zu haben sind.
- → Finanzieller Schaden zusätzlich: 125€ + neues Netzteil + neuer Ram + neues Board
*Bei Annahme entsprechend qualitativer Komponenten – dem zugrunde liegt der Gesamtpreis des ehemaligen Systems des Themenerstellers
Klingt schon unglaublich abwegig das Ganze, da muß ich Dir Recht geben …
mTw|Marco schrieb:
Habe 5 Jahre einen Hardwareshop einer großen Hardwarehandelskette in Süddeutschland geleitet; da hatten wir im Endkundenbereich die wildesten Fälle - auch "deine" Variante mit dem RAM Einbau im Betrieb kam erstaunlicherweise nicht nur einmal vor
In allen Fällen waren es Mainboard und RAM defekt. Getauscht, das war's.
Herr, lass Hirn regnen!
Nichts für Ungut, aber bei Fachpersonal mit einem solch fundierten Fachwissen, tun mir die Kunden irgendwie leid …
-
undermaker45 schrieb:
Die Festplatte müsste doch überlebt haben oder?
Gerade Laufwerks-Controller reagieren sehr empfindlich auf Spannungsspitzen.
Und das welche zu dem Zeitpunkt vorhanden waren, die Folgeschäden verursacht haben, kann Niemand ausschließen.
… und gerade Mainboards können mit
nicht offensichtlichen Defekten durchaus laufen, nur zeigen sie dann halt Symptome die eine Nutzung praktisch unmöglich machen.
Ich weiß, es tut weh, wenn da ein paar Sekunden zuvor noch Hardware für hunderte Euro stand, die man mühsam zusammen gespart hat, aber so ist das nunmal.
Auch ein Sportwagen für hundertausende Euro kann Sekunden später nach einem Totalschaden nur noch auf Schrottwert taxiert werden.
Man ärgert sich fürchterlich über seine eigene Kurzsichtigkeit …
Das
dümmste wäre jedenfalls jetzt, noch Geld für neue Komponenten auszugeben – erst recht, wenn man es nicht hat und solche Beträge langwierig zusammen sparen muß.
Das Ganze bloß höchst risikohaft in der geringen Hoffnung, irgend eines der Bauteile hat den Defekt unbeschadet überstanden und man bräuchte irgendetwas nicht neu kaufen.
In diesem Sinne
Smartcom