Kompatke kamera mit "Freistellungsfunktion"

ITX

Commander
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Hallo Leute,

ich suche eine kompakte Kamera, die Fotos "freistellen" kann. Wie so eine Funktion letztendlich genau heißt, weiß ich nichtmal. Mir ist aber bekannt, dass man mit Spiegelreflexkameras leichte Schattierungen schon beim knipsen unterdrücken kann. Also wenn ich ein Objekt vor einer weißen Rauhfaserwand ftografiere, dass automatisch der Hintergrund des Bildes automatisch komplett weiß wird. Entschuldigt meine Unwissenheit, ich bin blutiger Anfänger. :baby_alt:

Also gibt es so eine Kamera, die dann auch noch möglichst kompakt ist? Weitere wichtige Aspekte wären für mich, Weitwinkel, super Makro und evtl. noch die Möglichkeit HD Videos aufzunehmen.

Ich hab zufällig mal diese Cam hier entdeckt, weiß aber nicht ob sie "freistellen" kann:

http://www.dpreview.com/reviews/PanasonicGF1/

Bitte helft mir. Mir würde schon der Fachbegriff zum Freistellen reichen, dann kann ich auch manuell weitersuchen. Thx.
 
Hi,

einen komplett weissen Hintergrund erhälst du wenn du eine Lichtquelle nur auf den HG richtest und ihn so ausbrennen lässt.
 
Ausbrennen? Heißt der Menüpunkt bei den Kameras dann so? Ich hätte eher gedacht, dass das irgendwie mit dem Schwellwert zu tun hat und auch so ähnlich heißen würde. Aber wie gesagt, ich hab auch null Ahnung davon. :D
 
Für einen weissen Hintergrund brauchts idR einfach ~1,5 Blenden mehr Licht als für den Vordergrund. Was der TO aber meinte ist die Freistellung durch eine große Blende, was bei den kompakten aufgrund des Winzsensors schlecht bis garnicht geht. Es sei denn er ist 2cm vor dem Objekt.
 
Achso, meint der das.

dann zitiere ich mich mal:
baXus1 schrieb:
Cams mit relativ großen Sensor und guten Rauschverhalten:
Fuji Fxxfd-Serie (F30/F40fd/F50fd/F100fd/F200EXR/...)
Panasonic LX3

Cams mit DSLR-typischen Sensor mit Festbrennweite:
Sigma DP1
Sigma DP2

Cams mit DSLR-typischen Sensoren und Wechseloptik:
Panasonic G1
Panasonic GF1
Olympus E-P1
Panasonic GH1

Relativ kleine DSLR:
Olympus E4x0-Serie (E410/E420/E450) + Zuiko 25mm 2.8 "Pancake" (95g 2,4cm dick)
Olympus E510 + Pancake
Olympus E620 + Pancake
Canon 1000D + EF35 2.0 (210g 4,3cm dick)
Canon 450D + EF35 2.0
Nikon D3000 + AFs 35 1.8G (210g 5,3cm dick)
Pentax K-x + ?
 
Unter "Freistellen" versteht man normalerweise, dass das Hauptmotiv scharf ist, während der Hintergrund unscharf ist.
Erreicht wird dies durch eine geringe Schärfentiefe, d.h. der Bereich, der scharf abgebildet wird, ist gering, dadurch wird der Hintergrung unscharf und das Hauptmotiv hervorgehoben bzw. vom Hintergrund gelöst - eben "freigestellt". Beim zweiten und dritten Bild dieses Beitrages siehst du ganz gut, was ich meine - insbesondere das Bild des Gänseblümchens ist ein gutes Beispiel, weil man sehr schön den sehr geringen Bereich des Grases sieht, der scharf ist.
Technisch erreicht man diese geringe Schärfentiefe durch a) einen möglichst großen Sensor und b) eine möglichst große Blendenöffnung.
Da Kompaktkameras bis auf ganz wenige Ausnahmen (und die sind eher "speziell" ;)) einen sehr kleinen Sensor haben, ist ein Freistellen damit kaum möglich. Mit den üblichen APS-C-Sensoren der Consumer-DSLRs ist ein Freistellen hingegen schon recht gut möglich. Die hier ins Spiel gebrachte Panasonic GF1 hat einen Sensor im sog. Micro4/3-Format, was zwischen den APS-C-Sensoren und den kleinen Sensoren von Kompaktkameras liegt.
Grundsätzlich ist mit so einer Kamera Freistellen durchaus möglich, wie stark hängt vom verwendeten Objektiv und den konkreten Gegebenheiten ab.
 
Aber auch die Entfernung zwischen Kamera, Motiv und Hintergrund hat Auswirkungen auf das Freistellen, ebenso wie die Brennweite ;)


Edit.

Cooler Link hiro ^^ :p
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, dann meinte ich schonmal keine Freistellungsfunktion, wenn das so definiert ist wie hiro sagt. Daher hab ich euch mal zwei Fotos zum Vergleich online gestellt. Das erste Bild zeigt mein (vor geraumer Zeit) improvisiertes "Fotostudio", was aus einem weißen Tisch und einer weißen Rauhputzwand besteht. Auf diesem Foto sieht man noch die Wand und den Tisch. Das ähnliches Motiv auf Bild 2. Blickwinkel wurde leicht verändert. Beleuchtung und Einstellungen an der Kamera waren die gleichen, soweit ich weiß. Wie man sieht hat die Kamera die Schattierungen der Wand und die Kanten des Tisches "rausgerechnet". Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, konnte man das auch schon vor dem Auslösen auf dem Display der Cam sehen. Modell und Einstellungen an der Cam weiß ich übrigens nicht. Auf jeden Fall wurde das zweite Bild nicht per Software bearbeitet. Und ich such nun eine Cam, die genau das auch kann. Möglichst klein.

(1) - (2)

Die Fotos hat übrigens ein Kumpel gemacht, den ich aber leider nicht erreiche (Ausland).
 
Ja ok, es wurde zugeschnitten (kann man ja auch an den Pixelmaßen erkennen). ;) Mehr aber nicht. Da wurde nix nachretuschiert.
 
Das Freistellen (=Hintergrund wird richtig schön unscharf) funktioniert nciht mit Kompaktkameras.

Dies ist auch bei Spiegelreflexkameras keine wirklichen Kamera-Funktion, sondern ist ganz schlicht rechnisch bedingt:
Je größer der Sensor in der Kamera, desto unschärfer ist der Hintergrund (also der Bereich, der nicht im Fokus liegt).
Konptaktkameras haben alle samt sehr kleine Sensoren. Eine Ausnahme könnte noch die Sigma DP1 / DP2 darstellen.

Verglichen mit "alten Fotos" von analogen Kameras erreicht man diese Freistellung aber auch mit den heutigen günstigen DSLRs nicht, sondern braucht dafür die Vollformat-DSLR, die über 1000 EUR kosten.
 
Also erstens, was hier offenbar fast jeder übersieht (ist eben mit der Lesekompetenz wirklich nicht weit her hierzulande): Der Threadersteller meint nicht Freistellung mithilfe eines unscharfen Hintergrundes, sondern Freistellung mithilfe eines ausgeschnittenen bzw. uni weißen Hintergrundes.

Wie ich per PM schon geschrieben habe: Es gibt meines Wissens nach keine Kamera die den Hintergrund automatisch weiß machen kann, was du als Freistellungsfunktion bezeichnest.

Was oben mit Ausfressen oder Ausbrennen gemeint war, ist, dass der Hintergrund Tonwerte am oberen Rand des Histogramms aufweist, also 255 für die Farbkanäle Rot, Grün und Blau, was dann reines Weiß ergibt. Das ist nichts weiter als eine starke Überbelichtung eines hellen grauen oder weißen Hintergrundes, was fetzie mit seinen pauschalen 1,5 Blenden mehr Licht meinte. Das kann man erreichen, in den man das ganze Bild überbelichtet, so wie das in deinem zweiten Beispiel gemacht wurde (offenbar schwarzes Objekt hat nur mittlere Tonwerte, starkes Rauschen), oder indem man mit Lichttechnik die Beleuchtung so setzt, dass der Hintergrund eben entsprechend mehr Licht abbekommt als das Objekt.

Zum nachträglichen Korrigieren bieten sich vor allem bei dunklen Objekten die Gradationskurven und die Tonwertkorrekturwerkzeuge der verschiedenen Bildbearbeitungsprogramme an.

Vollformat gibts übrigens mit 1Ds und 5D auch schon deutlich unter 1000€.
 
Arne schrieb:
ist eben mit der Lesekompetenz wirklich nicht weit her hierzulande): Der Threadersteller meint nicht Freistellung mithilfe eines unscharfen Hintergrundes, sondern Freistellung mithilfe eines ausgeschnittenen bzw. uni weißen Hintergrundes.
Der TE hat selber das Beispiel eine Raufaser-Tapete angeführt, die deren Muster man auf dem Foto nicht mehr erkennen soll. Durch die HG-Unschärfe verschwinden solche Muster dann, man spricht somit von einem freigestellten Hauptmotiv.
Und dass es eine solche (sinnvoll funktionierende) Kompaktkamera-Funktion nicht gibt, habe ich ja auch oben geschrieben, einfach den Beitrag lesen.
Soviel zum Thema "Lesekompetenz" :mad:
 
Das Muster verschwindet vor allem durch korrekte Beleuchtung. Unschärfe hilft natürlich, ist aber nicht so wichtig wie richtiges Licht.
Dass es die Funktion nicht gibt, ist an den TE gerichtet, der Rest weiß das ja sicher.
 
Damit wir uns hier nicht weiter streiten, halte ich mal die 2 Alternativen fest:

1. Ich mache eine Überbelichtung mit 1,5 Blenden.

2. Freistellen des Bildes durch möglichst großen (vollformatigen) Sensor.

Soweit richtig? Dazu hätte ich dann ein paar weiterführende Fragen:

zu 1.: Unterstützen Kompaktkameras auch Überbelichtung oder brauche ich dafür ne manuelle Einstellungsmöglichkeit, wo ich explizit die Blende auswählen kann (wenn "ja", ab welcher Preis- und Größenklasse ist das Feature an Board)? Da das Beispiel ein dunkles Objekt war ... wie verhält es sich mit hellen Sachen (Metall, PC Hardware, etc.)? Ist die Qualität des Bildes dann auch noch gut?

zu 2.: Funktioniert das Freistellen auch mit nem Sensor der eine Nummer kleiner ist (also kein Vollformat)? Was wäre eine Nummer kleiner? Four-Thirds? Oder was kommt da? Die genannten 1Ds und 5D sind mir definitiv zu groß.


Ps: Sorry wenn ich mich am Anfang des Threads nicht eindeutig ausgedrückt habe. Bin wie gesagt Neuling auf dem Gebiet.
 
1. Eine Belechtungskorrektur können eigentlich fast alle Kameras, selbst günstige Kompakte. Je nach Motiv und Belichtungssitation kann eine Belichtungskorrektur natürlich dazu führen, dass auch das Hauptmotiv zu hell wird.
2. Die günstigeren DSLRs haben i.d.R. einen Sensor im sog. APS-C.

Willst du Produktfotografie machen, bspw. für einen Onlineshop oder Ebay-Sachen, oder so?
Das nennt man dann meist Tabletop. Dafür gibt es dann auch so TableTop-Tische, die einen weißen HG bieten, und durch eine gebogene Ecke den HG nahezu unsichtbar machen. Für perfekte Ergebnisse macht ist dann oft nur noch etwas Nachbearbeitung (bspw. mit Photoshop oder PaintShopPro) nötig.

Kurze Tabletop-Erklärung: http://de.wikipedia.org/wiki/Tabletop-Fotografie

Weitere interessante Stichworte dafür dürften sein: Softbox, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtformer
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine ähnliche Frage wie HaveFun habe ich mir auch gestellt: WAS soll hauptsächlich damit fotografiert werden?

Ich würde zu einer gut ausgestatteten Kompakten raten, wenn man externe Blitze anschliessen könnte oder zu einer günstigen DSLR wie einer CANON EOS 1000D.

Das entscheidende wäre der Fototisch, der mit einer Art weichen Hohlkehle den gewünschten strukturfreien weißen Hintergrund erzeugen kann.

In diesem Thread wird eine Version mit Kosten unter 30€ beschrieben (Anmeldung im DSLR Forum notwendig zur Ansicht der Bilder).

Ferner wäre die Lichtquelle nicht ganz unerheblich.
Bei DSLR kann man relativ einfach einen Blitz an die Strippe (habe für mein Canonsystem eine Kabelverlängerung auf mehrere Meter ins Haus geholt) legen oder gar schnurlos auslösen, um somit eine halbwegs brauchbare Beleuchtungsrichtung erzielen zu können.

Bei einer Kompakten habe ich da keine Erfahrung aber evt. kann mittels "Fotozelle" eine Art Slave-Trigger erreicht werden und mit Glück bezieht die Kompakte das zusätzliche Licht korrekt in die Belichtungsmessung mit ein.

Und last but not least kann man am Ende mittels Grafikbearbeitung sicher noch den letzten Schliff geben beim "Freistellen".


+++++++++++++

Nachtrag zur Beleuchtung mittels einfacher Slaves
 
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Also erstmal danke für die vielen Schlagworte. Da werde ich mich demnächst mal weiter zu informieren.

HaveFun schrieb:
Willst du Produktfotografie machen, bspw. für einen Onlineshop oder Ebay-Sachen, oder so?

Genau so könnte man es sagen. Ich möchte ähnliche Ergebnisse erzielen wie bei den Produktfotos, die hier bei den CB Tests immer gemacht werden. Also z.B. ein PC-Gehäuse, Hintergrund weiß. Ähnliches versuche ich derzeit gerade mit einer kompakte Sony Knipse (ausgeliehen von ner Freundin). Fotos gibts in meinem Thread: [Erfahrungsbericht] Mini ITX für Anfänger Mit mäßigem Erfolg, wie man sieht. :D

Ich suche nun nach einer möglichst günstigen Variante die Bilder zu optimieren, ohne dafür ne Software benutzen zu müssen. Daher auch der Wunsch nach einem Super Makro.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe wäre das wichtigste erstmal ein Tabletop Tisch und ne recht gute Ausleuchtung der Szene. Knipse wär erstmal egal, da Bildrauschen bei den Bildern kaum auftreten wird?
 
Die Fotos in dem Bericht sind ja grundsätzlich gar nicht mal so schlecht.

Jedes Bild ein wenig Beschneiden dürfte ja nicht so sehr das Problem sein, dafür sollte die Zeit schon reichen. Außerdem solltest du bei den meisten Bildern etwas Belichtungskorrektur benutzen.
Vor allem bei Fotos mit größem Weiss-Anteil ist dies sinnvoll. Dazu kannst du einfach an der Kamera eine Belichtungskorrektur einstellen, bspw. +2/3 Blenden (0,67) oder auch +1.
Rauschen dürfte kein Problem werden, schließlich bewegen sich die Objekte nicht. Einfach ISO auf Minimum. Du sorgst für genug Licht, und fotografierst mit Stativ, dann kann die Belichtungszeit ja auch ruhig länger sein.

Dann solltest du dich noch auf eine Lichtquelle beschränken: Wenn du mit Kunstlicht beleuchtest: Rolladen runter. Mischlicht ergibt partielle Farbstiche.

Achso, und ja ... ein solcher Tisch mit "gebogenem" HG hilft ungemein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Belichtungskorrektur können alle Kameras einstellen? Welche Preisklasse bzw. Sensorformat würdest du mir für solche Fotos empfehlen?

Hab grad gesehn, dass man sich so ein Tabletop auch günstig selbst zusammenzimmern kann. Bliebe nur die Frage nach einer guten Ausleuchtung. Gibts da Empfehlungen von eurer Seite?

Danke auf jeden Fall für die vielen Tips! :daumen:
 
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