News Krise bei Cherry SE: Kernsparte steht vor dem Verkauf

ja, wenn man die STREAM Tastatur von Cherry in den Händen hält und die Verarbeitungsqualität anschaut dann ist es wirklich schwer zu verstehen wie solch ein Produkt bei AMAZON für 20€ geben kann...
 
Ich hab die Stream fürs Home Office und die macht ihren Job, finde die jetzt weder besonders gut noch besonders schlecht.
Ist halt rubber dome, keine Beleuchtung, keine besonderen Features...die ist einfach fair bepreist und macht was eine Tastatur machen soll mit den notwendigen Basis-Features und ein paar Media-Tasten als Zugabe.
 
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Das Problem ist auch das Ökosystem. Wenn ich heute Peripherie brauche, dann schau ich was für eine Software auf dem PC läuft - dann ist das in meinem Fall iCue. Also lautet die Antwort: Headset Corsair, Tastatur Corsair, AiO Corsair, Lüfter Corsair, Maus Corsair, Mausmatte Corsair.

Cherry sollte einfach mit anderen Herstellern bzgl. der RGB Integration sprechen. Man z.b Gigabyte auch - die sprechen miteinander und schon kann man ein Gigabyte Mainboard in der iCUE Software einbinden.
 
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Simanova schrieb:
Wenn ich heute Peripherie brauche, dann schau ich was für eine Software auf dem PC läuft - dann ist das in meinem Fall iCue. Also lautet die Antwort: Headset Corsair, Tastatur Corsair, AiO Corsair, Lüfter Corsair, Maus Corsair, Mausmatte Corsair.

Cherry sollte einfach mit anderen Herstellern bzgl. der RGB Integration sprechen. Man z.b Gigabyte auch - die sprechen miteinander und schon kann man ein Gigabyte Mainboard in der iCUE Software einbinden.
Solche Lösungen gelten mittlerweile als schlecht und unerwünscht, weil man im Zweifel eine komplette Software installieren muss, um ein paar Lämpchen zu steuern. Web Software wird favorisiert oder sogar alles lokal auf der Tastatur.
 
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In der Custom Keyboard Szene ist Cherry längst C-Tier, weil sie nicht mit den Standards und Fertigungstoleranzen des asiatischen Markts mithalten können, die in den letzten 10 Jahren deutlich zugelegt haben. Siehe bspw. das Thema "stem wobble", da hinkt Cherry einfach meilenweit hinterher. Statt solche Probleme aktiv anzugehen, hat man lieber in Branding investiert und die Verluste durch Preiserhöhungen zu kompensieren versucht. Dass das nicht ewig gut gehen kann, war völlig absehbar.

Speziell der Custom Markt ist mittlerweile allerdings auch extrem diversifiziert. Die größten Gewinne werden hier wahrscheinlich mit den kleineren Batches für Enthusiasten gemacht, die qualitativ dann allerdings auch wirklich abliefern müssen. Bis auf wenige, eher mittelmäßig gelungene Projekte ist Cherry hier überhaupt nicht vertreten.

Auf dem Massenmarkt hingegen, dem Kerngeschäft, hat sich Cherry viel zu lange auf historisches Folklore und technischen Minimalismus verlassen, ohne echte Innovationen zu liefern. Ich erinnere mich nur an meine MX 3.0, bei der weder der schnell verblassende Aufdruck der Keycaps noch die mit der Zeit entstehenden Prellkontakte der Switches überzeugen konnten. Langlebigkeit? Bedingungslose Qualität? Modularität? Fehlanzeige!

Ich muss leider sagen, dass zwischen dem verklärten, romantisierten Ruf der Marke und der harten, globalen Realität mittlerweile Welten liegen. Ich bedaure sehr, dass man diese ehemals wirklich vorbildliche Marke derart hat verkommen lassen. Insofern höchste Zeit, die eigenen Strategien grundlegend zu überdenken.
 
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LuckyMagnum schrieb:
Wir müssen wieder anfangen, auch unser eigenes Land und dessen Wirtschaft zu fördern.

Wer? doch nicht die Wegwerfgeneration? das sind übrigens auch die, die heute was von Nachhaltigkeit und Umweltschonung quasseln, das was vor 20-30 Jahren zumindest im Konsumbereich selbstverständlich war..
 
nicht vergessen: fördern = umverteilen! Und das immer!
 
Gullveig schrieb:
Nein, Cherry hat im Wesentlichen zwei Probleme:
  • Kein hippes Gamerimage
  • die Tastaturen gehen nicht kaputt
Gamer sind irrelevant, damit lassen sich keine Verkaufszahlen generieren. Die freie Wirtschaft/Industrie und Konzerne mit 1000 bis über 100.000 Mitarbeitern ist hier die Zielgruppe. Wenn ein Konzern mit 30.000 Mitarbeitern die Tastaturen wechselt, dann kommt da keine 100,- Euro Gamer-Tastatur zum Einsatz.
Auch bei uns sind ausschließlich Cherry-Tastaturen (z. B. KC1000) und die halten bei den meisten Nutzern locker 10 Jahre, bei allerhöchstens 10,- Euro Einkaufskosten.
 
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Diablokiller999 schrieb:
Anders herum gelesen bedeutet es aber auch, dass Cherry dir unkaputtbare Tastaturen zu billig verkauft hat.
Nein, bedeutet es nicht unbedingt.
Die Gewinnspanne bei Hardware ist sowieso schon sehr groß. Lassen wir mal die deutschen Lohnkosten außen vor; war Cherry nie wirklich günstig.
Sie hätten ja auch die Preise erhöhen können und trotzdem weiter in Deutschland produzieren. Und ich befürchte, dass die Qualitätskontrolle nachlässt.
Schau dir Beyerdynamic und Sennheiser an. Die Verlagerung der Produktion nach China hat der Qualität stark geschadet.
 
Man müsste sich mehr vor dem Chinesisch Importen schützen und Produktionsverlangerung nach China unterbinden und maximal erschweren. Ansonsten stehen wir in ein paar Jahren ganz blank da.
 
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Cherry wird wohl wie viele andere Deutsche Firmen als reine Marke in der Hand der Chinesen enden.
 
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und im Gegenzug verschließen sie ihren Markt für uns und dann? Ne, die Innovation und Produktivität soll hier entscheiden. Wo mehr Innovation und Produktivität da mehr Wohlstand - ganz einfach.
 
Shio schrieb:
Cherry hat halt irgendwie alles im Tastaturmarkt verschlafen und bietet keine Innovationen, was meiner Meinung auch dazu geführt hat warum andere Marken so viel mehr gekauft werden.
Achja und das deren Cherry MX Patent 2014 ausgelaufen ist :)
This!

Warum haben die nicht daran gearbeitet, einen neuen Schalterstandard nach 2014 zu etablieren? Und zwar mit Stems, die nicht zum MX-Standard kompatibel sind? Wäre das zu mutig gewesen?

Ich spekuliere: Weil sie sich nie als Technik-Vorreiter verstanden haben, sondern als preiswerter Massenmarktanbieter.

In den 80ern war MX ein Schalter unter vielen, und damals schon nicht der Beste, aber Cherry hat im Gegensatz zum Model M oder Alps-Tastaturen irgendwie überlebt. Alle Tastaturen, die mit den Fertigrechnern der Kistenschieber (Vobis, Escom, Aldi) ausgeliefert wurden, waren von Cherry (gut, die meisten waren nichtmal mit MX-Schaltern, sondern mit den grauslichen MY oder sogar Rubberdome.)

Aber dieses Selbstverständnis, ausschließlich für den Massenmarkt zu produzieren, funktioniert natürlich nicht mehr, wenn chinesische Kopien den Markt fluten: Anfangs (fast) gleichwertig zu den Originalen MX, später qualitativ überlegen, zu einem niedrigeren Preis.

Wenn ich mich selbst nicht als Innovator, sondern als Billigheimer verstehe, werde ich natürlich von den noch Billigeren verdrängt.
 
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OpenSystemFan schrieb:
Dito. Kompletter Schrott. Das nervt. Und warum ich 2 Softwaren brauche bei Logitech, erschließt sich mir auch nicht. Sonst mag ich die.

[OT bzgl G915]
Veto. Komplett tolles Produkt und bei mir und Freunden seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Alle happy. Einer hat sogar ne komplette Kaffetasse drüber gehauen und die läuft immer noch (zwei Jahre her)
Keiner von uns braucht zwei Softwares? Keine Ahnung was Du da im Einsatz hast aber die alte Logitech Software braucht es schon seit ca. 3 Jahren nicht mehr. Nein, auch nicht zum Firmware oder Dongle-Firmware Upgrade. GHub reicht mittlerweile.

@Maxminator
Ich kenne das mit der Beleuchtung eigentlich nur, wenn in GHub Profile für Desktops und Applikationen (Browser, Steam etc) hinterlegt sind. Dann wechselt die Beleuchtung immer je nach App im Vordergrund was extrem nervig ist, insofern aktiviert. Man kann das in Ghub aber einfach deaktivieren und ein festes Profil aktivieren. Damit habe ich keinerlei Probleme.

[On Topic Cherry]
Logitech bleibt aber ein gutes Beispiel dafür, wie's halt auch anders gehen kann.
Logitech und Cherry hatten in den 90ern wirklich maximal ähnliche Ausgangspositionen. Der eine Spezialist für Mäuse, der andere für Tastaturen.

Logitech steht bei Mäusen, Tastaturen, Gaming-Equipment in allen Bereichen im Luxus und Mittelsegment gut dar, bei Cherry kann man froh sein wenn sie aktuell ein brauchbares Produkt zum vernünftigen Preis hinbekommen. Traurig, keine Frage. Ich glaube von außen betrachtet aber nicht, das ein Teilverkauf hier etwas bringt, wenn man mit seinem Kernprodukten so weit vom eigentlichen Zielmarkt (Premium) entfernt ist.

Was mich z.b. bei Logitech wirklich sehr anspricht, ist Lightspeed. Ich habe bei mir immer wieder Probleme gehabt wenn ich drei oder mehr 2,4Ghz Dongle (Maus, Tastatur, Headset) von verschiedenen Herstellern im Einsatz hatte. Entweder die Maus zickt / springt, die Tastatur steigt kurz aus oder das Headset knattert oder verbindet kurz neu. Mit Lightspeed gibts da wirklich keinerlei Probleme und das fällt beim täglichen Einsatz dann auch auf - oder in dem Fall eben nicht auf ;)

Wo sind ähnliche Produkte und Innovationen von Cherry? Wo ist das Ökosystem? Wo sind die Premium-Produkte für die die Marke einst stand? Das sind mE so tiefgreifende strukturelle Probleme, da können die noch zwei Divisionen verkaufen und werden auf keinen grünen Nenner kommen.

Wirklich schade.
 
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mcdexter schrieb:
eröhen können und trotzdem weiter in Deutschland produzieren. Und ich befürchte, dass die Qualitätskontrolle nachlässt.
Schau dir Beyerdynamic und Sennheiser an. Die Verlagerung der Produktion nach China hat der Qualität stark geschadet.

Fujiyama schrieb:
Man müsste sich mehr vor dem Chinesisch Importen schützen und Produktionsverlangerung nach China unterbinden und maximal erschweren. Ansonsten stehen wir in ein paar Jahren ganz blank da.
Dass Problem ist doch am Ende der Konsument, schau dich doch mal um, kaum einer schert sich woher sein Produkt kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde, Hauptsache Billig. Wenn die Leute bewusster einkaufen würden und der Preis nicht primär auschlaggebend wäre, würde das ganz anders aussehen.
 
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Makami schrieb:
@Gullveig Respekt an Dein Erinnerungsvermögen, dass nach 30 Jahren noch weiß, wie die Tastaturen sich neu angefühlt haben.
Viel mehr wundert mich, dass die Kontakte das so lange ausgehalten haben (sollen).
Ergänzung ()

heroesgaming schrieb:
und Ausweitung bestehender Leistungen (Mütterrente) beschließen
Was beim letzten Mal übrigens zu weniger Netto bei "Mütterrentnerinnen" geführt hatte, weil bei einigen eine Grenze überschritten wurde uns diese danach Krankenkassenbeiträge zahlen durften... und oh Wunder, auch dieses System ist kurz vor dem Kollaps. ;)
 
Cherry hat hier in meinen Augen selbst schuld. Zu lange hat man sich ausgeruht auf den Erfolgen der vergangenen Jahre. Trends wie magnetische Switche verpasst und auch kein Bestreben gehabt dies aufzuholen.

Deren Switche? Maximal untere Mittelklasse. Ihre MX2 Switche... lächerlicher Versuch an die Konkurrenz anzuknüpfen.

Dabei glaube ich nicht mal das der Produktionsstandort hier entscheidend ist, auch wenn China billiger ist. Cherry hatte einen sehr guten Ruf, diesen zu nutzen um sich in der gehobenen Mittelklasse und im Premiumsegment zu platzieren, hat man verpasst.

Stattdessen kauft man einen Gamingdevice Hersteller welcher allerdings gegen Razer, Steelseries und co kaum eine Rolle spielt und hoft so zumindest bei Gamern landen zu können. Die Vermutung der informierten Kunden, das dies wenig von Erfolg gekrönt sein wird, hat sich offenbar bestätigt. Vor allem weil es mit einem Zukauf ohne daraus folgender Innovation, eben nicht getan ist.

Und nun strebt man den Verkauf der Peripherie Sparte an, weil der Firmenführung nichts mehr einfällt und die finanziellen Mittel langsam ausgehen. Und das in einem Marktbereich der eigentlich funktioniert.

Dann kommt dazu das Modelle die in die Fußstapfen der alten G80 treten wollen ein absoluter Witz sind.

Wo bleiben Tastaturen die:
  • per Browser konfigurierbar
  • QMK Support (Geld sparen statt Eigenentwicklung)
  • GMK Keycaps (und dies auch Bewerben!)
  • Gehäuse aus Metall
  • Switchvariationen (inkl Hall Effekt)
  • Modbarkeit und entsprechend Zubehör anbieten
  • Schickes Design (eine MX 3 sieht einfach Kacke aus)

Wenn man früher reagiert hätte, spätestens als die Patente 2012 abliefern, hätte man an den Erfolg anknüpfen können. Stattdessen flossen Effort ins Billigsegment. Dort wo sich hundert anderer von Hama bis Trust tummeln. Ich meine, Logitech verkauft in China Produzierte Tastaturen für unter 15€.... Da als deutscher Standort mithalten zu wollen ist Wahnsinn und imho nur machbar wenn man hier Marktdominierend ist.

Dazu kommt nicht vorhandenes bzw. nicht wahrnehmbares Marketing. Stattdessen ruht man sich auch hier aus und hofft das der gute Name noch bei vielen Nachwirkt als Cherry Tastaturen als Goldstandard galten. Heute ist davon kaum mehr die Rede sein. Dabei ist das Branding an sich eigentlich super. Der Name eingängig, das Logo sympatisch. Man macht nur nichts daraus.

Noch vor wenigen Jahren war Cherry im Bereich der Spezialtastaturen wie z.b. im medizinischen Bereich führend. Heute wird hier über Qualitätsmängel geschimpft und alternativen gewählt. Stichwort Telematik Infrastruktur.

Cherry ist für mich ein Musterbeispiel wie man sich selbst durch Arroganz und Ignorieren des Marktes selbst demontiert.

Ich wünsche allen Angestellten das beste und hoffe das Cherry vielleicht doch noch aufwacht, Hoffnungen habe ich allerdings eher weniger. Schade :(
 
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Ich wusste nicht mal, dass Cherry eine deutsche Firma ist. Auf Arbeit habe ich auch eine. Hervorragende Qualität und nach 10 Jahren ohne jegliche Verschleißerscheinungen. Privat kaufe ich dann nur noch Cherry.
 
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