Kriterien für die Wahl der Serverdistribution

Xkeks

Ensign
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Mir wurde aufgetragen, einen unserer Root-Server der mit openSuse 10.0 betrieben wird eine Softwareseitige Frischzellenkur zu verpasen, wollte ich euch mal Fragen, welche Kriterien ihr die passende Distribution für einen Server wählt.



Dienste auf dem Server:

  • Webserver - ca. 100 Domains, die Serverseitig nur mit PHP arbeiten.
  • Datenbankserver - zwischen 10-15 Datenbanken
  • Mailserver - 50 E-Mailpostfächer
  • FTP-Server - meistens deaktiviert



Da der Server bei einem größeren Provider steht ;-), bin ich natürlich unter anderem auch davon Abhängig was er mir vorgibt.



Ein openSuse würde ich ungern noch mal wählen, da mir da die knapp 2 Jahre Lebenszyklus eindeutig zuwenig sind. Im Moment würde ich zu einem CentOS 6 tendieren, da man hier deutlich länger mit Updates versorgt wird. Ein Debian 6 oder Ubuntu 12.04 Server Edition würde auch noch zur Wahl stehen.



Welche Kriterien würdet ihr sonst noch anlegen, außer die Supportzeit oder was würde bei dieser Konstellation eher für Debian oder Ubuntu sprechen.



Ich möchte nun gar kein "nimm Distribution X" hören sondern viel lieber was bei euch wichtig ist, wenn ihr eine Distribution für einen Server wählt. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
wichtig ist mir, dass es funktioniert. da man für linux informatik studiert haben muss, um es überhaupt einwandfrei zum laufen zu kriegen, wäre es mir wichtig, dass es ein windows server betriebssystem ist

jetzt hast du gehört, worauf ich beim aufsetzen eines servers achten würde ;)
 
Als Server würde ich auch ein ordentliches Server OS verwenden. Da im Open Source Bereich Debian, CentOS oder ein Unix wie FreeBSD. Hat alles kleinere Vor- und Nachteile. Ich würde wegen der Community auf Debian setzen (bzw. tue es selber). CentOS wäre eher etwas für eine Anwendung, die speziell auf CentOS zugeschnitten wäre und FreeBSD wenn man es noch stabiler möchte.

Legt ihr wert auf bezahlten Support dann wäre vermutlich RHEL für euch was.
 
wichtig ist mir, dass es funktioniert. da man für linux informatik studiert haben muss, um es überhaupt einwandfrei zum laufen zu kriegen, wäre es mir wichtig, dass es ein windows server betriebssystem ist

jetzt hast du gehört, worauf ich beim aufsetzen eines servers achten würde

Hehe, ich hab nicht studiert und kann mit nem Linux Server mehr anfangen als mit einem Windows Server, mit denen habe ich wirklich kaum Erfahrung, so das ich diese wirklich ungern einsetzen würde ;) Wobei ich trotzdem drüber nachgedacht habe und ganz ausschließen würde ich sie nicht. :)


Als Server würde ich auch ein ordentliches Server OS verwenden. Da im Open Source Bereich Debian, CentOS oder ein Unix wie FreeBSD. Hat alles kleinere Vor- und Nachteile. Ich würde wegen der Community auf Debian setzen (bzw. tue es selber). CentOS wäre eher etwas für eine Anwendung, die speziell auf CentOS zugeschnitten wäre und FreeBSD wenn man es noch stabiler möchte.

Ja, die Community ist natürlich ein starkes Argument. Sollte ich aufjedenfall noch mal drüber nachdenken. An die habe ich gar nicht gedacht.


Legt ihr wert auf bezahlten Support dann wäre vermutlich RHEL für euch was.
Da hätte ich nur SLES zur Auswahl, wäre natürlich eine Überlegung wert, würde auch "nur" 19,- im Monat, wäre natürlich Interessant, wenn jemand Erfahrung mit dem Support hat und diese teilen mag.
 
Perry S. Hilton schrieb:
wichtig ist mir, dass es funktioniert. da man für linux informatik studiert haben muss, um es überhaupt einwandfrei zum laufen zu kriegen, wäre es mir wichtig, dass es ein windows server betriebssystem ist
Wenn du MS Server RICHTIG administrieren willst, dann solltest du auch nicht gerade frisch von der Realschule kommen. So ein MS Admin Zertifikat ist da schon sehr nützlich.
So gesehen: Weder Windows noch Linux würde ich einem Laien anvertrauen.... und man braucht keinen Hochschulabschluss, um einen Linux-Server sicher und stabil zu betreiben. Man muss sich nur mit der Materie auseinander setzen.

Was GEGEN Windows Server spricht:
- zwingend eine GUI für einen Server? Hallo @ verschwendete Ressourcen
- es kostet... und zwar richtig. Das Geld, was man an ner Windows Server Lizenz spart könnte man bald in eine Linux-basierte Managed-Lösung investieren.
- jedes fitzelige Sicherheitsupdate benötigt n Neustart. Einen Linux-Server startest du einmal im Quartal oder so neu, weil n Kernel-Update kam. Alles andere läuft on the fly.

Xkeks schrieb:
Ja, die Community ist natürlich ein starkes Argument. Sollte ich aufjedenfall noch mal drüber nachdenken. An die habe ich gar nicht gedacht.
Was das angeht: jede Debian-basierte Long Term - Distri... Gerade Ubuntu hat dafür gesorgt, dass bei den Debian-Ablegern extrem viel Kommunikation herrscht. Problemlösungen findest du bei Google eher, wenn du "Ubuntu + Problemname" statt "Linux + Problemname" suchst.
Von der Aktualität her würd ich auch sagen: Ubuntu 12.04. Mir ist keine aktuellere Long Term - Distri bekannt. Debian 7 Stable lässt ja weiter auf sich warten, auch wenn man es sicher schon einsetzen könnte.
 
Windows Server kann man ja auch bald ohne GUI betreiben ;)

Ja, die Aktualität von Ubuntu reizt schon sehr, aber wie sieht es da mit der Stabilität aus? Man hört ja gerne mal, das Ubuntu nix für Server sei. Diese Stimmen kommen aber meist aus dem Debianlager von daher geniese ich diese mal mit vorsicht.

Man sollte noch erwähnen, dass auf dem anderen Produktivserver CentOS5 läuft, würdet ihr davon eure Entscheidung abhängig machen?
 
Perry S. Hilton schrieb:
wichtig ist mir, dass es funktioniert. da man für linux informatik studiert haben muss, um es überhaupt einwandfrei zum laufen zu kriegen
Man lernt im Informatik Studium nicht, wie man ein Betriebssystem bedient. ^^

Xkeks schrieb:
Ja, die Aktualität von Ubuntu reizt schon sehr, aber wie sieht es da mit der Stabilität aus? Man hört ja gerne mal, das Ubuntu nix für Server sei. Diese Stimmen kommen aber meist aus dem Debianlager von daher geniese ich diese mal mit vorsicht.
Ich breche jetzt einfach mal die Lanze für Ubuntu auf Servern!
Die LTS Version, momentan 12.04, also eh die aktuellste, kannst du problemlos auf einem Server verwenden. Auf ubuntuusers.de gibt es noch dazu eine sehr große Community und ein umfangreiches Wiki.
 
Das wichtigste:
-Sicherheitsupdates für wichtige Dienste ( Apache, DBs, SSH usw )
-deshalb funktionierendes Update was nicht das System zerschießen kann ( bietet Debian, RHEL / CentOS / Scientific Linux ) SELS )
-Hardware Support wenn nötig ( hier kann Debian leider oft nicht mithalten ) RHEL und deren Clons werden immer mit neuen Treibern versorgt, die in den alten Kernel reingepatcht werden.
-Die wichtigsten Dienste als Paket der Paketverwaltung.
-Stabil, getestet.
 
Danke, vieles davon war bis jetzt sehr hilfreich, um meine Wahl noch mal zu überdenken und um später diese Wahl vor der GF auch begründen zu können.


-deshalb funktionierendes Update was nicht das System zerschießen kann ( bietet Debian, RHEL / CentOS / Scientific Linux ) SELS )

meinst du hier nur Debian oder auch Debianabkömlinge? Wenn nur Debian, was macht Debian anders als zb Ubuntu? Oder kommt das nur vom bessern/ausführlicheren Tests?
 
Ich denke er meinte Debian und darauf basierende Systeme. Bei Gentoo z.B. kann der Patch von Perl das gesamte Updatesystem lahmlegen, was man so hört ;).

Auf Ubuntu würde ich persönlich eher nicht setzen. Wenn man wirklich ein modernes System wegen der Hardware benötigt, würde ich CentOS, RHEL, SELS oder ähnliches einsetzen. Meiner Meinung nach sollte man Ubuntu ihn ihrer Art und Weise, wie sie Änderungen ohne Rückgabe an die Community vornehmen und Sachen auf eigene Faust stark modifizieren (z.B. damit Unity läuft) nicht unterstützen. Man sollte auch bedenken, dass sie die Komponenten nicht zwingend nach ihrer Stabilität und Sicherheit aussuchen bzw. gründlich testen.
 
Das würde ich sagen das erfüllen nur Ubuntu LTS, Ubuntu eigentlich auch aber die Software ist meist zu neu und deshalb ungetestet und speziell Debian hat sehr lange Testzyklen.

Die Red Hat artigen Teile wie CentOS usw sind da auch seeehr gut !
 
Xkeks schrieb:
Windows Server kann man ja auch bald ohne GUI betreiben ;)
Oh, Microsoft ist lernfähig? Wie lang hats jetzt gedauert? 1-2 Jahrzehnte? Wenn die jetzt mit dem IE10 auch noch n verwertbaren Browser herausbringen...

Ja, die Aktualität von Ubuntu reizt schon sehr, aber wie sieht es da mit der Stabilität aus? Man hört ja gerne mal, das Ubuntu nix für Server sei. Diese Stimmen kommen aber meist aus dem Debianlager von daher geniese ich diese mal mit vorsicht.
Am Ende schimpft jeder auf die Distri des anderen. Is einfach so...
Ubuntu 12.04 (eingesetzt zuhause und im Büro als Arbeitsplatz, nicht als Server) hat bei mir leichte Stabilitätsprobleme, aber NUR im Gnome3. Irgendwo hat Gnome3 einen allgemeinen Treffer, wobei sich das mit einem der letzten Updates gebessert hat.
Bisher ist mir noch kein einziger für Server kritischer Dienst abgekackt, und das obwohl ich im Büro die komplette Palette Serverdienste laufen hab (BIND9, FTP, Mail inkl. Amavis und Spamassassin, Apache2, SSHD,... ich teste lokal, was ich dann auf unserem Debian6-Server live einsetzen will)


Kartoffel200 schrieb:
Das würde ich sagen das erfüllen nur Ubuntu LTS, Ubuntu eigentlich auch aber die Software ist meist zu neu und deshalb ungetestet und speziell Debian hat sehr lange Testzyklen.
Man könnte die Debian-Zyklen sogar schon übertrieben nennen.
Die Testzyklen bei Ubuntu sind in den meisten Fällen ausreichend lang. Die Server-relevanten Pakete dürften so oder so größtenteils quasi direkt aus Debian rüber sickern, aber eben eher aus dem Debian 7 Testzweig. Bei Sicherheitsupdates hat man eh keine Wahl. Entweder man vertraut darauf, dass sie nichts kaputt machen, oder man bleibt weiter offen wie ein Scheunentor.

Was mich persönlich mal wirklich reizen würde: Eine stabile Langzeit-Distribution, die MariaDB statt MySQL liefert und die auf PHP 5.4 setzt. Sogar Ubuntu 12.04 bringt nur PHP 5.3 mit.
 
Xkeks schrieb:
Dienste auf dem Server:
  • Webserver - ca. 10 Domains, die Serverseitig nur mit PHP arbeiten.
  • Datenbankserver - zwischen 10-15 Datenbanken
  • Mailserver - 50 E-Mailpostfächer
  • FTP-Server - meistens deaktiviert

Solange "Datenbank" nicht für irgenwas ulkiges steht, handelt es sich nur um 0815-Software, die überall mitgeliefert wird, überall funktioniert und somit bei der Wahl der Distribution keine Rolle spielt. Deshalb: Wähle das System, womit sich derjenige, der es später pflegen muß, am besten auskennt.

Top-Kandidaten sich dann wahrscheinlich entweder Debian oder ein RHEL-Nachbau.

Von Ubuntu und ähnlichen Verschlimmbesserungen der genannten Distributionen rate ich dir ab, da deren angebliche Vorteile (paar neuere Versionen einiger Pakete, Desktop-Schmarrn) für deinen Einsatzfall keine Rolle spielen. Kein Grund also, sich deren Verschlimmbesserungen einzufangen.
 
Dir ist schon klar, dass Ubuntu eine Server-Variante bietet, genau wie Debian auch für den Desktop-Betrieb geeignet ist? Es kommt immer darauf an, was man im tasksel anklickt.

Nenn mir doch mal 3 der sog. Verschlimmbesserungen unter Ubuntu gegenüber Debian 6, die auch Server betreffen.
 
@ Daaron
Da wäre z.B. die Modifikationen am System damit Unity läuft. Das scheint der Hauptgrund zu sein, warum es bislang nicht jenseits von Ubuntu verbreitet ist. Fedora ist dran, ka ob die schon was lauffähiges haben.
 
Diese Änderungen betreffen aber in erster Linie Gnome3, auf dem Unity im Endeffekt aufbaut. Im schlimmsten Falle ist noch etwas am X-Server gepfuscht wurden, aber selbst das bezweifle ich. Wen kratzt aber im Server-Umfeld ne Änderung an X oder Gnome? Außer natürlich, man will den X tunneln.
 
Daaron schrieb:
Nenn mir doch mal 3 der sog. Verschlimmbesserungen unter Ubuntu gegenüber Debian 6, die auch Server betreffen.

Najo, ich finds nicht so geil, wenn mir das OS ständig "Kaufe jetzt den Premium-Support, weil toll!"-Werbung entgegenwirft...
 
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