Leichtes Linux wie Windows für alten Rechner?

fiestaforever

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Ich habe einen alten Pentium III-Laptop (600 MHz) mit 128 MB RAM, den ich weggeben und vorher noch ein frisches OS aufspielen will. Dafür kommt ja eigentlich nur ein Linux in Frage.

Fragt sich nur, welches. Es soll out-of-the-box so Windows-ähnlich wie möglich sein. Insbesondere will ich (1.) keinen Fenstermanager à la Openbox/Fluxbox, sondern etwas Taskleiste-und-Startmenü-artiges und (2.) einen "normalen" Desktop, auf den man ohne Gefummel (d.h. auch per Drag+Drop und Copy/Paste) Dateien und Programmstarter ablegen kann.

DSL oder Puppy würden die Hardwareanforderungen gut erfüllen, da passt mir aber die GUI nicht. Außerdem sind die m.W. nicht für Installation auf Festplatte optimiert.
Zorin Lite kommt von der GUI ganz gut hin (ob das mit dem Desktop da hinhaut, weiß ich nicht), ist aber Hardware-mäßig m.E. schon an der Grenze. Dasselbe gilt dann wohl auch für Lubuntu.
Zorin scheint mir außerdem ein One-Man-Shop zu sein, weiß nicht, ob ich sowas trauen soll.

Wie gesagt, geht es um die Standard-Konfiguration, out-of-the-box. Vor vielen Jahren hatte ich mir mal selbst eine Windows-ähnliche Oberfläche mit Vector, Rox und IceWM zusammengefummelt (aber auch die hatte keinen "normalen" Desktop), aber in diesem Fall will ich mir möglichst wenig Konfigurations-Gefrickel geben.

Im allgemeinen nehme ich normalerweise Xubuntu, und stelle das mit ein paar Handgriffen um, aber Xubuntu ist für den Rechner auch schon zuviel.

Was könnte man da also nehmen?
 

1a2b3c4d5e

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schau dir mal lubuntu an - ist wie alle *buntu, nur halt mit LXDE (sehr ressourcensparend)

@über mir: MATE gefällt mir auch sehr gut, aber ich glaube, dass die HW dafür etwas zu schwach ist
 

1a2b3c4d5e

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fiestaforever

Lt. Junior Grade
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Danke für die Antworten soweit.

Wie es aussieht, bleibt wohl nur etwas mit LXDE, IceWM oder *box übrig...
Den von mir gewünschten "Windows"-Desktop (mit Dateiablage wie oben beschrieben, ich meine nicht das "Desktop Environment" als solches) scheint aber keiner dieser Kandidaten zu haben (?).

Ich habe mir auch die im "Sticky" für (bis) 128 MB genannten Distros (außer Vector und den schon genannten DSL und Puppy) - ganz oberflächlich - angeschaut:
ConnochaetOS - ist gar keine echte Distro, wenn ich das richtig verstehe.
SAMity - scheint mir tot zu sein, die Webseite funktioniert auch nicht richtig. Außerdem habe ich Zweifel, ob XFCE, das mit Zenwalk, Xubuntu etc. 256 MB oder mehr braucht, hier mit 128 läuft.
Bodhi - Enlightenment scheint mir doch ähnlich auch wie Fluxbox & Co.
antiX - werde ich mir mal genauer ansehen; auch wenn das anscheinend auch keinen "normalen" Desktop hat. Das kommt in der Aufstellung hier auf den geringsten Ressourcenverbrauch, auch deutlich geringer als Lubuntu. Puppy, DSL und Vector sind leider in dem Vergleich nicht mit dabei.
 

Daaron

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Was auch möglich wäre: Ubuntu als Minimal-Installation aufsetzen ohne Desktop-Umgebung... und dann E17 (Enlightenment Desktop) nachrüsten. E17 dürfte noch um eine ganze Ecke leichter und trotzdem moderner als LXDE sein.
 

Caedus

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Persönlich empfinde ich LXDE eigentlich von allen DEs als am ähnlichsten zu Windows. Das enthaltene Startmenü ist mit dem von Windows 9x/ME/2000 nahezu identisch, nur dass eben die Programme nach Aufgaben sortiert sind.
Drag and Drop und Dateien auf dem Desktop sind auch kein Problem.

Wenn man es etwas vorkonfiguriert sollte dem wirklich einfachen Benutzer eigentlich kein großer Unterschied auffallen ...
 

aki

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Zehkul

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Insbesondere will ich (1.) keinen Fenstermanager à la Openbox/Fluxbox, sondern etwas Taskleiste-und-Startmenü-artiges
Öh ja, eine der Windowsähnlichsten DEs überhaupt, LXDE, nutzt zwar Openbox, und zwar genau mit Taskleiste und Startmenü, aber was auch immer du meinst.

E17 dürfte noch um eine ganze Ecke leichter und trotzdem moderner als LXDE sein.
E17 fühlt sich von der Bedienung her definitiv nicht so leicht an, wie ein schöner Openbox Setup. Ist insgesamt doch deutlich langsamer, auch wenn es relativ sparsam mit dem Arbeitsspeicher umgeht.

Wenn XFCE auch schon zu viel ist, wird es aber wirklich schwierig. Dann läuft vor allem auch kein Browser mit mehr als 5 Tabs … Die Desktopumgebung kann so leicht sein wie sie will, schon 2 Youtubevideos werden mehr verbrauchen. Wunder sollte man sich also davon nicht erhoffen.
 

fiestaforever

Lt. Junior Grade
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> eine der Windowsähnlichsten DEs überhaupt, LXDE, nutzt zwar Openbox, und zwar genau mit Taskleiste und Startmenü, aber was auch immer du meinst.

Ich meine v.a. dieses "(Rechts?)Klick irgendwo auf den Desktop öffnet eine Art Hauptmenü"-Zeugs. Das habe ich immer als ein Hauptmerkmal von *box verstanden.
Aber anscheinend ist das ja nicht zwingend so. Openbox kenne ich eigentlich nur von Parted Magic, und da ist das wohl wegkonfiguriert (eigentlich hatte ich gedacht, Parted Magic verwende LXDE, aber das ist lt. Distrowatch wohl nicht so).

Wobei mir gerade aufgefallen ist, dass Drag+Drop zum und vom Desktop und Ordner erstellen auf dem Desktop etc. auch bei Parted Magic (mit Openbox) funktioniert. Wusste ich gar nicht. Haben mich wohl die vielen Screenshots im Netz von Open/Fluxbox-Linuxen mit völlig leeren Desktops in die Irre geführt.

Gut, das ändert aber nichts daran, dass ich was will, was out-of-the-box so aussieht wie Windows (XP oder 2000). Eine (!) Taskleiste (und nicht zwei verschiedene Panel), ein fixiertes Startmenü mit allen Programmen und Einstellungen drin, ein Systray mit Uhr etc. Ich mag auch nicht diese mittig angeordneten Mini-Panel (à la OS X-Dock).

Beim Rumspielen mit antiX (habe jetzt mal die Live-CD ausprobiert, gar nicht so schlecht, aber selbst das ist mit 2 Eiswiesel-Fenstern schon bei ~100 MB RAM) und Parted Magic (verwende ich sonst immer nur zum Partitionieren etc.) ist mir jetzt aufgefallen, dass auch ein Papierkorb nicht fehlen darf. Ohne Papierkorb ist das Geschrei wahrscheinlich schnell groß. Und der Dateimanager sollte den Papierkorb auch benützen.

Mehr als 2 Tabs und mehr als 1 YT-Video braucht's in diesem Fall auch nicht.

BTW: Kann es sein, dass in der letzten Zeit (ca. 6-12 Monate) Webseiten und -Videos schlagartig viel ressourcenintensiver (CPU + RAM) geworden sind? Ich habe eine alten P4 HT mit XP und 3GB RAM und gewohnheitsmäßig immer zig Browserfenster mit > 200 Tabs offen. Bis vor kurzem war das kein Problem, nun habe ich ständig 100% CPU-Last (v.a. Chrome) und bis zu > 5GB RAM-Verbrauch (einchl. Swapfile).
 

Caedus

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BTW: Kann es sein, dass in der letzten Zeit (ca. 6-12 Monate) Webseiten und -Videos schlagartig viel ressourcenintensiver (CPU + RAM) geworden sind? Ich habe eine alten P4 HT mit XP und 3GB RAM und gewohnheitsmäßig immer zig Browserfenster mit > 200 Tabs offen. Bis vor kurzem war das kein Problem, nun habe ich ständig 100% CPU-Last (v.a. Chrome) und bis zu > 5GB RAM-Verbrauch (einchl. Swapfile).
Ja, genereller Trend seit 1-2 Jahren und Chrome ist seit einiger Zeit RAM-Hure.
 

Daaron

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Je höher die verfügbaren Bandbreiten, desto umfangreichere mediale Inhalte werden in Webseiten gepackt. Vor 10 Jahren hätte niemand ein FullHD-Bild mit JPG-Quali 90+ als Background-Image gesetzt. Heute ist das ziemlich oft der Fall. Vor 10 Jahren hätte kaum jemand einen Slider mit nem halben Dutzend 1200x400-Bildern auf die Startseite gepackt. Heute ist das normal... und dann sind da noch Tricks, mit denen man <video> als Hintergrund nutzen kann (kann seeeeehr geil sein)...

Aber schon bei den Bildern geht der Speicherbedarf kräftig hoch. Egal, ob die Dinger komprimiert nur n halbes MB oder so belegen, der Browser muss den Kram unkomprimiert rendern...
 

Zehkul

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Ich meine v.a. dieses "(Rechts?)Klick irgendwo auf den Desktop öffnet eine Art Hauptmenü"-Zeugs. Das habe ich immer als ein Hauptmerkmal von *box verstanden.
Aber anscheinend ist das ja nicht zwingend so.
Du kannst einstellen, was auch immer du willst. Das ist das schöne an Openbox und der Grund, warum es (in meinen Augen) der beste floating WM ist: Die Konfigurierbarkeit. Was mit Openbox nicht geht, geht gar nicht.

Was du willst, ist aber einfach nur ein Programm, das Icons am Desktop anzeigt … Das macht so gut wie jeder Filebrowser.

Gut, das ändert aber nichts daran, dass ich was will, was out-of-the-box so aussieht wie Windows (XP oder 2000). Eine (!) Taskleiste (und nicht zwei verschiedene Panel), ein fixiertes Startmenü mit allen Programmen und Einstellungen drin, ein Systray mit Uhr etc.
LXDE. LXDE und sonst nichts, fürchte ich.

Die Distribution ist dabei relativ egal, LXDE kannst du mit einem Kommando nachinstallieren, mit Lubuntu sparst du dir den Schritt. (Und hast auch bei der Softwareauswahl die leichteren Sachen)
Papierkorb sollte es geben, vielleicht ist der halt nur nicht auf dem Desktop angezeigt oder sowas.
 

anonymous_user

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Bei nur 128MB RAM würde ich garkein Ubuntu Basiertes OS nehmen. Irgendwas auf Debian oder Puppy Basis:

Simplicity Linux: Puppy Basiertes Linux mit LXDE(also Taskleiste/Startmenü und allem anderen was du wolltest)
AntiX: Debian Basiertes Linux mit Fluxbox o. IceWM

Als letztes dann noch Galpon minino auf Debian Basis mit LXDE, gibt es aber glaub ich nicht in Deutsch ist aber auch ein richtiges leicht Gewicht.
 

Daaron

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Ok.... dann erklär mal, wo der effektive Unterschied zwischen einem extrem leichtgewichtigen Ubuntu (z.B. Lubuntu) und Debian liegt... außer, dass Ubuntu die deutlich moderneren Pakete mit bringt, insbesondere einen viel neueren Kernel.
Komm, erklärs mir...

Oder lässt du auch nur unqualifiziertes Ubuntu-Bashing ab?
 

anonymous_user

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Mit dem falschen Bein Aufgestanden?^^
Ich würde kein Ubuntu Unterbau nehmen, weil nahezu alle mit Ubuntu Unterbau bei der Installation mehr mit installieren. Dazu ist der letzte Release (13.04) auch noch ziemlich träge. Da bringt erst 13.10 (dank neuerem Kernel vermute ich) Besserung(eigens Gesammelter Erfahrungen).

Höchstens die Minimal Installation könnte man nehmen, aber da ist die Frage ob der TE dann selber/Manuell das DE Installieren will/kann?!
Ich würde bei so einer Maschine eine so Minimal wie mögliche Installation durchführen.

Aber hey, der TE kann ja einfach mal ein Lubuntu/Xubuntu ausprobieren, vielleicht klappts und ist erträglich zu Benutzen.


EDIT:
Lubuntu/Alternate_ISO
Alternate ISOs are for low-RAM PCs. Computers with less than 700 MB of RAM are considered low-RAM computers.
Types of installation
...
* Alternate: a non-graphical installer image used for computers with less than 4.3GB hard disk space and below 700MB RAM. Use the alternate versions for non-standard setups.

* Minimal install: Using the minimal ISO, it is possible to install and run lubuntu-core on a PC with only 64 MB of RAM. 128 MB of RAM are considered the minimal requirements for a usable Lubuntu Desktop system. Even with 128 MB, you may find that Chromium needs more resources than your computer has. Whilst it is the leanest 'main-stream' browser, there is a minimal browser called xombrero. It is not available from the Ubuntu Universe repository'
So wie ich das lese kommt man bei Lubuntu bei 128MB RAM nicht um eine Minimal Installation herum.
 
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