Linux und die Performanz im Office-Betrieb...

Vulpecula

Commander
Registriert
Nov. 2007
Beiträge
2.249
Hallo zusammen!

Ich habe hier einen neuen, aber im Vergleich dennoch recht 'schwachen' Laptop mit folgenden Eckdaten:

  • AMD E2-2000 APU (2x 1.75GHz)
  • 4GB RAM
  • Crucial m4 64GB SSD
  • AMD Radeon HD 7340 IGP

Diesen Rechner nutze ich ausschließlich für die Uni (LaTeX, JAVA/Eclipse, Office, bla&fu). Bisher bin ich darauf mit Windows 7 Home Premium (64bit) immer recht gut gefahren, allerdings möchte ich meinen Horizont ein wenig erweitern und mich zumindest auf diesem Laptop mit Linux auseinandersetzen. Klappt an sich ganz gut, nur eines ist mir im Vergleich zu Windows aufgefallen: Die Performanz. Speziell dreht es sich um die gefühlte Geschwindigkeit. Eventuell bilde ich mir das nur ein, aber ich habe den Eindruck, als liefen die Desktopumgebungen (die ich bisher probiert habe) und die Anwendungen darin einfach nicht besonders flüssig.

Probiert habe ich bisher openSUSE 12.3 (Gnome, KDE) Linux Mint 15 (Mate, Cinnamon) und Elementary OS. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, weiter diverse Distributionen durchzuprobieren, oder ist es tatsächlich so, dass meine CPU zu schwach auf der Brust ist bzw. noch kein Vorteil aus APUs erwächst? Vielleicht hat ja der eine oder andere ein paar Infos und/oder Tipps für mich.

MfG
Vulpecula
 
Klingt eher wie ein Grafiktreiberproblem Hardwarebeschleunigung ect..
 
GNOME (v3) und KDE (v4) sind einfach nicht gerade sparsam. MATE ist überhaupt zu wenig optimiert und Cinnamon ist praktisch GNOME.
Was du suchst, sind DEs, die ressourcensparender sind, wie Xfce oder LXDE.

Zudem sind AMDs Treiber "nicht die besten". Evtl. funktioniert bei dir die 3D-Beschleunigung o.ä. nicht.
 
Probier xfce als Fenstermanager, rennt selbst mir wirklich lahmer Hardware noch super (ich betreib ein altes Netbook mit Atom N270, 1GB Ram und ner 160GB HDD mit 5400U/Min) Mit nem E2000 und einer SSD sollte sich das dann flott anfühlen.
 
Vor genau einer Woche ähnliches Szenario bei der Konfiguration eines Netbooks eines Kollegen.

Dell Mini 9 1.6GHz N270, 2GB RAM, 8GB SSD. Mit Unity kurz getestet und sofort durch Mint 15 XFCE ersetzt. XFCE ist einfach und deshalb sehr flott.

Mint 15 Cinnamon, braucht neben mindestens einer Intel 950 GMA noch einen Dual Core (Sony Vaio T5600, 2GB RAM, 640GB Testnotebook). Mit Pinguy und Ubuntu war es mit den alten Dualcore auch irgendwie lahm.

Manjaro soll auch recht flott sein.
 
kann voyager10 nur zustimmen. die 7340 ist nicht die schnellste zu dem sind die treiber nicht gerade das gelbe vom ei.
Obwohl die in letzter zeit stark zugelegt haben, allerdings kommen die distris mit dynamic powermanagment/reclocking und so zeugs erst später.
 
Vulpecula schrieb:
  • AMD E2-2000 APU (2x 1.75GHz)

Genau hier liegt der Hund begraben. AMD. Die ganzen Distributionen empfehlen einem meist, auf den proprietären Grafiktreiber zu wechseln, aber TU DAS NICHT. Was 2D Performance angeht, ist Catalyst um ein Vielfaches langsamer als der Open Source Treiber und hat noch dazu einige ziemlich unangenehme Bugs.

Andererseits ist der Open Source Treiber auch erst seit Kernel 3.11 in einem halbwegs annehmbaren Status für diese APUs. Der ist zB im neuen Ubuntu drin, allerdings muss erst manuell DPM aktiviert werden. DPM macht gerade bei APUs einen enormen Unterschied.
http://www.phoronix.com/scan.php?page=article&item=amd_dpm_preview&num=2
Kann aber, weil es so neu ist, noch etwas buggy sein.

TL;DR:

AMD + neue Karte + Linux = scheiße
AMD + 3D + Linux = scheiße, wird aber so laaangsam besser
AMD + 2D + neue Karte + Linux = scheiße
AMD + 2D + alte Karte + Linux = verdammt geil

Allerdings wird der Open Source Treiber wirklich immer besser. Vielleicht steigt AMD ja irgendwann komplett auf den um und wir bekommen schon zu Release neuer Grafikkarten funktionierende, gute Open Source Treiber. :D *träum*
 
Zuletzt bearbeitet:
XFCE wäre einen Versuch wert, danke für den Tipp.

Zu den Grafiktreibern:
Ja, ich hatte die AMD Treiber installiert (fglrx) und soweit ich das nachvollziehen konnte, waren diese auch aktiv. Allerdings bin ich in der Kombination von openSUSE mit Gnome (Gnome wäre eigentlich mein Favorit unter den DE's) und fglrx häufiger in Probleme gerannt. Einmal hatte ich nach der Installation der Treiber z.B. das Problem, dass sich das System nur noch in Zeitlupe bewegt hat und ein anderes mal konnte ich mich nicht mehr unter Gnome anmelden.

Ist es denn so, dass die DE's Hardware-Beschleunigung durch die AMD Treiber bieten oder sind die AMD Treiber allein für 3D Support unter Linux zuständig?

@Zehkul:

  • AMD + neue Karte + Linux = scheiße
  • AMD + 2D + neue Karte + Linux = scheiße

Genau DAS wollte ich nicht lesen. :( Ich werd mal schauen ob sich was mit dem neuen Kernel und XFCE auftreiben lässt. Die Benchmarks sind allerdings auf die 3D-Performance bezogen, oder? Die brauche ich quasi gar nicht (sofern sie nicht auch die Performance der DE beeinflussen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Grafiktreiber ist für jede 2D und 3D Beschleunigung zuständig.

Wenn du nicht auf Spieleleistung angewiesen bist, tu dir den Gefallen und putz Catalyst weg. Der Müll ist genau der Grund, warum alles so langsam läuft.

Und wenn ich mich nicht irre, ist der E2-2000 doch eh noch mehr oder weniger dasselbe wie der E-450, oder? Und der ist nicht wirklich „neu“.
Am Desktop laufen auch nur die 7000er Karten und neuer, also der GCN Krams, nicht. 6000er Reihe und älter läuft ziemlich gut! Fühlte sich wie ein neuer PC an, als ich den Catalyst weggeputzt habe und auf den offenen Treiber gewechselt bin bei meiner 5770. :) (Was ich übrigens schon deutlich vor Kernel 3.11 und DPM getan habe – ist auch schon viel schneller als Catalyst, ich habe aber natürlich auch keine APU ^^)

Die Benchmarks sind 3D Performance, ja. Ich wüsste aber nicht, warum generell mehr Leistung, weil die APU einfach endlich mal richtig hochtakten kann, nicht auch der 2D Leistung zugute kommen sollte. :)
So ein Spiel frisst viel mehr Leistung als der Desktop. Wenn ein Spiel läuft, läuft der Desktop auch. Normalerweise. Keine Ahnung, was AMD da in Catalyst so alles verbockt hat.
 
Danke für die Beratung. :bussi:

Nur eine Frage habe ich noch: Wenn ich das nämlich richtig sehe, kommt jede Distribution mit einem eigenen Generic Driver. D.h. es muss da draußen noch einen anderen OpenSource Treiber für AMD geben, sehe ich das richtig?

Folgendes spuckt die allwissende Müllhalde (a.k.a. Wikipedia) aus:

Für Linux stehen weiterhin die Open-Source-Treiber „radeon“ und „radeonhd“ (DDX) zur Verfügung. Der „radeon“-Treiber bietet zusammen mit Kernelversion 3.0 (oder neuer) Kernel Mode Setting[2] für alle aktuellen Chips, ab einem Linux-Kernel 2.6.34 (oder neuer) werden auch viele der Stromsparfunktionen der Radeon-Chips genutzt.[3][4] Beide Treiber stehen unter der MIT-Lizenz und werden als Teil des X.Org-Servers entwickelt.
Die 3D-Beschleunigung wird durch ein DRI-Modul des Mesa-Projekts für alle aktuellen Radeon-Chips zur Verfügung gestellt.[3] Für Chips ab dem R300 wird nur noch der Treiber auf Basis der Gallium3D-Infrastruktur weiterentwickelt. Die „klassischen“ Treiber für die GPU-Chipsätze R300-R500 „r300“ (häufig auch „r300c“) und neuer („r600c“) sind im Oktober 2011 entfernt worden[5]. Der Gallium3D-basierte Treiber „r300g“ implementiert OpenGL 2.1 vollständig. Die Implementierung höherer OpenGL-Standards für den „r600g“-Treiber schreitet unterdessen voran.[3]
Das oben genannte DDX kann man für Chips ab dem R300 auch mit dem X.org-State-Tracker für Gallium3D ersetzen[6][7], wobei dieser in Zukunft durch den XA-State-Tracker ersetzt werden soll

Ziemlich viele Schlagworte. Aber wie heißt denn der Treiber jetzt genau, den ich bevorzugen soll? "radeonhd"?
 
Zuletzt bearbeitet:
Kernel Mode Setting sollte standardmäßig aktiviert sein, ebenso wie der Treiber, den du haben willst, das ist auf normalen Distributionen alles schon installiert und wird beim Booten automatisch vom Kernel geladen. Open Source Treiber sind schön und selbsterklärend, es gibt nämlich nichts zu erklären. Sie funktionieren einfach. Selbst auf Distributionen wie Archlinux, bei denen du sonst alles selber machen musst, installierst du die Dinger einfach und startest X, fertig. Nicht mal rebooten muss man. (Um Catalyst wieder loszuwerden wirst du aber vermutlich nicht um einen Reboot herumkommen)
 
Du wirst lachen, aber Arch habe ich mir gerade mal angesehen. Evtl. schmeiß ich einfach mal alles runter und probiere es mit "Auf-die-Fresse für Neulinge" a.k.a. Arch. Ansonsten gibt es ja noch Manjaro was ja auch auf Arch beruht und das ganze etwas einfach gestaltet.
 
Wenn du lernwillig bist, definitiv keine schlechte Entscheidung. Wenn man das System komplett aus der Kommandozeile aufgebaut hat, ist es zB auch längst nicht mehr so gruselig, wenn man mal wieder in selbiger landet (wenn Catalyst mal wieder den Dienst quittiert, zum Beispiel), und man weiß danach wirklich, was wo ist. Man hat es ja selber installiert. Die Archwiki ist außerdem eine der besten Linux Wikis überhaupt und verdammt hilfreich.
Ich hatte zwar vorher mal lange Ubuntu benutzt, es aber beim Wechsel zurück auf Linux im Wesentlichen genauso gemacht. Arch und viel Ausdauer. :D (Den meisten Ärger hatte ich aber definitiv mit Catalyst)

Um Manjaro ging es hier erst vor kurzem mal, ich bin nicht davon überzeugt, dass sie die größeren Arch Updates, die manuelle Eingriffe erfordern, gut automatisieren können, außerdem erhalten die Programme in den Manjaro Repos zu spät Sicherheitsupdates.
 
Wird bei der Installation von Arch eigentlich GRUB mitinstalliert? Soll heißen: Könnte Dualboot ein Problem werden?
 
Wenn du Arch installierst und viel Wert auf gutes Font Rendering legst ohne selbst alles mühsam zu konfigurieren, dann installier dir auf jeden Fall das Infinality Bundle. https://wiki.archlinux.org/index.php/Font_Configuration (unten)

Ansonsten könnte es noch Sinn machen gleich einen guten Tiling Windowmanager zu nutzen anstatt einer normalen Desktopumgebung, wenn du willst kannst du zusätzlich auch noch ein Panel bzw. Tray für Icons installieren. Der Vorteil ist gerade bei vielen Text-Arbeiten die sehr effektive und bis ins Detail personalisierbare Konfiguration. Sehr beliebtes Tool für Programmierer und andere Poweruser die viel mit Text arbeiten. http://i3wm.org/

Auch sehr gut Dokumentiert das Ganze auf deren Seite.

http://www.youtube.com/watch?v=Wx0eNaGzAZU

http://www.youtube.com/watch?v=QnYN2CTb1hM

ArchBang hat eine I3 Version die man über den Installer auswählen kann, wenn du das mal in einer VM austesten willst http://archbang.org/download
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Font Konfiguration ist doch nicht mühsam. Und ich finde, es lohnt sich, da mal manuell reinzuschauen, die meisten Distributionen haben einfach zu viel Hinting an, total verzerrte Schrift überall.

DeoDeRant schrieb:
Ansonsten könnte es noch Sinn machen gleich einen guten Tiling Windowmanager zu nutzen anstatt einer normalen Desktopumgebung, wenn du willst kannst du zusätzlich auch noch ein Panel bzw. Tray für Icons installieren.

Na wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Nach einer Archinstallation will ein Anfänger normalerweise erst mal einen funktionierenden Desktop sehen, mit Tiling kann man später anfangen, wenn man mal weiß, welche Programme man überhaupt benutzen möchte. :D

i3 wollte ich schon länger mal ausprobiert haben, fällt mir da ein. Hatte ich früher schon mal vorgehabt, aber da hat Catalyst dem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht.
 
Zehkul schrieb:
Die Font Konfiguration ist doch nicht mühsam. Und ich finde, es lohnt sich, da mal manuell reinzuschauen, die meisten Distributionen haben einfach zu viel Hinting an, total verzerrte Schrift überall.

Na wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Nach einer Archinstallation will ein Anfänger normalerweise erst mal einen funktionierenden Desktop sehen, mit Tiling kann man später anfangen, wenn man mal weiß, welche Programme man überhaupt benutzen möchte. :D

Die Fonts haben mich mehr Zeit und Nerven gekostet als den i3wm einzurichten :lol:

i3 wollte ich schon länger mal ausprobiert haben, fällt mir da ein. Hatte ich früher schon mal vorgehabt, aber da hat Catalyst dem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kann ich dir nur empfehlen. Tiling wm's + entsprechende textbasierte Programme die eben die ganzen DE Apps ersetzen, alles konsistent über die gleichen Shortcuts + unterschiedlichem Modifier gesteuert, da zieht Linux in Sachen Performance den anderen OS richtig davon. Das ist eine andere Welt.

Apple oder Winzigweich könnten sowas auch nie bringen, das könnte man dem normalen Nutzer aufgrund fehlender Effekthascherei schlecht verkaufen. Sowas macht halt erst für Nutzer Sinn die wirklich daran interessiert sind ihre Maschine optimal zu nutzen und entsprechend Zeit investieren um sich damit vertraut zu machen. Das ist eben das Dilemma bei MS & co., die Geister die ich rief.. :evillol:
 
Meine Openbox Konfiguration ist auch schon so tastaturbasiert, wie es bei einem Floating WM überhaupt geht, da macht ein Tiling WM relativ wenig Unterschied, vor allem da ich eh meist nur ein Fenster pro Desktop habe. Aber ich bin neuen Bedienkonzepten gegenüber immer offen, bisher bin ich nur mit Tiling nie wirklich warm geworden, das war aber eher die Schuld der einzelnen WMs. (Ich soll mich durch seitenweise LUA wühlen, um Awesome zu konfigurieren? Ja wer bin ich denn)
 
Zurück
Oben