Luxusartikel in der Schule verlangen?!

EdgarTheFace

Lt. Junior Grade
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moin zusammen,

mir ist in letzter Zeit auf meiner Schule ganz besonders aufgefallen, dass viele Lehrer mehr oder weniger unbewusst uns Aufgaben geben, die nur gelöst werden können, wenn wir einen bestimmten Luxusartikel besitzen. Also die Leistungsbewertung wird abhängig gemacht vom Wohlstand der Schüler. Ist das der richtige Weg?

Unser Vertretungsplan für den nächsten Tag wird nicht mehr per Telefon in einer Kette rumgesprochen. Nein. Jeder kann im Internet, sofern er einen Computer und einen Internetzugang besitzt, sich eine PDF mit den aktuellen Daten ansehen. Manche Lehrer geben ihre Materialien für den kommenden Unterricht nur noch als E-Mail raus. Es wird also vorausgesetzt, dass jeder diese Luxusartikel besitzt. An anderen Tagen wird uns aufgetragen, dass wir einen Text, den wir handschriftlich von der Tafel abgeschrieben haben, zum nächsten Mal in getippter Form vorliegen haben sollen (Computer + Drucker erforderlich). Oder auch zu einem Thema im Internet Etwas recherchieren. Es wird zwar immer gesagt, dass es kein Problem ist, wenn man diese Dinge nicht besitzt und sich irgendwie immer eine Lösung findet: Bei Freunden die Aufgaben machen, in eine öffentliche Einrichtung mit Computern gehen (Bibliothek) oder sich derartiges leihen. Es ist in der Tat nicht soooo schlimm aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich manche Leute dennoch schämen, weil sie es 'einfach nicht haben (können)'. Und es gar nicht erst soweit kommen müsste, wenn man in den Aufgabenstellungen keine dieser Produkte, (die früher ja auch nicht für (fast) alle verfügbar waren), voraussetzen würde.

Zum Teil habe ich dann auch schon Schlimmeres erleben müssen: Zum einen ist da die Geschichte, dass mein Englischlehrer ganz begeistert uns die ach-so-vielen Vorteile eines digitalen Wörterbuches gezeigt hat und es sehr gut finden würde, wenn wir ein solches in den Klausuren zum Korrigieren verwenden würden anstatt 'so ein olles Buch'. Ist das gerecht für alle? Ist das die Denkweise, die in einer Schule vorherrschen sollte?

Mein zweites Beispiel betrifft die Abschlussprüfungen, die letztes Jahr anstanden: 2 Personen waren scharf drauf, ein bestimmtes Thema zu behandeln. Beide waren sich bewusst, dass das nur sehr gut mit einem Beamer vorgeführt werden kann (Arbeitsprozess eines Motors: Animationen). Der eine hat die Aufgabe dann bekommen und war auch sehr erfreut. Jedoch als er fragte, ob zu seiner Prüfungszeit ein Beamer frei wäre und die Antwort "Nein" war, musste er seinen 'Traum' wieder aufgeben. Ohne Beamer wäre es eine Wuselarbeit gewesen. Der andere Schüler fragte dann, ob er dann zur Prüfungszeit einfach seinen privaten Beamer von Zuhause mitbringen könnte und den im Vortrag benutzen dürfte: "JA!". Ist das bitte normal?! Ein Luxusartikel, den sich nicht besonders viele leisten können, wird in einer Prüfung zugelassen, obwohl er nicht der Schule gehört und für alle verfügbar ist?! Nunja, das Ergebnis der Prüfung war nun ein Spiegel des sozialen Wohlstands der Schüler. Der mit dem privaten Beamer bekam eine glatte 1, der andere musste ein anderes Thema wählen und kam auf eine 2-, obwohl ihm das andere Thema super gelegen hätte.

Meine Frage nun: Dürfen öffentliche Schulen in solchen Maßen die sozial stärkeren Schüler bevorteilen, dass sie mit ihren Luxusgütern eine Aufgabe überhaupt bzw. besser lösen kann? Kann man als Lehrer voraussetzen, dass jeder einen PC mit Internet und Drucker besitzt? Meine Idee wäre, dass ein Standard geschaffen wird, den sich jeder leisten kann und keiner auf teurere bzw. bessere Alternativen ausweichen dürfte. So kann nur sichergestellt werden, dass kein arm-reich-Gefälle besteht. Außerdem sollten in Aufgabenstellungen keine Luxusartikel, egal wie verbreitet (PCs), ein MUSS darstellen.

Wie denkt ihr darüber? Bin ich allein mit meiner Meinung, dass sozialer Status keinen Unterschied machen sollte? Wäre für jede Antwort sehr dankbar.

MfG,
EdgarTheFace

P.S.: Es handelt sich hierbei um ein allgemeinbildendes städtisches Gymnasium in Niedersachsen ((d.h.: Bücher und sonstige Lehrmittel müssen auch selbst gekauft werden!) Dieses Jahr belief sich die Summe mit allen Büchern auf 335Euro + ~100Euro für den grafischen Taschenrechner))
 
Zuletzt bearbeitet:
Das scheint öfter vorzukommen. Ein Kollege erwähnte erst kürzlich das seine Nichte einen Laptop mit vorgegebener Mindestkonfiguration erwerben mußte. Das Laptop sei unabdingliches Arbeitsmaterial, um am Unterricht teilzunehmen. Es handelte sich im Übrigen um eine Fachhochschule. Was die Benutzung von Beamern und anderen Hilfsmitteln bei Abschlußprüfungen angeht, so habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Einige Kollegen haben da auch auf privat organisierte Gerätschaften zurückgreifen müssen, da entsprechende Geräte nicht zur Verfügung standen. Schon seltsam bei einer IHK-Abschlußprüfung im IT-Bereich.
 
Kann mich an meinen Zivi erinnern: Dienstplan->Online, Planänderung->per SMS. Zusätzlich kam er mal am Sonntag Abend für die Woche raus. Hatten einen der Hatte kein inet und kein Handy. Musste immer alles aufschreiben wenn er Dienst hatte.

Ist zwar für die heutige Zeit gerechtfertigt, ist aber denen dies net haben ungerechtfertigt.
 
Der soziale Status sollte innerhalb einer Klasse keinen Unterschied machen. Aber ich habe schon einmal von einem Gymnasium gehört, wo den Schülern bei der Anmeldung gesagt wird, dass der Besitz eines PCs und ein Internetzugang vorausgesetzt werden. Da wird es wohl so laufen, dass Infos über die Webpräsenz der Schule oder per E-Mail verteilt werden und auch für die Erstellung der Hausaufgaben öfter mal das WWW genutzt werden muss.

Ideal wäre es, wenn die Schule eine ausreichende Anzahl an Geräten vorhalten würde, damit man als Schüler dorthin ausweichen kann. Aber welcher Lehrer hat schon Lust, bis 18 Uhr im Computerraum Aufsicht zu führen?
 
Ein Rechner, mit dem man die von dir beschriebenen Dinge tun kann, ist kein Luxusartikel, sondern ein Arbeitsgerät! Jede höhere Schule hat einen EDV-Raum, der auch für Schüler nutzbar ist!
Und Scham ist kein Argument! Dann ist die betreffende Person einfach selbst Schuld.
Computer und Internet sind in höheren Schulen (meine damit keine Hochschulen) Arbeitsmedien wie ein Stift und ein Blatt Papier! Willkommen im 20. Jahrhundert...
Bei uns wurde der Vertretungsplan nur vor dem Sekreteriat ausgehangen. Da ist das mit der E-Mail schon ein Vorteil! Außerdem besteht immer noch die Möglichkeit der verbalen Kommunikation!


Zum 2. Beispiel: Wenn sich jemand ein Projekt aussucht, das Mittel benötigt, die die entsprechende Einrichtung nicht zur Verfügung stellen kann und derjenige die entsprechenden Mittel auch nicht privat finanzieren kann, dann muss er das Projekt abgeben. Das war so, ist so und wird auch immer so bleiben!
Ich muss mir halt im Vorfeld Gedanken zur Realisierung meiner Projekte machen.
 
An so gut wie allen Universitäten in Deutschland kann man sehr erfolgreich Informatik studieren ohne eigenen Internetzugang/Computer/Handy/Beamer/etc..
(mit Betonung auf Universität und Informatik)

Dann sollte das gerade auch an Schulen möglich sein.
 
Sicher ist das Voraussetzten von Internet und PC nicht gerecht, man bedenke nur Familien mit vielen Kinder! Aber auf der anderen Seite finde ich es extrem wichtig, dass jedes Kind eine Grundahnung vom Computerbenützungen hat - ev. sogar mit 10-Finger-System: Heute gibt es einfach keinen Beruf mehr (exkl. Handwerker), die total ohne die Kisten auskommen. Wer keine Ahnung von PC hat, ist schon von mal benachteiligt!

Dass mit PC gearbeitet werden soll ist gut (für mich^^), dass ein PC zur Grundausrüstung gehört ist shit (sry für den Ausdruck!): Wenn an einer Schule die Lehrer PC-Geschriebene Dokumenten haben wollen, dann muss die Schule auch die Computers (inkl. Drucker!) zur Verfügung stellen. So war es jedenfalls bei uns am Gymnasium...

Jetzt zur Hochschule/Uni ist ein Laptop schon ziemlich praktisch, aber in der Schweiz wird er (meinens Wissens) nicht zwingend vorausgesetzt. Es gibt auch hier an den Universitäten Computerstationen, die jeder Student benutzen kann. Sehr praktisch ist es natürlich schon, man bedenke ja nur die Scripts, die für jede Vorlesung benötigt werden. Und die Studienarbeit am Uni-PC zu schreiben, ist doch recht mühsam... :-)

Zur Schuluniform: 1.Studenten /= Schüler!
2. Sind Schuluniformen nicht z.T. auch eine Frage des Geldes (zusätzliche Kleider für Schule?)?
Und das Wichtigste für mich: Wir leben in einer "freien" Gesellschaft, wo das Individium/Individualität geachtet wird...
 
@Seppuku: Recht hast du.

@Topic:

Ach ... Vertretungsplan per Telefonkette

In der Realschule bekam die Hälfte nix mit da der eine den anderen nicht anrufen wollte bzw es ein Chaos mit der Reihenfolge gab.

Auf dem Berufskolleg hat das mit der Telefonkette zwecks Vertretungsplan besser geklappt.

Datenblätter, Hausaufgaben usw per Schulserver sollten wir beziehen können aber passiert ist nie was.
Da musste man sich eben gegenseitig per Internet helfen.

Schuluniformen wären nicht schlecht, denn so gäbe es keinen Unterschied zwischen Arm und Reich (zB hänseleien)

MfG

grandpa
 
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Unsere Schule, die ich bis vor 2 Jahren besucht habe und für die ich auch jetzt noch neben dem Studium arbeite hat auch schon vor mehreren Jahren angefangen alle möglichen Inhalte multimedial anzubieten und das Internet sinnvoll in die Unterrichts- sowie auch Nachbereitungsgestaltung einzubinden.

Natürlich kann man keinesfalls voraussetzen, dass jeder Schüler sich zu Hause einen PC mit Internetanbindung leisten kann. Daher gibt es auch bei uns öffentliche Computerräume die bis in die späten Abendstunden genutzt werden können. Auch Ausdrucke aller Art stellen wir den Schülern - sofern die Materialien unterrichtsbezogen sind - kostenfrei zur Verfügung.

Das von ChAotiC angesprochene Beispiel mit den Notebooks, die ab einer bestimmten Mindestkonfiguration erworben werden müssen ist mir natürlich auch nicht fremd. Allerdings wird jeder Schüler, der eine als Notebookklasse geführte Fachrichtung besuchen will schon am Schulanfang von dieser Investition in Kenntnis gesetzt. Insofern ist man darauf auch vorbereitet. Dass diese Geräte natürlich eine bestimmte Mindestspezifikation aufweisen müssen ist mit ewas Hausverstand einfach nachzuvollziehen. Diese Geräte sind bei uns 4 Jahre im Einsatz - und alleine deswegen (und natürlich auch um einen standardisierten Unterricht zu gewährleisten) müssen wir auch diese Dinge achten. Sollte natürlich ein Schüler bereits seit 2 Jahren ein halbwegs aktuelles Notebook besitzen, so ist keineswegs eine prompte Neuanschaffung erforderlich. Allerdings muss damit gerechnet werden, dass bis zum Ende der Ausbildung kein Weg an einer Anpassung vorbei führen wird.

Selbstverständlich kann sich jedoch nicht jeder einen Besuch dieser Klassen leisten. Wir versuchen jedoch, mit Subventionen und Zuschüssen auch sozial etwas schwächeren Schülern eine Chance zu geben, diese Ausbildung in Angriff nehmen zu können.


Wie groß der marginale Nutzen von Vertretungsplänen und dynamischen Stundenplänen im Internet für den einzelnen ist, das möchte ich im Moment nicht kommentieren. Da gibt es sicherlich sehr kontroverse Ansichten.

Was allerdings ganz außer Frage steht ist, dass sich auch Schulen in Zeiten mit Geburtenrückgang (zumindest bei uns in Österreich leider der Fall) stärker von Mitbewerbern differenzieren muss um für potenzielle Schüler attraktiv zu bleiben. Und gerade deshalb ist es so wichtig nicht auf der Stelle zu treten, sondern aktiv zu sein und ständing nach Verbesserungspotentialen Ausschau zu halten. Solange dabei wirklich Keiner merklich auf der Stecke bleibt ist dies zumindest von meiner Warte aus jederzeit zu befürworten.


edit
@ tankred

Naja meiener Meinung nach muss man hier sehr vorsichtig sein. Der Übergang vom Standard PC für 0815 Anwendungen bis hin zum High End Gerät mag zwar alles andere als schleichend sein, allerdings gibt es natürlich viele Schulen, die bessere Geräte voraussetzen. In unseren Techno Klassen wird beispielsweise fast ausschließlich Photoshop, Premiere und Visual Studio eingesetzt. Vor allem Premiere bereitet uns hier am meisten Kopfzerbrechen, da das mit einem Mittelklassegerät auch kaum schaffbar ist. Natürlich geht es beim angesprochenen Beispiel mit PDF Dateien um ganz andere sachen, jedoch führt zwangsläufig eines zum anderen.

Dass sich viele Bedürftige aus Scham nicht helfen lassen ist auch bekannt, allerdings kann man auch diese Personen nicht pauschal verurteilen. Dies ist ein generelles gesellschaftliches Problem und findet sich auch in vielen anderen Bereichen wieder. Es gibt z.B. immens viele Menschen, die nach einem Verlust der Arbeitsstelle anscheinend "zu stolz" sind, um Sozialhilfe zu beantragen. Hier sollte man voreilige Aussagen lieber vermeiden, auch wenn für viele von euch/uns offensichtlich ist, dass sich diese Personen nicht korrekt verhalten.

Zu den Beispielen mit den Beamern kann ich auch nur sagen, dass es im Grunde gleiche Voraussetzungen für alle geben sollte. WIr haben in unserer Schule bereits jede Klasse mit einem Beamer ausgestattet und kommen auf knapp 100 Geräte im haus. 10 davon richtig helle Tageslichtbeamer. Wir haben vor allem bei der Präsentation von Diplomarbeiten gemerkt, dass die Akzeptanz beim Publikum viel größer ist - hier meine ich vor allem Schulfremde Personen.

Natürlich ist es nicht für alle Bildungseinrichtungen leicht, den Anforderungen Standzuhalten. Vor allem da die Geräte ja andauernd ausgetauscht werden müssen. Bei uns merken wir auch, dass wir am Ende angelangt sind, was die Ausreizung der Ressourcen angeht - zwar ist unser Standort wirklich bestens ausgestattet (waren zb die erste Schule bei uns mit flächendeckendem W-LAN schon vor Jahren) aber vor allem der Wertverlust bzw. die kurzlebigkeit macht uns sehr zu schaffen. Hier müsst ihr bitte wirklich in anderen Dimensionen denken als bisher. Wir haben vor einigen Jahren 500 Stück P4 2,8 GhZ; 1GB Ram angeschafft. Diese werden zu Beginn des nächsten Semesters im Februar wieder alle ausgetauscht - die Kosten sind leider immens. Und wir haben es als relativ große Schule noch sehr leicht. Vor allem kleinere Bildungseinrichtungen, die unrentable Marktsegmente bearbeiten "müssen" (was ja durchaus normal für eine öffentliche Schule ist) haben es oftmals sehr viel schwerer.


Anmerkung: meine Aussagen beziehen sich auf eine "Berufsbildende Höhere Schule", die bereits über dem Pflichtschulniveau liegt. Allerdings ist es meiner Meinung nach fast egal, da man ohne Abitur kaum mehr Chancen besitzt bzw. in den meisten Unternehmen nur drastisch eingeschränkte Aufstiegsmöglichkeiten hat. Deshalb wird bei uns in Österreich im nächsten Jahr auch die Lehrlings-Matura eingeführt, die auch dieser Ausbildungsschicht gleiche Chancen einräumen soll (die Akzeptanz in der Wirtschaft bleibt klarerweise abzuwarten - auf dem Papier sollen die Kandidaten jedoch in etwa gleich gestellt werden). Somit werden wohl viele, die schön über dem Pflichtschulniveau liegen sich über kurz oder lang trotzdem mit solchen Dingen konfrontiert sehen.
 
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Seppuku schrieb:
Ein Rechner, mit dem man die von dir beschriebenen Dinge tun kann, ist kein Luxusartikel, sondern ein Arbeitsgerät! Jede höhere Schule hat einen EDV-Raum, der auch für Schüler nutzbar ist!

Mal davon abgesehen, wer hat denn bitte heutzutage keinen Computer? Und falls es da doch jemand geben sollte: KAUFEN (oder schenken lassen, falls man bedürftig ist). EDV-Kenntnisse sind heute Schlüsselqualifikationen, die jeder haben sollte. Ich akzeptiere auch nur noch handschriftliche Arbeiten, wenn ein wirklich plausibler Grund vorliegt. Ist auch besser für die Schüler, so gibt es keinen Abzug mehr wegen nicht entzifferbarer Schrift. :D

Das mit dem Beamer finde ich aber auch nicht okay. Da bin ich wie Du der Meinung, dass vergleichbare Voraussetzungen geschaffen werden sollten und nur mit Material gearbeitet werden darf, das allen zugänglich ist.
 
ich bin entsetzt und schockiert über das was ich hier lese...!
In einer staatlichen Schle darf es solche Zustände nicht, ansonsten ist das meiner Meinung nach ein Fall für das Kultusministerium. So wie ich das sehe,haben wir schulpflicht hier in D oder? die schule stellt die arbeitsmittel und einen teil des verbrauchsmaterials. zu den arbeitsmittel zähle ich bücher, tageslichtprojektor, einen TV und Video-/DVD Rekorder. das meine lieben schließt auch einen PC/Laptop, Beamer und sonstige technische geräte mitein. ich kann es ja verstehen wenn ein leerer verlangt das man sich einen usb-stick kauft, die bekommt man mittlerweile für 10 euro hinterher geschmissen.
ich bin aber nicht der ansicht, dass ein schüler einen PC/Laptop besitzen muss um seine schularbeiten erledigen zu können oder stundenplanänderungen mitzubekommen. Das ist ja wohl das allerletzte!!! In einer weiterführenden schule oder universität ist das was anderes.
die schule erwartet das die schüler rechner benutzen? soll sie welche zur verfügung stellen.
die schule erlaubt einen privaten beamer in einer prüfung? dann sollen ihn alle benutzen dürfen oder die schule stellt einen zur verfügung.
ich habe keine ahnung von welcher art schule du sprichst aber in einer staatlichen schule sind das nichts hinnehmbare zustände.
so steinigt mich aber das ist meine meinung!
gruß Bohemund
 
hmm dies ist eine schwierige frage...
allerdings würde ich es so sehen, das computer heutzutage arbeitsgeräte sind (gamer pcs ausgenommen) und weniger luxusgeräte...
es gibt gebrauchte laptops schon ab 150€ mit P4 ab 200€... drucken kann man bei bekannten oder in der schule...

allerdings müsste es für schwache hierbei zuschüsse geben
 
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es geht nicht darum ob die dinger 10, 50, oder 200 euro kosten! eine schule kann nicht erwarten/fordern dass ein schüler soetwas besitzt und einen inet anschluss hat. das ein computer ein arbeitsgerät ist stimmt ja auch. aber dann muss dieses arbeitsgerät von der schule gestellt werden. die schüler müssen gleich behandelt werden, erst recht in einer öffentlichen schule andernfalls ist die chancengleichheit nicht sichergestellt. ist sie sowieso nicht aber das ist ein anderes thema.
 
Ich dachte es wird ohnehin nicht mehr alles von der Schule gestellt, wieso also ein PC, wenn schon kein Workbook übernommen wird (oder wie das auch immer heute heißt)?
 
So wie ich das jetzt gelesen habe schreibt ihr ja alle von weiterbildenten Schulen.

Ich weiß ja nicht wie es bei euch in Deutschland ist aber bei uns in Österreich hat man 9 Jahre Schulplicht und dannach muss man nichtmehr in die Schule gehen.

Bis zum 9ten Schuljahr sind mir nicht solche anforderungen untergekommen und ich war nicht grad an leichten Schulen. Es gab schon die Aufgabe etwas zu suchen im internet oder ähnliches aber es gab auch immer die Möglichkeit dies im EDV unterricht zu erledigen.

Wer mehr als die 9 Schuljahre machen will und danach nahe gelegt bekommt sich vll eine Notebook zuzulegen da es damit einfacher für den jeweiligen Schüler wird kann dem nachkommen muss er aber ja nicht.

Sehe es ja bir gerade in der Schule 3 Klasse HTL und es wurde uns nahe gelegt sich vll ein notebook zu kaufen um wärend der Unterrichtszeit nicht in die PC saale gehen zu müssen.

Aber wie gesagt es wird keiner gezwungen man kann noch immer eine mathura arbeit mit der hand machen aber das tut keiner mehr da es einfach am PC leichter geht.

Jedem seine Entscheidung.

mfg retschy


PS. Entschuldig die Rechtschreibung muss mich erst an mein gestern neu erworbenes Luxusgut gewöhnen
 
@ Bohemund

Also ich glaube ehrlich gesagt, dass solche Vorfälle eher die Ausnahme stellen und in den meisten Schulen durchaus versucht wird, allen Schülern gleiche Möglichkeiten zu bieten.

Probleme ergeben sich für mich zwar im Detail, wenn zB (wie angesprochen) einzelne Lehrer ohne Absprache mit der Schulführung Dinge voraussetzen etc. Diese Dinge werden bei Beschwerden, die auch durchaus angebracht sind, jedoch meist sehr rasch abgestellt.

Was ich jedoch als größeres Problem sehe ist, wie in meinem anderen Beitrag bereits erwähnt, dass sich viele kleinere - schlechter subventionierte - Bildungseinrichtungen es sich absolut nicht leisten können mit der Konkurrenz im Bildungsbereich Schritt zu halten. So gibt es viele Schulen, die deshalb an konventionellen Methoden festhalten müssen und somit immer mehr an Boden verlieren. Dies führt leider auch dazu, dass diese unweigerlich unattraktiver für neue Schüler werden und sich jene Eltern, die es sich leisten können, ihre Kinder auf privat geführte Schulen schicken. Dies führt dann zu weiteren Verlsuten von öffentlichen Schulen. Dieser Effekt wird in der Fachsprache auch oft als "Multiplier Effect" bezeichnet.

Und genau damit werden wir am Bildungssektor auf lange Sicht gesehen unweigerlich zu kämpfen haben. Privatschulen werden versuchen, sich zu moderaten Preisen die lukrativsten Bildungszweige zu sichern. Und das Resultat wäre ein instabiles System wie jenes in Amerika, wo eine staatliche Ausbildung leider alles andere als gut ist.

Hier muss man meiner Meinung nach auch kleinere Schulen und einzelne Familen stärker fördern, um die Chancen für alle zu erhalten. Auch wenn viele bereits jetzt denken, dass alles ungerecht wäre. Dabei geht es uns im Vergleich noch relativ gut. Auch was die Hochschulausbildung angeht. Ich habe Verwandte in den USA. Diese besuchen ein College, das alles andere als renommiert ist und müssen trotzdem 4000$ im Semester für den Besuch zahlen.
 
Ich versteh eure Argumente nicht. Wozu denn Chancengleichheit? Wenn ich das Geld habe und etwas für meine Bildung tun möchte (Beamer statt Tageslichtprojektor), dann ist das doch gut so. Egal ob eine Präsentation auf dem Beamer oder auf dem TL-Projektor gehalten wird - die Technik spielt dabei keine Rolle und entscheidet auch nicht über die Note. Wenn ich mir ein Thema aussuche, dass ich nicht ausreichend visualisieren kann dann muss ich mir ein anderes suchen.

Und das Argument mit dem PC ist nicht mehr Zeitgemäß. Selbst Hartz-IV-Bezieher haben ein Anrecht auf den PC. Und wenn das Geld dafür nicht reichen kann man dafür auch selbst arbeiten gehen.

Bildung ist nunmal nicht umsonst und wird von allen finanziert. Und wenn technischer Fortschritt für einige unabdingbar sein sollte, dann muss man das rechtzeitig in die Planung einbringen.
 
Eine staatliche Bildungseinrichtung ist verpflichtet, chancengleichheit zu schaffen. Natürlich ist sich jeder selbst der nächste und versucht sich selbst gut zu positionieren.

Ich sage auch nicht, dass man es als Privatperson nicht tun darf - ich mache bei meinem Studium das selbe und meine Kinder gehen auch sicher auf Privatschulen, allerdings aus anderen Gründen.

Allerdings gibt es im staatlichen Sektor und im Pflichtschulbereich Grenzen die respektiert und akzeptiert werden müssen. Wenn dies den Eltern oder Schülern zu wenig ist, kann man sich ja jederzeit nach anderen Alternativen umsehen.


Zum Thema Harz 4 - Ich kenne leider zu wenige Personen als dass ich hier großartiges Hintergrundwissen hätte, allerdings müssen auch Schüler beim dazuverdienen aufpassen. Kenne einen Vater, dessen Sohn (noch unter 18) als Webdesigner arbeiten wollte. Sein Verdienst wäre jedoch zu 100% zu den Einnahmen bzw. Ressourcen des Vaters hinzugezählt worden, was die Bemessungsgrundlage für die Beihilfen empfindlich gestört hätte. Also ist das mit dem selbst Arbeiten - zumindest solange man noch im selben Haushalt lebt, was bei Pflichtschülern meist der Fall sein sollte - nicht ganz so einfach wie du das darstellen willst. Und zu illegalen Themen wie Schwarzarbeit möchte ich mich auch nicht äußern.
 
Bin jetzt zurzeit in der 10 Klasse (Bayern)
Also was da an Geld anfällt ist echt brutal.
Für jeden Scheiß Bücher kaufen dann Zahl wir für was was wir nicht brauchen -.-
Wir zahlen für die Benutzung von den Büchern.
Was solln wir noch alles bezahlen muss aber auch sagen bin auf einer privaten Schule (Kirchliche - Maristen Realschule) wird i wie von der Regensburger Diozöse übernommen.
Aber es sollten einfach jeder die gleiche Chance haben seine Aufgaben zu erledigen
Es wird bestimmt wieder wie frühers wo nur die Geld hatten auf höhere Schulen gehen konnten

Also ich finds extrem Schade vom Staat
Lieber Schulden dafür kluge Schüler (schulden hab wir ja eh schon omaß)
Wenn man was im Kopf hat ist immer gut
Viele unserer Arbeitet werden durch Chinesen in China ersetzt
Wir haben halt den Vorteil das wir bis (jetzt) noch Schlauer sind
Mit Bildung gibts auch Arbeit
Ist das auch nur mehr ein heißer Tropfen auf den Stein

MEHR GELD FÜR SCHULEN!! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Tankred schrieb:
EDV-Kenntnisse sind heute Schlüsselqualifikationen, die jeder haben sollte.

Bitte? :lol:

Das sag mal' unseren fast 20 Millionen Rentnern, unseren Millionen von Handwerkern,Maschinenarbeitern,Postzustellern,Kraftfahrern...

Ein PC ist alles andere als Notwendig, von daher ist es absolut nachvollziehbar dass ein großer Teil der Bevölkerung über keinen PC verfügt.

Was die Schule aus Post #1 da abzieht ist m.E. eine Riesensauerei und widerspricht jeder Gleichbehandlung. Würde mir so etwas passieren hätte ich längst den zuständigen Kultusminister informiert, und zwar mit einer saftigen Beschwerde.
 
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