EdgarTheFace
Lt. Junior Grade
- Registriert
- Apr. 2006
- Beiträge
- 405
moin zusammen,
mir ist in letzter Zeit auf meiner Schule ganz besonders aufgefallen, dass viele Lehrer mehr oder weniger unbewusst uns Aufgaben geben, die nur gelöst werden können, wenn wir einen bestimmten Luxusartikel besitzen. Also die Leistungsbewertung wird abhängig gemacht vom Wohlstand der Schüler. Ist das der richtige Weg?
Unser Vertretungsplan für den nächsten Tag wird nicht mehr per Telefon in einer Kette rumgesprochen. Nein. Jeder kann im Internet, sofern er einen Computer und einen Internetzugang besitzt, sich eine PDF mit den aktuellen Daten ansehen. Manche Lehrer geben ihre Materialien für den kommenden Unterricht nur noch als E-Mail raus. Es wird also vorausgesetzt, dass jeder diese Luxusartikel besitzt. An anderen Tagen wird uns aufgetragen, dass wir einen Text, den wir handschriftlich von der Tafel abgeschrieben haben, zum nächsten Mal in getippter Form vorliegen haben sollen (Computer + Drucker erforderlich). Oder auch zu einem Thema im Internet Etwas recherchieren. Es wird zwar immer gesagt, dass es kein Problem ist, wenn man diese Dinge nicht besitzt und sich irgendwie immer eine Lösung findet: Bei Freunden die Aufgaben machen, in eine öffentliche Einrichtung mit Computern gehen (Bibliothek) oder sich derartiges leihen. Es ist in der Tat nicht soooo schlimm aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich manche Leute dennoch schämen, weil sie es 'einfach nicht haben (können)'. Und es gar nicht erst soweit kommen müsste, wenn man in den Aufgabenstellungen keine dieser Produkte, (die früher ja auch nicht für (fast) alle verfügbar waren), voraussetzen würde.
Zum Teil habe ich dann auch schon Schlimmeres erleben müssen: Zum einen ist da die Geschichte, dass mein Englischlehrer ganz begeistert uns die ach-so-vielen Vorteile eines digitalen Wörterbuches gezeigt hat und es sehr gut finden würde, wenn wir ein solches in den Klausuren zum Korrigieren verwenden würden anstatt 'so ein olles Buch'. Ist das gerecht für alle? Ist das die Denkweise, die in einer Schule vorherrschen sollte?
Mein zweites Beispiel betrifft die Abschlussprüfungen, die letztes Jahr anstanden: 2 Personen waren scharf drauf, ein bestimmtes Thema zu behandeln. Beide waren sich bewusst, dass das nur sehr gut mit einem Beamer vorgeführt werden kann (Arbeitsprozess eines Motors: Animationen). Der eine hat die Aufgabe dann bekommen und war auch sehr erfreut. Jedoch als er fragte, ob zu seiner Prüfungszeit ein Beamer frei wäre und die Antwort "Nein" war, musste er seinen 'Traum' wieder aufgeben. Ohne Beamer wäre es eine Wuselarbeit gewesen. Der andere Schüler fragte dann, ob er dann zur Prüfungszeit einfach seinen privaten Beamer von Zuhause mitbringen könnte und den im Vortrag benutzen dürfte: "JA!". Ist das bitte normal?! Ein Luxusartikel, den sich nicht besonders viele leisten können, wird in einer Prüfung zugelassen, obwohl er nicht der Schule gehört und für alle verfügbar ist?! Nunja, das Ergebnis der Prüfung war nun ein Spiegel des sozialen Wohlstands der Schüler. Der mit dem privaten Beamer bekam eine glatte 1, der andere musste ein anderes Thema wählen und kam auf eine 2-, obwohl ihm das andere Thema super gelegen hätte.
Meine Frage nun: Dürfen öffentliche Schulen in solchen Maßen die sozial stärkeren Schüler bevorteilen, dass sie mit ihren Luxusgütern eine Aufgabe überhaupt bzw. besser lösen kann? Kann man als Lehrer voraussetzen, dass jeder einen PC mit Internet und Drucker besitzt? Meine Idee wäre, dass ein Standard geschaffen wird, den sich jeder leisten kann und keiner auf teurere bzw. bessere Alternativen ausweichen dürfte. So kann nur sichergestellt werden, dass kein arm-reich-Gefälle besteht. Außerdem sollten in Aufgabenstellungen keine Luxusartikel, egal wie verbreitet (PCs), ein MUSS darstellen.
Wie denkt ihr darüber? Bin ich allein mit meiner Meinung, dass sozialer Status keinen Unterschied machen sollte? Wäre für jede Antwort sehr dankbar.
MfG,
EdgarTheFace
P.S.: Es handelt sich hierbei um ein allgemeinbildendes städtisches Gymnasium in Niedersachsen ((d.h.: Bücher und sonstige Lehrmittel müssen auch selbst gekauft werden!) Dieses Jahr belief sich die Summe mit allen Büchern auf 335Euro + ~100Euro für den grafischen Taschenrechner))
mir ist in letzter Zeit auf meiner Schule ganz besonders aufgefallen, dass viele Lehrer mehr oder weniger unbewusst uns Aufgaben geben, die nur gelöst werden können, wenn wir einen bestimmten Luxusartikel besitzen. Also die Leistungsbewertung wird abhängig gemacht vom Wohlstand der Schüler. Ist das der richtige Weg?
Unser Vertretungsplan für den nächsten Tag wird nicht mehr per Telefon in einer Kette rumgesprochen. Nein. Jeder kann im Internet, sofern er einen Computer und einen Internetzugang besitzt, sich eine PDF mit den aktuellen Daten ansehen. Manche Lehrer geben ihre Materialien für den kommenden Unterricht nur noch als E-Mail raus. Es wird also vorausgesetzt, dass jeder diese Luxusartikel besitzt. An anderen Tagen wird uns aufgetragen, dass wir einen Text, den wir handschriftlich von der Tafel abgeschrieben haben, zum nächsten Mal in getippter Form vorliegen haben sollen (Computer + Drucker erforderlich). Oder auch zu einem Thema im Internet Etwas recherchieren. Es wird zwar immer gesagt, dass es kein Problem ist, wenn man diese Dinge nicht besitzt und sich irgendwie immer eine Lösung findet: Bei Freunden die Aufgaben machen, in eine öffentliche Einrichtung mit Computern gehen (Bibliothek) oder sich derartiges leihen. Es ist in der Tat nicht soooo schlimm aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich manche Leute dennoch schämen, weil sie es 'einfach nicht haben (können)'. Und es gar nicht erst soweit kommen müsste, wenn man in den Aufgabenstellungen keine dieser Produkte, (die früher ja auch nicht für (fast) alle verfügbar waren), voraussetzen würde.
Zum Teil habe ich dann auch schon Schlimmeres erleben müssen: Zum einen ist da die Geschichte, dass mein Englischlehrer ganz begeistert uns die ach-so-vielen Vorteile eines digitalen Wörterbuches gezeigt hat und es sehr gut finden würde, wenn wir ein solches in den Klausuren zum Korrigieren verwenden würden anstatt 'so ein olles Buch'. Ist das gerecht für alle? Ist das die Denkweise, die in einer Schule vorherrschen sollte?
Mein zweites Beispiel betrifft die Abschlussprüfungen, die letztes Jahr anstanden: 2 Personen waren scharf drauf, ein bestimmtes Thema zu behandeln. Beide waren sich bewusst, dass das nur sehr gut mit einem Beamer vorgeführt werden kann (Arbeitsprozess eines Motors: Animationen). Der eine hat die Aufgabe dann bekommen und war auch sehr erfreut. Jedoch als er fragte, ob zu seiner Prüfungszeit ein Beamer frei wäre und die Antwort "Nein" war, musste er seinen 'Traum' wieder aufgeben. Ohne Beamer wäre es eine Wuselarbeit gewesen. Der andere Schüler fragte dann, ob er dann zur Prüfungszeit einfach seinen privaten Beamer von Zuhause mitbringen könnte und den im Vortrag benutzen dürfte: "JA!". Ist das bitte normal?! Ein Luxusartikel, den sich nicht besonders viele leisten können, wird in einer Prüfung zugelassen, obwohl er nicht der Schule gehört und für alle verfügbar ist?! Nunja, das Ergebnis der Prüfung war nun ein Spiegel des sozialen Wohlstands der Schüler. Der mit dem privaten Beamer bekam eine glatte 1, der andere musste ein anderes Thema wählen und kam auf eine 2-, obwohl ihm das andere Thema super gelegen hätte.
Meine Frage nun: Dürfen öffentliche Schulen in solchen Maßen die sozial stärkeren Schüler bevorteilen, dass sie mit ihren Luxusgütern eine Aufgabe überhaupt bzw. besser lösen kann? Kann man als Lehrer voraussetzen, dass jeder einen PC mit Internet und Drucker besitzt? Meine Idee wäre, dass ein Standard geschaffen wird, den sich jeder leisten kann und keiner auf teurere bzw. bessere Alternativen ausweichen dürfte. So kann nur sichergestellt werden, dass kein arm-reich-Gefälle besteht. Außerdem sollten in Aufgabenstellungen keine Luxusartikel, egal wie verbreitet (PCs), ein MUSS darstellen.
Wie denkt ihr darüber? Bin ich allein mit meiner Meinung, dass sozialer Status keinen Unterschied machen sollte? Wäre für jede Antwort sehr dankbar.
MfG,
EdgarTheFace
P.S.: Es handelt sich hierbei um ein allgemeinbildendes städtisches Gymnasium in Niedersachsen ((d.h.: Bücher und sonstige Lehrmittel müssen auch selbst gekauft werden!) Dieses Jahr belief sich die Summe mit allen Büchern auf 335Euro + ~100Euro für den grafischen Taschenrechner))
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