Mängelbeseitigung in Mietwohnung soll zur Kündigung führen?!?

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DecentMan

Gast
Hallo,

ich wohne mit meiner Frau und Kindern in einer recht schönen und großen Mietwohnung.

Bisher war das Verhältnis zum Vermieter immer super und wir hatten nie Probleme miteinander.

Leider hat sich das dadurch geändert, dass bei uns im Laufe der Zeit kleinere Mietmängel entstanden sind, wobei die Beseitigung so viele Kosten verursachen würden, dass diese nicht mehr in den Bereich des Mieters fallen.

Wir haben inzwischen schon professionelle Handwerker von unserem Geld bezahlt, die die Mängel zwar kurzzeitig fixen konnten, aber uns damals schon sagten, dass das fachmännisch nur durch Austausch behoben werden kann.
Und hier kommt unser Vermieter ins Spiel. Als ich ihn darüber in Kenntnis gesetzt habe, dass er sich doch bitte um die Mängel kümmern soll, kam von ihm nur die Anwort, dass wir ja nicht gezwungen sind, in der Wohnung zu bleiben.

Wenn es uns nicht passt, sollen wir uns doch eine neue Wohnung suchen. Und wenn wir auf die Reparatur bestehen, spricht er uns die (gesetzlich befristete) Kündigung aus?!?! :evillol:

Zuerst dachte ich nur "hä, wie jetzt?!? :freak:". Inzwischen bin ich aber soweit, dass ich es gerne auf einen gerichtlichen Streit ankommen lasse, weil ich mich mehr als nur im Recht sehe. Wir wohnen schon seit 14 Jahren in dieser Wohnung. Daher zieht man nicht mal schnell aus und sucht sich eine neue Bleibe!

Kennt ihr euch da aus? Welche Partei ist im Recht? Würdet ihr den Schwanz einziehen und euch etwas Neues suchen oder für euer Recht kämpfen? Ist so etwas ein Kündigungsgrund? Kann er das so einfach?

Vielen Dank für die Hilfe!
Mir ist schon klar, dass hier keine anwaltliche Hilfe geleistet wird und werden darf, aber vielleicht kann ja jemand von euch aus seinem Leben erzählen, wenn er so etwas ähnliches erlebt hat...
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, das ist kein Kündigungsgrund. Zm Wohnungswechsel gibt es keinerlei Grund.

Inwiefern die Mängel vom Vermieter beseitigt werden müssen, kann man wohl nur entscheiden, wenn man die Mängel genauer kennt.

Aber grundsätzlich gibt es für solche Fälle die tolle Einrichtung der Mietervereine. Beitreten, sehr humane Mitgliedsgebühr zahlen und deren Anwalt berät dich und verfasst im Zweifelsfall auch ein vernünftiges Schreiben an den Vermieter.
 
Also für Mängelbeseitigung ist der Vermieter zuständig.
Er kann auch nicht einfach kündigen. Das ginge nur aus Eigenbedarf.
Und wenn er nach der Kündigung nicht selbst einzieht, oder jemand verwandtes, dann hat er da schlechte Karten.

Aber ich würde mich da von einem Anwalt beraten lassen.
 
Entsprechend beraten lassen und danach die Miete kürzen. Das wird dem Vermieter schon "Beine machen".
 
Danke für eure Hilfe!

Tut gut, so etwas zu lesen! ;)
Ja, ich glaube, dass der Beitritt in einen Mieterverein eine wirklich tolle Sache ist...
Schade nur, dass ein jahrelanges gutes Verhältnis einfach so kaputt geht. Alles nur wegen des Geldes...

Andererseits muss der Vermieter ja auch Rücklagen bilden, um genau für solche Fälle vorbereitet zu sein.
Daher ist er selbst schuld, wenn er meint, dass er nur Monat für Monat sein Geld erhält, aber keine
Verpflichtung von seiner Seite besteht.
 
Hinzu kommt ja noch, dass du das Recht hättest, bei weiter bestehenden Mängeln, die Miete zu kürzen. (wenn das Vermieter-Mieter-Verhältnis schon belastet ist, wäre das ein weiterer Hammer) ;) Bei überzogener Kürzung liefert man aber dem Vermieter einen Grundlage zur fristlosen Kündigung. Ein Mieterverein ist daher wirklich keine schlechte Sache.
 
@Eisbrecher:
Mietkürzung habe ich mit meiner Frau schon besprochen. Das werden wir jetzt auch erst einmal tun.

@florian:
Angefangen von kaputten Rolladenkästen, wo es deutlich merkbar hereinzieht. Jetzt im Sommer weniger schlimm, dafür aber im Winter erst sehr akut gewesen. Selbst gestern war bei uns ein starkes Gewitter und es hat deutlich durch den kurzzeitigen Sturmwind gezogen. Dazu kommen verschiedene Fenster, die ausgewechselt werden müssen, weil sie ebenfalls undicht geworden sind. Hier wurde schon durch uns von Handwerkern nachgebessert, aber das half nur temporär. Das Material ist an einigen Stellen schon zu arg in Mitleidenschaft gezogen... Nicht nur optisch und wohnlich nicht mehr schön, sondern vor allen Dingen ökolögisch gesehen ein Unding! Ich habe regelmäßig die Rahmen gestrichen, das hat aber nichts geholfen.

Schimmel oder so etwas haben wir jetzt gottseidank nicht!
Zumindest sieht und richt man ihn (vielleicht) noch nicht. :p

Dann müsste im Wohnzimmer der Estrich erneuert werden, weil er plötzlich über Nacht von links nach rechts komplett gebrochen ist.
Es ist ein Riss von mehreren Metern, und trotz Teppich bemerkt man diesen Riss beim Laufen. Und zudem brechen dabei auch ständig weitere Stellen nach. Entweder hat das Fundament sich drastisch gesetzt oder es war ein Baumangel. Das wäre jetzt mal ein Teil der Mängel. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch, für diese wäre ich aber bereit, selbst zu bezahlen. Daher brauche ich sie nicht zu erwähnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Woods schrieb:
Nein, das ist kein Kündigungsgrund. Zm Wohnungswechsel gibt es keinerlei Grund.
Du kennst doch nicht den Mangel. Vielleicht hat der TE eine undichte Dusche und ließ diese im Pfusch notdürftig abdichten. Auf den Hinweis des TEs, dass die Dusche immernoch leckt, kann der Vermieter kann nur "grobe Vernachlässigung des Mietobjektes" erkennen.... Also sei doch bitte vorsichtig mit solchen Aussagen.

PS: Geh zu einem Anwalt (oder eben zur Mieterberatungsstelle). Grundsätzlich gibt es für Fenster einen "Erneuerungsplan". Genau dafür zahlst du die Rücklage. (alle x-Jahre Fassade, nach y-Jahren Stiegenhaus renovieren und nach z-Jahren neue Fenster)
 
@Shermann123

Der TE schrieb, dass der Vermieter die Forderung nach Mängelbeseitigung als Vorwand zu Kündigung nehmen wollte. Und das ist nunmal nicht möglich. Von einem Verschulden des TE war nie die Rede. Aber selbst wenn er manche Mängel selbst zu verantworten hätte, berechtigt dies nicht automatisch zur Kündigung. Gemessen an der Darstellung des TE war meine Aussage nicht unvorsichtig. Wenn man den dargelegten Sachverhalt beliebig erweitert ist jede Aussage makulatur.

@TE

Ohne Profi an der Seite würde ich die Miete nicht eigenhändig kürzen. Da gibts viel zu beachten und das geht schnell in die Hose.
 
Hallo,

um alle "Klarheiten" zu beseitigen: wir haben weder einen Pfusch noch Sonstiges in/an der Wohnung zu verantworten. ;)

Wenn etwas gemacht wurde, dann war das immer durch eine professionelle Baufirma und wurde auch vom Vermieter abgesegnet.
Und wenn ich eine undichte Dusche hätte und dadurch ein Mangel in der Wohnung entstehen würde, dann käme ich dafür natürlich selbst auf. Das ist keine Frage!

Wir sind weder Mietnomaden noch Schmarotzer. Aber alles was ich erwarte ist Gerechtigkeit. Mein Vermieter hat in den letzten 14 Jahren nie Ärger mit uns gehabt, im Gegenteil, er war immer sehr zufrieden. Aber jetzt hat sich das leider geändert. Ich schrieb ja schon, nur wegen des Geldes...

@Woods:
Danke für die Warnung! Nein, wenn dann nur mit einem Anwalt... :p
 
"Jetzt wohnen die Leute schon 14 Jahre in meiner Wohnung. Ich habe die Miete nie erhöht und nun wollen sie eine Renovierung, wo sie doch die Wohnung permanent abnutzen. Jetzt stellen sie irgendwelche Handwerker ein und wollen womöglich noch von mir dafür das Geld".


Ein Anwalt wird sich seelsorgerisch um das Miteinander zwischer Vermieter und Mieter kümmern und für bessere, freundschaftliche Verhältnisse sorgen :)


Naja im Ernst: mein Onkel als Vermieter darf sich anhören, dass die Mieter weniger Geld zahlen wollen. Die sehen auch nicht die Kosten, die die Renovierung gekostet hat. Sie sehen nur die vielen Euros jeden Tag auf dessen Konto wandern. Jetzt wollen sie zB. eine neue Dusche und andere Dinge. Die Fenster wurden schon im ganzen Haus günstig ersetzt, aber nicht auf deren Initiative. Vom Vermieten wird man nicht reich. Es bleibt eigentlich nichts übrig wenn man die Mieten nicht anpaßt. Er war vor 20 Jahren günstig und hat seitdem nicht erhöht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe aber nicht geschrieben, dass die Miete nie erhöht wurde! Wir bezahlen sogar ein paar Euro mehr, als es der allgemeine Mietspiegel in unserer Region angibt. :p Das war uns ist auch kein Problem, weil es eben eine sehr schöne Wohnung ist. Daher möchten wir dort auch wohnen bleiben. Nur dass jetzt alles von uns finanziert werden soll, ist nicht gerecht. Dann kann ich mir ja doch ein Haus kaufen. Dann bin ich für alles selbst verantwortlich!

Und: es wird niemand gezwungen, eine Wohnung zu vermieten!
Wenn ich das mache, dann muss ich mir auch bewusst sein, dass ich als Vermieter nicht nur Rechte habe...

@Zhalom:
Sorry, habe eben erst deinen Link gesehen. Ist sehr interessant! Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn es schon so weit ist, solltest du dich fachmännisch beraten lassen, bspw. beim örtlichen Mieterverein oder eben beim Anwalt.
 
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