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Mal wieder: Hochohmig vs. Niederohmig, warum nutzen Studios Erstere?

Stannis

Lieutenant
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Juli 2011
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Es wird ja zuweilen bestritten, dass sie zwingend besser klingen - aber irgendeinen Grund muss es ja haben, dass Tonstudios und Musiker nicht einfach niederohmige Geräte nehmen. Strom ist immer leichter bereitzustellen als Spannung.

Und wo wir schon dabei sind: Wie finde Ich heraus, ob mein Mainboard 250 Ohm antreiben kann? Ich finde keine zuverlässigen Werte für die Amplituden am 3,5mm-Ausgang - dann könnte man ja über die Impedanz auf die Scheinleistung gehen und über die Empfindlichkeit auf die erzielbare Lautstärke. Wenn also eine Empfindlichkeit von 90 dB/mW angegeben ist, sollte Ich mit einem Milliwatt noch ordentlich Lautstärke zusammenbekommen.

Und wo wir immer noch dabei sind: Kennt jemand einen Laden in München, in welchem man Hörer probehören kann?
 
Das hochohmige Kopfhörer in Tonstudios verwendet werden stimmt (nicht mehr).
Der Grund war mal ein ganz einfacher:

1. Man hat hochohmige Kopfhörer (typischerweise 600 Ohm) genommen, damit man kostengünstig mehrere Kopfhörer an einem Anschluss betreiben konnte.
Weil mit jedem weiteren parallel geschalteten Kopfhörer sinkt der Gesamtwiderstand. Beispielsweise ergäbe dreimal 600 Ohm einen Gesamtwiderstand von 200 Ohm.
Heutzutage stellen mehr Kopfhöreranschlüsse weder ein Problem, noch eine große Ausgabe dar.

2. Hochohmige Kopfhörer klingen (klangen) besser.
Lautsprecher funktionieren indem Strom durch eine Drahtwicklung fließt, dadurch ein Magnetfeld erzeugt wird das in Abhängigkeit der angelegten Spannung eine Membran anzieht und abstößt und so in Schwingung versetzt. Die Schwingung ist der Ton den du hörst. Je feiner und genauer die Drahtspule auf Veränderungen der anliegenden Spannung reagiert, desto feiner und genauer der Ton.
Das wird erreicht indem der benutzte Draht sehr dünn ist und damit viele Wicklungen möglich sind. Je dünner der Draht, desto höher der Widerstand.
Heutzutage wird das ausgeglichen durch bessere Materialien, z.B. der Membran (die z.B. leichter ist und so einfacher schwingen kann).

3. Traditionell sind viele (heute) kaufbare Studio-Kopfhörer, die z.B. einen möglichst linearen Frequenzverlauf, einen hohen Anpressdruck auf den Ohren und oft ein Spiralkabel haben usw., hochohmige Modelle.
Im Grunde interessiert es einen Tontechniker (heute) herzlich wenig wie die Impedanz seiner Kopfhörer ist. Die (semi-)professionellen Geräte kommen mit hochohmigen Kopfhörern zurecht und ihm geht es um ganz andere Prioritäten bei Kopfhörern.

Kann ein Anschluss nur eine maximale Stromstärke X ausgeben, wäre ein hochohmiger Kopfhörer leiser als ein niederohmiger.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du eine höhere Impedanz hast, brauchst du für die selbe Leistung weniger Strom da du eine höhere Spannung am Treiber nutzt. Das wiederum sorgt dafür, dass der Widerstand des Kabel im Verhältnis nicht so ins Gewicht fällt. Du kannst somit längere Leitungen legen mit weniger Leistungsverlust.

Auf die Klangeigenschaften eines Treibers hat es jedoch wenig Einfluss (sie Erklärung von KnolleJup). Denn die impedanz kommt nur druch die Zahl der Wicklungen im Treiber zustande. Hat aber mit dessen Klangeigenschaften wenig zu schaffen.

Da man im Studio nun gerne mal verlegte Leistungen mit Decken- oder Bodenanschlüssen Nutzt kommen oft größere Distanzen zustande.


Vom Pc bis zu dir ist das jedoch nicht der Fall. Daher sind die PC Soundkarte auch auf niederohmige Treiber ausgelegt.
 
Bei den Stromstärken und der anliegenden Spannung spielen Leitungswiderstände keine Rolle.

Erst bei Leitungen die sehr hoch verstärkte Lautsprecher versorgen spielt das eine (untergeordnete) Rolle, weil dort der Widerstand des Lautsprechers 1. deutlich kleiner ist als ein Kopfhörer (typischerweise 4 Ohm) und deshalb ein höherer Strom fließt und 2. mehr Leistung (Schalldruckpegel) erzeugt werden soll, was zu nochmals höheren Stromstärken führt.

Aber bei popeligen Kopfhörern ist das völlig absolut vernachlässigbar.

Stannis schrieb:
Wie finde Ich heraus, ob mein Mainboard 250 Ohm antreiben kann?
Welches Mainboard ist es denn?
 
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KnolleJupp schrieb:
Bei den Stromstärken und der anliegenden Spannung spielen Leitungswiderstände keine Rolle.

Vorsicht: Eine Leitungsimpedanz besteht nicht nur aus einem ohmschen Widerstandsbelag (Reihe) und einem parallelen Leitwertbelag, sondern weist auch einen Induktivitäts- und Kapazitätsbelag auf. Da die Leitungsinduktivität und der Widerstand in Reihe zur Impedanz des Lautsprechers liegt, sind niederohmige Lautsprecher schwerer an die Quelle über die Leitung anzupassen als hochohmige Lautsprecher (Spannungsteilerregel). Siehe hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Leitungstheorie
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig.
Ich sagte ja, bei Lautsprechern spielt das durchaus eine Rolle.
Da aber selbst niederohmige Kopfhörer im Vergleich zu normalen Lautsprechern sehr hochohmig sind, spielt das bei ihnen keine bzw. eine deutlich kleinere, vernachlässigbarere Rolle.
 
iSight2TheBlind schrieb:
Ich hab meine Kopfhörer damals bei JustMusic probegehört, ich denke mal, dass das in München auch möglich ist :)
Gerade die Beyerdynamic sind dort auch relativ günstig und die DT 770 Pro evtl. in allen 3 Versionen hörbar.
Das klingt nicht schlecht, danke.
KnolleJupp schrieb:
Welches Mainboard ist es denn?

Das Beste natürlich. Das legendäre, unbezwingbare Asus P8P67!
 
Du kannst da reinstecken, was du willst. Die analogen Audioausgänge sind im Regelfall als steuerbare Stromquelle oder als strombegrenzte Spannungsquelle (je nach Endstufe) konzipiert und damit kurzschlusssicher. Wirkt sich also nur auf die erreichbare Lautstärke aus.
 
ScOuRgE_ schrieb:
Du kannst da reinstecken, was du willst. Die analogen Audioausgänge sind im Regelfall als steuerbare Stromquelle oder als strombegrenzte Spannungsquelle (je nach Endstufe) konzipiert und damit kurzschlusssicher. Wirkt sich also nur auf die erreichbare Lautstärke aus.

Darum geht's ja: Ob die erreichbare Lautstärke noch im Rahmen ist ;)
 
Nun, auf dem Mainboard ist der Realtek ALC892 Soundchip. Aber kein separater Kopfhörerverstärker. Der war damals noch unüblich.
Man kann zwar in die Datasheets rein schauen aber...

Ich würde schätzen das alles unter 100 Ohm problemlos möglich sein sollte.
Ein extrem hochohmiger Kopfhörer würde natürlich auch funktionieren, wäre dann nur entsprechend leiser.

Alternative wäre eine Soundkarte mit Kopfhörerverstärker wie z.B. die sehr günstige Asus Xonar DG http://geizhals.de/asus-xonar-dg-retail-90-yaa0k0-0uan0bz-a881269.html für 28€.
 
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Wenn Studios mittlerweile niederohmige Hörer nutzen, dann gibts ja gar keinen Grund mehr, hochohmige herzustellen - die niederohmigen wären genauso gut und könnten an allen Geräten verwendet werden.

Soundkarten fiepen doch häufiger wegen der Grafikkarte usw.
Und verzeih mir die dämliche Frage: Was ist denn das für ein PCI? Hängt da eine der kleineren Teilschnittstellen frei?

Alternativ scheint es noch eingermaßen bezahlbare KHs zu geben, z.B. hier.
 
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Stannis schrieb:
Und verzeih mir die dämliche Frage: Was ist denn das für ein PCI? Hängt da eine der kleineren Teilschnittstellen frei?

Meinst du weil die Xonar DG zwei Einschnitte unten an der Kontaktleiste hat? Das ist nur eine Kodierung für die Spannungen, PCI gibt's mit 5V und 3,3V und die Karte kann halt beides. Das landet trotzdem in voller Länge im Slot.


Und ein Fiepen bei Soundkarten ist zumindest seltener als beim OnBoard, der ist da meist wesentlich empfindlicher. Wenn man das komplett umgehen will müsste man extern per USB oder SPDIF ran.
 
Ah, Spannungen, kk.

Ich finde aber auch keine Infos dazu, ob die Karte 250 Ohm+ treiben kann. Viele KV gehen nur bis 150 Ohm.
 
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