Mathematik Facharbeit

Ja, die Vorurteile gegen Office sind zum Teil auch historisch. Mittlerweile ist Word gebräuchlich für wissenschaftliche Arbeiten. Allerdings bilden hier Mathematik und Chemie noch eine kleine Ausnahme, da man Formeln leicht in imperativer Form angeben kann, die man es z. B. von CAS Systemen gewohnt ist. Latex ist vor allem auch eine Gewohnheits- und Geschmacksfrage.

Latex hat auch den Nachteil, das man viele Funktionen erst zusammensuchen muss, da es modular aufgebaut ist. Ähnlich wie bei Linux gibt es hier aber auch schon Distributionen, die viele übliche Funktionen beinhalten. Aber um mal ein Latex Dokument als PDF auszugeben, muss man schon basteln. Es ist definitiv keine einfache Lösung.
Mit Latex zu arbeiten erfordert einen großen Einarbeitungsaufwand und technisches Verständnis. Wer also gern spezialisierten Frickellösungen arbeitet, wird mit Latex auch gut klar kommen.

Ich rate aber ab, sich zusätzlich auch noch Latex aufzuhalsen, wenn man eh schon kaum Zeit hat und es gewohnt ist, mit Word zu arbeiten. Es hat nur langfristig Sinn, also wenn man absehbar öfter damit arbeiten möchte.

Man sollte sich also vorher schon genau überlegen, wie man seine Arbeit schreiben will. Die Arbeit zu schreiben und gleichzeitig Latex oder irgendein anderes neues Softwaretool erlernen zu wollen ist nur eine zusätzliche Belastung.

Wer sich, wie der Threadstarter, uralter Software wie einer total überholten Word-Versionen bedient, ist auch selbst Schuld. Hier hätte sogar Math zusammen mit dem Write aus OpenOffice bessere Dienste geleistet.

Einführung: Diplomarbeit mit Latex: http://drzoom.ch/project/dml/
Einführung: The Not So Short Introduction to LATEX ftp://cam.ctan.org/tex-archive/info/lshort/english/lshort.pdf
MiKTeX: http://www.miktex.org/2.7/Setup.aspx

Edit:
Es gibt haufenweise Bücher und Vorschriften über das korrekte Verfassen vom Wissenschaftlichen(Diplom)-Arbeiten. Die Grundlagen sollte man auch vorher kennen, und sich überlegen, wie man insbesondere die Anforderungen der eigenen Fakultät bzw. des Lehrstuhls praktisch umsetzt, da diese erheblich voneinander abweichen, und auch von den sonst üblichen Standards abweichen können. Der Aufwand, diese Formalien korrekt einzuhalten ist sowohl mit Word als auch mit Latex sehr hoch.
Manchmal werden für Word und teilweise auch für Latex Mustervorlagen bereitgestellt, konkrete Einstellungsvorgaben für Word gemacht, oder festgelegt, in welchem Dateiformat die Arbeit nachher abzugeben ist. Eine pauschale Empfehlung kann man also nicht geben.

Achja, das X in lateX ist ein χῖ und wird wie ein "ch" gesprochen, nicht wie ein "x".

Edit: LaTEX ist im übrigen keine wirkliche Alternative zu Word, sondern zu Satz-/DTP-Software wie FrameMaker oder QuarkXPress. Der Vergleich mit Word hinkt grundsätzlich.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ja, LaTeX und Word kann man nicht pauschal vergleichen. Im Allgemeinen sehe ich es so, dass man mit LaTeX für wissenschaftliche Arbeiten bessere Ergebnisse erzielen kann, jedoch ist der Einarbeitungsaufwand höher als bei Word. TeX, LaTeX und Zusätze sind oft von Wissenschaftlern für Wissenschaftler entwickelt worden. Wie ist es bei Word? Von Programmierern nach kommerziellen Vorgaben für ein möglichst großes Publikum vielleicht? Dann ist naturgemäß leichtere Bedienung zu erwarten. Zumindest für einfachere Texte.

Bei Problemen und Fragen zu LaTeX helfen übrigens gern TeX-Nutzer in vielen Internet-Foren bzw. -boards und auch in klassischen mailing-Listen.

Für mathematisches Schreiben mit LaTeX findet man in Mathematics with LaTeX eine Liste von Einführungen und Dokumentationen zum Mathematiksatz, darunter auch deutschsprachige.

Viele Grüße,

Stefan
 
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