Mehr Lohn weniger Freizeit vs Weniger Lohn und gemütliches Leben

Das mit der Qualifikation ist auch klar... Wollte es nur mal verdeutlichen wie es rüber kam. Für eine angemessene bezhalung würde ich die Woche auch 50h arbeiten, kein ding.

Aber wie heißt es so schön?

- Auf der anderen Seite vom Zaun ist das Gras immer grüner

Ich sollte mich evtl einfach mal zufrieden geben mit dem was ich habe, ich bin ja (Gott sei dank) Gesund.
 
Hallo allerseits,

ein sehr interessantes Thema, über das sicher viele nachdenken.

Es wurde schon gesagt, daß hier wohl jeder seinen Mittelweg finden muss. Prinzipiell bin ich auch jemand, dem Freizeit heilig ist. Gleichzeitig ist es auch schön, genügend Geld zu haben, um keine Sorgen zu haben und sich materielle Wünsche erfüllen zu können. Beides zu erreichen ist oft schwierig, je nach Ansprüchen ...

Ich selbst kann nur aus meiner bisherigen Lebenserfahrung empfehlen, daß man unbedingt eine gute Qualifikation erwerben sollte. Jedes bisschen Arbeit, was man in seine Ausbildung und Qualifikation steckt kommt vielfach zurück, ebenso wie frühe Faulheit meistens für den Rest des Lebens einschneidet. Man kann jemandem alles wegnehmen, jeden Besitz ... aber einer gute Ausbildung bleibt. Auch nach einem Währungscrash/Krieg usw, bei dem Haus, Auto und alles Geld schlagartig weg sein kann.

Mit einer guten Qualifikation meine ich einen Hochschulabschluss in einem Fachbereich, der zum einen stark gefragt ist und auch in Zukunft gefragt sein wird und nützlich ist, gleichzeitig aber so anspruchsvoll, daß es eben nicht viele Abgänger gibt. Auf diese Weise ist man als Arbeitnehmer gefragt und die Gehälter und Arbeitsbedingungen sind entsprechend gut. Man braucht auch nicht unbedingt Vitamin B (kann nie schaden) oder muss die Firma von Papi übernehmen.

Ein Fachmann für den Kaşkay Volksstamm ist sicher selten, aber wird auch nicht gebraucht. BWL Abgänger jeder Art dagegen gibt es meiner Meinung nach wie Sand am Meer. Um dort Fuß zu fassen, muss man schon besondere andere Qualifikationen vorweisen. Beispielsweise mit Anfang 20 1er Studienabschluss, 5 Jahre im Ausland, fliessend chinesisch, Französisch und Englisch oder die Firma von Papa übernehmen, dann ist das egal.
Ansonsten enden sie oft als irgendeine Form von Assistent (Kopieren, Präsentationen für den Chef vorbereiten, Tabellenkalkulation, Marketing) mit mittlerer Bezahlung, wenn sie nicht schon im Vorfeld sehr gute Vitamin B Kontakte haben.

Kreative Berufe, alles was vermeintlich viel Spaß macht => wie Sand am Meer. Design, Mediendesign, Zeichner, Grafiker ... ja, das ist was, was man auch in der Freizeit gerne macht.
In der Arbeitswelt gibt es aber soviele davon, daß man im Endergebnis oft auch mässig bezahlt zu oft mässigen Bedingungen arbeiten muss, weil sonst schon der nächste bereit steht. Ich bin immer wieder überrascht, wieviel Talent es doch in diesem Bereich an jeder Ecke gibt.

Am schlechtesten sind die dran, die "irgendwas" studieren. Meist Germanistik oder Anglistik oder ähnliches. Damit kann man "alles" oder "nichts" machen. Solange man nicht Lehrer wird, wird man irgendeine Stelle kriegen. Es gibt viele Stellen, die als Anforderung einfach nur ein Studium irgendeiner Art haben. Entsprechend bescheiden werden die auch bezahlt. Oft schlechter als bei einer nützlichen Ausbildung.

Ich kann nur alles aus den MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) Fächern empfehlen. Ich selbst habe mich für Informatik entschieden und fahre damit sehr gut. Ein Bereich, der in Zukunft immer weiter wächst und gefragt ist, bei dem es aber verhältnismässig wenige Abgänger mit gutem Abschluss gibt. An einer technischen Universität fallen üblicherweise 80% der Studienbeginner bis zum Abschluss weg. Die meisten packen die Inhalte nicht, ein ganzer Teil bricht auch einfach ab, weil das Interesse doch nicht ausreichend war. Und es fangen im Prinzip eh schon zu wenige an.

Ansonsten sind auch Fächer wie Medizin sehr gefragt, aber da arbeitet man sich danach für eine exzellente Bezahlung zeitlich tot.

Ich habe es damit mit bald 32 Jahren immerhin schon zu einem sehr brauchbaren Gehalt geschafft, kann mir einen hübschen Sportwagen leisten und habe im Prinzip eine 40h Arbeitswoche und könnte prinzipiell auch ein Haus abbezahlen. Unter dem Strich sind es meist 15 Minuten länger pro Tag bzw. manchmal auch 30 Minuten. Aber im Schnitt komme ich mit 41-42 Stunden die Woche durch, wenn kein Notfall ist und man mal richtig länger bleibt. Bisher eher selten. Das Wochenende ist komplett frei ohne Erreichbarkeit in irgendeiner Form.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, daß man im Beruf aufgehen kann. Man bekommt Bestätigung durch andere, man kann in der Arbeit versinken und auch Spaß am Lösen der Probleme haben. Man wird gebraucht. Die Zeit verfliegt und ich kann mir auch die Spirale vorstellen, daß man immer tiefer versinkt, immer mehr verdient ...

Aber ich persönlich glaube, daß nahezu jede Arbeit bei weitem nicht das wichtigste im Leben sein kann. Jede Minute mit Freunden und Familie, jede schöne Reise ist für mich mit etwas Abstand betrachtet weitaus schöner als jede Leistung, die ich auf der Arbeit bringe oder gebracht habe.
Das sind alles Leistungen, die morgen schon vergessen sind und in 10 Jahren keine Sau interessieren. Auch das Geld wird recht schnell belanglos, wenn man gar keine Zeit mehr hat, es auszugeben. Was nützt einem, der teuerste und tollste Sportwagen, wenn er 99% der Zeit nur auf dem Firmenparkplatz steht und aus dem Fenster betrachtet werden kann?

Ich behaupte, daß nur sehr sehr wenige Menschen wirklich und tiefgründig glücklich mit ihrer Arbeit sind. Ja, Arbeit kann Spaß machen. Manchmal auch nicht. Manche Menschen quälen sich durch die Wochentage, andere haben etwas Freude.
Als junger Anfänger hat man auch noch mehr Spaß, als wenn man mal in den Trott reingekommen ist nach ein paar Jahren.

Aber wieviele Menschen sind WIRKLICH glücklich damit?
Das kann man sich ganz einfach selbst fragen:

Wenn ich morgen 20 Millionen € bekomme und nie mehr arbeiten müsste, nicht mehr auf Geld angewiesen bin, würde ich dann noch mit dem gleichen Zeitaufwand wie jetzt genau diese Arbeit machen? Würde ich noch 40h genau dahingehen jeden Wochentag?

Ein großer Teil würde meiner Meinung nach recht schnell kündigen, ein anderer großer Teil würde zumindest die Arbeitszeit drastisch reduzieren. Die allerwenigsten würden nach ein paar Jahren Arbeit alles genau so belassen, wenn sie gar nicht darauf angewiesen sind.

Wenn doch sind sie meist in Positionen, wo Geld sowieso keine Rolle mehr spielt. Eine Führungsposition in einer großen Firma z.B. ...
Ich behaupte aber, daß diese Menschen irgendwann im Alter meist merken, daß sie ihr Leben gewissermaßen verschwendet haben. Ich glaube nicht daran, daß diese Macht und der Einfluss wirklich glücklich macht, wenn man dafür die Familie vernachlässigt und nichts hinterlässt, als irgendeine erfolgreiche Firma. Aber das ist meine Meinung, das muss jeder für sich entscheiden.

Ich denke Kinder sind nachhaltig. Eindrücke sammeln, die Welt bereisen, Dinge sehen und Erleben ... viele Dinge. Dinge lernen. Und damit meine ich nicht einseitig für irgendeinen Beruf sondern ganz allgemein.
Freunde finden, Familie gründen. Das sind Dinge, die einen auch im Alter vor Einsamkeit schützen. Das kann alles Geld der Welt nicht wirklich, nur scheinbar. (falsche Freunde)

Ich selbst würde bei 20 Millionen € kündigen, obwohl die Stelle nicht die schlechteste ist. Ich wüsste dennoch mehr mit meiner Zeit anzufangen, als jeden Morgen irgendwo hin zu gehen und irgendetwas im Endergebnis vergängliches und belangloses stumpf für andere zu tun.

Ich kann mir vorstellen, daß das vielleicht bei Berufen wie Rennfahrer z.B. nicht so ist. Weil dort das Hobby wirklich zum Beruf wurde und die Leute auch ohne Bezahlung genau das in ihrer Freizeit tun würden. Aber das sind Ausnahmen. Schon der Beruf "Pilot" ist oft romantisch verklärt und nach wenigen Jahren relativ eintönig und langweilig. Meine Meinung.

Wie gesagt, aus meiner Erfahrung sind glückliche und schöne Momente mit Freunden und Familie viel wertvoller als alles, was man kaufen kann. Und natürlich die eigene Gesundheit. Denn ohne sie kann man nichts mehr machen. (Und gerade als workaholic riskiert man mit der Gesundheit eigentlich eins der wichtigsten Dinge im Leben)

Erlebnisse, die man sich kaufen kann, können aber auch sehr schön sein. Sich möglichst viele Reisen leisten, auch weit entfernte Orte sehen. Ich war schon an einigen Orten auf der Welt und z.B. mal einige Zeit in New York verbringen ist ein Erlebnis, was man nicht so schnell vergisst, ebensowenig wie die Pyramiden mal in echt zu sehen.

Mir persönlich gibt auch ein tolles Auto viel. Ich fahre den Sportwagen nicht als Statussymbol ... die Aufmerksamkeit ist mir persönlich häufig sogar eher lästig. Gerade als junger Mann wird man meistens schräg angeguckt.
Ich fahre einen Sportwagen, weil ich immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt, damit auf die Rennstrecke gehe und ein wenig Spaß habe. Und das ist wiederum jedesmal ein Erlebnis, eine Erinnerung, ein Eindruck ...


Noch etwas zum Thema Haus:

Ein Haus ist immer ein Luxusgegenstand. Man kann es selbst gestalten mit weniger Einschränkungen. Optimalerweise hat man einen ruhigen Garten, ein Ort an dem man abspannen kann.

Aber es ist niemals günstiger, als eine Wohnung. Auch langfristig nicht. Ich bin in der glücklichen Lage ein Haus zu erben, würde es mir aber 3 mal überlegen, wenn ich nicht in der Lage wäre, ob ich mich so stark finanziell und örtlich binden wollte.

Ich komme ebenfalls aus dem Rhein Main Gebiet und dort, wo man für die Wohnungen 800 oder 1000€ warm bezahlt als Miete sind die Grundstücke auch dermaßen teuer, daß ein normalgroßes Haus um ein vielfaches teurer ist. Wenn das Haus so teuer wie die Miete ist, dann ist die Wohnung deutlich näher an der Stadt als der Bauplatz vom Haus.

Ich zahle selbst etwa 1000€ monatlich warm für knapp 100 m² Wohnung. (kalt wären es etwa 750€ oder sowas)
Wenn etwas zu machen ist, rufe ich meinen Vermieter an. Wir können in den Urlaub fahren und es ist gerichtet, wenn wir zurückkommen.
Überschüssiges Geld kann ich in Aktien investieren oder ansparen mit positiven Zinsen. (zur Zeit bei der Inflation aber wohl eher ein 0 Geschäft ohne Aktien ;) )

Aber genau hier im Ort kostet auch der Quadratmeter Grundstück zwischen 400 und 500€. Ein brauchbares Haus mit etwas Grundstück und Garten ist sehr schnell bei 400 000 - 500 000 € zzgl. Zinsen.

Da braucht man nicht viel rechnen, um zu sehen, daß das auch langfristig teurer ist. Würde ich jetzt sofort in das Haus ziehen, was ein paar m² mehr hat als meine Wohnung und einen Garten, würde ich dennoch nicht wirklich viel weniger bezahlen im Monat. Und das, obwohl das Haus abbezahlt ist und ich keinen Kredit bedienen muss.

Warum? Ganz einfach. Die Nebenkosten sind natürlich im Haus mit mehr Fläche höher. Man zahlt eine Menge Gebühren, die sonst in irgendeiner Form in der Miete enthalten sind. Und das, was man an Kaltmiete spart muss man fast schon zurücklegen um die größeren Reparaturen wie Heizung oder Dach in 10 Jahren oder 20 Jahren stemmen zu können. Nicht nur der Geldaufwand für Reparaturen, auch muss man das ja selbst organisieren. Man muss selbst einen guten Handwerker finden, muss sich frei nehmen und wenn er nicht kommt auch nochmal. Nicht umsonst haben auch viele Millionäre lieber ein Haus gemietet als gekauft. Und ein Haus mit Garten ist auch eine Menge Arbeit, die man entweder am Wochenende stemmt oder weitere Kosten für Putzfrau und Gärtner aufbringen muss.

Meiner Meinung nach ist ein Haus genau für einen Lebensabschnitt ideal. Dem mittleren. Man hat Kinder und zieht sie groß. Dann braucht man den Mehrplatz gegenüber einer vernünftigen Wohnung und auch einen Garten in dem man die Kinder ohne Sorgen spielen schicken kann. Und eine Wohnung oder ein Haus dieser Größe mieten ist wiederum tatsächlich teurer über viele Jahre.
Davor als Student oder junger Mensch kommt man auch mit einer kleinen oder mittleren Wohnung klar und hat oft gar nicht die Zeit und Lust, sich um viel Hausarbeiten zu kümmern.

Danach als Rentner hat man oft nicht mehr das Geld, um mal eben teure Reparaturen zu stemmen und braucht die Fläche normal auch nicht. Wer will noch mit 80 ein ganzes Haus selbst putzen und was will man ohne Kinder (sind ausgeflogen) mit der ganzen Fläche? Dazu kommt, daß die Häuser oft nicht altengerecht gebaut werden, Ebenen/Treppen usw.
Meistens ist man im Alter dann schnell wieder bereit in eine kleinere Wohnung zu ziehen, die weniger Arbeit bedeutet und monatlich weniger Miete verschlingt als das Haus Gesamtkosten hat.

Haus als Wertanlage? Auch Fehlanzeige meiner Meinung nach. Solange es nicht abbezahlt ist, gehört noch ein Teil der Bank und man kann es verlieren. Man hat immer den Druck irgendwelche Kredite zu bedienen, muss sich miese Arbeitsbedingungen aufdiktieren lassen, weil man auf jede Stelle extrem angewiesen ist. Sobald es abbezahlt ist, hat es natürlich einen gewissen Wert. Aber das Haus selbst ist total veraltet. In 30 Jahren haben die Häuser Itzybitzy Solarzellen und sonstwas Wärme und keine Sau will so ein altes Haus zu der Preisvorstellung kaufen. Das Haus selbst verliert also massiv an Wert.
Das Grundstück ist Spekulation. Die letzten Jahre stieg der Wert an manchen Orten deutlich, er kann aber auch je nach Attraktivität fallen. Gleicht er die Inflation aus? Ist einfach eine Spekulation. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, daß die Preise hier im Rhein Main Gebiet nochmal so zulegen wie die letzten 20 oder 30 Jahre. Glaube nicht, daß man dann 2000€ pro Quadratmeter bezahlt, weil das dann wirklich kaum noch einer könnte. Aber vlt. täusche ich mich ja.

Ich behaupte, wenn man den Überschuss an Geld, den man mit einer vernünftig und passend dimensionierten Wohnung gegenüber dem Bedienen eines Riesenkredits hat, vernünftig anlegt, hat man deutlich mehr an Rücklagen am Ende.

Die meisten, die ein Haus abbezahlen schränken sich dafür in allem anderen ein. Urlaub billiger und näher, Auto kleiner und praktischer/langweiliger usw.
Und ich bin zur Zeit noch so, daß ich lieber mal am Rhein bin, dann mal in einem Park, dann wieder woanders, als immer in einem schönen, gepflegten, ruhigen Garten.

Wenn man sich ein Haus locker nebenher leisten kann ist es empfehlenswert. Wenn nicht würde ich es mir gründlich überlegen. Man wird unter dem Strich am Ende vermutlich mehr Geld haben. Ein Widerspruch? Nein! Nicht weil es so eine schlaue Wertanlage war, sondern weil man 20-30 Jahre sparsam leben musste und gar nicht mehr anders kann. Mit einem Haus und Raten wird man zur Sparsamkeit erzogen, verzichtet auf viele Dinge. Und das wird wohl bis zum Lebensende bleiben. Gerade im Alter hat man viele Träume nicht mehr. Mit über 60 wollen viele kein schönes Auto mehr. Viele Träume sind irrelevant geworden und man spart weiter. Für die Kinder.

Aber ist das die Lebensvorstellung? Ich weiß nicht.

Nur meine Meinungen und Erfahrungen. Kann jeder anders sehen.

So, das war mal meine philosophische Ansicht zu allem hier. Wer hierher gelesen hat, hat offensichtlich genug Freizeit :D

Gruß
RIP
 
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@RIP1981

Nur mal so zur Info:

Der Quadratmeterpreis bei einem Neubau in userer Gegend liegt bei knapp 2500€. Heißt, das ein stinknormales Reihenhaus (nicht die Eckhäuser) mit einem popligen kleinen Grundstück bei 380K anfängt. Ein freistehendes Haus liegt dann bei 560K. Es gibt bei uns ein Neubaugebiet, dort werden gerade die Häuser gebaut. Desweiteren gibt es für die Häuser eine Warteliste, da alle an einem WE verkauft worden sind. Und es sind nicht nur drei. Auf dem kompletten Areal sind das so um die 50. Anscheinend gibt es genug Menschen mit Geld, die sich das leisten können.
 
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@Muffknutscher

Kredit + Vermieten :)

Klar, kommt immer auf die gegend an. Hier bei uns in Region Kaiserslautern sind halt viele Amis, die immer mehr werden, weil Heidelberg geschlossen wird. Ergo brauchen viele eine neue Wohnung/Haus, da sie nicht 200 KM am Tag fahren wollen.

Ich habe auch bekannte die ziehen gerade zwei neue Häuser hoch und die sind schon effektiv vermietet. Bei Monatsmieten von bis zu 4000 € ist das Haus auch schnell abbezahlt.

Ich sage mal so hätte ich ~20k € rum liegen würde ich auch nen Haus bauen bzw. ein Passiv-Fertighaus kaufen. Da sind die Nebenkosten überschaubar und wie gesagt an Amis vermietet innerhalb von 5-10 Jahre abbezahlt.

Zugegeben Grundtück Preise sind hier sehr gering - keine Frage. Ich kenn es auch noch als ich in der nähe von Stuttgart gewohnt habe wenn man da kein Millionär ist kann man sich kein Haus leisten vorallem wenn man direkt in Stuggi bauen/kaufen möchte. Alleine für nen popliges Grundstück war man da schon 200k € los und nein, damit hat man keine 2000 M^2 sondern eher 400 M^2. Sprich Haus und nen bissl Garten. Kommt also auch gut an die Preise von dir hin :)
 
@Muffknutscher:

Ja, das ist mir durchaus bekannt. Je nach Wohnlage. Wo es nun 2000€ kostet ist die Frage, ob es in 20 oder 30 Jahren 8000€ pro m² kostet und ob das jemand noch bezahlen will/kann bzw. wieviele ...

Ich glaube eher, daß der Grundstückspreis bzw. Immobilien allgemein an vielen Orten momentan ein wenig in einer Blase hängen oder zumindest langfristig stagnieren und nicht mehr so heftig anziehen in Zukunft. Aber Spekulation ... kann auch anders sein.

Jedenfalls wollte ich ja damit nur verdeutlichen, daß es ein wenig Schönrechnerei ist, wenn man sagt, daß zur Miete wohnen genauso teuer oder teurer ist und man mit der Miete auch mal eben so ein Haus abbezahlt. Fragt sich dann was für eins.

Ein Haus abbezahlen, was in der gleichen Lage ist und zumindest minimal mehr Platz bietet, was ja meist die Zielsetzung von einem Haus ist, mit eigenem Grundstück etc. kostet immer mehr als zur Miete wohnen. Das Geld zur Miete ist zwar weg, aber man hat in 40 oder 50 Jahren immer noch nicht soviel gezahlt wie für ein Haus inklusive Reparaturen etc.
Und wenn man die Differenz zum Haus abbezahlen geschickt anlegt, hat man auch definitiv mehr Rendite von dem, was man da einzahlt monatlich.

Vermieten ... jein. Ich denke da kann man gute Geschäfte machen, man kann sich aber auch extrem viel Ärger einhandeln. Meine Eltern hatten mehrere Untermieter und sehr viel Ärger. Soviel, daß sie keine Untermieter mehr aufnehmen. Oft ist das fast ein zu 0 Geschäft.

Wenn man das im großen Stil macht und 40 Immobilien hat und sich die Mieter gut aussucht bzw. das ganze professionell aufzieht, mag es ein Geschäft sein von dem man sehr gut leben kann.
Aber einfach so ist es immer die Frage, ob es soviel bringt oder man sich eher rumärgert.

Interessant ist, daß sowohl die Mutter meiner Verlobten, als auch meine Mutter das Haus gerne los wären. Und daß das Haus teurer ist als eine zugegebenermaßen etwas kleinere, angemessene Wohnung bei den laufenden Kosten. Ich könnte sofort einziehen, habe aber noch keine Lust auf die Arbeit. Aber ich wäre blöd, es nicht zu tun irgendwann ...

@bookstar: Danke :) War einfach nur meine Ansicht und bin ja auch erst bald 32. Allerdings höre ich auch Älteren viel zu und merke mir schonmal, was sie für Erfahrungen machen.
 
Ich werde nicht auf deinen ganzen Beitrag eingehen, da er viel zu lang ist, aber du vergleichst doch Äpfel mit Birnen und dann widersprichst du dir auch noch selbst.
Klar ist eine 100 qm Wohnung zur Miete billiger als ein 200qm Haus mit Garten. Ein Polo mit Benzinmotor ist trotz schlechterem Wirkungsgrad günstiger im Unterhalt als ein Cayenne Diesel...
Und einen Absatz später schreibst du dann, dass ein ganzes Haus zur Miete (richtiger Vergleich) doch teurer ist als es gleich zu kaufen.
Außerdem musst du schon entsprechende Mietobjekte in Toplage als Vergleich zu den Häusern nehmen, hier in FFM kommen da schnell 2000€+ für eine Wohnung in guter Lage zusammen, Rheinufer und co liegen dann so bei 4k€+ für eine Wohnung.
Umgekehrt: Geht man weiter vom Zentrum weg, dann muss man auch hier keine 400k für ein Reihenhaus oder 2k€/qm bezahlen.

Den besten Satz fand ich aber den hier:
Mit über 60 wollen viele kein schönes Auto mehr. Viele Träume sind irrelevant geworden und man spart weiter.
Dir ist schon klar, dass die meisten Kunden bei Porsche und Ferrari 60+ sind? Die meisten Leute sind mit 60 noch nicht reif fürs Altersheim...
 
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Alles in allem würde ich sagen, muss das jeder für sich selbst entscheiden, was er bereit ist zu tun oder nicht. Wir wollten eben Eigentum (auch wenn es noch der Bank gehört), mit allem was damit verbunden ist. Mir/uns ist es wichtig, das mein/unser Sohn in einer schönen Umgebung aufwächst und nicht mit Nachbarn die sich wegen allem gleich gestört fühlen. Klar müssen wir diverse Einschränkungen in Kauf nehmen, aber das hat weniger mit dem Hauskauf, als mehr mit dem Nachwuchs zu tun. Die Einstellung zu einigen Dingen ändert sich nun mal grundlegend sobald man Kinder hat. Aber das kann man erst nachvollziehen wenn man selbst ein Kind in die Welt setzt.

Am meisten bin ich aber von dieser Aussage irritiert:
Allerdings höre ich auch Älteren viel zu und merke mir schonmal, was sie für Erfahrungen machen.

Erfahrung kann man nur sammeln, wenn man auch etwas in die Tat umgesetzt hat. Vom zuhören allein sammelt man keine Erfahrung. Nur weil andere Menschen diese Erfahung gemacht haben, muss das nicht bedeuten das Du die gleiche Erfahung machst. Das findet man nur herraus, wenn man etwas macht.
Meiner Meinung nach, bist du sehr leicht beeinflussbar und hörst auf Dinge die dir gesagt werden, die jemand mit achsoviel Erfahrung gemacht hat. Und das ist etwas, was ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt habe. Ich ziehe mein Ding durch auch wenn meine Familie/Freunde anderer Meinung sind und dann mit dem Argument der Erfahung kommen. Und bis jetzt bin ich damit recht gut gefahren. Keiner lebt mein Leben, nur ich allein. Natürlich lasse ich mir Ratschläge geben usw. Aber die entgülige Entscheidung wie ich mein Leben lebe, treffe ich selbst.
 
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Die Einstellung zu einigen Dingen ändert sich nun mal grundlegend sobald man Kinder hat. Aber das kann man erst nachvollziehen wenn man selbst ein Kind in die Welt setzt.
Es ändert sich also deine Einstellung, ob du mit deinen Kindern mehr Zeit verbringen willst oder weniger? Wovon ist das abhängig, ob dein Kind ein quengelndes Kind ist oder ein stiller Spieler? Nein, das kann man auch schon vorher nachvollziehen. Ich kann auch durchaus einen Menschen mit Behinderung oder Schmerzen oder Krankheiten oder anderer Sichtweise durchaus nachvollziehen. Dafür muss ich aber nicht in seiner Haut stecken. Dafür besitzt der Mensch sein Gehirn. Um Dinge zu simulieren und sich in eine Situation hineinzuversetzen.

Nur weil andere Menschen diese Erfahung gemacht haben, muss das nicht bedeuten das Du die gleiche Erfahung machst. Das findet man nur herraus, wenn man etwas macht.
Wenn du auf die Herdplatte fasst, verbrennst du dich. Und wenn du darüber nachdenkst, kommst du zu demselben Schluss. Dann entscheidest natürlich du, ob du die Finger drauflegst oder nicht. Und wie du schreibst, darüber nachdenken und eine Entscheidung fällen machst du und kein anderer. Weil du ja auch mit jeglichen Konsequenzen leben musst.
 
@ Onkelhitman
Es ändert die Sicht auf viele Dinge. Z.B. rücken Dinge in den Hintergrund, die evtl. früher mal wichtig waren. Es kommen neue hinzu, an die man vorher nicht mal im Traum gedacht hat. Es hat nichts damit zu tun wieviel Zeit ich mit meiner Familie verbringe.

Sorry, aber mit der Aussage, dass du dich in Menschen hinneinverstzen kannst, die eine körperliche Behinderung haben, oder wie es ist ein Kind großzuziehen, kann ich nicht nachvollziehen. Es kann mir kein Mensch weiß machen, das er wüsste wie es ist wenn man sein Leben im Rolli verbringen muss, oder sich von anderen den allerwertesten abwischen zu lassen. Genausowenig wie sich Kinderlose Menschen vorstellen können, wie es ist ein Kind zu haben. Klar kannst du in Fantasievorstellungen schwelgen und die in der Theorie ausmalen wie es sein könnte, aber wirklich wissen wirst du es ohne es erfahren zu haben nie. Für dich als nichtbetroffenen ist und bleibt es ein fantasieprodukt, was mit der Realität im großen und ganzen nichts zu tun hat.

Klar weiß ich heute das eine heiße Herdplatte zu verbrennungen führt. Aber woher weiß ich das? Genau weil ich als Kind (so wie wahrscheinlich alle Kinder) diese Erfahung schmerzlich gemacht habe. Aber das sind meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe und nicht weil mir sie jemand erzählt hat.
Nur als Bsp.: Wenn du irgendwo groß geworden bist, wo es keine Herdplatte gibt und heute als sagen wir 40. Jähringer plötzlich davor stehst, was machst du? Hörst du auf die tollen Ratschläge die dir jemand gibt (Achtung das Ding ist heiß!), oder versuchst du es selber, weil du deine eigene Erfahung machen möchtest?

Natürlich lebe ich mit meinen Entscheidungen. Aber zumindest kann ich von mir sagen, das ich die selbst getroffen habe.

Aber ich glaube wir driften hier ein bisschen ab... :)
 
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Sorry, aber mit der Aussage, dass du dich in Menschen hinneinverstzen kannst, die eine körperliche Behinderung haben, oder wie es ist ein Kind großzuziehen, kann ich nicht nachvollziehen.
Genau. DU kannst das nicht, und deswegen ist es für dich unmöglich, dass es jemand kann. Das ist genau das wogegen ich so vehement angehe. Ich kann mir vorstellen wie es ist, rassistisch angegriffen zu werden. Ich kann mir vorstellen, wie es ist, wenn jemand im Rollstuhl sitzt (ich habe im übrigen jemanden im Freundeskreis, der in der Situation ist, und ich WEISS wie er sich fühlt). Ich kann mir vorstellen wie es ist einsam zu sein. Ich kann mir vorstellen wie es ist ein Kind zu haben. Die Gene sind nicht alles.

Genausowenig wie sich Kinderlose Menschen vorstellen können, wie es ist ein Kind zu haben.
Ok, du bist nicht alt, kannst du dir vorstellen alt zu sein? Nein, also darfst du beim Thema Alter nicht mitreden. Weil du es dir nicht vorstellen kannst. Du phantasierst doch genauso ständig. Du kaufst ein Haus um deinen Kindern einen besseren Start zu geben, aber OB sie den haben WEISST du nicht. Das ist reine phantasterei. Diese führen wir im übrigen in so gut wie allen Dingen durch. Wenn wir einen Ball werfen müssen unzählige Dinge im Kopf aktiviert werden. Bei einem bewegenden Ziel noch mehr. Kannst du dir deswegen nicht vorstellen die Zielscheibe zu treffen? Warum ist das ein Unterschied? Weil man nicht alle Konsequenzen berechnen kann? Die kannst du als Eltern auch nicht. Wenn dein Kind etwas unerwartetes macht, etwas worüber du auf einmal lachen musst. Was ist das dann? Etwas Unvorhersehbares. Etwas surreales. Aber die Realität ist so.

Klar kannst du in Fantasievorstellungen schwelgen und die in der Theorie ausmalen wie es sein könnte, aber wirklich wissen wirst du es ohne es erfahren zu haben nie.
Du kannst dir auch ausmalen wie später mal deine Kinder sagen: "Danke Papa, dass du uns das alles ermöglichst hast." Es kann aber genauso sein, dass sie dich ohne ein Wort zu sagen wegen nem Kerl verlassen (oder Tusse, benutze extra ein abwertendes Wort damit du die Assoziation richtig hinbekommst, eine Person, die dir unsympatisch ist).

Für dich als nichtbetroffenen ist und bleibt es ein fantasieprodukt, was mit der Realität im großen und ganzen nichts zu tun hat.
FÜr dich als Nichtbetroffener (weil deine Kinder keine 20 sind und dir das daher noch gar nicht gesagt haben) bleibt es ein Phantasieprodukt. Wenn die Wirtschaft einknickt und du arbeitslos wirst, ist dein Haus weg, und was hast du dann noch? Das was du also genauso wie jeder andere machst, sind aus dem eigenen Kopf seine Welt aufbauen. Du deine, ich meine. Und wie groß meine Vorstellungskraft ist, wie willst du das wissen? Du bist nicht ich....

Klar weiß ich heute das eine heiße Herdplatte zu verbrennungen führt. Aber woher weiß ich das? Genau weil ich als Kind (so wie wahrscheinlich alle Kinder) diese Erfahung schmerzlich gemacht habe.
Du würdest also vom Eifelturm springen weil du noch nicht erlebt hast, wie es ist da runter zu springen? Du glaubst nicht an Koala-Bären, die du nicht selber berührt und gesehen hast? In der Kindheit nimmt man Werte und Erfahrungen der Eltern einfach an, ohne sie zu werten, manchmal mit Erklärung, manchmal ohne Erklärung. Das ist auch ganz logisch, da das Gehirn gefüllt werden muss. Ob das so stimmt was die Eltern sagen, es kann sein, dass du das alles später kritisch betrachtest. Eben weil du anfängst etwas zu hinterfragen. Und das ist auch gut so. Dennoch musst du dann immer noch einige Dinge einfach als Richtig hinnehmen. Nur weil ich persönlich z.B. nicht beweisen kann, dass die Erde sich um die Sonne dreht, bedeutet das nicht, dass für mich einfach kein Fakt zutrifft ob es so ist. Ich "glaube" dass die Erde sich um die Sonne dreht.

Aber das sind meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe und nicht weil mir sie jemand erzählt hat.
Das trifft für dich jetzt zu, als Kind nicht.

Nur als Bsp.: Wenn du irgendwo groß geworden bist, wo es keine Herdplatte gibt und heute als sagen wir 40. Jähringer plötzlich davor stehst, was machst du? Hörst du auf die tollen Ratschläge die dir jemand gibt (Achtung das Ding ist heiß!), oder versuchst du es selber, weil du deine eigene Erfahung machen möchtest?
Ok, krasser? Stell dir vor, du lebst in einem Haus vor 100 Jahren, bist 40 Jahre alt und es werden die ersten Steckdosen eingebaut. Fasst du dann rein, weil du deine eigenen Erfahrungen sammeln willst?

Oh doch, das gehört sehr wohl zum Thema. Es gehört zu dem Wort: LEBEN. Der eine empfindet ein Leben erst als erfüllt wenn er eine Arbeit hat. Ein anderer wenn er jemanden liebt oder geliebt wird. Dann wieder andere wenn er ein Elternteil ist. Es ist ein subjektives empfinden und jeder wird es aufgrund seiner Gene, seiner Meme (also dem was man als Kind an Erfahrungen, Werten und "Wahrheiten" beigebracht bekommt, ob von Eltern, Geschwistern, Großeltern, wem auch immer, vielleicht sogar der Fernseher oder eben die Erzieher) und später dem nachdenken über das Ganze. Es bezeichnet den Wert den man den Dingen in seinem Leben zuweist. Es gibt Menschen mit erfülltem Leben, und unerfülltem Leben. Die einen versuchen sich daran, ein Leben durch Arbeit auszugleichen, für manche IST die Arbeit Leben. Dann gibt es welche, die ein Lotterleben führen und führen wollen, sie "Leben" aber mogeln sich irgendwie durch. Usw. usf. es gibt unzählige Arten wie man es sehen kann. Alle führen zu einem gewissen Ziel. Man sollte sich nur bewusst machen was das eigene Ziel für sich selbst und nicht für andere ist. Vielleicht gehört dazu jemanden glücklich zu machen. Oder eben für eine gewisse Art von Sicherheit zu sorgen. Das ist aber nicht zum Wohl derer, sondern eigentlich für das eigene Seelenwohl.
 
Ok, kein Thema. Wenn Du dazu in der Lage bist, dir all das vorzustellen, dann nehme ich das als gegeben hin. Das Gegenteil kann ich eh nicht beweisen.

Alter ist etwas sehr subjektives meiner Meinung nach. Es kommt immer auf den Blickwinkel an. Für jemand der 16 ist, bin ich alt. Für jemand der 90 ist, bin ich jung.
Reden darf man über alles, aber man sollte aufpassen das man die Realität im Auge behällt. Aber meine Realität ist eine andere wie deine. Was ja auch gut ist, denn sonst hätte man ja nichts worüber man sich unterhalten könnte.
Ich habe auch nie behauptet, das wir das Haus gekauft haben um es unserem Sohn später mal zu vererben. Was weiß ich was die Zukunft noch bringt? Wenn wir mal alt sind, reicht uns evtl. auch eine zwei Zimmer Wohnung. Aber im hier und jetzt ist das Hause für uns die beste Lösung.

Ich kann mir sogar eine ganze Menge vorstellen. Aber nur weil ich mir etwas vorstelle, hat das noch lange nichts damit zu tun, wie es in der Realität wirklich aussieht, oder geschieht. Das ganze Leben ist unvorhersehbar. Ich könnte in fünf Minuten tot unter dem Schreibtisch liegen, wer weiß. Alles was wir machen können ist eventualitäten abwägen und ein kleines bisschen vorsorgen. Wenn ich meinem Sohn mal irgendwann was vererben kann, dann gut. Wenn nicht, dann nicht.

Sicherlich kann morgen die Wirtschaft einen Knick machen und die Hütte ist weg. Und? Zumindest bin ich dann eine Erfahrung reicher. Du fliegst genauso aus der Wohung wenn du die Miete nicht mehr bezahlen kannst, oder? Und was dann? Dein Luftschloss kann genauso ins Wanken geraten wie meins.
Ich habe auch nie deine Vorstellungskraft angezweifelt, ich habe gesagt, das ICH es mir micht vorstellen kann. Bzw. wie ich schon sagte, vorstellen kann ich mir viel, aber ob es in der Realität dann auch so ist, ist eine ganz andere Frage.

Vom Eifelturm springen? Nein. Ich weiß das es mit meinem abrupten Ableben enden würde. Denn ich habe durch Erfahrung eine ungefähre Ahnung von welcher Höhe ich springen kann, ohne mir den Hals zu brechen. Bestimmte Fakten zweifele ich ja auch nicht im geringsten an. An einem bestimmten Punkt im Leben, fängt man logischerweise an Dinge mehr oder weninger kritisch zu hinterfragen. Nicht alles was mir eine Eltern mit auf den Weg gegeben haben, ob es nun Ansichten sind, oder was auch immer, waren gut. Und nicht alles was wir unserem Sohn mit auf den Weg geben werden, wird gut sein. Aber hey, thats life.

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Ob sie nun auf eine heiße Herdplatte fassen, oder meinen einen Gabel in die Steckdose stecken zu müssen. Aber nur aus unseren Erfahrungen, lernen wir Dinge einzuschätzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das es keine gute Idee ist eine Lampe anzuschließen, ohne vorher die Sicherung raus zu machen.
Klar, wenn ich keine Ahnung habe was Strom ist und noch nie eine Steckdose gesehen habe, würde ich wahrscheinlich mal reinfassen.

Genau, wie du schon geschrieben hast: Leben ist relativ, Glück ist relativ und Wahrheit hat auch jeder seine eigene.
Richtig! Jeder sollte versuchen mit dem was er tut, oder auch nicht tut glücklich und zufrieden zu sein.
Ich kann aber niemand anderen Glücklich machen, wenn ich selbst es nicht bin.
Jeder muss (naja mehr oder weniger) mit seinen Entscheidungen klar kommen.
 
Genau, treffend und passend auf den Punkt gebracht.

Reden darf man über alles, aber man sollte aufpassen das man die Realität im Auge behällt. Aber meine Realität ist eine andere wie deine. Was ja auch gut ist, denn sonst hätte man ja nichts worüber man sich unterhalten könnte.
Eben. Die Welt die man als real ansieht ist für jeden subjektiv. Und jeder stellt sich etwas anderes vor, bzw. nimmt sie auch anders wahr. Das bedeutet nicht, dass der Himmel für dich und für mich nicht blau ist (ok, lassen wir mal Wolken außen vor und die Nacht). Es bedeutet nur, dass du vielleicht sagst: Für mich ist der Himmel Cyanblau und ich sage: Ich finde ihn eher Azurblau. Wir betrachten denselben Himmel, haben aber eben aufgrund unserer unterschiedlichen Leben eine unterschiedliche Sichtweise.

Und deswegen ist es auch so wichtig, Begrifflichkeiten zu klären. Die Threadüberschrift ist ein wenig konfus, denn was jemand mit Freizeit und was mit Leben verbindet ist immer unterschiedlich. Wenn jemand in einer, einfach nur als Beispiel, in einer Spielzeugfabrik als Erfinder arbeitet, und gerne mit seinen Kindern zusammen ist und ihnen was schnitzt, ist doch super, so kann er den Kindern sagen warum er länger auf der Arbeit war und ihnen sogar zeigen was er entworfen hat. Vielleicht sogar mit den seinigen sich zusammensetzt und denen zuhört was sie ihm für Tipps für übertriebene Spielzeuge geben. Wenn ihm die Kinder wichtiger sind, wird er nur bedingt etwas länger arbeiten. Ab und zu. Ist ihm die Arbeit, also das: Ich habe was geschafft, ich habe was erschaffen, ich habe was getan wichtiger ist, wird er länger arbeiten. Wenn er keine Kinder hat aber der Meinung ist, er täte mit seiner Arbeit etwas für andere Kinder, auch das kann ein Anreiz sein. Jeder hat halt seine Ziele, seine Zufriedenheit und wird versuchen die zu mehren.

Das was eben so wichtig ist, ist eben zu wissen wo man steht, und wofür. Man kann nicht sagen: "Ich gehe (fiktiv) 60 Stunden die Woche arbeiten, damit meine Kinder es gut haben" aber sie leiden, weil es ihnen an einer Bezugsperson mangelt oder weil sie gerne mehr machen würden. Auf der anderen Seite wird es mit Sicherheit auch die "nervenden Eltern" geben, die immer MEINEN sie würden was machen müssen, und ihren Kindern damit eine Selbstständigkeit rauben. Die Mischung machts. Elternsein ist nicht einfach, und keiner wird es je perfekt machen. Aber das ist auch gar nicht nötig, weil man auch an den Handlungen seiner Kinder merkt, ob man richtig lag oder nicht.

Und da ist das wichtigste, dass ich mir selber im Spiegel auch zunicken kann. Nicht wegen der Selbstbeweihräucherung, sondern weil ich mit dem, so wie ich es mache, zufrieden bin, und es so wieder tun würde. Manches bedauert man, manches könnte man besser machen, aber alles in allem geht man den Weg den man gehen will, und mit dem, mit dem man gehen will. Komrpomisse geht man ein, zu hause wie auf der Arbeit. Die ausgewogene Mischung macht es dann.
 
@4baddon:

Nun, man kann das nicht ganz so pauschal vergleichen. Es wohnen sehr viele Menschen in einer Wohnung von vielleicht 50-60 m², was eine gängige Größe ist. Bis 100 m² ist auch noch recht gängig.

Aber es gibt sicher wenige Menschen, die in 200+ m² Wohnungen zur Miete wohnen.

Umgekehrt wird jemand mit einer 50m² Wohnung, der sich für ein Haus entscheidet, danach normalerweise nicht in einem 50m² Haus wohnen. Wer hat schon ein 50m² Haus?

Mit der Entscheidung für ein Haus kauft man sich normal immer mehr Platz. Schließlich soll das Haus ja auch mehr bieten, als die Wohnung. Es ist ein Luxus und es hat definitiv seine Daseinsberechtigung. Insbesondere ein Garten auf eigenem Grundstück ist schon etwas wert.

Aber ein ganz wichtiger Faktor steckt schon in dem Wort IM Mobilie ... man kauft ein Haus einmal. Dabei legt man die Größe fest. Eine Größe, die einem auch in ein paar Jahren mit Kindern etc. ausreichen muss.
Danach ist diese Größe relativ fix (klar man kann auch anbauen, aber mal so prinzipiell). Der Ort ist fest. Man ist nicht mehr mobil.

Eine Wohnung kann man an die gegebene Lebenssituation anpassen. Man muss woanders arbeiten? => Umzug. Man wird kurz arbeitslos, verdient danach weniger? => Umzug in kleinere Wohnung.

Man verdient wieder viel mehr? => Umzug in eine größere Wohnung.

(klar sind Umzüge ätzend und zu vermeiden ;) Aber möglich ohne Probleme)

Wenn man aber ein Haus auf Kredit abbezahlt, dann ist man gekniffen, wenn sich die finanziellen Umstände negativ ändern. Auch wenn man plötzlich woanders arbeiten muss, weil die lokale Firma zumacht. Auch bei Erb oder Scheidungsstreitigkeiten ist das schwieriger als bei einer Wohnung zur Miete.

Wenn man es mal besitzt, kann man das Haus verkaufen, aber je nach Zeitraum und Geduld mit heftigsten Abschlägen auf den Kaufpreis.

Und ich habe ja bewusst die gleiche Wohngegend gemeint. Wohnungen am Rhein für 4k + ... da sind auch die Grundstückspreise extrem für ein gekauftes Haus ;)

Hier sind es wie gesagt 400€ m² Grundstück etwa und man bekommt 100m² Wohnungen für etwa 700-1000€ warm pro Monat.

Ein moderat großes Haus liegt bei 400-500k € ohne die Zinsen in identischer Gegend. Wenn ich meine Kaltmiete nehme, kann ich viele Jahrzehnte die Miete von dem Geld zahlen, was ich ins Haus stecken würde. Selbst mit Inflation geht es noch sehr lange, zumal am Haus wie gesagt auch Reparaturen anfallen.

Seis drum. Denke der Punkt ist klar. Interessant wäre mal eine Rechnung, wie teuer es wäre als Single einige Jahre in 50m² zu wohnen, mit Kindern und Partner dann zur Miete in 150m² und später als älterer wieder mit 70-100m² ...
Wird sehr kompliziert.

Menschen, die kein Haus anschaffen werden unter dem Strich ihr leben lang mit weniger Platz leben und auch weniger Platz bezahlen. Es muss jeder selbst entscheiden, ob einem der Luxus eines Hauses das wert ist.

Definitiv etwas feines und möchte auch keinem das Absprechen. Es hat seine Daseinsberechtigung.

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Zu den Autos:

Da ich selbst einen Porsche fahre und regelmässig die typische Kundschaft treffe, kann ich dir folgendes dazu sagen:

Es gibt grundsätzlich zwei Gruppen. Jüngere Menschen, die den Porsche als Sportwagen nutzen und auch auf den Trackdays und dem Nürburgring anzutreffen sind. Sie bewegen das Auto artgerecht und haben Freude an der Technik. Das geht von Ende 20 bis auch ins gehobene Alter. Aber 60+ trifft man eher selten.

Die vermutlich größere Gruppe sind die alten Porschefahrer. Die Kinder sind mit >60 aus dem Haus und man hat das nötige Kleingeld um sich endlich den Traum aus Jugendtagen zu erfüllen.

Hier wird aber das Auto meistens mehr für die Nachbarn sichtbar vor die Garage gestellt und Sonntags schleichend und lahm rumbewegt. Bei vielen frage ich mich immer, warum es kein Mercedes geworden ist und sie es sich noch antun aus diesen Autos aus zusteigen. Eine Rennstrecke oder ähnliches sehen die Autos oft gar nicht.

Wer sich dann den Porsche mit allen Komfortextras, Automatik und piepapo bestellt, könnte sich oft auch einfach ein anderes, geeigneteres Auto kaufen. Meine Meinung.

Aber es gibt eben auch die, die auf Image Wert legen. Hier ernten aber Menschen, die erst mit > 60 sich ihren ersten Sportwagen kaufen sehr gemischte Blicke. Manche finden es toll, daß er sich seinen Traum noch erfüllt. Andere finden es peinlich, daß ein Rentner nochmal auf Sportwagen macht und glauben daran, daß er als Potenzmittel benutzt wird bei jüngeren Frauen, die auf Geld stehen.

Mir ist es recht egal. Ich kann auch verstehen, wenn Leute die schiere Eleganz eines Sportwagens schätzen, ohne ihn flott bewegen zu wollen. Kann das auch akzeptieren.

Aber insgesamt gibt es eine viel größere Gruppe von Menschen, die als Jugendlicher von einem Sportwagen träumt, ihn sich lange nicht leisten kann, dann kommen Kinder und es gibt erstmal einen Kombi oder ein Familienvan. Eher sparsam motorisiert. Die Entscheidung wird auf später geschoben. Dann wird man immer vernünftiger und auch die Frau meint, daß man so ein Auto nicht braucht. Und im Alter haben viele keine Lust mehr darauf.

Der Teil ist sicher größer, als die, die sich dann mit 60 ein Herz nehmen und so ein Auto kaufen. Insofern weiss ich immer nicht, ob ich das gutheissen soll oder schade finden soll. Schwer zu sagen. Wie gesagt akzeptiere beide Typen.

Ich bin noch jung und ich fahre den Porsche wie gesagt, weil er sich gut schnell bewegen lässt. Und zwar abseits von öffentlichen Straßen (!). Und in diesem Sinne verabschiede ich mich auch schonmal, weil ich mich gleich auf den Weg Richtung Nürburgring mache ;)

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@Muffknutscher:

Sicher, Erfahrungen muss man selbst machen. Aber man kann auch viel aus den Erfahrungen von anderen lernen und manche Fehler vermeiden. Klar, lernt man durch "Schmerz" und schlechte Erfahrungen viel einprägender ;)
Und letztendlich muss jeder für sich entscheiden. Schon der Kauf eines Porsche zeigt aber, daß ich meinen eigenen Kopf durchgesetzt habe ... denn in der Familie wäre sowas nicht so angeraten worden ;)

Bei der Oma hiess es eher in der Richtung: "So ein Scheiß. Lieber mal ein Haus kaufen und Kinder machen." so in der Richtung. Das ist definitiv viel mehr "Mainstream" und gesellschaftskompatibler. Aber ich denke mir erstmal: Alles zu seiner Zeit ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich lebe nach dem Motto
"Arbeite um zu leben" und nicht "Lebe um zu arbeiten"...von daher verzichte ich gerne auf eine höhere Gage und behalte meine Freizeit
 
RIP1981 schrieb:
@4baddon:
Und ich habe ja bewusst die gleiche Wohngegend gemeint. Wohnungen am Rhein für 4k + ... da sind auch die Grundstückspreise extrem für ein gekauftes Haus ;)

Im Prinzip gebe ich dir Recht, allerdings kommt es wirklich darauf an, wo das Haus steht. Vergleich mal die Preise in Frankfurt (du hat ja das Rhein-Main-Gebiet erwähnt) mit sagen wir mal Daun in der Eifel (und das ist noch teuer, weil beliebter Ferienort):
http://www.immobilien-katalog.net/Immobilien/Haeuser-Frankfurt-Am-Main.html
http://www.immobilien-katalog.net/Immobilien/Haeuser-Daun.html
In der Eifel würde ich in jedem Fall ein Haus kaufen, weil Platz oder einfach billig ist – zumindest im Verhältnis. Die Ersparnis wird natürlich durch den absolut zwingenden Zweit- und Drittwagen wieder aufgefressen ;-)
 
die letzten jahr habe ich eher wenig Lohn und viel Freizeit genutzt ( Teilzeit gearbeitet und / oder paar Monate gearbeitet mit Überstunden usw und dann paar Monate nicht gearbeitet. natürlich OHNE!!! Arbeitsamt )
Mom wechsle ich aber da ich ein wenig mehr Geld ansparen will und man ja auch älter wird und andere Prioritäten hat.

Am allerwichtigsten ist aber das einem die Arbeit gefällt, Rest kommt danach.
Was auch einer der Mitgründe ist wieso ich jetzt auf mehr Arbeit wechsle. In der aktuellen Firma passt es einfach.
 
Ganz klar die zweite Option denn was bringt mir viel Geld wenn ich keine Zeit habe es auch zu nutzen ?
Habe 5 Jahre als Koch gearbeitet und im schnitt 60 und mehr Stunden die Woche gearbeitet, lohn war super aber kaum Freizeit.
 
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