Mutter hat gut 1500€ Dispo miese seit über 10 Jahren - was tun ?

Bärbone

Cadet 4th Year
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Hallo Leute,

Danke fürs reinschauen :)

Ich möchte mich im Moment mit einem Problem meiner Mutter beschäftigen. Ich hoffe hier ein paar Anregungen zu bekommen bzw. hoffe ich, hier für eine meiner geplanten Vorgehensweisen ein feedback zu bekommen, ob das so auch möglich ist bzw. ich da auch alles richtig mache/verstanden habe...

Das vorab: Hätte ich das Geld zur Verfügung, würde ich ihre Schulden ohne nachzudenken ausgleichen, doch das habe ich leider nicht, weshalb ich nach einer anderen Lösung suche...ich möchte ihr da unbedingt helfen, da es für sie schon seit Jahren eine Belastung ist, von der ich bis vor kurzem nichts wusste.



Das ist die momentane Situation/Entstehung dieser in möglichst chronologischer Reihenfolge:


- Sie ging arbeiten und hat im zuge einer erwarteten Erbschaft - bevor diese eintraf - einen Dispo von damals 3000,- DM, also heute exakt 1500,-€ von der Citibank (heute Targobank) erhalten um vor dem eintreffen der Erbschaft einen finanziellen Spielraum zu bekommen. Das ist nun gut 15 Jahre her.

- Job verloren, aufgrund fehlender Ausbildung und dem hohen Alter (sie ist knapp über 60, bald steht Rente an!) hat sie daraufhin, obwohl sie sich bemüht hat, nie wieder einen Job bekommen. Das heisst also, dass sie letztendlich bis heute HartzIV (hearts fear) beziehen muss, um lebensfähig zu bleiben. Daran wird sich bis zur Rente wahrscheinlich auch nichts mehr ändern...mit der Rente wird sie leider auch kein höheres Einkommen erzielen...

- Leider kann sie überhaupt nicht mit Geld umgehen, weshalb sowohl die Erbschaft futsch ist (war jetzt auch nicht viel, aber dennoch), als auch der Dispo immer ausgereizt ist. Könnte sie mit Geld umgehen, hätte Sie den Dispo rechtzeitig gekündigt, doch das hat sie leider nicht. Sie hat schon grob über den Daumen gute 3-4000,- € an Zinsen an die Bank gezahlt. Im zuge des Dispos hatte sie mit der Bank eine Versicherung abgeschlossen, welche ich mir noch anschauen muß, die, soweit ihr bekannt, einerseits für Transporte (z.B. Hubschrauber) bei einem Unfall finanziell eintritt (Sinn?) als auch andererseits, wahrscheinlich, als Ausfallschutz beim Dispo greift (hier muss ich noch schauen, unter welchen Umständen dieser Schutz überhaupt greifen würde - da kenne ich mich überhaupt nicht aus).


Das heisst also, dass sie momentan alle drei Monate gut 60€ an Zinsen bezahlt (exkl. des Versicherungsbeitrags) und immer zu 1500,-€ in der Miese ist, womit sich das Leben mehr als nur schlecht anstellt. Wie sie das bisher geschafft hat, ist mir ein Rätsel...nur wusste ich auch nicht, dass es so schlecht um ihre Finanzen steht.



Was habe ich mir gedacht, was man nun tun könnte ?


1.) Mein erster Vorschlag war, dass sie mit der Bank sprechen sollte, um den Dispo-Kredit in einen normalen Kredit mit geringeren Zinsen umzuwandeln und sie damit ihr reguläres Konto im Guthaben führen kann. - Absage der Bank, obwohl ich mir hier nicht sicher bin, ob sie den Unterschied zwischen Kredit beantragen und umwandeln eines bestehenden Dispo-Kredites so richtig verstanden und in diesem Sinn so mit der Bank besprochen hat. Ich könnte da einen Brief verfassen um das Anliegen zu verdeutlichen...

Kann natürlich sein, dass die Bank einfach sieht, dass sie durchaus in der Lage ist, die Zinsen über Jahre hinweg zu Zahlen und daher kein Bedarf besteht, daran etwas zu ändern und damit den Gewinn zu mindern. Das der Dispo über die Zinszahlungen eigentlich schon mehr als zweimal "Rückgezahlt" wurde, kann man so natürlich nicht sehen, aber es ist nunmal so, dass diese Tatsache der Bank wahrscheinlich egal ist.



2.) Wenn sich die Ausfallschutz-Versicherung als das heraustellen sollte, was der Name vermuten lässt, würde ich ihr raten es "drauf ankommen" zu lassen. Also bei einer anderen Bank ein reines Guthaben-Konto eröffnen, alles dorthin umzuleiten und warten bis sich die "Dispo-Bank" regt - und auf die Versicherung hinzuweisen im Zuge der unpfändbaren Einkommen durch H4. Wenn diese dann greift, wären die Schulden Vergangenheit...



3.) Ebenso wie 2.), doch unter Berücksichtigung, dass die Ausfallschutz-Versicherung nicht greifen sollte, im Anschluss der Umleitung zum neuen Konto, der Bank nach Forderung des Gesamtbetrags des Dispo, eine geringe Ratenzahlung anzubieten. Ob die "Dispo-Bank" darauf eingeht und ob sich das letzten Endes als günstiger erweisen würde, ist meinerseits im Moment rein spekulativ.


4.) Privatinsolvenz anmelden. Aber bei 1500€ ?


5.) Privatkredit nehmen - bei gleicher Rate, also 60€ alle drei Monate / 20€ monatlich, jedoch halbiertem Zinssatz im vergleich zum Dispo, so dass sie mit der gleichen Rate zumindest die Schulden abbaut. Doch wer gibt einer H4-Empfängerin einen Privatkredit, obwohl sie nachweislich seit gut 15 Jahren diese Rate geleistet hat. Das ist vermutlich so nicht möglich...



Soweit meine Überlegungen....

Ich würde mich über weitere Anregungen bzw. Klarstellungen über die Möglichkeit meiner Überlegungen sehr freuen.

Vielen Dank schonmal :)
 
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Erstmal finde ich es klasse, dass du dir solche Gedanken um deine Mutter machst um ihr aus dieser Situation zu helfen.

Nun vll. ein paat Anregungen:

Erstmal muss man wissen, dass auch ein Dispo ein Kredit ist (in der Wirtschaft Kontokorrent genannt). In Normalfall ist es so, dass dieser Kredit als kurzfristige Übergangslösung gedacht ist, weil der Zins extrem hoch ist. Je nach Bank zwischen 10 und 12%. Das Vorweg.

Es gibt hier große Unterschiede zwischen einer Privatbank und einer Bank wie die Sparkasse.
Die Privatbanken sind auf reine Kohle aus. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wieso die Bank deiner Mutter den Dispo kürzen sollte, ist doch Gewinneinbußen. Außer die wissen genau das deine Mutter selbst den Dispo überzieht und dann zahlt sie direkt mal 17%.
Deswegen als Tipp von mir, Finger weg von Privatbanken!

Bei den Sparkassen sieht es z.B etwas anderes aus. Die wollen natürlich auch gewinnmaximierend arbeiten, aber nicht um jeden Preis. Ich habe damals selbst ein Praktikum bei der Bank absolviert und diese telefoniert hinter Leuten her um den Dispo zu kürzen. Die Bank verliert dadurch zwar Geld, hat aber ein besseres Image.

Um auf den Punkt zukommen, dass deine Mutter nicht mit Geld umgehen kann. Natürlich ist das ein großes Problem. Wenn man relativ wenig Geld bekommt MUSS man sparen, koste es was es wolle.
Wenn du deiner Mutter wirklich helfen möchtest und das scheinst du so wie es aussieht der Fall zu sein, dann übernimm du das Geldmanagement deiner Mutter. Es hört sich vll. blöd ab, aber anscheind hat sie sich an den 1500€ wohl gewöhnt und zählt in sozusagen ins Gehalt mit ein.
Setze dich mit ihr hin, mach einen Plan was sie braucht in der Woche. Dieses Geld bekommt sie dann immer Montags und muss damit dann bis zum nächsten Montag haushalten. Ich mach es nicht anders. Ich hebe Anfang des Monats das Geld ab, was ich mir als Ziel gesetzt habe. Das teile ich dann durch 4 und packe es in 4 Umschläge. Wenn eine neue Woche anfängt mache ich einen neuen Umschlag auf und habe wieder Geld für die restliche Woche :) Das hört sich vll. blöd an, aber es funktioniert für mich sehr gut.

Ich würde dir auch Vorschlagen, geh zu einer öffentlich rechtlichen Bank und frage dort um Rat. Es gibt soooo viele Möglichkeiten, das glaubst du garnicht.

Und vergiss die Privatinsolvenz bitte direkt wieder! Wenn du diesen Schritt wagst musst du folgendes bedenken. Du bist PLEITE! Und das mit Schufa etc. Das bedeutet, deine Mutter bekommt keinerlei Veträge mehr, sprich Handyvertrag? Keine Chance! Existenzmonimum ist hier angesagt. Falls deine Mutter wieder einen Job bekommt und sie wieder etwas verdient, kann sie es direkt wieder abdrücken. Die Privatinsolvenz soll nur in Ausnahmefällen im äußersten Notfallm genutzt werden. Deine Mutter hat eine schwere Situation, aber keine Ausweglose!

Ich finde die Idee mit einem Privatkredit garnicht so schlecht. Das gute ist ja, Zinsen zahlst du für einen Dispo ja auch wirklich erst, wenn du den Dispo ausnutzt, sprich wenn du ins Minus gehst. Wichtig ist nur, geh weg von den Privatbanken, was die anrichten haben wir ja bei der Wirtschaftskriese gesehen.
Problem wird nur sein, es wird schwer ein Kredit zu bekommen, wenn die Bank weis, dass die Ihre Geld nie wieder sehen. Deswegen musst du auch vorschlagen, wie du zurückzahlen willst.

Weiter weis ich leider auch nicht mehr :)

Hoffe ich konnte wenigstens ein klitze kleines Bischen helfen :)

Gruß
Timo
 
Tja, hast ja viel erzählt, aber eins vermisse ich.

Die Lebensumstände.
Wofür geht das Geld drauf. Das ist das erste was man machen muß: Ein Haushaltsbuch führen und schonungslos alle Ein- und Ausgaben aufdecken.
 
Umschulden. Geh zu einer anderen Bank und schildere die Situation.
Dann bei der neuen Bank ein Darlehen in Höhe des Dispos aufnehmen und ein neues Girokonto ohne Dispo eröffnen.
 
Glaube kaum, dass unter diesen Umständen eine andere Bank ein Darlehen gewähren wird.
Einzige Lösung: Du zahlst 1500 € unter der Bedingung, dass die jetzige Bank Deiner Mutter keinen DISPO mehr gewährt. Fang schon mal an, die 1500 € anzusparen! (oder kannst Du auch nicht ..?)
 
Diese Ausfallversicherungen zahlen doch meist auch bei "Arbeitslosigkeit", hast Du da schon mal nachgehakt?
 
Ohne dass ich mir jetzt die Beiträge der anderen durchgelesen habe(nicht viel Zeit) könntest du den Dispo monatlich kürzen lassen.

Das bedeutet das sie diesen Monat 1500 € Dispo hat und im nächsten je nach Wunsch nur noch zb. 1450 € Das käme ungefähr einem Kredit gleich falls du keinen bekommen solltest, der Nachteil sind natürlich die hohen Zinsen für den Dispo.

Du könntest ihr dann wenn möglich monatlich 50€ dafür überweisen und nach einer gewissen Zeit ist ihr Konto bei 0.

Dadurch wird sie sozusagen "erzogen" (nicht böse gemeint).

Ob das die Citibank macht weiß ich nicht, die Volksbank macht es aber.

Viel Glück.
 
Das sollte eigentlich jede Bank machen, sonst kann sie ja besser die Finger heben und die Bank bekommt nix. Wenn sie nur Hatz4 bekommt, kann man ja auch nichts bei ihr holen, wenn sich das im Rentenalter nicht ändern wird, würde ich es mir dann auch überlegen und evtl die Finger heben. Gibt es bei Euch keine Beratungsstelle die sich mit sowas befasst?
 
werkam schrieb:
Diese Ausfallversicherungen zahlen doch meist auch bei "Arbeitslosigkeit"
Tatsächlich bietet die Targobank derartige Versicherungen auch gegen das Risiko einer Arbeitslosigkeit an - aber nur wenn der Kunde dies so gewünscht hat. Also wirklich nachschauen, ob die Bank über Jahre so unfreundlich war, die Mutter nicht auf ihren Arbeitsplatzverlust anzusprechen :freak:.

Die Kreditbewilligung ist völlig unabhängig vom Abschluss einer Kreditlebensversicherung. Trotzdem raten wir Ihnen dazu, denn sie bietet Ihnen und Ihren Angehörigen im Todesfall, bei Arbeitsunfähigkeit und sogar bei Arbeitslosigkeit zusätzlichen Schutz. Bei Eintritt eines dieser Fälle übernimmt die Kreditlebensversicherung gemäß der getroffenen Vereinbarung die Rückzahlung Ihres Kredites. Sie können bei der Beantragung entscheiden, welches unvorhergesehene Ereignis abgesichert werden soll.

Ob allerdings der Bank die Durchführung einer Umschuldung wirklich plausibel gemacht werden kann, wenn nur der Regelsatz von aktuell 364 € zum Leben zur Verfügung steht und solange der Dispo nicht auch noch überschritten wird, darf bezweifelt werden. Wenn du selbst ein geregeltes Einkommen haben solltest, wäre die Geschichte durch einen Kredit von dir als Sohn schnell vom Tisch (klick den Kreditvergleich!) oder spar ein paar Monate, bis du das Geld zusammen hast - auf die käme es auch nicht mehr an.
 
Also wirklich nachschauen, ob die Bank über Jahre so unfreundlich war, die Mutter nicht auf ihren Arbeitsplatzverlust anzusprechen
Nicht die Bank muss die Versicherung in Anspruch nehmen sondern der Versicherte, die Bank ist doch nicht bei denen versichert. Hatte mal einen ähnlichen Fall bei einer Kreditausfall-Versicherung die "Leben, Arbeitsverlust und Arbeitsunfähigkeit" versicherte bei einem Kredit, habe allerdings auch nie von der Bank einen Hinweis bekommen, das ich auch dagegen (dauerhafte AU) versichert war. Aufgefallen, das ich die Versicherung überhaupt noch hatte ist es, als sie den Jahresbeitrag abgebucht hat, der Kredit war längst getilgt. Die Versicherung war aber nicht gekündigt worden und so bekam ich von der Versicherung trotzdem die "Leistung bei AU", sie haben mich dann aber sehr schnell gekündigt, mussten aber fast 12 Monate zahlen.
Im zuge des Dispos hatte sie mit der Bank eine Versicherung abgeschlossen, welche ich mir noch anschauen muß, die, soweit ihr bekannt, einerseits für Transporte (z.B. Hubschrauber) bei einem Unfall finanziell eintritt (Sinn?) als auch andererseits, wahrscheinlich, als Ausfallschutz beim Dispo greift (hier muss ich noch schauen, unter welchen Umständen dieser Schutz überhaupt greifen würde - da kenne ich mich überhaupt nicht aus).
Da würde ich auf jeden Fall mal nachhaken, wöfür zahlst sie denn alle 3 Monate die Prämie.
 
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Natürlich wäre es von der Bank lediglich kulant gewesen, ggf. auf eine solche Versicherung hinzuweisen - eine Pflicht dazu sähe ich auch nicht. Tatsächlich wundere ich mich eher, dass die Bank überhaupt den Dispo nicht längst aus eigenem Antrieb mindestens schrittweise gestrichen hat. Aus meinem Umfeld kenne ich dies nämlich nur so, dass wegen des erhöhten Ausfallrisikos bestenfalls noch ein kleiner 3-stelliger Dispo eingeräumt wurde nach längerem Hartz-IV-Eingang.
 
Daran siehst Du doch schon wie kulant die Bank ist, aber wer nirgends mehr Geld bekommt, war bei denen ja schon immer gut aufgehoben. Nur weil sie den Namen gewechselt haben, sind sie ja nicht Besser geworden.
 
Wie auch immer, also sie bezahlt momentan alle drei Monate 60€. Das sind 20€ im Monat.

Wie wäre es mit 30€ im Monat? Das sind dann 60€ Zinsen und 30€ abbezahlen, also im Jahr 120€ runter. Ja, 10€ mehr sind relativ viel wenn man wirklich sehr wenig zur Verfügung hat, aber selbst du als, auch wenns vielleicht dreist klingt, Kind, könntest sicherlich irgendwo 10 Euro im Monat abzwacken. Handyvertrag? Kündigen. Internetflatrate? Erstmal drauf verzichten oder niedrigere Geschwindigkeit (wenn überhaupt vorhanden. Evtl. sogar den Telefonanschluss kündigen und anstatt einen Monatsbeitrag für nichts, einfach eine Prepaid Karte. Über das Handy ist man immer noch erreichbar, es kostet einmalig evtl. 30€, das hat man nach 2 Monaten Grundgebühr bei der Telekom raus.

Bei 120€ im Jahr wäre das nach einem Jahr:
1. Jahr 01.06.2012: 1500€ - 120€ = 1380€.
Im zweiten Jahr bezahlt man dann schon weniger Zinsen also mehr ab.
Anstatt 240€ im Jahr (bei 60€ alle drei Monate) = ca. 16% Zinssatz, wären das dann 220,8€.
Ergo zahlt sie weiterhin 30€ im Monat zahlt sie demnach 220,8€ Zinsen und 140€ weg von der Summe.
2. Jahr : 1240€ = 200€ Zinsen ; 160€ runter
3. Jahr 1080€ = 173€ Zinsen ; 187€ runter
4. Jahr 893€ = 143€ Zinsen ; 217€ runter
5. Jahr 676€ = 108€ Zinsen ; 252€ runter
6. Jahr 424€ = 68€ Zinsen ; 292€ runter
7. Jahr 132€ = ca. 5 Monate bei 8% Zins. Ende: ca. 01.12.2018

Also nach 7,5 Jahren mit 10€ monatlich mehr wäre sie schuldenfrei. Bezahlt hätte sie dann in dieser Zeit 2880€ dafür. Ja bitter, und ja, nicht zu ändern. Aber wenn man mehr Geld hätte, würde man was tun. Ich denke aber 10€ monatlich sind eben durch irgendwelche Einsparungen machbar, wenn auch wirklich sehr schlimm wenn man generell wenig hat.
 
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Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten :)


Ich werde jetzt nicht einzeln auf jeden eingehen, womit ich einiges wiederholen müsste, sondern erstmal das ergänzen, was insgesamt hilfreich ist, um eine bessere Übersicht der Gesamtsituation zu haben...

Also erstmal die Lebensumstände. Ich habe mich gestern mal mit meiner Mutter zusammengesetzt und tacheles geredet - es schaut gar noch schlechter aus als erwartet. Nicht was die Schulden betrifft, aber was Einkommen/Ausgaben angeht.

Der Regelsatz von H4 wurde als Strafe gekürzt (wusste nicht, dass das möglich ist), da sie anscheinend in einer zu großen Wohnung lebt (60m²). Obwohl die Miete innerhalb des zulässigen Rahmens ist und eine kleinere Wohnung (<=50m²) wohl mindestens ebensoviel kosten würde (250€ +NK), hat man ihr einfach den H4-Regelsatz um 57€ gekürzt. Angeblich soll sie die Umzugskosten selbst übernehmen/von eigener Hand bewerkstelligen, was meiner Meinung nach gegenüber einer über 60-Jährigen Frau mit einer mittlerweile leichten Gehbehinderung nicht nur reine Willkür, sondern unglaublich unverschämt ist, da es sich jeder Logik/Sozialer Anteilnahme entbehrt. Da muss ich dann schauen, wie das geregelt ist, was rechtens ist, was ihr zusteht, ob ihr was zusteht. Naja, die wollen bei diesem Amt, selbstredent, eben auch nicht arbeitslos werden - ich weiss wie ich also mit denen zu reden habe...


Jedenfalls hier mal eine Übersicht der tatsächlichen momentanen Finanzlage, die ich anhand der mir zur Verfügung gestandenen Kontoauszüge festgestellt habe:


H4 Regelsatz läge bei 364€
Die Sanktion wegen der 10m² zu großen Wohnung liegt bei 57€
Übrig bleiben also 307€

307€ "Haben"
-14€ Kontoführungsgebühr (inkl. Postengebühr - Porto?, Kreditlebensversicherung ?)
-20€ Zinsen (ca. insg. inkl. "Über-Dispo" ab und an)
-25€ Provinzial-Haftpflicht/Hausrats-Versicherung (Hmm, würde meinen, ist wichtig, hat sie auch schon öfter in Anspruch nehmen müssen...)
-25€ Telefon/Internet (inkl. aller Gesprächskosten,momentan nicht kurzfristig kündbar, ok)
-38€ Bus-Monatsticket (sie muss öfter zum Arzt ~Entfernung~ und zum einkaufen ~Gewicht~ sowie Freundin besuchen, rechnet sich schon bei 9 Hin- und Rückfahrten monatlich, ist das günstigste Monatsticket, ok)
-46€ Strom (ev. wechseln, muss ich mir noch genauer anschauen, kommt mir zu hoch vor)
---------------
139€ Haben

=34,75€ wöchentlich, die logischerweise komplett für Nahrung/Lebensmittel/Kleidung (alles) verwendet werden. Sie meint, sie käme damit klar (musste sie ja auch), obwohl sie nicht wirklich überzeugend wirkte...ich vermute, dass sie öfter bei einer Freundin zu Mittag isst und von ihr Kleidung bekommt. Ich werde ihr da nun auch aushelfen, solange es nötig ist. Ich schicke ihr nun also erstmal wöchentlich per Post Lebensmittel zu, da ich nicht gerade in der Nähe wohne. Mehr kann ich mir im Moment finanziell nicht leisten.

Somit bewegt sich das Konto nach Abzug der Miete immer zwischen -1193 und -1500 Euro.

Also das rechnen, zumindest beim Geld das ihr monatlich "in der Hand" momentan zur Verfügung steht, hat sie anscheinend mittlerweile zwangsläufig lernen müssen.

-Bei den Versicherungen ist Einsparpotenzial von 25€ monatlich, obwohl sie sich schon ausgezahlt hat. Ob es klever ist, diese zu kündigen, ist mir nicht klar. Ob überhaupt zeitnah kündbar, muss ich noch herausfinden.

-Telefon/Internet ist denke ich in Ordnung - sie hatte es mal mit einem "Handy"/Prepaid versucht und kam letztendlich auf höhere kosten, ohne Internet - Freunde rufen in der Regel nicht an, da eine Mobil-Nummer anscheinend abschreckend wirkt.

-Stromanbieter eventuell wechseln, muss ich noch vergleichen und Verbrauch checken.

-Mit dem Amt quatschen, ob hier nicht der Umzug finanziert wird - wahrscheinlich muss ich einen kompletten Umzug organisieren/renovieren/finanzieren :freak: - aber dafür gibts 50€ mehr monatlich, was damit der größte Anteil ist. Ob das Amt eventuell die tatsächlichen Kosten übernimmt, sehr fragwürdig. Ich gehe maximal von einer Pauschale aus, die nicht reichen wird, wenn überhaupt.

-Inwieweit diese Kreditlebensversicherung überhaupt eine Ausfallversicherung ist, muss ich auch noch checken - vielleicht war es auch nur ein Beibrot, welches man den Kunden an die Backe gequatscht hat.


Ich habe jedenfalls vieles (!) an Material hier, das ich noch durcharbeiten/dechiffrieren muss. Da kommt ja einiges auf mich (auch finanziell) zu...und das gerade jetzt, in einer Zeit, in der ich eigentlich selbst einiges zu regeln habe und nicht flüssig bin :( Naja, egal...noch geht es mir besser als meiner Mutter und tatenlos zusehen geht nunmal garnicht...


Ach, da ist ja noch das Dispo-Problem, fast vergessen ;) Den Humor nimmt mir so schnell keiner...

Ich werde mir nun eine Übersicht erstellen und genau rechnen müssen. Ich denke, es ist zuallerst mal angebracht, das Haben im Rahmen des möglichen zu vergrößern, bevor man an eine Dispo-Abzahlung überhaupt denken kann. Das war jedenfalls die klassische "Spitze des Eisbergs".


Also @all: Vielen Dank für die vielen Vorschläge/Anregungen - über weitere würde ich mich selbstverständlich sehr freuen, doch wie ihr seht, muss ich vorab einiges noch Regeln, bevor ich mich wieder dem Dispo-Problem zuwenden kann...

Abseits vom Dispo-Problem würde ich mich zu der Situation auch über Anregungen/Tipps sehr freuen. Alles, was mich momentan weiterbringt, hilft mir, meiner Mutter zu helfen...

Also, Danke nochmal :)
 
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Ja, das ist jetzt ein vernünftiger Ansatz.

Denke eventuell noch an die Lebensmittel und Kleidung, Kosmetik...
Auch da gibt es eventuell billigere Alternativen.

Wenn man Schulden hat, muß man eben eine Zeit lang sparen und verzichten. Danach geht es einem wieder besser.
 
Such dir für das Problem der behaupteten Unangemessenheit der Wohnung schnell am Wohnort deiner Mutter eine Beratungsstelle für (u.a.) Hartz-IV-Empfänger. Sozialverbände kommen in Frage, aber z.B. auch die Linke (ja, man muss die Partei nicht mögen - aber sie kümmert sich durchaus); sieh einfach ins örtliche Telefonbuch oder die Lokalzeitung. Ggf. lässt sich der Umzug vermeiden oder aber die Umzugskosten dem JobCenter aufdrücken - beides könnte gelingen (eine Meinung dazu).
 
307€ "Haben"

-14€ Kontoführungsgebühr (inkl. Postengebühr - Porto?, Kreditlebensversicherung ?)
Die Kreditlebensversicherung deckt die Bank ab, weil sie kein Geld hat. Würdet ihr zur Norisbank gehen spart sie 14€ im Monat.

-20€ Zinsen (ca. insg. inkl. "Über-Dispo" ab und an)
Kann man nichts dran ändern, außer eben abbezahlen. Lassen wir das also noch stehen.

Einfach wäre es natürlich, wenn du ihr das Geld leihen könntest. Dann hätte sie, nur wenn sie die Bank wechselt und bei 0 anfängt (weil du ihr 1500 geliehen hast), jeden Monat 35€ zur Verfügung (Bank keine Gebühren + die Zinsen, die die Bank genommen hätte). Das sind 420€ im Jahr. Dann hätte sie dir das Geld in 4 Jahren abbezahlt ohne wirklich mehr sparen zu müssen, ohne Mehrausgaben.

PS: Und ab da hätte sie jeden Monat 35€ mehr in der Tasche.
 
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Wolkenheim schrieb:
Such dir für das Problem der behaupteten Unangemessenheit der Wohnung schnell am Wohnort deiner Mutter eine Beratungsstelle für (u.a.) Hartz-IV-Empfänger. Sozialverbände kommen in Frage, aber z.B. auch die Linke (ja, man muss die Partei nicht mögen - aber sie kümmert sich durchaus); sieh einfach ins örtliche Telefonbuch oder die Lokalzeitung. Ggf. lässt sich der Umzug vermeiden oder aber die Umzugskosten dem JobCenter aufdrücken - beides könnte gelingen (eine Meinung dazu).


Du meinst, der Allgemeinheit aufdrücken.

Wieso sollte die Allgemeinheit bezahlen, damit der Empfänger spart? Doch höchstens, wenn die Miete dadurch deutlich kleiner wird, als der Abzug. Aber bei der geringen Abweichung wird der Abzug wohl berechtigt sein.
 
@Miac: Zum Hartz-IV-Regelsatz werden ganz normal Heiz- und Mietkosten (ohne Strom) addiert, die das JobCenter per Gesetz zu zahlen hat. Gekürzt wurde der Mutter der Regelsatz, weil das Center die Wohnung für unangemessen hält. Wann eine Wohnung nicht angemessen ist, ist regional unterschiedlich - in einer teuren Großstadt werden höhere Mieten gebilligt als auf dem platten Land.

Nicht immer entscheidet ein JobCenter aber richtig. Nicht umsonst werden die Sozialgerichte überschwemmt von Klagen gegen entsprechende Bescheide und oft verliert die Arbeitsagentur, wenn natürlich auch nicht immer.
Obwohl die Miete innerhalb des zulässigen Rahmens ist und eine kleinere Wohnung (<=50m²) wohl mindestens ebensoviel kosten würde (250€ +NK)
Wenn durch einen Umzug der Mutter das JobCenter tatsächlich nichts sparen würde, könnte die Kürzung des Regelsatzes sehr wohl regelwidrig sein. Auf jeden Fall könnte es dann sehr gute Chancen geben, die Umzugskosten von der Mutter fernzuhalten, die dann nur entstünden, weil ein Amt sich an der m²-Zahl festhält, nicht aber an den viel wichtigeren Kosten. Nicht die Mutter würde hier Kosten verursachen, sondern das JobCenter! Es ist nichts Falsches daran, seinen Rechtsanspruch durchzusetzen.
 
Dass man sanktioniert wird, weil man in einer grösseren Wohnung lebt, habe ich persönlich noch nie gehört.

Dass ein Teil der Miete für den grösseren Wohnraum zugezahlt werden muss, man quasi die Mehrkosten für den zu grossen Wohnraum selber tragen muss das ist wohl so, aber Sanktionen deswegen?
Du solltest dir eventuell den Hartz-IV-Bescheid dazu ansehen, denn so richtig glaube ich das nicht.
Ja gut, man hat wohl auch schon Zimmer zugenagelt, damit der Wohnraum "angemessen" wird, also der Wohnraum wurde angepasst, das ist kein Witz.
Selbst wenn sie zuzahlen muss, dann würde das Amt doch wohl einen Umzug in eine kleinere Wohnung verlangen oder befürworten und dann dürfte sie doch nicht die Umzugskosten selber tragen müssen?

Wie gesagt, von einer Sanktion wegen zu grossem Wohnraum habe ich noch nie etwas gehört und wenn das so ist, ist das eine Sauerei. Regelsatz (Existenzminmum) muss Regelsatz bleiben, sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Sollte das dem Amt nicht passen, dann sollen sie einen Umzug befürworten und die Umzugskosten wenigstens darlehensweise übernehmen.

Wirklich traurig, wenn das wahr ist.
 
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