Netzteil defekt?

P

pcdoc2000

Gast
Hallo,

Bei einem meiner Rechner hat sich über Nacht irgendwas verabschiedet. Der Rechner lief schon einige Jahre so und das ohne Probleme. Der Rechner wurde nicht bewegt, oder irgendwas daran geändert. Gestern runtergefahren und heute startet er nicht mehr. Es tut sich garnichts, nichtmal ein Lüfter läuft an. Einziges Lebenszeichen ist, dass auf dem MoBo eine LED recht schnell blinkt. Dazu hab ich schon einges gefunden, es waren aber durchwegs unterschiedliche Ursachen die Begründung dafür, weshalb es die Suche etwas eingegrenzt hat, aber nicht wirklich eine konkrete Antwort gab.

Ich habe sehr stark das Netzteil unter Verdacht (be Quiet 500W etwa 4-5 Jahre alt). Ausgebaut, in anderen Rechner rein (der natürlich sonst funktioniert) und selbes verhalten! Nur die LED am MoBo blinkt und der rechner lässt sich nicht starten, macht keinen Mux.

Gut, das deutet schon sehr auf das Netzteil hin, aber so leicht gebe ich mich nicht zu frieden. Hab das Netzteil ausgebaut und am Tisch versucht zum Laufen zu bekommen.... Siehe da es funktioniert perfekt. Läuft an und versorgt auch eine 60W 12V Lampe mit Strom! Ich hab alle stromführenden Kabel vermessen und sie liefern eigentlich das was sie sollen Sowohl 12V, 5V als auch 3V. Gemessen an allen wichtigen Steckern. Sowohl den ganzen 24 pin Stecker, als auch den anderen 4 PIN CPU Stecker. Die Stromversorgung für die Laufwerke brachten auch nichts ungewönliches zum Vorschein. Auch die 3V und die 5V Schiene liefern Strom unter Last.

Es gab einen einzugen Pin der 5V Schiene der etwas weniger liefert. Und zwar genau 5,00V und nicht wie die anderen 5,05V (ohne Last gemessen) Dieser 5V Pin befindet sich am 24 Pin Stecker auf der gegenüberliegenden Seite vom dem Sicherungshaken und ist der 4 Pin von unten. (+5VSB). Der liefert, wie er auch soll, Strom wenn das Netzteil nicht läuft, interessanter Weise sind es da 5,05V!

Wenn ich mich nicht irre versorgt genau dieser Pin die blinkende LED mit Strom, weshalb ich mir relativ sicher bin, dass das Problem damit in Zusammenhang steht.

Irgendwer eine Idee was ich da machen kann? Mal abgesehen von einem neuen Netzteil natürlich! ;)

mfg
Andreas
 
Wenn du nicht geschildert hättest, dass das Netzteil auch an einem zweiten Rechner nicht wirklich funktioniert, hätte ich auf einen Kurzschluss auf dem Mainboard von PC #1 getippt ^^

Aber für mich hört sich das ganz nach dem Netzteil an, welche Hardware nutzt du denn in PC #1?


Gruß,
Der Doc.
 
pcdoc2000 schrieb:
Nur die LED am MoBo blinkt und der rechner lässt sich nicht starten, macht keinen Mux.
Danke, reicht.

Das Netzteil bitte NICHT mehr mit Komponenten verbinden und es umgehend austauschen!

Diese Beschreibung ist völlig ausreichend, um mit 99,99%iger Sicherheit sagen zu können, dass das Netzteil defekt ist!
 
@Stefan: Da bin ich mir auch recht sicher, doch kannst du mit sagen was daran defekt ist? Nachdem es so noch funktioniert (auch unter Last), konnte es hoffentlich nur eine Kleinigkeit sein die eventuell reparabel ist.

Ein neues Netzteil ist schon bestellt, aber als Reserve bzw für einen anderen Rechner wäre es nicht schlecht.

Abgesehen davon bin ich von be Quiet Netzteilen echt enttäuscht. Ist das zweite was mir jetzt eingegangen ist! Oder besser gesagt das 3! Eines in meinen 2. Rechner, der nicht übermäßig viel in Betrieb war (grad nach Ablauf der Garantie natürlich...) Das zweite dann in den Rechner nach ein paar Monaten welches getauscht wurde. Dieses ist jetzt offensichtlich auch verstorben....

Naja, das nächste wird kein be Quiet mehr!

@Doc: bin nicht zu Hause, aber wenn ich es richtig im Kopf habe:

- M4A87TD-V EVO
- AMD Phenom II X4 955
- 8GB RAM, DDR3
- Geforce GTS 450
- 3x HDD + 1x SSD


Sonst ist nicht viel drinnen.

MFG
(der andere) Doc ;-)
 
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pcdoc2000 schrieb:
@Stefan: Da bin ich mir auch recht sicher, doch kannst du mit sagen was daran defekt ist?
Ich gehe davon aus, dass der Rechner permanent am Netz hing.
Entsprechend ist irgendwas im +5VSB Kreis kaputt.

pcdoc2000 schrieb:
Abgesehen davon bin ich von be Quiet Netzteilen echt enttäuscht. Ist das zweite was mir jetzt eingegangen ist! Oder besser gesagt das 3! Eines in meinen 2. Rechner, der nicht übermäßig viel in Betrieb war (grad nach Ablauf der Garantie natürlich...)
Und von welchen Geräten sprichst du genau?!

Straight Power E5, E6??
Dazu noch die ollen Blackline und Darkpower (Pro) P6??
 
Stefan Payne schrieb:
Ich gehe davon aus, dass der Rechner permanent am Netz hing.
Entsprechend ist irgendwas im +5VSB Kreis kaputt.


Naja, soweit war ich auch schon, aber was genau defekt ist würde mich interessieren und ob/wie man es reparieren kann.
Sollte ich es nicht reparieren können werde ich es wohl umbauen in ein reines 12V Netzteil. Das hat deutlich mehr A auf der 12V Schiene als mein aktuelles und eignet sich somit hervorragend für größere LiPo Akkus zu laden! Dann erfüllt es wenigstens noch diesen Zweck


Stefan Payne schrieb:
Und von welchen Geräten sprichst du genau?!

Straight Power E5, E6??
Dazu noch die ollen Blackline und Darkpower (Pro) P6??

Das alte aus dem 2. Rechner weiß ich nicht mehr, könnte aber ein E5 gewesen sein. Das aktuell verstorbene war ist ein E6.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...was sowas von klar war, dass es ein E5 und E6 gewesen sein muss...

Weil die Teile sind echt nicht toll, liegt an dem Layout und den verwendeten Komponenten. Die Teile waren einfach mies, aber das betrifft alle FSP Netzteile, die auf einer ähnlichen Plattform aufbauen...

Daraus hat man aber gelernt und verwendet größere Kondensatoren z.B.
 
So, für die die es interessiert, das Netzteil läuft wieder. Reparaturkosten 93 Cent und da war ich so verschwenderisch und hab 2 zusätzliche Kondensatoren vorsorglich getauscht! ;)

Sollte jemand das gleiche Problem haben (Beschreibung siehe oben) und nicht bereit sein das Netzteil einfach zu entsorgen:
So wie es ausschaut, war es der lila Kondensator (2200µF 6,3V) direkt neben dem Kabelstrang (beim Austritt aus dem Gehäuse), obwohl er rein optisch ok war. Vorsorglich wurden noch die beiden grünen (2200µF 16V und 100µF 25V) zwischen den Kühlkörpern getauscht, da sie oben ganz leicht aufgebläht waren (kein Austritt des Elektrolyts).

Jetzt darf das ach so böse L6 noch etwas weiter leben, seinen Dienst in meinem 2. Rechner leisten und damit vielleicht eine anständige Lebensdauer erreichen. Wäre schade gewesen es zu Entsorgen!

mfg
Andreas
 
Glückwunsch zur erfolgreichen Reparatur. Schön wenn alles wieder funzt. Ich persönlich würd mich an Netzteile nicht ran wagen.
 
...zumal man auch brauchbare sog. Low ESR Kondensatoren zur Intandsetzung von Netzteilen braucht, bei denen einer idR über 50cent kostet...
 
Lieber Stefan,

Wie immer freue ich mich über deine Kommentare, auch wenn sie offensichtlich meistens recht offensiv sind und nicht zwangsweise irgendwas zum Thema beitragen...

Es sind Low ESR Kondensatoren! Auch wenn ich mit Yageo Kondensatoren nicht unbedingt nur gute Erfahrungen gemacht habe, konnte ich kurzfristig nichts anderes bekommen. Yageo steht den original verwendeten Teapo in nichts nach und sind von der Qualität etwa gleichwertig.

Das deutlich größere Volumen der neuen (bei sonst gleichen Werten) und die Tatsache dass sie 7 Jahre mehr Entwicklung drin stecken, deuten ziemlich darauf hin, dass der ESR (deutlich) niedriger ist als bei den ursprünglich verwendeten Teile.

Wobei bei so einem Netzteil ein niedriger ESR eher zu einer längeren Lebensdauer beiträgt als in der Funktion irgendwas zu bewirken (eventuell würde sich der Wirkungsgrad minimal erhöhen, jedoch müssen dafür andere Sachen auch noch stimmen). Speziell die CPU und der Bus (da sehr hohe Taktraten) haben dafür am MoBo (möglichst knapp am Verbraucher) Low ESR Kondensatoren um die Leitungslänge zwischen Kondensator und Verbraucher möglichst gering zu halten. Die sind dann meist noch mehrere parallel geschaltet um die Geschwindigkeit noch weiter zu steigern und den Anforderungen von aktuellen CPUs nach zu kommen. Das erklärt auch die oft sinnlos erscheinenden Reihen von Kondensatoren neben dem CPU Sockel.

@Mick32: Danke! Es ist nicht das erste Netzteil, dass ich repariert habe, aber das erste mit dem Fehler. Grundsätzlich ist da nicht viel dabei, aber man sollte schon ein paar Sicherheitsregeln beachten. Bei einem Materialeinsatz von ca. 1€ lohnt sich der Versuch. Mein erstes Netzteil hab ich vor etwa 15 Jahren zerlegt und versucht zu reparieren. Das ist gründlich in die Hose gegangen und ich bekomme auch jetzt nicht alle wieder hin, aber etwa jedes 2. oder 3. was ich mir anschaue lässt sich wieder hin bekommen, da es nur an defekten Kondensatoren liegt. In den meisten Fällen baue ich ältere Netzteile aber um und zweckentfremde sie als Spannungsquelle für andere Sachen. Auf Grund der doch öfter wechselnden ATX Standards sind ältere Netzteile heute kaum noch zu gebrauchen in aktuellen PCs. Aber wenn man noch einen passenden Rechner in Betrieb hat und den auch noch weiter betreiben möchte, kann es durchaus Sinn machen es mal zu versuchen.

mfg
Andreas
 
pcdoc2000 schrieb:
Es sind Low ESR Kondensatoren! Auch wenn ich mit Yageo Kondensatoren nicht unbedingt nur gute Erfahrungen gemacht habe, konnte ich kurzfristig nichts anderes bekommen. Yageo steht den original verwendeten Teapo in nichts nach und sind von der Qualität etwa gleichwertig.
Ist mir alles bekannt.
Du hast aber nicht geschrieben, welche Kondensatoren du jetzt eingesetzt hast, nur dass es andere sind.

Das letzte mal, als jemand Kondensatoren getauscht hat, hat der auch 'General Purpose' Kondensatoren für die CPU Stromversorgung verwendet, von daher muss man schon skeptisch sein, wenn die Serie vom Kondensator nicht angegeben wurde...


Oh und by the way gibt es 2200µF/16V Teapo SY für gerade mal 27cent oder so bei Conrad - nutzt dir aber nix, da du die Kondensatoren da nicht einlöten kannst, denn hier hat man sehr viel 8mm Müll verwendet, der deutlich niedrigere Haltbarkeitszeiten denn die 10mm oder, bei manchen Herstellern, gar 12,5mm Typen hat.
 
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