2-3 Jahre alte gebrauchte e-Autos gehören auch gesponsert, denn oftmals sind e-Auto Verkaufszahlen nur mit Leasingfahrzeugen künstlich gepusht worden. Im Detail hat man mit e-Autos viel Freude, muss aber auch ggf. mit einigen anderen Verhaltensweisen und leider auch höheren Kostenfaktoren rechnen.
Dass man aber wegen des kräftigeren Vortriebs einen stärkeren Reifenabrieb hat, die Vollkasko um einiges teurer als bei Verbrenner ist und die Werkstattstunde bis zu 600 EUR nach Ablauf der 2 Jahre Werksgarantie für komplexere Analysen kosten kann, davon sprechen viele Tester nicht.
Meine Recherchen und eigene Erfahrungen haben folgendes ergeben bzw. lebe ich das aktuell mit einem elektrischen Audi.
Die Batterie selbst hat zwar meist 160 000 km bzw. 8 Jahre Garantie, aber nur für Totalausfälle oder größere Fabrikationsschäden, welche eher selten sind. Die Hersteller winden sich aber bei kleineren Dingen eher raus.
Speziell neuere Fahrzeuge haben bessere Monitorings an Board als Softwarestände bei der Erstauslieferung, so dass man beim Gebrauchtkauf immer auf eine aktualisierten Softwarestand pochen sollte, womit ein e-Auto auch selten stehen bleiben wird (seit Verkaufsbeginn wurde da viel optimiert) oder gar ein Hochvoltbatterie Vorfall mit möglichem Brand meist schon vorher sich als Warnung ankündigt. Alle Rückrufaktionen sollten zudem dokumentiert durchgeführt worden sein, denn auch da gehen Autohäuser wegen der Masse der Fahrzeuge oftmals schlampig um.
Unvollständig bleibt auch oft, dass es nicht nur um sinkende Reichweite wegen der Kälte im Winter geht, sondern dass die Batterie regelmäßig eher nur im 20 - 80% Bereich mit geringer 11 KW Garagenladung versorgt werden sollte, um die Lebensdauer zu schonen. So werden aus angeblichen 480km Reichweite im Winter schnell mit 80% knapp 300km und belässt man alles meist über 20% kann man eben in diesem Zwischenbereich nur knapp 200 Kilometer fahren.
Regelmäßige Highspeed Ladungen jenseits der 22KW oder alles unter 20% bzw. über 80% verschleißen die Batterie durchaus stärker um ca 1,4% pro Jahr, während 11KW Ladungen als Gegenvergleich 0,4% Lebensdauer (pro Hersteller und Batterie sicherlich schwankend) kostet - ich empfehle sich die Batterie Lebensprozente von einem Gebrauchten zertifiziert auslesen und bestätigen zu lassen und je mehr man seine Batterie pflegt (Garagenparken sicherlich wegen weniger Temperaturschwankungen vorteilhafter), um so länger hält sie!
Vieles wird durch Kurztester (Hauptsache Abrufzahlen generieren), von Leasingnutzer ohne Rücksichtnahme auf Langlebigkeit oder Markenfreaks dermaßen gehypt oder verfälscht, dass man einiges nur mit viel Mühen zwischen den Zeilen herausbekommt.
Vom Fahrgefühl kann ich sagen.
Ich war immer ein Freund von Motorensounds bzw. Verbrennern und habe dem e-Auto Skepsis entgegen gebracht.
Wer aber einmal eine gleichmäßigere Megabeschleunigung plus Luftfederung erlebt hat, der will nicht mehr zurück und auf der Autobahn nur zwischen 130 - 150 km/h längerfristig maximal zu fahren wird bei der heutigen Verkehrsdichte schnell zur Gewohnheit.
Man sollte generell berücksichtigen, ob man eine Wallbox zu Hause hat und eher im Nahverkehr unterwegs ist, womit vieles leichter wird. Die Ladeplanung kann nervig sein, wenn man öfters Langstrecken fährt, denn die Ladesäule ist selten da wo du genau hin willst oder hat oftmals nur veralteten 22KW mit langer Ladezeit aber länger parken nach voll gewordener Aufladung darfst du wegen Strafzahlungen bzw. über Nacht trotzdem nicht. Jeder Hersteller hat aber mittlerweile Apps mittels welcher man aber einiges Zeit gesteuert und für die eigenen Bedürfnisse angehen kann.
Würde das Laden überall schneller gehen und hätte man wechselbare standardisierte Akkus als Pflicht, würden mehr Käufer zugreifen. Aktuell verliert man zudem bei fast allen Marken 40-60% auf den e-Auto Neupreis und damit muss man erst einmal klarkommen, weshalb vor allem die Gebrauchten immer mehr interessant werden.