Blutschlumpf schrieb:
Du bringst mich da auf eine Idee, man könnte auf die GEZ noch Mehrwertsteuer zahlen, keine halben Sachen
Auf öffentlich-rechtlich erhobene Gebühren kann man keine Mehrwertsteuer zahlen. Oder schonmal einen Strafzettel bekommen, bei dem die Mehrwertsteuer ausgewiesen war?
Und nocheimal: die GEZ ist lediglich die GebührenEinzugsZentrale ... ihr zahlt/zahlt nicht die
Rundfunkgebühren, die von den Rundfunkanstalten (MDR, BR, HR, SWR, RBB, RB, NDR, etc.) erhoben werden. Die GEZ ist nur für die verwaltungsseitige Abwicklung zuständig. Niemand zahlt 'GEZ' ... man zahlt Rundfunkgebühren. Das sollte man schon korrekt formulieren, wenn man etwas dagegen hat.
Im übrigen hat jedermann in Deutschland das
Recht auf ein unabhängiges (im Vergleich zu den werbe- und interessenfinanzierten Privatsendern) Informationsangebot, dass jeder gesellschaftlichen Gruppe Zugang gewährt und nahezu jede gesellschaftliche Gruppe zu Wort kommen lässt. Freilich muss ich dieses Angebot nicht nutzen, wenn es mir nicht gefällt. Vorgehalten werden muss es trotzdem, weil es für die Allgemeinheit notwendig ist. Die Steuern des Radfahrers fließen auch in den Autobahnbau, der Pazifist finanziert die 'Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch', der Almbauer hat seinen Anteil an der zu bauenden Fehmarnbeltbrücke, der Bauer aus der Altmark finanziert die Deicherhöhung auf Nordstrand. Und das alles, ohne konkret selbst einen Nutzen zu haben.
... Könnte man da bei der EU Klagen wegen Wettbewerbverzehrung. Denn keine andere Sende Anstalt hat ihr Geld so Sicher wie die ÖR in Deutschland. Das ist doch ein Nachteil für alle anderen Anstalten. ...
Zum einen sind die 'privaten Fernsehsender' keine "Anstalten des öffentlichen Rechts", zum anderen sind Rundfunkgebühren ein bewährtes weltweit verbreitetes Mittel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren. Gugst du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rundfunkgebühren
Zur medialen Grundversorgung gehört nunmal auch die Unterhaltung. Und das nicht nur für Computernutzer aller Culeur, sondern auch für unsere älteren Mitbürger (die von den Privaten auf Grund des mangelnden Werbepotentials zumeist vernachlässigten), für die an Opern- und Konzerten Interessierten, für die Menschen die gern Bundestagsdebatten verfolgen, für Menschen die sich gern mit Kultur beschäftigen. Die Privaten können es sich leisten, Sparten zu bedienen ... weil die Öffentlichen die Grundversorgung sicherstellen. Da soll es ja auch keinen Wettbewerb geben - für den Wettbewerb sind die Privaten da. Der Markt kann viel regeln, aber der Markt ist die ziemlich unsozialste Einrichtung unserer Welt, denn der Markt kennt weder Moral noch Gemeinwohl.
Wer die fallende Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehns bemängelt (was jedermanns Recht ist), sollte doch einfach mal kritisch die 'Qualität' des privaten Rundfunks analysieren. Meiner Meinung nach dauert es noch lange, bis die ÖRRS auf dieses weitenteils herrschende Niveau herabgesunken sind. Das Deutschlandradio ziehe ich auf meinen täglichen drei Stunden im Auto jedem 'Antenne XY' Sender mit Endlosschleife vor. ^^ Und tue nebenher noch etwas für eine umfassende Bildung. Schließt doch nicht nur von euch auf die Gesamtheit. Nur weil IHR die ÖRRS nicht schaut, bedeutet das noch lange nicht, dass sie "niemanden interessieren". Irgendwie sehen das fast 40% der deutschen Fernsehzuschauer anders.
Das Gebühren erhoben werden, ist weniger der strittige Punkt. Ich zahle genauso die Grundgebühren für Abwasser- und Müllentsorgung (da gibt es einen AnschlussZWANG), auch wenn ich nur biologisch abbaubare Verpackungen nutzen würde, ein Plumpsklo im Garten stehen hätte und im Gartenteich badete. Trotzdem zahle ich die Gebühren für die Menschen, die diesen "Luxus" nicht haben. Und von den Gebühren wird das 'arme Schwein' an die Wasser- und Abwasserversorgung angeschlossen, dass einsam und allein 10 Kilometer vom nächsten Dorf entfernt wohnt. So ist das nunmal mit der Umlagefinanzierung. Alle Tragen zum Wohl der Gemeinschaft bei, auch wenn nur ein Teil tatsächlich davon profitiert.
Was man gern kritisch hinterfragen kann ist die Höhe der Gebühren. Persönlich halte ich 18 Euro für zu hoch, genauso wie ich 18 Euro Monatsentgelt für einen Kabelgrundanschluss für ungerechtfertigt halte. Gegen 10 Euro im Monat hätte ich überhaupt nichts einzuwenden - für 10 Euro kann ich mir 2 Filme auf DVD anschauen oder 10 Tageszeitungen kaufen ... da habe ich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk doch deutlich mehr. Zehn Euro sind für den Informations- und Unterhaltungswert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wirklich angemessen.
Der richtige Weg für die Zukunft ist, eine
"Rundfunk- und Kulturpauschale für elektronische Medien", die vom Radio- und Fernsehempfang über die Internetnutzung alles abdeckt. Oder eine Steuerfinanzierung ... die würde ja zumindest unsere gebeutelten Studenten, Leistungsempfänger und Geringverdiener entlasten.
- Harold, bekennender ÖRR-Schauer und grummelnder Rundfunkgebührenzahler
P.S.: Es hat sich bisher noch in jeder Diskussion als fruchtbringend erwiesen:
... sachlich mit Argumenten anstatt hohlen Phrasen zu hantieren
... einen freundschaftlichen, beleidigungsfreien Ton zu pflegen
... kindische Beschimpfungen zu unterlassen
... sich zumindest zu bemühen, Grammatik und Rechtschreibung in der Nähe der anerkannten Normen zu halten
... zumindest die Möglichkeit offen zu lassen, die eigene Position auf Grund von Argumenten zumindest ein klitzekleines Stück verändern zu können.
Wer das nicht kann, nunja ... der ist diskussionsunfähig.