Du hast noch 3x den EX8000, sehe ich das richtig?
Falls dein Aufnahmeraum nicht zu weit vom Regieraum entfernt ist, könntest du als günstige Lösung zwischen den beiden Räumen 4 (16 Channel I/O) oder 6 (24 Channel I/O) ADAT-Kabel verlegen. Als Audiointerface käme dann die
RME HDSPe RayDAT in Frage. Nachteil ist, dass du dich zwischen niedriger Samplerate (44.1/48 KHz) bei voller Kanalanzahl und höherer Samplerate bei niedriger Kanalanzahl entscheiden mußt - falls die EX8000 überhaupt die Übertragung im S/MUX Standard erlauben.
Eine ebenfalls recht günstige Alternative wäre es, für die benötigten Verbindungen zu den EX8000 für jeden Kanal AES/EBU-Kabel zu verlegen und als Audiointerface 2x
RME HDSPe AES zu kaskadieren.
Die Kabel könnte man in mehrere
Multicores bündeln, wobei es die glaube ich auch in länger gibt. Damit wären dann auch 24Bit/192KHz möglich. Eventuell mußt du dir noch Gedanken um die Wordclock machen - ich weiß nicht ob sich die EX8000 zuverlässig auf einen AES/EBU Input syncen lassen. Falls nicht bräuchtest du einen Wordclock Verteiler oder einen externen Wordclock Generator.
Soweit ich weiß lassen sich in der Routingsoftware von RME Kanäle nicht zwischen den kaskadierten Karten hin und her routen - nur zwischen den Anschlüssen einer Karte ist alles flexibel. Ich bin mir da aber gerade nicht 1000% sicher, müsste man nochmal nachschauen... Auf jeden Fall kannst du den Umweg über die DAW gehen und auch die dort vorhandenen PlugIns für den Monitor-Mix nutzen. Vorrausgesetzt du hast einen sauber konfigurierten Audiorechner (Stichwort DPC Latency) und du setzt nur Plugs ohne Eigenlatenz ein, erreichst du eine Gesamtlatenz über die AES/EBU I/Os von knapp über 2ms. Dazu kommen natürlich noch die Wandlerlatenzen der EX8000. Das ganze funktioniert je nach Rechner auch bei ordentlich PlugIn-Last. In diesem Punkt ist die HSDPe Serie von RME der Goldstandard. Ich habe selber so schon mehrmals live eine Band abgemischt (HDSP PCI + Digiface + Yamaha 02R, wobei das 02R nur noch als Faderpult gedient hat um mal schnell ein Signal lauter/leiser zu drehen)
Was die Zuverlässigkeit angeht kann ich auch nur gutes berichten, man merkt vom Audiointerface nichts - es funktioniert einfach. Das einzige was gelegentlich den Treiber zum Abstzurz bringt, ist das Umstellen der Audiobuffer/Latenz unter hoher CPU-Last. Aber das funktioniert bei anderen Interfaces auch nicht. Man muß es nur wissen - so oft spielt man da ja nicht rum.
Die Lösung über das Dante Netzwerk soll auch recht zuverlässig klappen, wobei ich da persönlich keine Erfahrungen mit habe. Die Latenzen sollen mit der
Focusrite RedNet PCIe Card ebenfalls unter 3ms möglich sein, wobei immer noch die Frage ist ob diesbezüglich Router und Switches im Netzwerk eine Rolle spielen. Auch ob bei niedrigster Latenz eine brauchbare Plugin-Last möglich ist, kann ich dir nicht sagen. Auf der Seite
www.dawbench.com (die diesbezüglich als Referenz gilt) bin ich zur Focusrite-Lösung nicht fündig geworden. Hier müsstest du mal in anderen Foren (
www.gearslutz.com /
www.kvraudio.com /
www.soundonsound.com/forum) schauen ob sich da jemand auskennt.
Wenn du dann allerdings noch 3-4 Focusrite RedNet Wandler für deine I/Os brauchst kommst du schon fast an die 10.000€ Grenze.