Cola einfach trocknen reicht nicht, der Zucker und die Säure in dem Zeug zieht IMMER Wasser an und sorgt so munter für anhaltendem Kriechstrom. Schlepper auseinanderbauen und destilliertes Wasser sind die einzigen Möglichkeiten die halbwegs helfen können. Danach müssen die Dinger ewig trocknen. Lösungsmittel wie Isopropanol helfen an der Stelle übrigens nicht großartig. Zucker ist dummerweise damit nicht lösbar und der Zucker ist der Übeltäter (neben der recht agressiven verwendeten Säure). Trocknen muss die Kiste übrigens danach immer noch sehr Lange. Wobei ich eine (reichliche) Woche bei 20-25°C empfehle. 48Stunden (selbst auf der Heizung, was nicht besonders gut für die Hardware ist) reichen lange nicht, außerdem sollte die Hardware gründlich abgetrocknet werden. In Zif-Sockeln steht das Wasser dann immer noch eben so wie unter anderen Kleinteilen (Zwischen Chip und Platine hält sich ewig Wasser, besonders wenn an der Stelle nicht gründlich genug gespühlt wurde und damit der Zucker das Wasser fein bindet -.-). Oft helfen für solche Zwischenräume saugfähige, nicht fasernde, unter Nässe reisfeste Papiersorten die zudem noch dünn genug sind unter die einzelnen Bauteile zu passen (oft nur in sehr dünnen Streifen an den Ecken der Chips einführbar, da ja ansonsten die Pins stören, bei Chips, die keinen Pingranz haben hilft nur noch mehr trockene Luft bei 30°C und noch mehr Zeit).
Alles in Allem ist eine Spühlung der Hardware ohne größerem Erfahrungsschatz und größeren Mengen destilliertem Wasser kaum möglich. Entkalktes Wasser kann zwar auch gehen, muss aber nicht und wie gesagt sind Isopropanol und andere Sachen auch eher unergibig.
Der Tip kommt aber bestimmt schon zu spät, da dein Laptop genug Zeit hatte Elektronen über leitende Colareste dort hin zu schicken wo sie den potentiell größten Schaden anrichten können.
Was die korrodierende Wirkung von Wasser angeht, destilliertes Wasser ist deutlich besser als Cola, wenn man also die Chance hat Satan mit nem kleineren Übel aus zu treiben, dann sollte man das wohl tun. Problem ist nur, dass destilliertes Wasser die Angewohnheit hat, alles was halbwegs in Wasser lösbar ist (Alles ist in Wasser in bestimmten Mengen Lösbar und wenn nichts Besseres da ist als Komponenten der verwendeten Legierungen+Plasten, dann müssen die dran glauben. Dementsprechend sollte der Tauchgang nicht zu lange dauern (aber auch nicht zu kurz). Das unedleste Metall ist ja oft die Lotlegierung, selbige wird netterweise aus diesem Grund oft mit konservierenden Mitteln behandelt (oder legiert), das entschärft die Sache etwas (für reines H2O, Cola bzw. dessen saure Bestandteile juckt dieser Schutz nicht die Bohne!))
Trick zum gründlichem Trocknen: Wenn die Komponenten 3-5Tage getrocknet wurden, kann man die Komponenten Einzeln in Tüten packen und mit diesen Silkatpäckchen versehen (mehr ist besser). Diese reduzieren in ordentlich abgeschlossenen Tüten (stabile Mülltüte mit Knoten als Verschluss) die Luftfeuchtigkeit auf ein sehr geringen Wert. Tauscht man die Tütchen etwa aller 12h so sollte das die letzten Wasserreste innerhalb von 2-3 Tagen getrocknet sein. Die gebrauchten Silikatsäckchen kann man gut auf einer Heizung trocknen (Backofen und ähnliches empfehle ich nicht, wie für die meisten Kunststoffe gilt, dass irgendwann eine chemische Zersetzung beginnt, was im Zweifelsfall größere Schäden als defekte Hardware hervor bringt).
ACHTUNG: HDDs, Laufwerke, Displays aller Art sind auf diese Weise NICHT zu behandeln.
PS: 1-10l Kanister destilliertes Wasser gibt es im Großhandel. Zumindest beschaffte ich mir dort recht günstig dieses Zeug. Mittlerweile hab ich selber eine Destillierer
