"Übrig bleiben nur noch zwei Extreme mit jeweils extrem voneinander abweichenden Leistungsprognosen für den NV30. Sollte der NV30 mit 256bittigem DDR-Speicherinterface und 500 MHz Speichertakt antreten, wird dies allein aufgrund der überlegenen Bandbreite von 29,8 GB/sec gegenüber den 18,5 GB/sec einer Radeon 9700 Pro ausreichen, diese mit weitem Abstand zu überflügeln (dort wo dies möglich ist - bei Anti-Aliasing und anisotropen Filter sowie superhohen Auflösungen). Doch trotz, daß die Herbst-Chips von 3Dlabs, ATi und Matrox allesamt mit 256bittigem DDR-Interface angetreten sind, ergibt sich immer noch die Möglichkeit, daß nVidia es diesen nicht gleichtun wird ...
... Denn nach wie vor gibt es einige, die stur :-) beim NV30 auf ein 128bittiges DDR-Speicherinterface tippen - und so abwegig ist dieser Gedanke auch gar nicht. Es hört sich zwar weniger sexy als ein 256bittiges DDR-Interface an, jedoch läßt sich dessen Vorsprung durchaus ausgleichen. Bei 128bittigem DDR-Speicherinterface sowie 500 MHz Speichertakt und damit 14,9 GB/sec Bandbreite würde eine NV30 nur wenig (24 Prozent) hinter einer Radeon 9700 mit 18,5 GB/sec zurückliegen. Jenen 24 Prozent Differenz kann nVidia nun mit zwei Argumenten entgegentreten: Zum einen ist ein 128bittiges nVidia-Interface effizienter als das 256bittige ATi-Interface ...
... Denn beide sind 4fach unterteilt, was bei nVidia 32 Bytes und bei ATi 64 Bytes als kleinste Einheit ergibt - der "Verschnitt" ist also bei ATi auf jeden Fall größer. Und desweiteren kann man nVidia durchaus zutrauen, wie schon bisher eine effizientere Bandbreiten-Schon-Technologie als ATi auf die Beine zu stellen - bisher lag nVidia bei Generations-gleichen Chips diesbezüglich immer vorn. Zusammengenommen könnte nVidia diese 24 fehlenden Prozente Bandbreite also durchaus aufholen, so daß ein 128bittiges Speicherinterface beim NV30 kein Nachteil sein muß. Die Leistungs-Voraussage bei einem 128bittigen DDR-Speicherinterface beim NV30 sieht damit jedoch gänzlich anders aus als jene bei einem 256bittigen Interface ...
... Mit einem 128bittigen Interface wird der NV30 andere Argumente für sich finden müssen - die überlegene Speicherbandbreite wie bei den GeForce2 und GeForce4 Ti Serien ist dann nicht mehr gegeben. Ob dafür das erwiesenermaßen höhere Feature-Set (wird nur in TechDemos ausgenutzt) oder die höhere Rendering-Power (zumeist nicht benötigt) des NV30 ausreicht, bezweifeln wir derzeit. Falls nVidia hier nicht noch einen Joker in der Hinterhand hat, wird der NV30 mit 128bittigen Speicherinterface nicht schneller als die Radeon 9700 sein können. Zusammengefaßt: Bei 256bittigem Interface futtert der NV30 die Radeon 9700 zum Frühstück, bei 128bittigem Interface gibt es einen Gleichstand. Welche von beiden Varianten eintreten wird, möchten wir aber lieber nicht orakeln :-)."