News Offene CPU-Architektur: ARMs FUD-Kampagne gegen RISC-V zurückgezogen

Volker

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#1

scornthegreat

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#3
Pfui. Immer wieder ekelerregend wie große, mächtige Konzerne gegen aufstrebende Mitbewerber agieren (Das hier ist ja, um dem die Krone aufzusetzen, Open-Source und ohne Gewinnabsicht!)
 

Teralios

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#6
Volker, an einer Sache muss ich dich mal etwas kritisieren (das erste mal. Ansonsten sind deine Artikel meist echt top): "Sicherheitslücken auch nicht gefeilt ist: Spectre und Meltdown sind auch bei ARM ein Thema, bei RISC-V hingegen nicht."

Man könnte hier vielleicht einen etwas falschen Eindruck erwecken. Natürlich ist Spectre und Meltdown auch bei ARM ein Thema, doch pauschal zu schreiben, dass es bei RISC-V kein Thema ist, ist etwas blauäugig.

Spectre und Meltdown ist nicht wirklich von der Befehlssatzarchitektur abhängig, als viel mehr von der eigentlichen Prozessorarchitektur. So sind ja In-Order-Designs allgemein nicht anfällig für diese Sicherheitslücken, während es Out-Of-Order-Designs durch ihre Vorhersagen als auch spekulative Ausführung durchaus sein können.
 
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#7
In der Tat sehr interessante Parallelen, danke! Offenbar befindet sich RISC-V gerade noch in der gleichen Phase wie Linux vor 15 Jahren: Nur für absolute Enthusiasten zugänglich, viele Nachteile gegenüber kommerziellen Alternativen, die man in Kauf nehmen müsste. Aber ich hoffe, dass RISC-V sich durchsetzt und in weiteren 15 Jahren viele Endgeräte mit RISC-V CPUs existieren.
 

Teralios

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#9
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#11
Das ist aber eine sehr plumpe Vorgehensweise... Aber verständlich, ARM geht der Arsch auf Grundeis, schließlich geht es um ARMs Existenzgrundlage. Trotzdem nicht gerade elegant.

Ich würde mich freuen, wenn es einen guten Gegenpol geben würde.
 

Azuro

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#12
Wahrscheinlich wird es ARM dann wie Intel mit AMD machen. Und 999 $ für eine Risc V Platine ist noch sehr teuer. Mals sehen wie sich der Prozessor entwickelt.
 
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#14
War es nicht so das auch EU überlegt bei RISC_V massiv einzusteigen/ fördern für eine von USA unabhängige Hardware mit dem Endziel das damit auch PCs und Server laufen?
 
Zuletzt bearbeitet:

estros

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#15
Microsoft gegen Linux war ein anderer Kampf, kann man mMn nicht vergleichen, vor allem weil das Verhältnis Endkunde-OEM klein ist.
Bei ARM und RISC-V spielt alles nur im OEM Geschäft ab. Und daher sehe ich hier ARM schon echt bedroht, wenn Konzerne wie WD auf deren Entwicklung setzen werden.
Für uns Endkunden ändert sich an Wengisten, geringere Preise auf dem Papier jedoch. Wobei ich nicht genau beispielhafte Lizenzkosten kenne.
 

Teralios

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#16

Ozmog

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#18
Ich werde die Entwicklung von RISC-V mit Interesse verfolgen. Jede denkbare Konkurrenz im CPU-Bereich ist wünschenswert. Open-Source dazu noch viel mehr. Schade, dass meine bisherigen Linux-Versuche gescheitert sind, selbst als HTPC. Würde gerne da mehr drauf setzen, aber meist hängt es an Software-Support und DRM.
 

Yuuri

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#19
Der Endverbraucher sieht eh nichts davon. Und wenn wird alles je nach Hersteller inkompatibel sein.
 

Simon

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#20
Anfällig sind CPUs, die etwas spekluativ ausführen können.
Anfällig sind die CPUs, die etwas spekulativ in den Cache laden, ohne vorher die Zugriffsberechtigungen auf den Speicherbereich zu prüfen. ;)

Letztlich aber völlig korrekt. Ob In-Order oder Out-of-Order spielt bei den Anfälligkeiten keine Rolle.

Zitat von News:
Zumal ARM auch selbst nicht vor Herausforderungen dieser Art gefeilt ist: Im Server-Umfeld macht ausgerechnet die mangelhafte Software und das Ökosystem drumherum dem Vorhaben, den Kampf gegen x86 aufzunehmen, einen Strich durch die Rechnung.
Eigentlich sind die Softwarebinaries im Serverbereich mittlerweile nur noch ein kleineres Problem für die Verbreitung von ARM. Die großen Anbieter mit eigenem Softwarestack führen fast alles auf Basis von Standard-OpenSource aus oder haben ihren eigenen Code, den sie notfalls mit der Masse von Entwicklern entsprechen neu anpassen und kompilieren können. Für stumpfe Webapplikationsstacks oder CDNs gibt es mittlerweile fast alles für ARM.

Das Hauptproblem dürfte momentan eher sein, dass kaum ein ARM-Server-CPU-Bäcker länger als eine Generation durchgehalten hat oder überhaupt mal aus dem Status von Vorseriensamples hinaus gekommen ist. Die Liste an "gescheiterten" Projekten wird von Jahr zu Jahr länger. AMD, Applied Micro (X-Gene) haben alle die Backen richtig voll genommen und am Ende nur heiße Luft rausgepustet. Und selbst Big Player wie Qualcomm stellen jetzt offenbar die Bemühungen nach nicht einmal einer Generation ein. Der Centriq 2400 wurde groß gehyped, ist bis heute aber nicht am Markt angekommen und die QDT (Qualcomm Datacenter Technologies) wurde inzwischen um die Hälfte an Personal erleichtert und hat neben dem Chef auch einige andere aus den höheren Führungpositionen verloren.

Die Cavium ThunderX-Linie bleibt damit vorerst wohl so ziemlich der letzte Vertreter seiner Zunft aber kaum einer der größeren ODMs/OEMs, Integratoren und letztlich die größeren Kunden werden viel Zeit und Geld in die Technik investieren, wenn nicht absolut gesichert ist, dass nach dem ThunderX2 auch wirklich ein ThunderX3 und X4 kommen wird und der Markt länger als ein halbes Jahr bedient werden kann und bedient werden will. Außer Cloudflare, die momentan die Umstellung ihrer DDOS-Protection auf ThunderX2-Basis planen/prüfen hab ich sonst nichts weiter von größeren Projekten im ARM-Serverumfeld gehört. Vielleicht werden sich ein paar HPC-Installationen finden, aber dass dort plötzlich alles und jeder in die Richtung rennt, wage ich mal zu bezweifeln. Am Ende konnte die ARM-Server-CPU auch bei weitem nicht die Effizienzgewinne beim Stromverbrauch erzielen, die sich viele am Anfang erhofft haben. Aufgebläht auf 32+ Kerne, gesteigerte Taktfrequenzen, großer L3-Cache, massive Speichercontroller und reichtlich I/O kommen auch hier konstant TDP-Werte deutlich jenseits der 100 Watt zustande. Die Performance eines dicken Xeons plötzlich mit 50-60 Watt zu realisieren, war nichts als eine krude Illusion.

Vor 3-5 Jahren, wo der ARM-Server-Hype so richtig in aller Munde war, war die Situation auch noch eine etwas andere. Der Markt hat sich nach Alternativen zum Intel Xeon gesehnt, da Intel mit einem Marktanteil nahe der 100 Prozent die Preise über die jeweiligen Generationen zumindest für die Top-SKUs ordentlich in die Höhe getrieben hat. Jetzt gibt es theoretisch mit AMD EPYC einen durchaus schlagkräftigen zweiten Player am Markt, der x86-kompatibel ist und selbst für die größeren Modelle recht moderate Preise aufruft. Der Spielraum beim Preis ist nach unten ist dadurch für die ARM-Kisten so gering geworden, als dass dort jemals der immense Mehraufwand bei der Anpassung der Softwareinfrastruktur ausgeglichen werden kann.
 
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