Ryzen Pro 9000: AMD führt den 3D-Cache ins Profi-Segment
Mit sechs neuen CPU-Modellen erweitert AMD umfassend die für Geschäftskunden bestimmte Serie Ryzen Pro 9000. Erstmals kommen X3D-Modelle mit zusätzlichem L3-Cache zum Einsatz. Der Ryzen 9 Pro 9965X3D bildet mit 16 Zen-5-Kernen und 128 MB L3-Cache bei 170 Watt TDP die neue Speerspitze.
Vorstellung wurde bereits erwartet
Für regelmäßige ComputerBase-Leser kommt die Vorstellung der neuen Ryzen Pro 9000 durch AMD nicht allzu überraschend, denn im Vorfeld war zum Beispiel schon der Ryzen 9 Pro 9965X3D in einer Benchmark-Datenbank aufgetaucht. Später war dort auch der AMD Ryzen 7 Pro 9755 zu finden.
Doch jetzt stehen nicht nur die genauen Spezifikationen fest, sondern auch, dass es noch eine Reihe mehr Neuzugänge gibt.
16 Kerne und X3D für Ryzen Pro
Neben dem besagten Ryzen 9 Pro 9965X3D gibt es mit dem Ryzen 7 Pro 9755X3D ein weiteres Modell mit Zusatzcache. Dieses besitzt allerdings nur 8 Kerne und insgesamt 96 MB L3-Cache. Mit 120 Watt liegt die TDP deutlich niedriger.
AMD verspricht Geschäftskunden mit den X3D-Modellen bei schnelleren Datenzugriff bei komplexen Workloads wie Echtzeit-Visualisierung, Rendering und Simulationen.
By introducing AMD 3D V-Cache technology to select models, we’ve significantly increased cache capacity to accelerate data access and enable your end-users to achieve faster performance in complex, data-intensive workloads such as simulation, rendering and real-time visualization.
AMD
Einen weiteren 16-Kerner ohne Zusatzcache gibt es mit dem Ryzen 9 Pro 9965, der genauso hoch taktet wie der 9965X3D, allerdings lediglich 64 MB L3-Cache besitzt. Zuvor hatte es in der Serie maximal 12 Kerne beim Ryzen 9 Pro 9945 gegeben. Diese bietet nun auch der Ryzen 9 Pro 9955, der trotz identischen Taktraten eine mit 120 Watt statt 65 Watt beim 9945er-Modell erheblich höhere TDP besitzt.
Ein dreifaches 120-Watt-Upgrade
Beim genauen Hinsehen der Eckdaten zeigt sich, dass AMD im Grunde drei Modellen ein TDP-Upgrade von 65 Watt auf 120 Watt spendiert hat, während sich sonst nichts geändert hat. Dadurch wird aus dem Ryzen 5 Pro 9645 ein Ryzen 5 Pro 9655, aus dem Ryzen 7 Pro 9745 ein Ryzen 7 Pro 9755 und aus dem besagten Ryzen 9 Pro 9945 ein Ryzen 9 Pro 9955.
Diese Anpassung wirkt sich allerdings massiv auf das Leistungspotenzial aus, denn da die Prozessoren mit 120 Watt statt 65 Watt arbeiten dürfen, sind auch höhere Taktraten bei Last auf allen Kernen möglich.
| Architektur | Kerne/Threads | Takt Basis/Turbo |
L2 + L3 | TDP | iGPU | Preis | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| UVP (Start) | Preis (aktuell) | |||||||
| AMD Ryzen 9 Pro 9965X3D | Zen 5 | 16/32 | 4,3/5,5 GHz | 16+128 MB | 170 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 9 Pro 9965 | Zen 5 | 16/32 | 4,3/5,5 GHz | 16+64 MB | 170 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 9 Pro 9955 | Zen 5 | 12/24 | 3,4/5,4 GHz | 12+64 MB | 120 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 9 Pro 9945 | Zen 5 | 12/24 | 3,4/5,4 GHz | 12+64 MB | 65 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 7 Pro 9755X3D | Zen 5 | 8/16 | 4,7/5,2 GHz | 8+96 MB | 120 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 7 Pro 9755 | Zen 5 | 8/16 | 3,8/5,4 GHz | 8+32 MB | 120 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 7 Pro 9745 | Zen 5 | 8/16 | 3,8/5,4 GHz | 8+32 MB | 65 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 5 Pro 9655 | Zen 5 | 6/12 | 3,9/5,4 GHz | 6+32 MB | 120 W | ✓ | k.A. (? USD) | ? |
| AMD Ryzen 5 Pro 9645 | Zen 5 | 6/12 | 3,9/5,4 GHz | 6+32 MB | 65 W | ✓ | k.A. (? USD) | ab 379 Euro |
Pro steht bei AMD wie vPro bei Intel für zusätzliche Business-Features, vor allem eine verschärfte Sicherheit. Was die Prozessoren kosten, verrät AMD nicht öffentlich. Hin und wieder „verirrt“ sich aber ein Modell in den Endkundenhandel. Dort findet sich zur Stunde aber nur der ältere Ryzen 5 Pro 9645, der am unteren Ende der Produktpalette aktuell immerhin 380 Euro kostet.
Laut AMD sollen die neuen Modelle im zweiten Halbjahr 2026 erhältlich sein. Die Lenovo ThinkStation P4 wird als Workstation damit bestückt und soll im dritten Quartal den Markt erreichen.