OpenGL aktivieren für bessere Videobearbeitung?

Martinus33

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Hallo,
ich habe nun einige Male bei Rezensionen zur Ryzen 5700G gelesen, man solle OpenGL aktivieren. Das sei der Leistung für Videobearbeitung förderlich.

Laut Wikipedia ist OpenGL eine herstellerunabhängige, besonders "offene" Programmier-Schnittstelle speziell für 2D und 3D-Anwendungen. Offenbar also eine Art Software-Plattform, die "offen" andere Software integriert und so erst nutzbar macht. Damit hilft sie bei der Darstellung von 2D- und 3D-Bildern, aber auch bei anderen Aufgaben, je nach zugreifender Software. Es soll speziell die Geschwindigkeit erhöhen. speziell beim Rendern (Stichwort "HW-Beschleunigung").
Der Nachfolger sei Vulkan, so Wikipedia. Laut den technischen Daten bei Geizhals kann die 5700G sowohl OpenGL als auch Vulkan.

Ist das soweit richtig?
Oder was genau bewirkt ein aktiviertes OpenGL und/oder Vulkan speziell bei der Videobearbeitung und vor allem, wie aktiviert man das, im Schnittprogramm? Oder tut das jeder Standardtreiber für die APU, den man ohnehin braucht, sowieso ganz automatisch, ohne extra Aktivierung?
Betriebssystem wird Windows11 Pro sein.
 
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Martinus33 schrieb:
ich habe nun einige Male bei Rezensionen zur Ryzen 5700G gelesen, man solle OpenGL aktivieren. Das sei der Leistung für Videobearbeitung förderlich.
OpenGL ist eigentlich immer verfügbar und wird maximal bei der Darstellung von Videos oder Effekten interessant, wobei hier unter Windows eher auf DirectX gesetzt wird. Da gibt es auch nichts zu aktivieren oder deaktivieren, eine der beiden Schnittstellen wird immer zur Darstellung genutzt und das beschleunigt das Programm auch nicht sonderlich, sondern ist eine Grundvorraussetzung damit es überhaupt funktioniert. Meinst du stattdessen vllt OpenCL?

Ob und wie Hardwarefeatures genutzt werden, kommt auf das verwendete Programm an. Dahin sollte man die Frage konkretisieren. Man kann also nicht sagen, OpenCL beschleunigt generell die Videobearbeitung. Viele Programme ignorieren diese API komplett.

Die Frage wäre also korrekt:
Ich plane Videoschnitt im Programm XY, meine Videos sind das Format, die Größe und jede Auflösung mit dieser Bildwiederholrate. Ich arbeite viel mit VFX und Color Grading.

Ich habe diese Hardware.

  • Was muss ich einstellen damit ich mit der Hardware möglichst gut arbeiten kann
  • Welche Hardware würde sich ggf. besser eignen? Mein Budget ist folgendes.
 
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ghecko schrieb:
Meinst du stattdessen vllt OpenCL?
Die Rezensenten sprechen immer von OpenGL und das, was ich dazu im Eröffnungsthread bereits herausgefunden habe, betrifft ebenfalls OpenGL. Bei den technischen Daten zur 5700G bei GH steht auch nur OpenGL, nicht OpenCL: "OpenGL 4.5, Vulkan 1.0".

Also ich muss bez. OS nichts Besonderes tun, d.h., OpenGL wird in Win automatisch existieren, genau wie sein Pendant DirectX.
Und alles andere, also OpenGL konkret und praktisch einsetzen, geschieht dann im Schnittprogramm - oder auch nicht, weil es dort nicht angeboten wird.

ghecko schrieb:
Die Frage wäre also korrekt:
Ich plane Videoschnitt im Programm XY, meine Videos sind das Format, die Größe und jede Auflösung mit dieser Bildwiederholrate. Ich arbeite viel mit VFX und Color Grading.

Ich habe diese Hardware.

  • Was muss ich einstellen damit ich mit der Hardware möglichst gut arbeiten kann
  • Welche Hardware würde sich ggf. besser eignen? Mein Budget ist folgendes.
Ja, das klingt gut. Ich komme darauf zurück, wenn ich soweit bin und die nähere Arbeitsweise feststeht.

Im Moment wollte ich einfach nur wissen, ob und wie ich ein hilfreiches Feature namens "OpenGL" nutzen werden kann, weil es öfters erwähnt wird im Zusammenhang mit der AMD-CPU.
 
Martinus33 schrieb:
Die Rezensenten sprechen immer von OpenGL
Ja dann verlink doch mal eine solche Aussage im Kontext. Denn pauschal muss man OpenGL nicht aktivieren und es ist auch keine geheime WunderAPI, die speziell bei Videobearbeitung immense Vorteile bringt. Sie ist immer da, wenn ein Grafiktreiber installiert wurde und Programme nutzen sie zur Darstellung der Oberfläche und Grafiken. Aber eher unter Linux, Windowsprogramme nutzen Vorzugsweise DirectX. Unter MacOS ist es Metal.
Martinus33 schrieb:
Im Moment wollte ich einfach nur wissen, ob und wie ich ein hilfreiches Feature namens "OpenGL" nutzen werden kann
Es ist nicht hilfreich. Keine Ahnung wer dir diesen Floh ins Ohr gesetzt hat.
Was solche Programme teilweise deutlich beschleunigen kann sind Schnittstellen wie OpenCL, CUDA oder die Multimediaengines von Grafikprozessoren mit ihrer Hardwarebeschleunigung von Videocodecs. Das ist aber sehr selektiv bezüglich Programme, Codecs und Hardware. Bedeutet, man sollte sich erst auf Hardware festlegen, wenn man weiß, was mit welchem Programm bearbeitet werden soll. Pugetsystems hilft dann zb. dabei, die richtige Hardware für deinen Zweck ausfindig zu machen. Wenn es nur um hobbymäßigen 1080p Videoschnitt geht kannst du dir das aber sparen, damit kommt jegliche moderne Hardware klar.
 
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ghecko schrieb:
Ja dann verlink doch mal eine solche Aussage im Kontext. Den pauschal muss man OpenGL nicht aktivieren und es ist auch keine geheime WunderAPI, die speziell bei Videobearbeitung immense Vorteile bringt.
Es sind Rezensionen von Amazon, die ich nur ausschnittsweise in ein Textdokument kopiert habe. Ich habe sie nochmal angeschaut.
Von den Vieren sprechen tatsächlich drei von OpenCL, nicht OpenGL. Da bei den technischen Daten von GH nur OpenGL steht und kein OpenCL, habe ich mit dieser "Brille" im Kopf wahrscheinlich alle vier als OpenGL "falsch gelesen" und so im Gedächtnis behalten.
O.K., also OpenCL ist gefragt, nicht OpenGL, was eher so etwas wie ein funktioneller Standard ist, damit best. Grafiksachen überhaupt funktionieren.

Aber wieso erwähnen nun die vier und auch du OpenCL, wenn die 5700G-CPU das gar nicht kann? Zumindest steht bei den technischen Daten von GH nichts davon (nur OpenGL).

Kann das dennoch über manche Schnittprogramme implementiert werden, weil zwar nicht speziell die CPU, aber Win auch OpenCL irgendwie bereit stellt?
 
Martinus33 schrieb:
Aber wieso erwähnen nun die vier und auch du OpenCL, wenn die 5700G-CPU das gar nicht kann?
Wo erwähne ich, das sie das nicht kann? Die APU unterstützt auch diese API und die wird unter Windows normalerweise mit dem Treiber installiert. Nur wird OpenCL nur von sehr wenigen Programmen überhaupt genutzt und ist zudem Stiefmütterlich implementiert. Dazu kommt, das die OpenCL Leistung einer integrierten Grafik so niedrig ist, das der Task meist ohnehin auf der CPU schneller läuft. Man profitiert idr. also nicht wirklich von der OpenCL-Fähigkeit einer integrierten Grafik.

Was viele Programme allerdings nutzen sind die Encoder/Decoder der integrierten Grafik. Ob und wie man diese Funktion im Programm nutzen kann, kommt aber auf das Programm an.
 
ghecko schrieb:
Wo erwähne ich, das sie das nicht kann?
Nein, du erwähnst wie die vier OpenCL nur grundsätzlich als Beschleunigungsinstrument, ICH erwähne die 5700G als dafür offenbar nicht ausgelegt, weil wie gesagt OpenCL nicht bei den Specs der CPU steht, anders als OpenGL. Das war meine offenbar falsche Schlussfolgerung.

ghecko schrieb:
Nur wird OpenCL nur von sehr wenigen Programmen überhaupt genutzt und ist zudem Stiefmütterlich implementiert. Dazu kommt, das die OpenCL Leistung einer integrierten Grafik so niedrig ist, das der Task meist ohnehin auf der CPU schneller läuft. Man profitiert idr. also nicht wirklich von der OpenCL-Fähigkeit einer integrierten Grafik.
Hm, klingt eher so, als ob man im Schnittprogramm auf dieses feature dann lieber konsequent verzichten und es vergessen solle.
Genauer wofür sie das OpenCL erfolgreich aktiviert haben, erwähnen die 5700G-Rezensenten leider alle vier nicht, aber für irgendwas scheint es hilfreich gewesen zu sein. Ich vermute, für ein oder zwei best. Sachen hilft es etwas und deswegen haben es dann die Anwender prinzipiell aktiviert.

Haben die von dir erwähnten Encoder/Decoder der iGPU mit OpenCL so viel zu tun, dass diese von den Rezensenten gemeint gewesen sein könnten?
 
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Martinus33 schrieb:
Haben die von dir erwähnten Encoder/Decoder der iGPU mit OpenCL so viel zu tun, dass diese von den Rezensenten gemeint gewesen sein könnten?
Nein, die En- und Decoder sind ein separater Teil der GPU und haben nichts mit der Compute-Fähigkeit zu tun, die über OpenCL oder bei Nvidia über CUDA angesprochen wird.
 
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Seltsam, was die dann wohl gemeint haben mit einem empfehlenswerten OpenCL beim 5700G...

Wenn im Schnittprogramm von "HW-Beschleunigung" oder "OpenCL" die Rede ist, dann meint das dasselbe, kann man das so sagen?
 
Martinus33 schrieb:
Wenn im Schnittprogramm von "HW-Beschleunigung" oder "OpenCL" die Rede ist, dann meint das dasselbe, kann man das so sagen?
HW-Beschleunigung kann leider alles sein, von Videobeschleunigung durch die Decoder über darstellen der Oberfläche oder Effekte über DirectX oder OpenGL bis zu komplexem Color Grading und Bildstabilisierung über OpenCL oder CUDA. Das alles ist prinzipiell Hardwarebeschleunigung. Aber gerade für letzteres reicht die Leistung einer APU nicht wirklich, da müssen dedizierte Grafikkarten mit möglichst viel VRAM herhalten.
 
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Weil du den VRAM ansprichst. Laut den technischen Daten zur iGPU der 5700G bei GH ist der VRAM max. 16GB groß.
Im Bios gibt es eine Möglichkeit, diesen VRAM maximal einzustellen, also je nach System-RAM (bei mir 64GB) kann ich da vermutlich die technisch maximalen 16GB der 5700G ausnutzen und zuweisen.

Das müsste dann sowohl der "HW-Beschleunigung" generell als auch speziell OpenCL helfen, zumindest soweit, dass sich eine Aktivierung lohnt?
 
Ja, die APU holt sich so viel Grafikspeicher vom RAM wie sie gerade braucht (je nachdem wie viel überhaupt da oder nicht anderweitig belegt ist), aber das ist eben nur die Hälfte der Gleichung.
Viel VRAM allein hilft nichts, wenn die GPU dahinter zu wenig Compute-Leistung hat. Und das ist bei den APUs halt der Fall. Mehr als 4GB VRAM macht bei einer APU kaum Sinn.

Wer solche Szenarien hat (Bildstabilisierung, Color Grading, VFX), der muss sich bei seinem Programm der Wahl informieren, welche Hardware sich am besten dafür eignet. Generell gilt dann aber, das dies eine separate GPU erledigen muss. Beliebt ist zb die RTX3060, die hat vergleichsweise viel VRAM und dazu ausreichend GPU-Leistung. Und sie wird von den meisten Programmen mit solchen Funktionen gut unterstützt.
Und je höher Auflösung und Bildrate des Videomaterials, desto mehr VRAM wird empfohlen.
 
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ghecko schrieb:
Und je höher Auflösung und Bildrate des Videomaterials, desto mehr VRAM wird empfohlen
4K 30fps wird es bei mir max. sein, ansonsten keine prof. V-Bearbeitung, so dass neben professionelleren Programmen auch kleinere in Frage kommen, die Auswahl so gesehen also groß ist (wahrscheinlich Filmora oder Camtasia). Nur max. 30-minütige Tutorial-YT-Videos mit den üblichen Sachen (Übergänge, Texteinblendungen, Schnitt, einige wenige Effekte).

Schade, ich dachte, ich könnte mit viel RAM mehr "reißen" zum Thema HW-Beschleunigung, aber es wird wohl dennoch auch ohne GraKa und nur beschränkte HW-Beschleunigung und OpenCL für mich locker reichen. Und darauf kommt es an.
Wenn doch mal nötig, lässt sich die GraKa ja noch ergänzen. Bis dahin verzichte ich gerne darauf.
 
Wenn man beim Programm noch unentschlossen ist aber das ganze Ausbaufähig gestalten will ohne das die Kosten aus dem Ruder laufen, empfehle ich Davinci Resolve. Das ist extrem mächtig, in der Basisversion kostenlos nutzbar und die Studioversion ist fair bepreist, wenn es doch mal in den Professionellen Bereich geht. Und ohne Abo.
Kommt auch unter all den Programmen mit AMD-Hardware und OpenCL am besten klar.

Bevor du dir neue Hardware kaufst, 4K Videoschnitt muss man nicht in voller Auflösung betreiben. Die meisten Programme bieten Proxys an, das sind redundante Medien in niedrigerer Auflösung, die man zum Schneiden benutzt und erst beim Rendern am Ende werden die eigentlichen 4K-Dateien angefasst. Das spart extrem Rechenleistung und man kann auch mit schwächerer Hardware 4K-Videoschnitt betreiben.
 
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ghecko schrieb:
Wenn man beim Programm noch unentschlossen ist aber das ganze Ausbaufähig gestalten will ohne das die Kosten aus dem Ruder laufen, empfehle ich Davinci Resolve.
Das habe ich bislang nicht ins Auge gefasst, weil es mir zu komplex und lernaufwendig erschien, aber ich kann mir mal Tutorials nochmal anschauen.
Ich hatte mal gelesen, dass DaVinci AMD nicht unterstützt, weiß aber nicht mehr, worauf das genau bezogen war.
Komplizierter und aufwendiger als die beschriebenen Videos wird es ziemlich sicher nicht.

Jedes Jahr 300 EUR zahlen will ich nicht, einmalig o.k., unbedingt kostenlos muss es nicht sein.

ghecko schrieb:
Die meisten Programme bieten Proxys an, das sind redundante Medien in niedrigerer Auflösung, die man zum Schneiden benutzt und erst beim Rendern am Ende werden die eigentlichen 4K-Dateien angefasst.
Hat aber den Haken, dass man die Videos während der Bearbeitung nicht so sieht, wie sie tatsächlich aussehen werden. Für Videobearbeitung ist das ziemlich kontraproduktiv, außer beim Schneiden.
 
Resolve kostet auch nur einmalig und nicht jedes Jahr 300€ und mit Proxys kann man sehr viel machen, die sehen besser aus, als du dir das wrsl vorstellst, sind aber einfach in einem Codec, der für das Schnittprogramm weniger rechenintensiv ist.
 
Martinus33 schrieb:
Hat aber den Haken, dass man die Videos während der Bearbeitung nicht so sieht, wie sie tatsächlich aussehen werden. Für Videobearbeitung ist das ziemlich kontraproduktiv, außer beim Schneiden.
Auch Proxys sehen aus wie das Originalmaterial - das ist eine gängige Praxis bei allen Spielfilm, Serien und Kinoproduktionen.
 
Lord Gammlig schrieb:
Proxys kann man sehr viel machen, die sehen besser aus, als du dir das wrsl vorstellst, sind aber einfach in einem Codec, der für das Schnittprogramm weniger rechenintensiv ist.

painomatic schrieb:
Auch Proxys sehen aus wie das Originalmateria

Wie kann das genauso aussehen, wenn es eine von der Qualität und Auflösung reduzierte Version ist?
"Nur" weil ein spezieller Codec verwendet wird?
 
„Genauso“ ist nicht ganz richtig, sie sind qualitativ natürlich etwas schlechter, aber eben deswegen nicht so grausig, wie ein 480p Video auf YouTube (nur so als Vergleich). Die Auflösung wir auch nicht zwingend verringert, aber die Bitrate. Also zum Schneiden und Effekte draufbasteln völlig ok, zum Colorgrading halt nichtmehr geeignet, weil man da alle Daten braucht, die man kriegen kann. Man kann aber im Schnitt sowieso live Umschalten, falls man die Qualität doch kurz braucht, um etwas besser zu beurteilen.
 
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