Papas unter sich

@strempe
Entschuldigung! Du hast Recht. Es besteht offensichtlich ein Erziehungsauftrag der sogar genau so benannt ist.

Ich halte das zwar für abwegig und absurd - besonders wenn ich in dem§ 2 SchulG die Ehrfurcht vor Gott in Absatz 2 genannt finde. Ehrfurcht vorm Weihnachtsmann würde ich noch eher verstehen. - Aber: Du hast hier definitiv recht.

Wo ich aber trotzdem widersprechen muss:
Ein Ausruhen auf dem Erziehungsauftrag der Schule ist für mich sehr fragwürdig. Wie geschrieben: Es sind ja eure Kinder und Ihr seit Erziehungsberechtigt - nun zu entscheiden diese Berechtigung zu nutzen um die Erziehung durch Andere machen zu lassen - und die dann treten zu wollen, weil das was rauskommt, nicht dem entspricht was IHR euch vorstellt ist doch mehr als seltsam.
 
Niyu schrieb:
nun zu entscheiden diese Berechtigung zu nutzen um die Erziehung durch Andere machen zu lassen - und die dann treten zu wollen, weil das was rauskommt, nicht dem entspricht was IHR euch vorstellt ist doch mehr als seltsam.
Aha, da ignorieren wir mal getrost die sog. Schulpflicht, die aktuell ad absurdum geführt wird. :rolleyes:
 
strempe schrieb:
Danke für die Bestätigung der Peinlichkeiten. Das ist kein Plädoyer für die Lehrerschaft sondern ein reines Auflisten von Versagen und mangelndem Engagement. Niemand hat verlangt, dass man sich um 180° und mehr verbiegt. Niemand hat verlangt, dass innerhalb ein bis zwei Wochen da ein ausgereifter Notfallplan gewachsen ist. Was man aber Verlangen kann, und es würde mich wundern das nun abzustreiten, das ist Einsatzbereitschaft und guter Willen. Wenn dieser wenigstens in Ansätzen vorhanden gewesen wäre oder gezeigt worden wäre hätte man das noch würdigen können.
Nein, denn ich lese nur Ausflüchte warum dieses und jenes nicht ginge. Da fehlt dann eine Fortbildung, da fehlt dann Hard- oder Software oder gar ne Ausbildung. Punkt? Ja, Punkt, denn darauf wird anscheinend berufen und ausgeruht. Das machst du genau ein Mal in der freien Wirtschaft, danach wird es ungemütlich bis zum Verbrennen der eigenen Reputation. Wenn ich etwas nicht kann dann versuche ich es mir anzueignen. Das muss man aber wollen. Wollte man und will man anscheinend auch jetzt aber immer noch nicht... Es bleibt: dabei Corona/Covid war der beste Lehrer-TüV. Die Durchfallquote ist immens. Es wird, nein es ist längst Zeit da Kontrollorgane zu installieren, die eine gute Ausbildung überwachen und wenig Reformen ins System bringen.
Es wundert mich, das du gute Arbeit/ein gutes Produkt ekelig findest. Sagt aber viel über die innere Einstellung aus. Ist es dir nicht peinlich so ein Missverhältnis in der Work-Life-Balance (hier eher 100% Life-Balance) offen zu propagieren? Gutes Vorbild fürs eigene Kind. Von den Lehrern und von den Eltern wird eine Larifari-Einstellung vorgelebt.
Das gute Produkt ist genau das woran sich das Schulsystem, die Schulen und runter bis zum kleinen Lehrer messen lassen muss. Wenn das mit einer Überschrift auf einem Stück Papier erledigt ist wundert mich nichts mehr. Aber gut, wenn das nicht in die eigene Runzelrübe will und man sich auf dem Behördenstatus ausruht weil man ja angeblich kein Dienstleister ist oder so verstanden werden will zeigt mir das nur wie kaputt und marode das System eigentlich ist und obendrauf Liebe/Leidenschaft/Identifikation mit der eigenen Leistung und auch dem Produkt, dem gut ausgebildeten und gereiften Schüler, nicht nur zu wenig vorhanden ist sondern eher gar nicht vorhanden ist.
Genial finde ich auch das Schönrechnen der Ausfallzeiten. Es gibt genau EIN Bundesland welches drei Wochen Osterferien hat, Der Großteil hat zwei Wochen und weniger. Danke für über den Tellerrand schauen. Aber so werden aus drei Wochen und vier Feiertagen (sofern überhaupt vorhanden) gleich fünf Wochen. Mathematik war Freitags, richtig? Und in den restlichen sieben (lassen wir die Murksrechnung einfach mal so stehen) war eh nur Wiederholung/Rekapitulation? Verwunderlich, dass gerade doch noch versucht wird Inhalte zu vermitteln. Ist jetzt nicht regulär erklärbar mit dem was ich da eben lesen musste.
  • Belege doch mal bitte, wo Einsatzbereitschaft und guter Wille nicht gezeigt worden wären? Deine eigene Erfahrung zu dem Thema ist dein Beleg? Geschenkt - das ist kein gutes Argument, wenn man es nur aus deinem festgefahrenen Standpunkt betrachtet. Dann kann ich auch sagen: Ich habe oft das Gegenteil erlebt, die Quote an Negativ-Beispiel ist gering.

  • "Ausflüchte" warum dies und jenes nicht ginge? Die da wären? Fakt ist: eine gute digitale Infrastruktur im Bildungsbereich ist quasi nicht existent, die Mittel aus dem Digitalpakt wurden zum größten Teil nicht abgerufen. Es gibt keinen flächendeckenden Plan zur Digitalisierung der Schulen. Der Lehrer ist am Ende der Befehlsempfänger und arbeitet mit dem, dass er zur Verfügung gestellt bekommt - über ihm steht die Schulleitung, über dem das Schulamt und darüber das Ministerium. Ich arbeite ja auch mit den Mitteln und nach den Vorgaben, die mir mein Arbeitgeber stellt.

  • Du brauchst mir nicht die Worte im Mund verdrehen - ich mag gute Arbeit - gute Arbeit lässt sich im Bereich der Schulbildung aber nicht nur an Noten und einem guten Platz auf der PISA-Rangliste festmachen. Wenn man Schüler als Produkt betitelt finde ich das ekelig/menschenverachtend, weil man sie damit auf das marktwirtschaftliche Kapital reduziert - das waren ja deine Wort - Du siehst den Schüler als Produkt. Vielleicht hast du es anders gemeint, dann hast du es aber nicht gut formuliert. Kann sein, dass für die Wirtschaft letztendlich nur das Endprodukt das Maß für die Qualität des Bildungswesen ist - dann ist unser Schulsystem aus wirtschaftlicher Sicht eben nur solides Mittelmaß. Ich kann damit leben, denn ich weiß, das auch andere, wirtschaftlich nicht relevante, Werte vermittelt werden und Lehrer oft auch zusätzlich noch die Erzieher sind.

  • Findest du es nicht selbst ekelhaft, dich so herablassend über eine ganze Berufsgruppe zu äußeren? Lehrer als "Runzelrüben" und das Kind als Produkt für den Arbeitsmarkt zu sehen?
    Die Fähigkeit "über den Tellerrand hinausgucken zu können" spreche ich dir gerne postwendend ab - Du zeigst keinerlei Empathie gegenüber Lehrern und kannst dich scheinbar weder in deren Arbeit noch in deren Denkweise hineinversetzen. Sonst hättest du nicht geschrieben, was du geschrieben hast.

  • Danke für "deine Sorge" bezüglich meiner Außenwirkung - meine Work-Life-Balance ist absolut in Ordnung. Wir legen als Eltern keine "Larifari-Einstellung" (Gut, in deinen Augen wahrscheinlich schon) an den Tag und sind m.M.n. gute Vorbilder, Erfolg bedeutet bei uns aber nicht stetiger Leistungsdruck und besteht für uns aus mehr als einem festen Maß in Form von Noten oder Geld. Work-Life-Balance ist höchst individuell - das kann bei dir ja gerne 50/50 sein, bei uns ist es das eben nicht.

  • Tatsächlich besteht ein nicht zu verachtender Teil der Schulbildung, gerade in der Grundschule, aber z.B. auch im 13ten Jahrgang, aus Wiederholung des zuvor gelernten- das heißt ja nicht, dass, nur weil etwas wiederholt wird, dann kein Stoff vermittelt wird. Manch ein Schüler versteht es eben nicht sofort. Wenn man den Stoff, der in der Grundschule an die Kinder weitergegeben wird, komprimiert, würden sicherlich auch 3 Schuljahre ausreichen - dann bleibt aber die Hälfte der Kinder auf der Strecke. Daher versucht man das Bildungsniveau mit dem Mittel der Wiederholung zumindest zum Teil anzugleichen.

    Komisch: Die Schulabschlüsse, die während des Lockdowns erzielt worden sind, sind tendenziell genau so gut wie in den Vorjahren - die schulfreien Wochen haben also doch kein so riesiges Bildungsloch gerissen wie es herbeigeredet wird. Die Lehrer, die Ihre Schüler auch zu Hause versorgt haben, sind daran sicherlich nicht unschuldig.

  • Zu meiner Rechnung - Lockdown in SH: Mitte März bis Ende Mai. Danach fand, zumindest an den meisten Grundschulen, wieder Unterricht statt, leider nur Präsenzunterricht bis zum 8.6 - aber das haben sich die Lehrer ja nicht ausgedacht - sind 11 Wochen keine Schule, abzüglich 3 Wochen Osterferien und Feiertage. Ob es nun 7 oder 8 Wochen ohne regulären Unterricht gegeben hat ist am Ende egal - die Konsequenz ist die Gleiche: Ich behaupte kein Kind wird deswegen auf der Strecke bleiben.
    In der schulfreien Zeit gab es Unterrichtsmaterial via Mail, Gespräche innerhalb der Klasse via Zoom und später via iSurf, regelmäßige Kontrollen des Unterrichtsmaterials, manche Lehrer haben sogar über die Ferien Aufgaben verteilt.

    Mathe war bei uns übrigens Montags, ich habe das Fach gehasst und habe daher auch nur magere 5 Punkte im Grundkurs mit nach Hause gebracht. Die Meinung meiner Eltern, dass man nicht alles können/mögen muss habe ich gerne übernommen - geschadet hat es nicht.

  • Zum Abschluss:
    Wie nimmst du Dir die Meinung heraus wir als Eltern wären schlechte Vorbilder? Weil dir nicht passt, dass ich nicht dein Lebensmodell und deine "Werte" teile und hier eine pro-Lehrer Position vertrete? Das reicht schon?
    Wieso nimmst du es dir heraus über andere Berufe so abfällig zu urteilen?
    Wieso nimmst du es dir heraus andere Menschen zu beleidigen und direkt persönlich anzugehen?

    Hinterfrage doch mal wie du argumentierst und dich hier verbal auslässt. Deine Außenwirkung, wenn du schon die Außenwirkung von anderen Mitforisten betrachtest und über diese besorgt bist, ist nämlich, zumindest in meinen Augen, nicht besonders positiv.

    Ich bin froh das Menschen wie Du, deren einziger Fixpunkt (mein Eindruck) in unserer Gesellschaft eine faktisch messbare Leistung zu sein scheint, im Bildungswesen wenig bis nichts zu sagen haben.
 
Ich hab die wall of text NICHT komplett gelesen, ABER:
kaxi-85 schrieb:
wo Einsatzbereitschaft und guter Wille nicht gezeigt worden wären?
In der Schule!
Was da kam, war lächerlich bis armselig!
kaxi-85 schrieb:
Fakt ist: eine gute digitale Infrastruktur im Bildungsbereich ist quasi nicht existent, die Mittel aus dem Digitalpakt wurden zum größten Teil nicht abgerufen. Es gibt keinen flächendeckenden Plan zur Digitalisierung der Schulen
Und warum?
Es gibt eine funktionierende Infrastruktur. Warum wird die von Schulen nicht genutzt?
Und jetzt komm mir nicht mit Datenschutz! ICH BIN zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Und ich weiß, daß es ginge, wenn man wollte. Es scheitert an den Lehrern und Schulleitungen.

Ich schrub es zuvor und ich wiederhole es: Ich habe selbst an Online Schulungen teilgenommen und auch welche gehalten. Lange vor Corona. Geht!
Warum können das unsere ach so tollen Schulen nicht? Möglicherweise weil die ach so tollen Pädagogen doch nicht so toll sind und sich lieber auf die faule Haut legen. :rolleyes:

Der meinerseits verlegte Termin ist jetzt übrigens am Donnerstag Mittag. MIT meiner Frau. Ich hab der Lehrerin dazu geschrieben, daß er dann auch zwingend MIT Tochter ist, denn wo soll ich die sonst "parken"?
 
lord-of-fire schrieb:
Ich hab die wall of text NICHT komplett gelesen, ABER:

In der Schule!
Was da kam, war lächerlich bis armselig!

Und warum?
Es gibt eine funktionierende Infrastruktur. Warum wird die von Schulen nicht genutzt?
Und jetzt komm mir nicht mit Datenschutz! ICH BIN zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Und ich weiß, daß es ginge, wenn man wollte. Es scheitert an den Lehrern und Schulleitungen.

Ich schrub es zuvor und ich wiederhole es: Ich habe selbst an Online Schulungen teilgenommen und auch welche gehalten. Lange vor Corona. Geht!
Warum können das unsere ach so tollen Schulen nicht? Möglicherweise weil die ach so tollen Pädagogen doch nicht so toll sind und sich lieber auf die faule Haut legen. :rolleyes:

Der meinerseits verlegte Termin ist jetzt übrigens am Donnerstag Mittag. MIT meiner Frau. Ich hab der Lehrerin dazu geschrieben, daß er dann auch zwingend MIT Tochter ist, denn wo soll ich die sonst "parken"?

Ja, wir wissen nun alle, du bist zertifizierter Datenschutzbeauftragter.

Wo ist denn die Infrastruktur vorhanden? Nur weil dein Kind alles zu Hause hat, schließt du auf alle Kinder? Hättest du meine Posts gelesen wüsstest Du, das überhaupt keine Infrastruktur vorhanden ist. Als die Lehrer angefangen haben private Hardware mit Zoom zu nutzen haben die Landesdatenschutzbeauftragten das ziemlich schnell unterbunden. Wenn mein Arbeitgeber sagen würden du musst nun von zu Hause arbeiten, alles digital machen, deine eigene Hardware nutzen und bekommst von mir genau nichts würde ich ihm den Vogel zeigen.

Die Kinder und Lehrer müssen hier iSurf nutzen, auch wenn andere Software am Markt sinniger ist. Nur weil irgendwas DSGVO-konform ist können die das nicht einfach installieren oder gar die Eltern und Kinder auffordern das zu nutzen. Sowas muss bei Behörden alles xx-fach getestet und abgesegnet werden. Und was ist mit den Kindern, bei denen gar kein Gerät zu Hause vorhanden ist außer dem Smartphone, oder Hardware so alt, dass darauf nichts modernes läuft? Vielen haben nicht mal einen Drucker... An der Schule an der meine Freundin ist gibt es eine iPad - Klasse, die Eltern mussten das Gerät selbst kaufen da kein Geld vorhanden ist alle Kinder damit auszustatten, und das sind über den Anbieter nur 5 Euro im Monat leasinggebühr - etliche Härtefallanträge sind für die Kostenübernahme eingegangen, die Hälfte der Apple Pencils war nach einem Monat defekt oder verschwunden, denn Ersatz konnte die Schule nicht bezahlen und hat auch keine weiteren Gelder aus dem Digitalpakt bewilligt bekommen. Und du meinst die Infrastruktur ist vorhanden - was für ein Witz.

Du solltest mal aus deiner kleinen Blase kommen.

Die Lehrerin tut mir, ohne den Hintergrund zu kennen (du bist scheinbar unzufrieden mit dem Aufgabenangebot), schon jetzt richtig leid.
 
lord-of-fire schrieb:
Ich hab die wall of text NICHT komplett gelesen, ABER:

Brauchst du auch nicht.

Die Heiligsprechung der Lehrer ging weiter, es wurde sich künstlich über Begrifflichkeiten wie Produkt echauffiert, die Tochter muss dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und bitte bitte bitte kein direktes Ansprechen von Kritik oder wenn absolut nicht vermeidbar höchstens in lobenden Tönen.
Außerdem ist der Lehrer der arme Befehlsempfänger, welcher nur ausführt und nicht selbsttätig denken/handeln darf/kann. Mir geht grad der historische Kontext ab wo sowas schon mal behauptet wurde und nicht funktionierte, hmmm...
Die Noten sind angeblich nicht schlechter als vorher. Dabei sind die vom Ministerium als wohlwollend vorgegeben sowie teilweise aus dem ersten Halbjahr übernommen und obendrein darf keinem Kind die Versetzung verwehrt werden. In der Tat, komisch, wurde ihm wohl nicht erzählt, komisch...

Im Summe also das sich aus dem Obrigkeitsdenken ergebene typische Gesülze von: Der Lehrer hat immer Recht und jede Kritik bzw. Offenlegung der inhäranten Mängel ist nicht nur nicht erwünscht sondern ekelhafte Majestätsbeleidigung.

Man versteh doch, @lord-of-fire, seine Gefährtin ist Lehrerin und er hat mit anderen Lehrern gesprochen und die stoßen alle ins gleiche Horn. Hörensagen war schon immer besser als erlebte Praxis. Unsere Wahrnehmung und Erfahrungen am eigenen Leib (die er nicht vorweisen kann) zählen nicht denn wir als Eltern sind nur die lästigen Anhängsel der Kinder die absolut weltfremdes Denken an den Tag legen was Schule angeht. Leistungsorientiertes Denken und Handeln mit Eigenmotivation (wie am freien Markt Überlebensnotwendig) geht an Schulen aus behördlichen Gründen einfach nicht weil es absolut nicht gewollt ist damit niemand negativ auffällt. Man versteh doch, @lord-of-fire ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: lord-of-fire
strempe schrieb:
Mir geht grad der historische Kontext ab wo sowas schon mal behauptet wurde
Mir fällt da aus der eigenen Schulzeit so ein alter Spruch ein...... :evillol:

"Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren"
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: strempe
Na, wie siehts bei euch aus in den großen Ferien nach den ganz großen Corona Ferien?
 
Ab August gibts bei uns auch 3 Wochen Kita Schließzeit. Spannend wird dann die Zeit, wenn die Erkältungen wieder losgehen. Bei einfacher Laufnase dürfen die Lütten noch hin, bei mehr Schnupfen oder gar Husten nicht.
 
Der Unterschied zwischen Schnupfen und Laufnase ist ... reine Willkür. Ich bin auch gespannt, wie das in der Erklärungszeit wird (und bin dankbar für einen toleranten Arbeitgeber). Jedenfalls sind Eltern mit kleinen Kindern gaaaanz weit unten in der Corona-Priorität.
 
cubisticanus schrieb:
Der Unterschied zwischen Schnupfen und Laufnase ist ... reine Willkür.
Richtig. Ich mußte in der letzten Woche vor den Ferien ernsthaft meine Tochter früher von der Schule abholen, weil sie etwas Heuschnupfen hatte. Hat niemanden interessiert, daß ich ihre Erklärung bestätigt habe.
Und interessiert sowieso niemanden, daß ich für sowas die Arbeit abbrechen muß.
 
Ich verstehe die Sorgen bei Erzieherinnen und Erziehern in der Krippe. Die Kinder dort benötigen mehr Zuwendung und Trost inkl. körperlicher Nähe.
Aber dass Lehrer, die aktuell eh nur an ihrem Tisch sitzen und maximal bis zur Tafel dürfen, Angst davor haben sich in der Schule anzustecken, ist für mich schwer bis gar nicht nachvollziehbar.
 
mx- schrieb:
Aber dass Lehrer, die aktuell eh nur an ihrem Tisch sitzen und maximal bis zur Tafel dürfen, Angst davor haben sich in der Schule anzustecken, ist für mich schwer bis gar nicht nachvollziehbar.

Das sehe ich, wenn es wirklich Corona ist und Aerosole das Ansteckungsmedium sind, nicht so: In Israel waren es gerade die Schulen, die die zweite Welle befeuert haben (und Party). Und in Korea die Großraumbüros mit unzureichender oder falscher Lüftung. Struktruell ist ein kleines Klassenzimmer mit wenig Luftumwälzung, in dem man 6h eng beieinander sitzt nicht viel anders. Daher trennt man ja auch sinnvollerweise große Klassen in kleinere, immer die gleichen usf., um sofort Ansteckungsketten identifizieren und klein halten zu können. Natürlich könnte man auch kreativ sein und Unterricht gerade in der warmen Jahreszeit draußen abhalten oder Tagungsräume in Hotels anmieten ... aber das überfordert die Schulverwaltung.

Nur, dass es kein Risiko gibt, das ist falsch. Das Risiko muss vielmehr gemanaged werden. Und man müsste sich halt einen Modus auszudenken, bei dem nicht jedes Niesen zur Quarantäne führt -- ich will mal positiv denken und hoffen, dass "man" die 6 Wochen Ferien und die Erfahrungen aus den letzten Monaten genutzt und intensiv nachgedacht hat. (Instinktiv weiß ich aber auch, dass dem nicht so ist ... und dass das neue Schuljahr so scheiße sein wird, wie das letzte aufhörte.)
 
lord-of-fire schrieb:
Na, wie siehts bei euch aus in den großen Ferien nach den ganz großen Corona Ferien?

Bei uns gehts am 10.08. in der Kita wieder los. Schule startet am 12.08.
Es bleibt im Kindergarten weiterhin bei reduzierter Stundenanzahl -> 35 statt 45h. Heißt wenn meine Frau arbeitet muss ich um 14 Uhr die Arbeit verlassen weil der Kindergarten jovial um 15Uhr schließt... Das soll bis Ende August so aufrecht erhalten bleiben.
Unsere Tochter musste um 10 Uhr morgens mit laufender Nase abgeholt werden. Danach müssen 48h ohne Symptome sein. Wie es bei Schnupfen schon mal ist: Eine Woche mit Medikamenten oder 7 Tage ohne konnte sie dann am letzten Tag vor den Ferien nochmals in den Kindergarten... Welcher Beamte sich das ausgedacht hat gehört an die Rah gehangen oder kielgeholt. War bestimmt früher mal Lehrer...

Aus der Schule hört man noch nichts neues. Da aber der Regelbetrieb in NRW sowieso schon läuft geht es wohl damit auch weiter. Mir tun die Erstklässler leid. Einschulung wird wohl ganz klein gehandhabt werden...
 
strempe schrieb:
Mir tun die Erstklässler leid. Einschulung wird wohl ganz klein gehandhabt werden...
Mir auch. Taten sie letztes Schuljahr schon. Die verpassen wohl das Meiste.
Der kleine Bruder einer Freundin meiner Tochter wird dieses Jahr eingeschult. Das wird spannend...

Ich bin aber auch gespannt, wie lange die hier in RLP angekündigte und bereits eingeschränkte "Rückkehr zur Normalität" Bestand hat - wenn überhaupt.
Bisher sieht das so aus, daß es KEIN Mittagessen und Nachmittagsbetreuung nur eingeschränkt gibt.
Maskenpflicht besteht, sobald man seinen Sitzplatz verläßt. Abstandsgebot soll aufgehoben bleiben. D.h. die Kinder dürfen nebeneinander ohne Maske sitzen, aber nicht stehen. :rolleyes: Richtig gut durchdacht...

Und selbstverständlich müssen Kinder, die husten, niesen oder schneuzen, sofort und ohne Diskussion abgeholt werden. Selbständiges Denken und fundierte Diagnosen sind verboten.
Rücksicht auf berufstätige Eltern, die rund 4 Monate lang den Job des Lehrpersonals übernehmen "durften", ist nicht vorgesehen.
 
Was mich besonders ärgert: Sechs Wochen hatten (Grund-)Schule, Schulverwaltung und, ja, auch die Lehrer selbst, Zeit, lokale Konzepte zu erarbeiten und die Eltern zu informieren, wie es weitergehen wird, was man tut usf. Aber natürlich ist nichts passiert. Kein Brief, keine E-Mail, nichts. Nicht mal ein Hinweis auf der Webseite, dass es so was wie Corona gibt. Mal sehen, ob nächste Woche noch was kommt oder ob es spannend bleibt.

Wenn ich mir, auch wenn das vielleicht unsachlich sein mag, ansehe, wie komfortabel vor allem Beamte und Angestellte des ÖD derzeit durch die Corona-Katastrophe segeln, während andere ums Überleben kämpfen & zugleich die Versäumnisse der Schulen ausbaden dürfen, dann kriege ich ... na, sage ich lieber nicht.

Ach so, natürlich ist's bei der KiTa genauso. Da nehme ich aber von der Kritik die Erzieher aus, die werden von "oben" genauso im Stich gelassen wie die Eltern. Und haben teils Kurzarbeit und Einkommenseinbußen (im Unterschied zu anderen privilegierten Schichten in den Rathäusern). Die Ungerechtigkeit. mit der die Krise wirtschaftlich nicht alle gleichermaßen betrifft & die Ignoranz derer, die nichts zu befürchten haben (bei jenen, die aus dem ökonomischen Unglück ihrer Mitmenschen noch Kapital schlagen, bin ich eh für "Körper-"strafen :heilig:), macht eben besonders wütend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Unsere Kita geht ab 01.08. wieder in den Regelbetrieb und eine Rotznase ist kein Grund mehr für ein KiTa Verbot also erst einmal ein bisschen Normalität.

Ob wir als Eltern wieder in die Einrichtung dürfen kann ich nicht sagen, zur Zeiten warten wir vor der Tür und das Kind wird gebracht.
 
@mathiasla
Ja, in der Tat. Einige Bundesländer haben erkannt, das die Rotznase als Ausschlusskriterium vielleicht doch zu weit geht. In NRW sind sie gedanklich noch zurückgeblieben. Mir graut es vor dem Herbst und der allgemeinen Krankheitszeit. Aber ab Ende August Stand jetzt soll zumindest ein Regelbetrieb losgehen. Was das für laufende Nasen bedeutet werden wir noch sehen...

lord-of-fire schrieb:
Selbständiges Denken und fundierte Diagnosen sind verboten.

Auch wenn die Erzieher in der KiTa oft so tun als seien sie ausgebildete Ärzte verbitte ich mir das sogar. Die haben überhaupt keine Ausbildung dafür.
 
Zurück
Oben