PC im Alukoffer - was beachten?

-NexuZ-

Captain
Registriert
Okt. 2011
Beiträge
3.171
Hi, ich werde mir einen "kleinen" PC im Alukoffer bauen. Muss ich da irgendwas besonderes beachten?
 
Abstandshalter wie in jedem Gehäuse verwenden :). Ansonsten für genug Luft sorgen (zu und abfluss).
 
@KeilerUno: Kann man das auch so lösen? Also die Metallplatte mit den Abstandshaltern in den Koffer bauen?

IMG_20131217_171952.jpg

@Pitam: Und was ist, wenn ich einfach nur das Netzteil in den Koffer einbaue, ohne zusätzliche Kaltgerätesteckerbuchse...?
 
Generell kein Problem ("Platte" und Netzteil).

Es ist ja nun kein Unterschied im Material zwischen einem Alukoffer und einem Alu PC Gehäuse.
 
Ich habe mir das so gedacht, dass ich an der Seite vom Koffer ein kleines Loch bohre, durch das ich dann an die Kaltgerätesteckerbuchse von außen komme, und dann halt das Kabel reinstecke--
 
Sonst noch Tipps o.ä?
 
-NexuZ- schrieb:
Sonst noch Tipps o.ä?

Rechtliches: Du mußt den Schutzleiteranschluß an das Gehäuse führen bzw. muß das Alu-Gehäuse "geerdet" werden. Der Leitungsquerschnitt sollte so gewählt werden, daß ein gesichertes Auslösen der vorgeschalteten Sicherungen innerhalb der von den VDE-Richtlinien vorgegebenen Zeiten gewährleistet wird. Tust Du das nicht, kann das im Schadensfalle empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Das Gehäuse selber sollte zu keiner Zeit eine hohe Berührungsspannung führen (können) und die Oberflächentemperatur sollte 60°C nicht überschreiten (sollte wohl kein Problem darstellen). Sollte auch nur die geringste Wahrscheinlichkeit bestehen, daß dritte auch nur in die Nähe Deines selbst zusammengebastelten Gehäuses kommen könnten, müssen selbstverständlich alle spannungsführenden Bauteile berührungssicher verbaut sein. Leitungsdurchführungen sollten so gestaltet sein, daß die Isolierung der Leitungen nicht beschädigt wird, zudem sollten die Leitungen großzügig bemessen sein und keinesfalls gestreckt oder in zu extremen Winkeln geknickt werden.

Bei der Kühlung würde ich den ATX-Standard einhalten: Luft von vorne ansaugen und nach hinten herausblasen.

Alle Schraub- Steck- und sonstigen Verbindungen sollten eine gewisse mechanische Festigkeit aufweisen: Kabel, die sich lösen, sind natürlich unerwünscht, wie auch Seiten- oder Oberteile, die auf Spannungsführende Teile krachen. Bedenke auch, daß überall dort, wo sich Lüfter drehen, Schraub- und Steckverbinungen mechanischen Belastungen durch Vibration ausgesetzt sind und sich unbeabsichtigt lösen könnten. Sichern.

Ansonsten gilt selbstverständlich auch weiterhin: Sauber und fachgerecht arbeiten.
Im Zweifel wende an, was man Dir in der Ausbildung beigebracht hat. Als Elektroniker für Geräte und Systeme solltest Du zumindest die Grundlagen des Schaltschrankbaus, der Maschinenrichtlinie sowie der Geräte- und Produktsicherheit schon einmal kennengelernt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rechtliches: Du mußt den Schutzleiteranschluß an das Gehäuse führen bzw. muß das Alu-Gehäuse "geerdet" werden. Der Leitungsquerschnitt sollte so gewählt werden, daß ein gesichertes Auslösen der vorgeschalteten Sicherungen innerhalb der von den VDE-Richtlinien vorgegebenen Zeiten gewährleistet wird. Tust Du das nicht, kann das im Schadensfalle empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Öhm ja, und wie erde ich das denn am besten?

Das Gehäuse selber sollte zu keiner Zeit eine hohe Berührungsspannung führen (können)

Öhm ja, und wie erde ich das denn am besten?

alle spannungsführenden Bauteile berührungssicher verbaut sein

Gleiche Frage wie oben.

Ansonsten gilt selbstverständlich auch weiterhin: Sauber und fachgerecht arbeiten.
Im Zweifel wende an, was man Dir in der Ausbildung beigebracht hat. Als Elektroniker für Geräte und Systeme solltest Du zumindest die Grundlagen des Schaltschrankbaus, der Maschinenrichtlinie sowie der Geräte- und Produktsicherheit schon einmal kennengelernt haben.

Ausbildung? Drücke gerade die Schulbank. ;)
 
-NexuZ- schrieb:
Ausbildung? Drücke gerade die Schulbank.

Dammit, wieviele Nexuz's gibt es denn hier... Der Nick ist schon fast inflationär. Hatte Dich mit einem anderen Nexuz aus "Bildung, Beruf und Zukunftspläne" verwechselt, bitte dafür um Entschuldigung. Der andere Nexuz hat einen Unterstrich statt zwei Bindestriche. Sparmaßnahmen?

-NexuZ- schrieb:
Öhm ja, und wie erde ich das denn am besten?

Sicherheitshinweis vorweg: Arbeiten an Geräten mit Spannungen über 24V bitte von Fachkräften durchführen lassen oder zumindest unter der Aufsicht einer Fachkraft am ausgeschalteten und von Netz getrennten Gerät durchführen!

Die einfachste Variante wäre, sich eine Kaltgerätebuchse C14 einzubauen und die Kontakte dann zum Netzteil durchzuschleifen (Wenn das Netzteil nicht ähnlich wie in einem normalen PC-Gehäuse verbaut werden soll), sowie einen Abzweig vom Schutzleiter zum Gehäuse auszuführen. Andere Variante wäre, den Schutzleiter aus dem Netzteil herauszuführen. Manche Netzteile haben bereits im Kabelbündel einen Schutzleiteranschluss herausgeführt, dieser wäre dann auch passend mit dem Gehäuse zu verbinden. Die nicht allzu fachgerechte Methode wäre, über das Gehäuse des Netzteiles eine leitende Verbindung mit dem umgebenden Gehäuse herzustellen und damit das Gehäuse zu "erden". Dies ist allerdings nicht zu empfehlen, da es keine einwandfreie und vor allem keine sichere Verbindung ist. Auch solltest Du beide Kofferhälften untereinander, z.B. an den Scharnieren über ein (Schutzleiter-)Kabel verbinden. Richtig wäre ein Querschnitt >4mm², aber 2,5mm² oder nötigenfalls 1,5mm² würden auch noch gehen, das Kabel sollte aber in jedem Falle Feindrähtig sein (H07VV-K oder -F bzw. H05VV-K oder -F). Die Verbindung C14-Buchse zu Gehäuse sollte den Querschnitt der Zuleitung nicht unterschreiten, besser übertreffen.

Zur Erklärung: Ist das Gehäuse nicht "geerdet", kann ein RCD (ehem. FI) nicht funktionieren, erst dann, wenn die am Gehäuse im Fehlerfalle anliegende Spannung über Berührung (idealerweise linker Arm nach rechtem Bein) mit dem Referenzpotential (Erdpotential) verbunden wird. In diesem Falle gilt 50mA über 1s als guter Anfang für's sichere Ende. Sei Dir versichert, daß mehr als 50mA fließen werden.

Die Maßgabe, mindestens 4mm², besser noch 6mm² zu verwenden, kommt eher aus dem Bereich Potentialausgleich, hat aber schlichtweg den Grund, daß durch einen ausreichend hohen Kabelquerschnitt und eine ausreichend niedrige Schleifenimpedanz ein ausreichend hoher Stromfluß zu Stande kommen kann, der nötigenfalls auch bei Versagen des FI auch eine Schmelzsicherung oder einen Sicherungsautomaten kommen läßt. Die Verbindung zwischen den beiden Kofferhälften wird vor allem als Potentialausgleich dienen und wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht unbelastet bleiben. Dadurch, daß Du das ganze dann auch wieder auf das Bezugspotential zurückführst, kannst Du auch eine rudimentäre Abschirmung erreichen.

Ich würde das Mainboard ebenfalls mit metallischen Abstandshaltern auf metall montieren, das auch mit dem Schutzleiter verbunden ist. Auf diese Weise nimmst Du Ausgleichsströme von den Masseverbindungen der Netzteilausgänge. Ist allerdings im Heimbereich nicht ganz so kritisch.

Wenn Du allerdings anfängst, das Netzteil auseinanderzunehmen oder aber in der 230V-Zuleitung Verbindungen bastelst, würde ich Dich allerdings bitten, dies unter Aufsicht einer ausgebildeten Fachkraft zu tun, da Fehler in diesem Bereich nicht selten zum Tode oder anderen eher unangenehmen Nebenerscheinungen führen. Besser, Dein Netzteil hat einen Schutzleiteranschluß hinausgeführt. Viele hochwertige (Industrie-)Netzteile haben dies, aber vorher bitte prüfen. Bei Selbstbau bist Du selber in der Haftung.



-- alle Angaben ohne Gewähr --
 
Oh man, das ist irgendwie komplizierter, als ich dachte... Wie ist eigentlich ein normales Gehäuse geerdet? Da gibt es ja schließlich auch keine Kabel drin o.ä.
 
Bei normalen Gehäusen ist erstens der Netzteil-Einschubschacht fest mit dem Gehäuse verbunden, zweitens ist der Schutzleiter als Kontakt aus dem Netzteil herausgeführt, ist das Netzteil eingesetzt, ist dieser Kontakt über die backplate mit dem Referenzpotential verbunden. Fachrichtig wäre auch eine weitere Verbindung des Gehäuses mit dem Hauptpotentialausgleich des Racks herzustellen.

Bei Heimanwender-Gehäusen ist das etwas simpler ausgeführt. Hier wird davon ausgegangen, daß gefährliche Spannungen lediglich innerhalb der Netzteileinhausung mit dem Gehäuse in Kontakt kommen können. Deswegen ist letztere immer auch mit dem Referenzpotential verbunden. Das Gesamtgehäuse ist lediglich über die Verbindung des Netzteilgehäuses mit dem Bezugspotential verbunden. Im Allgemeinen genügt dies den lockereren Anforderungen für den Heimbereich. Hier gilt oftmals eher der Grundsatz Sicherheit durch Abstand. Richtiger ist, die Option der höherwertigeren Geräte zu nutzen: Einen herausgeführten Schutzleiteranschluß mit dem Gehäuse verbinden. Besser für die Abschirmung, besser für die Sicherheit.
 
Das Netzteil wäre ja auch fest mit dem Koffer verbunden.

ist der Schutzleiter als Kontakt aus dem Netzteil herausgeführt, ist das Netzteil eingesetzt, ist dieser Kontakt über die backplate mit dem Referenzpotential verbunden

Verstehe ich nicht. Was ist ein Referenzpotential und von was ist die Backplate gemeint?

herausgeführten Schutzleiteranschluß

Von dem Netzteil? Meins hat aber keinen.
 
-NexuZ- schrieb:
Verstehe ich nicht. Was ist ein Referenzpotential und von was ist die Backplate gemeint?

Backplane (in diesem Falle): Der Punkt, an dem die separaten Netzteile parallel zusammengeführt werden.
Referenzpotential/Bezugspotential: In der einfachsten Erklärungsweise der Punkt, gegen den die Spannung gemessen wird. Im Normalfall wäre dies das Erdpotential/Trafosternpunkt (sekundärseitig). Da Schaltnetzteile nicht galvanisch trennen, ist auch hier das Bezugspotential das Erdpotential.

-NexuZ- schrieb:
Meins hat aber keinen.
Dann solltest Du dies nachrüsten (lassen) oder auf ein Netzteil ausweichen, daß den Schutzleiter werksseitig herausgeführt hat.
 
Wie soll denn so ein Schutzleiter aussehen?
 
grün-gelb. Wie immer. Wenn er aus dem Netzteil herausgeführt ist, ist es wahrscheinlich der mit dem Kabelschuh. :)
 
Ne, mein Netzteil hat keinen Schutzleiter. Gibt es da irgendeine Alternative?
 
Twostone schrieb:
Bei Heimanwender-Gehäusen ist das etwas simpler ausgeführt. Hier wird davon ausgegangen, daß gefährliche Spannungen lediglich innerhalb der Netzteileinhausung mit dem Gehäuse in Kontakt kommen können. Deswegen ist letztere immer auch mit dem Referenzpotential verbunden. Das Gesamtgehäuse ist lediglich über die Verbindung des Netzteilgehäuses mit dem Bezugspotential verbunden. Im Allgemeinen genügt dies den lockereren Anforderungen für den Heimbereich.

Damit wäre die Frage doch schon beanwortet gewesen ;)
Sofern ordentlich am Koffergehäuse verschraubt, also vergleichbar zur Verschraubung im PC-Gehäuse, sehe ich da kaum Probleme. Beim Eigenbau muss man ja nun nicht auf einmal höhere Standards ansetzen als beim normalen PC - erst recht nicht als Laie, der dann dafür im Netzteil rumfummelt. Nicht empfehlenswert. Daher: festschrauben, feddisch.

Es gibt viele andere Fragen, die man sich bei einem PC-Koffer stellen kann. Allen voran die [µ]ATX-Schiene zum Festschrauben des Boards oder wie man die Erweiterungskarten festschraubt. Vor allem die Belüftung & der Betrieb könnte spannend sein. Soll der Koffer geschlossen laufen, oder immer nur aufgeklappt? Soll ein Monitor in den Kofferdeckel gebaut werden? Wie sollen die Kabelführungen für Anschlüsse (IO-Blende, sprich also Boardanschlüsse, Anschlüsse für/von Graka und/oder Sound usw.
Da das Netzteil ja vermutlich festgeschraubt wird, müsste für den Kaltgeräteanschluss keine extra Buchse gelegt werden und einfach ein entsprechendes Loch für die Netzteil-Abluft realisiert werden.

Achso. Im übrigen: welche Dimensionen soll der Koffer überhaupt haben und wofür soll das Ding benutzt werden?
Koffer-PCs können eine lustige sache sein. Allerdings bekommt man doch teilweise einige Probleme durch die Deckelproblematik. Da die "Standard-Koffer" häufig eine recht geringe Tiefe haben, kommt durch die Deckel-Kanten noch hinzu, dass der Platz noch schlechter genutzt werden kann. Mittlerweile sollte das alles etwas einfach mit ITX & Co sein. Mein Koffer von 2001 (?) hat sogar noch ein ATX-Board drin ;).
 
Zurück
Oben