PC nutzt trotz 10Gbit größenteils den 1Gbit Anschluss.

Paddii

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Hallo zusammen,

ich nutze derzeit ein FreeNAS NAS System mit einer ConnectX2 10Gbit Netzwerkkarte. Die gleiche Karte steckt auch in meinem Windows 10 PC und die beiden sind direkt miteinander verbunden.

Jetzt stehe ich nur vor dem Problem, dass beide Geräte eine Direktverbindung + eine Verbindung zum Hausnetzwerk haben. Sie sind also im Grunde doppelt verbunden.

PC Gbit Intel Lan -> Router (Internet) + 10Gbit Lan -> NAS
NAS Gbit Lan -> Router (Internet + andere PCs) + 10Gbit Lan -> PC

Das Problem an der Geschichte ist, dass der PC immer wieder das Intel Gbit Lan zum verbinden mit dem NAS verwendet. Ich verstehe nicht genau, nach welchem Standards Windows da entscheidet, aber manchmal nimmt es das Gbit und manchmal das 10Gbit. Wenn er einmal das Gbit hat, hilft nur ein neustart.

Meine Frage wäre jetzt, gibt es hier irgendwas was man tun könnte um das 10Gbit Lan zu favorisieren? Also das der PC ausschließlich das 10Gbit Lan für Verbindungen zum NAS und das Gbit Lan nur für das Internet benutzt?

Liebe Grüße
Patrick
 
Warum willst du unbedingt, dass er das 10GbE nutzt? Du könntest sicherlich eine statische Route festlegen, die Frage ist nur, warum?
 
Hallo,

wie sprichst du die NAS an?
Per IP?`

wenn ja dann pack dein 10G Netzwerk in einen anderen Netzbereich und sprich die NAS von dem PC nur über diesen Bereich an...
 
Weil Dein PC wahrscheinlich immer den Router fragt, wo den die NAS zu finden ist. Erst die NAS ausschließlich über IP-Adresse ansprechen und dann eventuell noch eine entsprechende Route setzen.
 
Wie legt man hier denn eine statische Route fest?

Das NAS schafft gute 500Mb/s. Mit Gbit Ethernet kommen aber nur knapp 100Mb/s durch.
 
Ich glaube, die einfachste Lösung für dich wäre die Hosts Datei under C:\Windows\System32\drivers\etc\ zu bearbeiten. Gib da einfach einen Namen + IP Adresse der 10GbE Karte deines Freenas an und auf diesen Namen sollte er immer die 10GbE Karte nutzen. (vorausgesetzt, dass die Direktverbindung der 10GbE Karten ein eigene Netzzone haben)
 
Du kannst doch im NAS für bestimmte Dienste Ports festlegen

dann weiße dem Port der mit dem PC verbunden ist den Dienst entsprechend zu

haben beide Ports am PC und NAS eine Feste IP?
 
Dafür gibt es Metrik in der Netzwerktechnik, damit eine NIC Priorität bekommt und natürlich musst du auch so auf die Resource zugreifen, dass auch die Route genommen wird (Bringt nix wenn die Metrik stimmt, du aber per Freigabe über den Router drauf gehst, da diese ja nur darüber zu erreichen ist). Also per IP direkt
 
kann meinen Vorrednern nur zustimmen, entweder über host Datei ändern oder das NAS per IP anstatt DNS ansprechen. in den meisten fällen hat man ja eh Favoriten oder Verknüpfungen. Diese halt von DNS auf IP ändern und gut.

PS: nimm am besten eine 31er Netmask für die zwei 10Gbit Karten
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du die NAS per IP ansprichst, brauchst du keine Statischen Routen setzten, nicht in diesem Fall. Der Rechner entscheidet automatisch wohin er muss, gibt der 10G Nic deiner NAS eine andere IP wie der 1GB NIC und spricht die NAS nur noch über diese IP an

als Bespiel:

1G NIC PC: 192.168.010.XXX
10G NIC PC: 192.168.011.xxx

1G NIC NAS: 192.168.010.XXX
10G NIC NAS: 192.168.011.xxx
(vorausgesetzt du verwendetst eine Standard 255.255.255.0 als Netmask..)
 
Ja, was passiert, wenn die Gigabit Leitung vom PC gezogen wird? Dann muss er ja über 10GB übers NAS. Allerdings muss dann im NAS richtig konfiguriert werden, also im NAS von Gigabit (Internet) auf 10GB brücken.
 
Erst einmal vielen dank für die vielen Antworten!

Xmechanisator schrieb:
Ich glaube, die einfachste Lösung für dich wäre die Hosts Datei under C:\Windows\System32\drivers\etc\ zu bearbeiten. Gib da einfach einen Namen + IP Adresse der 10GbE Karte deines Freenas an und auf diesen Namen sollte er immer die 10GbE Karte nutzen. (vorausgesetzt, dass die Direktverbindung der 10GbE Karten ein eigene Netzzone haben)

Ich habe es jetzt mal so in die hosts Datei eingetragen:

20.20.20.1 NAS
20.20.20.2 Windows

Wäre das so richtig? Werde jetzt mal etwas testen ob es jetzt besser funktioniert.


XMenMatrix schrieb:
Dafür gibt es Metrik in der Netzwerktechnik, damit eine NIC Priorität bekommt und natürlich musst du auch so auf die Resource zugreifen, dass auch die Route genommen wird (Bringt nix wenn die Metrik stimmt, du aber per Freigabe über den Router drauf gehst, da diese ja nur darüber zu erreichen ist). Also per IP direkt

Ist sowas denn mit einem Consumer Intel Lan möglich? Wie könnte man so etwas einstellen?

toebsi schrieb:
Wenn du die NAS per IP ansprichst, brauchst du keine Statischen Routen setzten, nicht in diesem Fall. Der Rechner entscheidet automatisch wohin er muss, gibt der 10G Nic deiner NAS eine andere IP wie der 1GB NIC und spricht die NAS nur noch über diese IP an

als Bespiel:

1G NIC PC: 192.168.010.XXX
10G NIC PC: 192.168.011.xxx

1G NIC NAS: 192.168.010.XXX
10G NIC NAS: 192.168.011.xxx
(vorausgesetzt du verwendetst eine Standard 255.255.255.0 als Netmask..)

Also ich verwende am NAS und der 10G Karte 20.20.20.1 + 20.20.20.2 als IP mit Netmaske 255.255.255.0. Ich hatte hier extra eine komplett anderen Bereich genommen, da ich dachte es wäre so einfacher zu unterscheiden.
Das Gbit ist auf beiden Seiten per DHCP am Router angeschlossen.

Wilhelm14 schrieb:
Ja, was passiert, wenn die Gigabit Leitung vom PC gezogen wird? Dann muss er ja über 10GB übers NAS. Allerdings muss dann im NAS richtig konfiguriert werden, also im NAS von Gigabit (Internet) auf 10GB brücken.

Wenn ich einen von beiden vom Router abtrenne geht es vollständig über die 10G leitung. Nur fehlt mir dann halt entweder Internet oder Zugriff von anderen PCs.


Liebe Grüße
Patrick
 
Teste mal bitte folgendes:

Start --> cmd
--> nslookup hier.den.namen.vom.nas

Ich gehe mal davon aus, dass dabei eine IP aus dem 1G Subnetz herauskommt. In dem Falle würde die Verbindung also in jedem Fall über 1 G gehen, da diese IP eben lokal am 1 G Port erreichbar ist und Windows nicht lange fackelt, geroutet an ein anderes Interface wird lokaler Traffic nicht. Routing arbeitet (unter Windows) ausschließlich mit der Ziel-IP. Sobald der Name vom DNS auf eine IP aufgelöst wurde, wird anhand dieser IP geroutet. Deswegen würde es zu 100% funktionieren, wenn du direkt die 10G IP des NAS eingibst, aber wenn du den Namen eingibst, kommt die 1G IP raus und Windows routet pflichtgemäß über die 1G Schnittstelle.

Nu könnte man denken "ändere ich doch im DNS den IP-Eintrag vom NAS", aber das hätte wiederum zur Folge, dass alle Geräte im 1G Netz ebenfalls die 10G IP vom NAS zurückbekommen würden und da sie keine Verbindung zum 10G LAN haben, würden sie das NAS nicht finden.

Um zu gewährleisten, dass sowohl alle Geräte im 1G Netzwerk als auch dein PC im 10G Netzwerk jeweils das NAS finden und zum Namen auch die korrekte IP bekommen, solltest du im DNS im 1G LAN ganz normal die 1G-IP des NAS belassen und nur am PC in der hosts-Datei die 10 G IP eintragen wie du es oben ja schon getan hast - du brauchst aber nur die IP vom NAS, die eigene IP vom PC ist dort überflüssig.
Die hosts-Datei wird stets geprüft bevor der DNS gefragt wird. Bei obigem nslookup (<- DNS Request) wird also erst gecheckt ob der Name in der hosts-Datei steht und wenn dort nix gefunden wird, geht der DNS-Request an den DNS raus, den Router. Der wiederum antwortet mit ziemlicher Sicherheit mit der 1G IP wodurch dein Problem entsteht.


Die Reihenfolge der Schnittstellen bzw. die Metrik der Routen wiederum hat andere Effekte. Ist ein Ziel, also eine IP-Adresse, über zwei Routen erreichbar, kommt die Metrik ins Spiel. Die Metrik ist gewissermaßen die Länge der Route und man kann sie zB mit der Fahrzeit im ÖPNV vergleichen. Kommt man vom "Hauptbahnhof" zum "Rathausplatz" über zwei Strecken, S-Bahn und U-Bahn, braucht die S-Bahn zB 12 Minuten, während die U-Bahn aber 23 Minuten benötigt --> lieber die S-Bahn nehmen (niedrigere "Metrik"). Da in deinem Falle aber das Ziel nicht identisch ist, sondern einmal "Rathausplatz" (1G-IP) und "Opernplatz" (10G-IP), ist auch der Vergleich der Fahrzeit bzw. der Metrik hinfällig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist jetzt zwar schon etwas her, aber ich habe leider nach wie vor das selbe Problem :-(

Kann man nicht irgendwo in den Einstellungen des Intel Lans einstellen, dass es keine Verbindung zu SMB aufbauen soll?
 
Sorry, aber das kann nicht sein. Nach dem Verlauf des Threads nutzt du nun ein separates Subnetz für die 10G Verbindung. Wenn du nun vom PC aus die 10G-IP des NAS anpingst - oder den 10G Namen in der hosts Datei - kann Windows gar nicht anders als über die 10G Verbindung gehen. Wie ich bereits erwähnte fackelt Windows nicht lange, wenn eine Ziel-IP in einem Subnetz liegt, in dem Windows selbst ein Bein hat. Es gäbe für Windows also keinen Grund, eine 10G IP Richtung 1G-LAN zu routen, wenn Windows eben selbst im 10G Netz sitzt.


Ich fasse nochmal zusammen wie es sein sollte (IPs sind Beispiele, :

PC @ 1G = 192.168.1.123
PC @ 10G = 192.168.10.123

NAS @ 1G = 192.168.1.234
NAS @ 10G = 192.168.10.234


Wenn du nun vom PC aus 192.168.10.234 pingst, hat Windows gar keine andere Wahl als über die eigene Direktverbindung zu gehen, das 10G LAN. Pingst du hingegen 192.168.1.234, wird es eben über die 1G Verbindung gehen.
Trägst du nun diese IP mit einem anderen Namen in die hosts Datei, sollte eben auch "ping nas" auf die 10er IP auflösen und über's 10G LAN laufen.


Leider kann Windows Ports nicht anders routen. Windows routet einzig und allein anhand der Ziel-IP, egal wo die Quelle liegt, egal welche Ports verwendet werden.


Woran machst du überhaupt fest, dass die Verbindung den falschen Weg nimmt? Unabhängig von 1G oder 10G kann zB eine herkömmliche Festplatte sowieso nur ~120 MByte/s liefern. Bei langsamen Festplatten würde man also eh keinen Unterschied zwischen 1G und 10G bemerken, weil die HDD gar nicht schnell genug ist, um die 9 zusätzlichen Gigabit/s überhaupt zu nutzen. Bei einer SSD und/oder schnellen RAIDs wäre das schon anders.


P.S.: Im übrigen hast du ein ungünstiges Subnetz gewählt. Private Subnetze sollte man stets aus den dafür vorgesehen Bereichen wählen (RFC1918):

192.168.0.0 - 192.168.255.255
172.16.0.0 - 172.31.255.255
10.0.0.0 - 10.255.255.255

Nutzt man eine IP außerhalb dieser Bereiche im privaten Netzwerk, kann dies zu Konflikten mit dem Pendant im Internet führen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erst einmal Vielen dank für deine super ausführliche Antwort!

Also in der Host Datei habe ich derzeit folgendes stehen:

20.20.20.1 NAS

Dies ist halt die IP des NAS @ Direkt.

Könnte man dies dann als eine Art Weiterleitung machen?

Also (IPs aus deinem Beispiel):

192.168.1.234 192.168.10.234 # 1Gbit -> 10Gbit IP - NAS

Hier würde ja dann die 1Gbit IP des NAS auf das 10Gbit weitergeleitet? Sorry wenn ich das falsch verstehe, kenne mich hier leider nur oberflächlich aus :-(

Oder müsste man hier die IP aus den Namen weiterleiten? Also 192.168.1.234 Free.NAS


Ob 1Gbit oder 10Gbit aktiv ist merkt man leider sofort, da mein NAS bei kleineren Dateien locker die 10Gbit (~1Gb/s) ausreizt. Auch bei größeren Übertragungen habe ich im Durchschnitt um die 600MB/s.


Ich habe nun man testweise in der Firewall für die 1Gbit IP des NAS den SMB Port gesperrt. Für den Moment scheint das auch zu funktionieren, ist aber natürlich keine wirklich ordentliche Lösung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was wie weiterleiten? Wenn ein Netzwerkgerät selbst in einem Subnetz ist, wird nichts weitergeleitet, sondern direkt das Ziel kontaktiert. Steht ein Gerät mit einem Bein in einem und mit dem anderen Bein im anderen, wird es auch immer direkt zum Ziel gehen und keinen Umweg über das andere Bein nehmen. Routing kommt erst dann ins Spiel, wenn das Ziel außerhalb der eigenen, lokalen Subnetze liegt. Wenn du zB 8.8.8.8 anpingst, merkt Windows "What?? 8.8.8.8 kenne ich nicht, das is nicht in meinem 1G-Subnetz und auch nicht im 10er!!! Das muss ich dann an den Internetrouter weiterleiten, der wird schon wissen wohin damit.."


Heißt im Klartext: Wenn dein PC die 20.20.20.2 hat und die 20.20.20.1 erreichen will, wird er dies immer über die 20.20.20.2 Schnittstelle tun, die 10G Verbindung. Das ist ein Standardmechanismus, den man nur aktiv ändern kann.


Probier es selbst aus:

Start --> cmd
--> route print -4

Poste das Ergebnis mal hier.

Das ist die Routingtabelle. Sobald eine LAN-Schnittstelle eine IP-Adresse hat, wird automatisch eine Subnetz-Route hinzugefügt, zB 20.20.20.0 255.255.255.0 --> on interface --> 20.20.20.2
Nur wenn du diese Route aktiv löschst, weiß Windows sich nicht anders zu helfen als Pakete zu diesen Zielen über das Standard-Gateway zu schicken, den Internet-Router. Dieser kennt das Ziel aber nicht, weil er ja selbst nicht im 20.20.20.0er Subnetz ist und wird ins Internet weiterleiten (weil 20.20.20.0 eben auch eine öffentliche IP-Range ist!).


Mach zudem mal ein traceroute wie folgt:

Start --> cmd
--> tracert 20.20.20.1

Bei Direkt-Verbindung wird genau 1 "Hop" dort auftauchen, das NAS. Machst du dasselbe zB mit 8.8.8.8, wirst du erst deinen Internet-Router, danach den Provider-Router, weitere Zwischenstationen und irgendwann kommt das Ende, 8.8.8.8. Im Unterschied zur Direktverbindung, bei der eben direkt das Ziel kommt, sieht man hier eben eine Route mit mehreren Zwischenstationen auf dem Weg zum Ziel.
 
Sonst map dir doch einfach die Hauptfreigabe deines NAS, sprich "\\20.20.20.1". Da Deine im PC verbaute NIC ebenfalls in diesem 20.x.x.x Netz ist, wird er darüber gehen.
 
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Ich stand genau vor dem gleichen Problem wie der Threadersteller hier. Habe mein NAS point-to-point über 10Gbit zum PC verbunden (jeweils eine 10Gbit Netzwerkkarte im NAS und im PC, ohne Switch) und zusätzlich das NAS auch über 1Gbit an den Internet-Router gehängt, an dem der PC natürlich mit der zweiten 1Gbit Netzwerkkarte auch hing. Beide Netztwerkkarten im PC waren im gleichen Subnetz der Fritzbox, die IP-Adresse der 10Gbit point-to-point Verbindung habe ich auf beiden Seiten (PC, NAS) manuell zugeweisen, außerhalb des Fritzbox DHCP-Bereichs, aber eben trotzdem noch im gleichen Subnetz (Bei Fritzbox wird der Bereich 192.168.178.2 - 92.168.178.19 standardmäßig nicht verwendet).

Windows hat dann automatisch immer die Route: PC 1Gbit >> Fritzbox 1Gbit >> NAS 1Gbit gewählt, nicht die 10Gbit Verbindung. Aber der Tipp von Pacman0811 löst das Problem, man bindet das Netzlaufwerk im Explorer einfach direkt über die 10Gbit NAS-IP ein (192.168.178.15 bei mir) und schon verwendet Windows immer die 10Gbit Verbindung. :)
 
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