Pegida - Meinungen und Ursachen

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Wohlstand für alle = Wohlstand für niemanden... aber Wohlstand hilft hier offensichtlich herzlich wenig. Genauso, wie die reiche Katholische Kirche über Jahrhunderte hinweg ungestraft ihr Schindluder treiben konnte (und noch heute treibt, Gruß an Tebartz-van Elst), treiben es die Muslime in den Emiraten äußerst radikal... und zwar so radikal, wie die Katholiken vielleicht im 18. Jh. das letzte Mal waren.

Außerdem, willst du den hier lebenden Muslime denn Wohlstand absprechen? Ich meine jetzt nicht die Asylbewerber & Flüchtlinge, sondern die Muslime, die schon seit vielen Jahren hier leben und arbeiten, teilweise in der 2. und 3. Generation. Trotzdem hast du da allerhand Leute, die den Koran weiterhin wortwörtlich auslegen, egal wie blödsinnig sich der Text tatsächlich in der modernen Welt anhört. Und dann sind da ja noch die, die Bogeyman angesprochen hat: Diejenigen (vornehmlich Männer), die sich aus der Religion die Rosinen heraus picken. Frauen schlagen und unterdrücken? Ja bitte. Selbst ein korantreues Leben führen? Neeee.
 
Es geht aber nicht um McD oder real,- sondern um das was in Pegida vor sich geht. Pegida ist doch jetzt auch nicht dafür bekannt alle Aussagen zu relativieren oder habe ich was verpasst. Pegida beschwert sich doch massiv das sie als Fremdenfeindlich verschrien ist , wenn es zu Unrecht wäre es eine Möglichkeit das zu zeigen. Das Problem ist aber nun das wenn ich es richtig verstehe die Strippenzieher der Pegida bei entsprechenden Kommentaren ganz vorn dabei sind.
Deine Argumentationslinie ist eigentlich "ich muss mich nicht benehmen die anderen machen es ja auch nicht". Weiss nicht ob das einem Erwachsenen angemessen ist.
Du verstehst es nicht. Mir ging es um die Sache bei Facebook. Klar muss man das im Kontext sehen. Facebookgruppen sind nunmal oft eine Anlaufstelle der größten Idioten und gepöbelt wird da weil man im Schutze der Anonymität ist. Und DAS ist nicht nur einzig und allein bei der Pegida Facebookgruppe so und sondern eben auch bei anderen. Das sollte man zumindest mal erwähnen.

Facebookgruppen sind nun wirklich keine Maßstäbe an denen man sich richten sollte. Wenn du denen fehlende Moderation vorwirfst so kannste das im Grunde bei nahezu jeder Facebookgruppe machen. Streng moderierte Gruppen bilden nunmal einfach die Ausnahme obs dir passt oder nicht.

Auch eine einzelne Straftat wird net weniger schlimm nur weil es am selben Tag noch 10 weitere gab. Dennoch ist es doch Heuchelei wenn man sich diese eine jetzt herauspickt und nicht erwähnt dass es nur eine unter 11 war am heutigen Tag. Es entsteht sonst ein falsches Bild vom Ganzen und an der Wahrheit sind wir doch alle interesiert oder nicht? Wieso sollte man nicht nach links und rechts blicken? Hat man etwa Angst vor irgendetwas, oder irgendwelche Argumente die dann kommen könnten?


Bezüglich des christlichen Glaubens, auch da gibt es genug Extreme die ganz öffentlich arbeiten.

Der Bund katholischer Ärzte, das Weiße Kreuz, Leo e.V. und Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft der evangelischen Kirche gehen massiv und auf gefährliche Weise gegen Homosexualität vor.
Und auch dagegen gibt es Bewegungen und auch das findet die Mehrheit nicht in Ordnung. Ist ja nicht so dass das hier keine Sau interesiert.

Also wie gesagt das Christentum soll sich da nicht so überlegen fühlen.
Im Grunde geht es darum bei jedem Glauben. In der Bibel steht auch nirgendwo dass es auch noch andere Glaubensrichtungen gibt und hier und da was besser ist als bei uns. Christentum ist EIN Glaube von vielen, genau wie der Islam, aber bei fast jedem Glauben ist es so dass so getan wird als ob sei dieser einer Glaube der einzig wahre.

Genau aus dem Grund bin ich auch generell gegen sowas. Und sorry bei manchen Dingen fühle ich mich dadurchaus überlegen, denn bei uns werden keine Hände mehr abgehackt, oder Leute ausgepeitscht und und und. Da bin ich auch einfach froh einer Gesellschaft anzugehören die da schon weiter ist.

Ferner wenn du danach gehst und sagst "ja woanders ist auch net alles perfekt" führt das im Grunde nur dazu dass keine Entwicklung mehr stattfindet. Genau wie bei den Lohnerhöhungen, anstatt dass sich die Gemeinschaft solidarisch zeigt wird gesagt woanders geht es den Leuten noch schlechter, und daher gibts auch kein Grund dass eine andere Gruppe dann mehr verdienen sollte.

Dass wir auch noch Probleme im Christentum haben sollte dazu führen dass wir daran ZEITGLEICH arbeiten, aber nicht als Argument dafür am Ende gar nichts zu ändern.
 
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Es war/ist die geschlossene FB der Pegida und wie gesagt die Strippenzieher sind bei einschlägigen Kommentaren vorn mit dabei. Das sich jede Menge Knalltüten und ähnliches anfinden weiss ich auch. Nur wie heisst es so schön? Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Das andere ist das Problem jeder Religion die ungezügelt schalten und walten kann. Ja wir haben hier in Europa Frieden mit den Religionen geschlossen, sie sind gezügelt aber überall dort wo die Zügel lockerer sind wird es sofort wieder eklig.
Ich sage doch gar nichts das ich nichts ändern will. Ich sage doch das hier jeder so Glauben wie er es will.
 
Ich sage doch das hier jeder so Glauben wie er es will.
Das ist nicht so ganz einfach, vllt sogar unmöglich. Ein Glaube hängt auch immer stark mit der Kultur, Werten etc. zusammen.

Nehme mal das Beispiel Homosexualität: Dafür wirst du in der Türkei durchaus auch mal umgebracht von der Familie, weil du eine Schande für sie bist etc. (nicht zwangsläufig, aber in dem Land haben Männer wirklich Angst davor sich zu outen, kannst du dir auch mal youtube Videos, dokus etc zu angucken). Klar ist es auch dort ein Verbrecher, doch der Glaube prägt nunmal auch das Land und die Gesetze mit und du hast wirklich viele Personen dort die sowas "nicht so schlimm" "normal" oder "hätte sie/ihn auch umgebracht wenn es mein Sohn/Tochter/Bruder etc wäre".

Ich mein wie willst du das unter einem Hut bringen alles. Hier ist das eine auf einmal ein schweres Verbrechen was 99,99% der Leute verabscheuen, und da drüben ist es zwar auch ein Verbrechen, dennoch hätten vllt 50% der Leute insgeheim genauso reagiert wie der Mörder der den homosexuellen Bruder umgebracht hat.

Die Leute werden nicht mal so mal so denken nur weil sie in einem anderen Land leben.

Immigration heißt im Grunde immer Assimilation größtenteils. Habe Verwandte in USA, die können nach ein paar Generationen auch kein Deutsch mehr und sind halt "Amerikaner" geworden.
Wander als Deutscher mal aus in den Asiatischen Raum, denkst du da kannst du 1:1 so bleiben wie du bist und es hier gewohnt bist und weiterhin nach deutschen Regeln und Werten dort leben? Der Wille und die Bereitschaft muss aber von den Menschen selbst kommen, auf irgendwelchen Bullshit (wars die CDU/CSU?) die mal gesagt haben Türken sollen zuhause Deutsch sprechen kann man verzichten, bringt eh nix, kann auch keiner kontrollieren.

Ich finde wenn man sich auf ein andere Land einlässt dann sollte man auch bereit dazu sein sich zu integrieren und nicht zwanghaft an irgendetwas festhalten. Nach ein paar Generationen interesieren die Wurzeln eh nicht mehr wirklich.
Gibt es denn irgendwo auf der Welt ein Beispiel wo es wirklich perfekt klappt dass Menschen mit verschiedenem Glauben völlig problemlos nebeneinander leben können? Das wird allein deshalb schon schwierig weil in jedem Glauben gelehrt wird er sei der einzig wahre.
Der Glaube an sich ist das Problem.
 
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Gucky10 schrieb:
Pegida beschwert sich doch massiv das sie als Fremdenfeindlich verschrien ist , wenn es zu Unrecht wäre es eine Möglichkeit das zu zeigen.
Offensichtlich besteht dafür von Seiten der PEGIDA Anführer kein Interesse. Über das Warum kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen, ich habe meine Rückschlüsse allein schon aus dem, was hier im Thread geschrieben wurde, gezogen.
Bogeyman schrieb:
Ich finde wenn man sich auf ein andere Land einlässt dann sollte man auch bereit dazu sein sich zu integrieren und nicht zwanghaft an irgendetwas festhalten. Nach ein paar Generationen interesieren die Wurzeln eh nicht mehr wirklich.
...
Der Glaube an sich ist das Problem.
Eben, INTERGRATION, das heißt aber nicht, Aufgabe der eigenen Identität bis zur Selbstverleugnung. Und das Grundgesetz garantiert eben auch Religionsfreiheit für jeden, der in Deutschland lebt.

Zudem, User wie Daaron machen mit ihren Beiträgen hier doch sehr deutlich, worum es wirklich geht, es geht nicht um eine angebliche "Islamisierung" Deutschlands, er will, wie er es mit seinem Stammtischjargon beschreibt, alle "Asylanten" raus haben.

Wie zu erwarten versucht PEGIDA natürlich auch noch, aus den Pariser Attentaten Profit zu schlagen, was an sich schon armselig und perfide ist. Aber eine passende und treffliche Reaktion aus Frankreich gibt es ja bereits: http://www.zeit.de/politik/ausland/...arlie-hebdo-karrikaturen-pegida-paris-dresden
 
Klar es ist hilfreich sich zu integrieren besonders wenn man sich komplett in einem neuen Land niederlässt. Das Problem dahinter ist doch aber eigentlich das wir alle nur Menschen sind. In einer neuen fremdartigen Umgebung sucht man Halt in Vertrauten, man geht besonders enge Verbindungen zu anderen Menschen ein die die gleichen oder ähnliche Wurzeln haben. Das gibt Sicherheit. Dazu kommt das man im Normalfall keine unbegrenzten finanziellen MIttel hat. Also sucht man sich einen erschwinglichen Platz zum Leben, genauso wie all die Anderen die schon da sind oder noch kommen auch. Es entwickelt sich immer mehr eine Enklave wo man hauptsächlich Leute mit ähnlichen kulturellen Hintergrund findet. Irgendwann bilden sich dann auch ähnliche Strukturen raus wie zu Hause. Mehr oder weniger stark vermischt mit Einflussen der Gastkultur. Man beeinflusst sich gegenseitig immer mehr. Aber im Kern hat man u.U. wieder das vor dem man eigentlich mal weggezogen ist. Man will es eigentlich nicht, aber der Bewegungsspielraum íst eng, man hat sich eingerichtet, vielleicht wird die Umwelt als ablehnend aufgenommen usw. Das alles ist normal und läuft überall auf der Welt mit allen Nationalitäten ähnlich ab. In einigen wo der Familienbezug höher ist vielleicht schneller und intensiver. Ein Gastland kann da nur bedingt gegensteuern , es ist immer ein Spagat zwischen der Freiheit des Einzelnen und der Freiheit der Kultur. Das muss täglich neu ausgehandelt werden. Was das Gastland tun kann ist Angebote machen, versuchen eine Ghettobildung zu vermeiden, aktiv auf die neuen Mitbürger zugehen,sie ernst nehmen usw. Man darf nicht aus den Augen verlieren das auch das Gastland profitiert. Auch wenn das manchmal nicht sofort sichtbar und einsichtig erscheint. Wenn man sich jedoch auf Ausländer als Feindbild einschiesst dann darf man sich nicht wundern das die Anpassung nach Aussen nicht mehr funktioniert. Wozu denn auch?

Ja Religion ist die Wurzel des Übels. Der Papst hat ja vor der EU Kommision gesprochen über Ursachen von Gewalt und dergleichen. Er "vergass" aber zu erwähnen das es im Grunde sein Geschäft ist das für die überwiegende Mehrzahl der Gewaltalkte verantwortlich ist. Sprich die Religion und ihr Alleinvertretungsanspruch. In meinen Augen geht daher nur Religion aus dem öffentlichen Leben komplett zu verbannen bis es die Menschen geschafft haben sich wegen dem Glauben nicht mehr an die Gurgel zu gehen. Das ist schwer und wahrscheinlich ohne restriktive Massnahmen auch nicht machbar. Also geht es andersherum nur in dem maximalste Toleranz geübt wird um Konflikte zu verhindern. Das ist für einige Vertreter von Religionen einfacher als für Andere. Auch weil die jeweils kulturellen Hintergründe andere sind. Das kann man nur überwinden wenn man sich auf Gemeinsamkeiten beruft und die in den Mittelpunkt stellt und nicht das was uns trennt. Auswüchse die es gibt und immer geben wird dafür gibt es Gesetze und die Staatsgewalt.
 
Bogeyman schrieb:
Wander als Deutscher mal aus in den Asiatischen Raum, denkst du da kannst du 1:1 so bleiben wie du bist und es hier gewohnt bist und weiterhin nach deutschen Regeln und Werten dort leben?
Gutes Beispiel. Spätestens die für uns befremdlichen japanischen Toiletten- und Hygienegewohnheiten würden jegliche Interaktion mit Einheimischen komplett unmöglich machen, wenn man sich nicht an den Kram anpasst.

Gibt es denn irgendwo auf der Welt ein Beispiel wo es wirklich perfekt klappt dass Menschen mit verschiedenem Glauben völlig problemlos nebeneinander leben können?
Bestenfalls Juden & Christen in den USA... Aber ansonsten kristallisiert sich immer ein vorherrschender Glaube heraus und Konflikte mit anderen Glaubensrichtungen sind vorprogrammiert.

frankpr schrieb:
Eben, INTERGRATION, das heißt aber nicht, Aufgabe der eigenen Identität bis zur Selbstverleugnung. Und das Grundgesetz garantiert eben auch Religionsfreiheit für jeden, der in Deutschland lebt.
Religionsfreiheit heißt aber nicht, dass ich die Bedürfnisse meiner Religion über die Freiheit Anderer stellen darf. Religionsfreiheit ist kein Über-Grundrecht, sondern eher das niedrigste in einer ganzen Reihe.
Wenn also extra für Muslime Sonderregelungen getroffen werden, die Christen & Atheisten negativ beeinflussen (das kann schon so etwas kleines sein wie "kein Schwein in der Kantine"), dann ist das eben eine in meinen Augen unzulässige Bevorzugung.

Außerdem: Ist es wirklich so schlimm, die eigene "Identität" zu verlieren, wenn diese Identität sich in einer fundamentalistischen Grundhaltung wiederspiegelt, in der Frauen Objekte sind und Homosexuelle auf den Scheiterhaufen gehören?
Wer hier leben will, muss mindestens diesen Part seiner ach so geschätzten Identität aufgeben. Kann & will er das nicht, ist er hier falsch.

...er will, wie er es mit seinem Stammtischjargon beschreibt, alle "Asylanten" raus haben.
Faszinierend, dass du zu wissen glaubst, was ich will. Wie wäre es statt dessen mal, einfach mal meinen Worten zu folgen? Lies einfach mal, was ich so schreibe. Es könnte ja evtl. was dran sein?
Alle Asylanten (ja, ich bleibe jetzt aus Trotz dabei. Scheiß auf PC) raus? Nein, wieso. Statt dessen sollten die Verfahren massiv beschleunigt werden. Für die, die berechtigt sind, heißt das schnellere Hilfe & Integrationsmöglichkeit. Für alle Unberechtigten (von denen es allerhand gibt. 2013 warens ~40%) heißt es hingegen genauso zügig: Auf Nimmerwiedersehen. Macht Platz für diejenigen, die ihn auch benötigen.

Wie zu erwarten versucht PEGIDA natürlich auch noch, aus den Pariser Attentaten Profit zu schlagen, was an sich schon armselig und perfide ist.
War tatsächlich zu erwarten, war in meinen Augen auch eine ziemlich blöde Idee.
Aber andererseits: Hätte man nix gesagt, hätten es die PEGIDA-Gegner wohl auch ausgeschlachtet. Guckt mal, denen ist das Leid in Paris egal...
Und natürlich: Alle anderen dürfen Paris für ihre Zwecke ausschlachten, nur PEGIDA nicht. Wurde nicht schon mit Charlie-Plakaten für mehr Asylanten geworben? Was das eine mit dem anderen zu tun hat, das muss mir da jemand erklären.

Gucky10 schrieb:
Irgendwann bilden sich dann auch ähnliche Strukturen raus wie zu Hause. Mehr oder weniger stark vermischt mit Einflussen der Gastkultur. Man beeinflusst sich gegenseitig immer mehr. Aber im Kern hat man u.U. wieder das vor dem man eigentlich mal weggezogen ist.
Hier zählt nur eines: Der Wille des Einzelnen. Du willst, dass es dir besser geht? Du willst nicht, dass es wieder wie daheim in Ankara ist? Dann TU ES. Hier darfst du es. Die Leute können ja vielleicht durch Mittelknappheit im selben Ghetto wie zuvor, nur an anderem Ort, landen... das heißt aber nicht, dass sie dieses Ghetto weiter in Herz und Kopf tragen müssen.

Was das Gastland tun kann ist Angebote machen, versuchen eine Ghettobildung zu vermeiden, aktiv auf die neuen Mitbürger zugehen,sie ernst nehmen usw. Man darf nicht aus den Augen verlieren das auch das Gastland profitiert. Auch wenn das manchmal nicht sofort sichtbar und einsichtig erscheint.
Die einfachste Form der Integration ist die Sprache, aber selbst hier hapert es doch schon verdammt oft. Wer will, der lernt die Sprache auch sehr schnell. Es gibt allerhand Kurse, sowohl staatlich geförderte als auch privat finanzierte an Volkshochschulen.

Wenn es aber schon offensichtlich an der Akzeptanz solch einfacher Maßnahmen scheitert, was soll dann werden? An diesem Punkt verstehe ich dann so hirnrissige Forderungen wie den Zwang, zuhause Deutsch zu sprechen. Es ist idiotisch, es ist unkontrollierbar, aber es ist die logische Konsequenz.
Wie kommt es denn, dass Immigranten der 2. Generation oftmals noch solche Deutschprobleme haben? Evtl. sollten ihre Eltern eben DOCH zuhause Deutsch sprechen. Nciht aus Zwang, sondern aus Rücksicht auf die Zukunft ihrer eigenen Kinder.
Genauso: Wenn man weiß, dass Namen wie Mohammed genauso ein Stigmata sind wie Kevin und Justin, dann nennt man seinen Sohn eben nicht Mohammed. Genauso, wie Kevin für seine Umwelt der ADHS-Balg mit der Lese-Rechtschreibschwäche ist, so ist Mohammed eben der Ghetto-Türke, der bestenfalls zum Türsteher taugt. Da ist der Name bereits eine Vorverurteilung. Muss man also, bloß um blind einer Tradition oder dem eigenen Stolz zu folgen, dem Kind die Zukunft direkt versauen?

In meinen Augen geht daher nur Religion aus dem öffentlichen Leben komplett zu verbannen bis es die Menschen geschafft haben sich wegen dem Glauben nicht mehr an die Gurgel zu gehen. Das ist schwer und wahrscheinlich ohne restriktive Massnahmen auch nicht machbar.
Faktisch unmöglich. Dafür müsstest du Symbole wie das Kreuz, den Halbmond, den Davidsstern, den Weihnachtsbaum, den Dreidel,... als verfassungsfeindlich deklarieren und ihre öffentliche Zurschaustellung verbieten.
Aber genauso, wie Rechtsradikale sich dann eben Sweatshirts von Consdaple oder Lonsdale angezogen haben, oder sich eben irgendwas mit 88 oder 18 einfallen lassen, würden sich dann die Religionen anpassen. Dann würden Christen eben vermehrt Klamotten von Fishbone tragen, wäre ja nicht das erste Mal.

Also geht es andersherum nur in dem maximalste Toleranz geübt wird um Konflikte zu verhindern. Das ist für einige Vertreter von Religionen einfacher als für Andere. Auch weil die jeweils kulturellen Hintergründe andere sind. Das kann man nur überwinden wenn man sich auf Gemeinsamkeiten beruft und die in den Mittelpunkt stellt und nicht das was uns trennt.
Tja, aber welche Gemeinsamkeiten? Dass man alle der Spezies Homo Sapiens angehört? Das ist hier echt zu wenig. Gerade zwischen Westeuropa und dem muslimisch geprägten Raum in Afrika und Nahost klafft eben eine riesige Lücke. Die überwindest du nicht eben so. Da gibt es nicht viele Gemeinsamkeiten. Die Geschichte hat gezeigt, die wirksamste Gemeinsamkeit ist ein gemeinsamer Feind. Nur wen willst du dazu heran ziehen?
Willst du radikale Islamisten als Musterfeind heran ziehen? Oh, deren Handlungen überspannen den Bogen auch für nicht-radikale Muslime, aber bist du dir so sicher, dass ihre Motive nicht doch hier und da einiges an Anklang finden? Wer sagt dir, dass der Moslem neben dir, der ebenfalls ein Charlie-Plakat hoch hält, sich nicht letzte Woche noch im stillen Kämmerlein maßlos über die Karikatur seines Propheten aufgeregt hat?

Und was heißt hier maximale Toleranz? Es gibt schlichtweg Verhaltensweisen, die in einem westlichen Rechtsstaat nicht tolerierbar sind. Hier muss sich eben DOCH der Immigrant verbiegen und genau diese Verhaltensweisen ablegen.

Auswüchse die es gibt und immer geben wird dafür gibt es Gesetze und die Staatsgewalt.
Wenn sie denn zur Anwendung kommen... Womit wir wieder bei dem Thema Problembezirk, Parallelgesellschaft und No-Go-Areas sind. Diese Ecken lassen sich nciht wegdiskutieren.
 
Bogeyman schrieb:
Immigration heißt im Grunde immer Assimilation größtenteils. Habe Verwandte in USA, die können nach ein paar Generationen auch kein Deutsch mehr und sind halt "Amerikaner" geworden.
Wander als Deutscher mal aus in den Asiatischen Raum, denkst du da kannst du 1:1 so bleiben wie du bist und es hier gewohnt bist und weiterhin nach deutschen Regeln und Werten dort leben? Der Wille und die Bereitschaft muss aber von den Menschen selbst kommen, auf irgendwelchen Bullshit (wars die CDU/CSU?) die mal gesagt haben Türken sollen zuhause Deutsch sprechen kann man verzichten, bringt eh nix, kann auch keiner kontrollieren.

Komisch, egal wo man sich über deutsche Auswanderer informiert, solange sie nicht dort "Einheimische" heiraten und fernab von Landsleuten leben, findet defacto auch noch nach Jahrhunderten Traditions- und Kulturpflege statt.
Ich kenne so gut wie keinen US Amerikaner, der sich Indianern angeschlossen hat, daher taugen die USA, wie auch andere Kolonien, nur stark begrenzt als Beispiel. Im Grunde ist ganz Europa, Afrika aber auch Asien die heutige US-Kultur, genaueres Hinsehen lohnt.

Man könnte diejenigen benennen, ich habe selber so einen Teil in meiner Familie, die als Deutsche bis nach Russland siedelten, auch in ganz Osteuropa zu finden waren. Die waren angesehen und akzeptiert, gerade weil sie Kultur aber auch technisches Know-How (dafür wurden sie häufig überhaupt erst angeworben) mitgebracht haben. Ihr "deutsch sein" haben die in vielen Jahrhunderten nie aufgegeben, obwohl sie auch Ehen mit "Einheimischen" eingegangen sind.

Fast identisch sieht es mit dem jüdischen Leben in Europa aus, die bereicherten über tausende von Jahren unseren Kulturkreis und prägten ihn sogar mit. Trotzdem konvertierten sie nicht, völlig zurecht, und bewahrten auch ihre Traditionen.
 
Nach gut einmonatiger Abstinenz wurde ich vergangene Woche unvorbereitet von der PEGIDA-Medienflut überrollt. Das vorläufige Fazit viel dahingehend aus, dass es unglaublich trendy und notwendig ist sich kompromisslos gegen diesen rechtsgelenkten, verängstigten, minderbemittelten Mob auszusprechen.

Nach kurzer Recherche abseits der Massenmedien wurde schnell klar wie diffus die Zusammensetzung und wie begründet die bisher veröffentlichten "Forderungen" (Positionen) sind. Demnach habe ich PEGIDA (mMn auch unpassende Namensgebung) fortan als Sammelkanal für Unzufriedene verschiedenster Herkunft wahrgenommen. Immer mit dem vordergründigen Ziel auf Missstände hinzuweisen und dagegen zu demonstrieren. Ihnen dieses Grundrecht absprechen zu wollen bzw. alles und jeden dort als uninformiert und intolerant darzustellen ist dummdreist. Denn Freiheit und Toleranz bedeuten ebenso, dass unliebsame Meinungen frei geäußert und toleriert werden dürfen und müssen solange sie friedlich geäußert werden.

Die einseitige Berichterstattung in den zugänglichsten Medien war dahingehend wieder einmal extrem enttäuschend. Ebenso der Umgang der Politik mit dem Thema. Zwielichtige Gestalten und Kontakte innerhalb der Organisatoren sind definitiv ein Problem und müssen ebenso zur Sprache gebracht werden wie die Themen aufgrund derer so viele Gemäßigte unter den Teilnehmern sind.

Das extreme Gruppierungen versuchen diese Bewegung zu instrumentalisieren muss genau so differenziert betrachtet werden wie Islam und Islamismus. Die Ursachen lassen sich mMn grob als Angst vor Extremismus, unregulierter Zuwanderung, Integrationsproblematik und falschem /verfehlten Umgang mit Krisenherden zusammenfassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gucky10 schrieb:
Es sind um die 20000 hochgerechnet oder vielleicht 30000 bundesweit. Ist also weit davon entfernt gesellschaftlich wirklich relevant zu sein.

Nur eine kleine Anmerkung meinerseits:

Ich denke die Anhängerschaft in den Köpfen ist viel größer. Ich muss immer wieder staunen wie viele Leute auch diese hohlen Phrasen in sich tragen. Bei den meisten reicht eine halbe Stunde diskutieren aus, um sie zu überzeugen, dass dies zu großen Teil nur auf Ängsten und einem zu großen medialen Bild beruhen. Bei Einigen reicht das aber auch nicht.

Ich finde es daher sehr bedenklich wie unsere Politiker damit umgehen. Allen voran unsere Kanzlerin.

Ich kann nur empfehlen: redet mit Leuten über dieses Thema. Offen und freundlich. Damit bezweckt ihr viel mehr als mit der Nazistigmatisierung. Denn viele beschäftigen sich einfach gar nicht damit und sind dann offen für diese Pseudologiken.

Seit meinem Umzug in die Schweiz bin ich auch sehr froh ein "Ostkind" zu sein. Wie verwurzelt die Kirche in Süddeutschland, in der Schweiz, als auch im Elsass ist, hätte ich mir nie träumen lassen (das sind jetzt die Beispiele, die ich erfahren habe). Da wird entgegen sämtlicher Logik immer noch für das Christentum argumentiert. Da bin ich schon 2-3 mal böse angeeckt, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet habe. Für mich haben Religionen in einem staatl. Zusammenleben nichts zu suchen.

Ansonsten ein Lob für dieses Thema insgesamt. Man hat eine ordentliche Diskussion, weitgehend ohne Hetze und versucht objektiv zu führen. Sowas trifft man in Foren nicht sehr häufig an.

@BitFox
Genau so sehe ich das auch!
 
Sehr guter Ansatz. Eine möglichst (ist nie 100% möglich!) vorurteilsbefreite, freundliche, sachliche Diskussion am besten mit Fakten untermauert ist viel besser als einfach nur mit Totschlagargumenten zu kommen.

Aber an der Stelle auch: es gibt keinen Gottesbeweis - aber auch keinen Gegenbeweis ;)
Klar gibt es so mache Leute mit kruden (pseudo-)religiösen Ansichten, die sich dann z.B. auf Bibel und Kirche berufen weil sie gegen Organspende sind - da überfahren sie aber, dass sowohl die katholische als auch die evangelische diese explizit befürwortet und das Hirntodkriterium anerkennt. Nur mal um eine der letzten Diskussionen zu illustrieren.

Um wieder die Kurve zum Thema zu bekommen: Laizismus ist eine gute Sache. Die Menschenrechte aller müssen über religiösem Befinden stehen.
Aber Religion ist Teil der Kultur und Religionsfreiheit ein ebensolches Menschenrecht. Ob nun Islam, Christentum, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Atheismus etc. - jeder darf das praktizieren wie er will, nur ohne den anderen bei seiner (Religions)freiheit einzuschränken.

Nebenbei: http://www.focus.de/politik/deutsch...st-das-unwort-des-jahres-2014_id_4400906.html
 
Pegida, so sehr ich sie auch ablehne haben in einem Kernpunkt recht:

Der Islam gehört in seiner jetzigen Form definitiv nicht zu Deutschland!


Ich verstehe weder unsere Politiker noch unsere Presse, die anderer Auffassung sind.

Wenn wir über den Islam reden, dann müssen wir uns vor Augen führen, dass in nahezu sämtlichen islamisch geprägten Ländern folgende Dinge an der Tagesordnung sind, vom Gesetz der Scharia sogar legimitiert sind:

- keinerlei freie Meinungsäußerung ohne Gefahr von Leib und Leben
- massive Menschenrechtsverletzungen
- keinerlei Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau
- negative Äußerungen über Religion unter Todesstrafe
- Verfolgung von Homosexuellen

Deutschland besitzt dagegen eine freiheitliche demokratische Grundordnung, in der freie Meinungsäußerung, Menschenrechte sowie die Gleichberechtigung zwischen allen Menschen, egal ob Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Damit hat der Islam in seiner jetzigen Form rein gar nichts zu tun.

Die Mehrzahl aller Muslime in Deutschland leben den "gemäßigten Islam", der an die westliche Welt weitesgehend angepasst ist. Dieser hier oft gelebte Islam hat aber wenig mit dem Islam gemein, der in der arabischen Welt gelebt wird.
 
@C137
Guter Hinweis auf Begriffe die getrennt werden sollten. Kulturelle Vielfältigkeit darf meiner Meinung nach durchaus sein. Ergo ist zulässig, dass auch irgendwann eine Moschee das historische Stadtbild "aufmischt" (nichts anderes machen Einkaufstempel in der Innenstadt).
Die Akzeptanz der landesüblichen Wertevorstellungen (Gleichberechtigung aller, religionsunabhängige Rechtsprechung,...) muss allerdings kompromisslos erfolgen.

c137 schrieb:
...Aber an der Stelle auch: es gibt keinen Gottesbeweis - aber auch keinen Gegenbeweis ;)
...

Ist zwar offtopic *hust* aber hier möchte ich einwerfen:

Freud und Leid auf dieser Welt (ob durch, mit oder ohne Religion) sind von Menschenhand gemacht. Sollte es ein übergeordnetes "Wesen" geben hält es sich vornehm heraus. Irgendwie habe ich da ein Problem mit grundsätzlicher Verehrung und Dank.
Ist natürlich kein Grund anderen ihren Glauben als Quelle für Trost, Hoffnung und Freude abzusprechen. An die eigenverantwortliche Entscheidungs- und Schaffenskraft zu glauben ist für mich nur naheliegender.
 
BitFox schrieb:
Das extreme Gruppierungen versuchen diese Bewegung zu instrumentalisieren muss genau so differenziert betrachtet werden wie Islam und Islamismus. Die Ursachen lassen sich mMn grob als Angst vor Extremismus, unregulierter Zuwanderung, Integrationsproblematik und falschem /verfehlten Umgang mit Krisenherden zusammenfassen.

Alles richtig was du sagst. Wir müssen in all Richtungen differenziert argumentieren, denn sonst treiben wir Menschen aus der Mitte der Gesellschaft in die Arme von Extremisten, ob diese nun am Rande des politischen Spektrums warten (es gibt ja auch Linksradikale) oder in einem radikalislamischen Umfeld.

Aber man darf PEGIDA auch nicht verharmlosen oder gar als eine Bewegung der bürgerlichen Mitte bezeichnen, denn das sie ist eindeutig nicht. Ich glaube nur zu gerne, dass die Mehrheit der rund 30.000 Menschen, die unter dem Banner der PEGIDA auf die Straße gehen, einfach nur verunsicherte Bürger aus der Mitte der Gesellschaft sind, die das Gefühl haben, nicht gehört zu werden, und sich endlich Gehör verschaffen wollen. Aber bei PEGIDA laufen zu viele Rechtsradikale mit - vor allem tonangebend vorne weg - als dass man PEGIDA als eine bloße Gefühlsregung der bürgerlichen Mitte bezeichnen könnte. Wenn wir das tun, dann lassen wir es zu, das rechtsradikale Weltansichten in der Mitte der Gesellschaft Fuß fassen.

Ich weiß auch gar nicht, worüber mit mit Leuten reden soll, die auf Transparenten eine öffentliche Debatte einfordern und unentwegt klagen, ihr Rede- und Meinungsfreiheit würde mit Füßen getreten, aber kritische Medien mit "Lügenpresse! Lügenpresse!"-Rufen verscheuchen und Gegendemonstranten als "Vaterlandsverräter" nieder brüllen. In Reihen der PEGIDA bedeutet Presse- und Meinungsfreiheit, dass Öffentlichkeit und Medien zu schweigen haben, wenn die PEGIDA spricht, und dass kritische Gegenstimmen unerwünscht sind (würde ich diesen Text für das Politik-Ressort der FAZ schreiben, dann wäre ich Teil der Lügenpresse, mit der nicht geredet werden darf).

Machen wir uns nichts vor, im Moment bestimmen Rechtsradikale den Ton der PEGIDA, und in der Form ist eine Diskussion nicht möglich. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wir können über alles reden, aber nicht in diesem Ton!

Wir müssen die moderaten Bürger, die angesichts der Dynamik unserer Gesellschaft schlichtweg verunsichert sind, von den Radikalen trennen. Wenn ich die PEGIDA in einer Karikatur festhalten müsste, dann würde ich wohl einen unscheinbaren Jungen zeichnen, der in der Gesellschaft von halbstarken Teenagern und falschen Freunden nach Bestätigung sucht. Wir müssen den Jungen von seinen falschen Freunden trennen, ehe wir mit dem Jungen ruhig und sachlich reden können. Solange seine falschen Freunde um ihn herum stehen, die im eintrichtern, was er zu denken, zu glauben und zu sagen hat, können wir mit ihm keinen Dialog führen.
 
Ich finde die "wir sind das Volk"-Rufe auch unmöglich. Denn ganz sicher repräsentiert PEGIDA einen Teil der Gesellschaft, aber eher nicht die Mehrheit und schon gar nicht die ganze.

BitFox schrieb:
Freud und Leid auf dieser Welt (ob durch, mit oder ohne Religion) sind von Menschenhand gemacht. Sollte es ein übergeordnetes "Wesen" geben hält es sich vornehm heraus. Irgendwie habe ich da ein Problem mit grundsätzlicher Verehrung und Dank.
Ist natürlich kein Grund anderen ihren Glauben als Quelle für Trost, Hoffnung und Freude abzusprechen. An die eigenverantwortliche Entscheidungs- und Schaffenskraft zu glauben ist für mich nur naheliegender.
Auch wenn OT: da musst du dich mal genauer mit der Theodizee auseinandersetzen.
Das ist eine große und starke Frage, aber sicher kein Gegenbeweis. Ich gehe hier nicht zuletzt aufgrund der Komplexität dieses eigenen Themas nicht genauer drauf ein.

Und ja, eine Unterscheidung zwischen Glaube und institutionalisierter Religion kann auch getroffen werden. Ist in diesem (!) Zusammenhang aber unerheblich.

Da sprichst du auch einen guten Punkt an: berechtigte Ängste und Sorgen müssen sachlich diskutiert und effektiv angegangen werden.
Diese ständigen Pauschalaussagen, platte Parolen usw. (auch von den PEGIDA-Gegnern!) führen nur zu Aufregung.

nschlichtmann schrieb:
Der Islam gehört in seiner jetzigen Form definitiv nicht zu Deutschland!
Ja, ich stimme zu dass die genannten Punkte nicht sein dürfen. Dennoch ist Religionsfreiheit im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (fdG) Bestandteil der fdG selbst.

Und dann muss man wieder trennen: Islam != Scharia. Die Kreuzzüge waren zwar auch (pseudo-)christlich motiviert, aber sicher nicht grundsätzlich christlich in irgendeiner Form.
Auch muss man beachten, warum dort diese Zustände herrschen. Wegen des Islam an sich?
Was du mit "Form des Islam" meinst, ist das Verhalten von medial beachteten Leuten, die sich als Muslime ausweisen. Ich denke, diese Betrachtungsweise ist nicht differenziert genug.
 
Zuletzt bearbeitet:
GevatterTod schrieb:
Wenn wir das tun, dann lassen wir es zu, das rechtsradikale Weltansichten in der Mitte der Gesellschaft Fuß fassen.
Da dasselbe bei linksradikalem Gedankengut geduldet, ja sogar gefördert, wird... Gleiches Recht für alle.

...aber kritische Medien mit "Lügenpresse! Lügenpresse!"-Rufen verscheuchen
Auch wenn es inzwischen nicht mehr vollkommen passt, in den ersten 4-6 Wochen traf es das Wort "Lügenpresse" eben haargenau. Was haben Presse & Politik denn gemacht, als alle PEGIDA-Demonstranten als minderbemittelte Nazis hinzustellen? Die gesamte Berichterstattung war komplett voreingenommen, was natürlich auch dazu führte, dass es keine freie Meinungsbildung in der Bevölkerung geben könnte.

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wir können über alles reden, aber nicht in diesem Ton!
Also lieber in dem Ton, den die Gegendemonstranten gestern angeschlagen haben? Permanent wurde von Seiten der Gegner gestern wieder provoziert und gepöbelt.

Solange seine falschen Freunde um ihn herum stehen, die im eintrichtern, was er zu denken, zu glauben und zu sagen hat, können wir mit ihm keinen Dialog führen.
Als ob unsere Regierung (und auf die kommt es an) eine Dialogbereitschaft signalisieren würde. Bisher gab es nur Sippenhaft für alle, die Pro PEGIDA sind. "Kälte & Hass im Herzen", "Schande für Deutschland", "Mischpoke",... Du erinnerst dich?

c137 schrieb:
Ich finde die "wir sind das Volk"-Rufe auch unmöglich. Denn ganz sicher repräsentiert PEGIDA einen Teil der Gesellschaft, aber eher nicht die Mehrheit und schon gar nicht die ganze.
Mit allen, die insgeheim Pro PEGIDA sind, kommst du aber verdammt nahe an die 50% ran.

Ja, ich stimme zu dass die genannten Punkte nicht sein dürfen. Dennoch ist Religionsfreiheit im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (fdG) Bestandteil der fdG selbst.
Religionsfreiheit heißt aber nicht automatisch, blöde Floskeln eines in Ungnade gefallenen Ex-Präsis wieder auszubuddeln, nur um weiterhin Stimmung zu machen.

Und dann muss man wieder trennen: Islam != Scharia. Die Kreuzzüge waren zwar auch (pseudo-)christlich motiviert, aber sicher nicht grundsätzlich christlich in irgendeiner Form.
Liege ich etwa falsch wenn ich sage: Die Scharia ist das auf dem Koran (und dessen Auslegungen) fußende Gesetzbuch und in fast der gesamten islamischen Welt prägend für die Rechtssprechung?
Der Islam mag nicht die Scharia sein, aber die Scharia ist ein fast untrennbarer Teil des Islam.

Auch muss man beachten, warum dort diese Zustände herrschen. Wegen des Islam an sich?
Wo ist denn "dort"?
Dort in der Türkei, wo es zwar ein sekuläres Rechtssystem gibt, aber innerhalb der Familie trotzdem traditionell-religiös entschieden wird?
Dort in ***istan, wo der lokale Imam gleichzeitig der lokale Warlord ist, und man beim geringsten atheistischen Zucken n Kopf kürzer ist?
Oder etwa dort in den Emiraten, wo das Geld auf der Straße liegt und trotzdem die Scharia herrscht?
 
Daaron schrieb:
traf es das Wort "Lügenpresse" eben haargenau
Wie schon mal gesagt, wer mit Nazi-Jargon um sich wirft, braucht sich nicht lange wundern, warum man mit den Braunen assoziiert wird. Da muss sich die PEGIDA auch an der eigenen Nase fassen und mal über Außendarstellung nachdenken.
Wobei es sich da eh um eine heterogene Gruppe handelt, deren Bestandteil nicht nur aber auch Nazis sind. Die "gemäßigten" mit legitimen (im Sinne der fdG) Forderungen täten gut daran, sich eigenständig zu präsentieren - täte im Hinblick auf Reaktionen und Zielführung sehr gut.

Mit allen, die insgeheim Pro PEGIDA sind, kommst du aber verdammt nahe an die 50% ran.
Das glaube ich weniger, schon gar nicht ohne belastbare Daten.
Ich spreche mit Leuten, die tlws. schon Sympathie ausdrücken. Wenn man da dann aber mal genauer nachfragt, bröselt das meist schnell.

Religionsfreiheit heißt aber nicht automatisch, blöde Floskeln eines in Ungnade gefallenen Ex-Präsis wieder auszubuddeln, nur um weiterhin Stimmung zu machen.
Westliche Werte, die da angeblich verteidigt werden, heißt aber automatisch Religionsfreiheit. Und das heißt automatisch, dass eine Ablehnung einer Religion per se den angeblich damit verteidigten Westlichen Werten widerspricht. Damit ist zumindest direkt der Name programmatisch ad absurdum geführt.

Religionsfreiheit gehört per fdG zu Deutschland. Daher gehört auch jede Religion per definitionem zu Deutschland.
Radikalismus und Extremismus stehen außerhalb der fdG. Die gehören nicht hier her.

Dort in ***istan, wo der lokale Imam gleichzeitig der lokale Warlord ist, und man beim geringsten atheistischen Zucken n Kopf kürzer ist?
Und passiert das aus wirklich religiösen Gründen? An der Stelle auch mal bitte das Video aus West Wing anschauen, das ich vorher hier mal verlinkt hatte (jaja, auch die Bibel hat nette Stellen. Wäre deren Anwendung dann OK, das Christentum gehört ja angeblich zu Europa?): https://www.youtube.com/watch?v=jYaewOBGybw
Dem Warlord ist der Islamismus (!) ein Werkzeug zur Machterhaltung. Nicht der Warlord ein Werkzeug des Islam.
Und den Imam, der Warlord ist, den zeig mal bitte. Diese pauschale Gleichsetzungen (von Islam und Islamismus etc.) zeugen von kulturhistorischer Unkenntnis, nichts weiter.

Die Mehrheit der Muslime lebt nicht nach der Scharia und ist so damit glücklich!
Nur weil ein paar verblendete Fanatiker die wollen und etliche weltliche Führer sie für ihre Machterhaltung etc. einsetzen, heißt das z.B. lange nicht, dass die Bevölkerung "dort" das auch gutheißt.
Außerdem gibt es nicht "die Scharia", sondern zig unterschiedliche Auffassungen, d.h. nicht nur Sunniten vs. Schiiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur mal ein kleiner Beitrag zur toleranten und offnen Religion. Hier ein Beitrag der fundamentalistischen Juden in Israel. Wir die wir laut Pegida für eine christlich-jüdische Kultur stehen sollten uns bei allen Themen des religiösen Fanatismus und Fundamentalismus nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Auch wir laufen stetig Gefahr ganz schnell Zustände zu haben die am Islam kritisiert werden.
http://www.spiegel.de/politik/ausla...ng-manipuliert-merkel-aus-foto-a-1012732.html

"Da dasselbe bei linksradikalem Gedankengut geduldet, ja sogar gefördert, wird... Gleiches Recht für alle."

Genau. Auge um Auge und Zahn um Zahn. Eine schöne christlich-jüdische Tradition. Ich weiss im Moment zwar nicht was du genau meinst aber das du für eine Radikalisierung bist ist ja schon mal gut zu wissen.
Keine freie Meinungsbildung? Hm wie hat doch Pegida drauf reagiert? Ach ja wir sagen nichts. Sollen die sich doch denken was sie wollen. "Sachsen bleibt Deutsch" So stehts geschrieben.
Die armen Pegida Mitläufer, hatte da jemand eine andere Meinung? Laut schreien ist doch schliesslich nur das Recht der Pegida.Ich geh mal davon aus das sich beide Seiten nichts geschenkt haben.
Natürlich darf man keine "blöden Floskeln eines in Ungande gefallenen Ex-Präsidenten" ausgraben, abe rman darf Nazifloskeln unbegrenzt benutzen?
 
Zuletzt bearbeitet:
c137 schrieb:
Wie schon mal gesagt, wer mit Nazi-Jargon um sich wirft, braucht sich nicht lange wundern, warum man mit den Braunen assoziiert wird.
Also muss man treffende Bezeichnungen nur oft genug im falschen Kontext oder durch dei falsche Personengruppe verwenden, um diese Bezeichnugn dauerhaft zu versauen? Stimmt, so handhaben es die Verfechter der Political Correctness ja schon immer. Was ist denn eigentlich die aktuelle PC-Bezeichnung für "geistig Behinderte"? Ne Zeit lang war es sowas wie "Sonderbegabte"...
Es bringt nix, Worte mit einem Stigmata zu versehen.

Die "gemäßigten" mit legitimen (im Sinne der fdG) Forderungen täten gut daran, sich eigenständig zu präsentieren - täte im Hinblick auf Reaktionen und Zielführung sehr gut.
Also 2 Demos? Oder 3? Oder jeden Tag eine, damits richtig fetzt? Und bei jeder sind nur 500 Mann, die sich gerade halbwegs angesprochen fühlen?

Und selbst wenn es jetzt eine Demo des "Bündnisses für schnellere Ausweisung Nicht-Asylberechtigter" gäbe, da würden dieselben Schreihälse doch wieder ne Gegendemo machen und die Teilnehmer als Nazis bezeichnen.

Ich spreche mit Leuten, die tlws. schon Sympathie ausdrücken. Wenn man da dann aber mal genauer nachfragt, bröselt das meist schnell.
Es bröselt, weil sie dir nicht auf die Füße treten wollen.

Religionsfreiheit gehört per fdG zu Deutschland. Daher gehört auch jede Religion per definitionem zu Deutschland.
Dann müsste es aber heißen "Religion gehört zu Deutschland"... Aber ich hab noch keinen Kanzler etc. sagen hören "Der FSMismus gehört zu Deutschland". Bevor das nicht passiert, ist eine Sonderbehandlung des Islam eben grundsätzlich abzulehnen.
Wieso hat Wulff denn nix vom Judentum gesagt? Und ich möchte wetten, die Anzahl in Deutschland lebenden Buddisten ist auch nicht gerade gering. Ich hab in allerhand Asiarestaurants schon kleine buddistische Schreine gesehen.

Die Mehrheit der Muslime lebt nicht nach der Scharia und ist so damit glücklich!
Eines der größeren muslimischen "Ballungszentren" ist Malaysia. Ja dann schau doch mal auf das Ende des Abschnitts http://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia#Religion , insbesondere auf die verlinkten Quellen. Man kann Malaysia, als Teil eines Schwellenlandverbunds, nun auch nciht gerade als Hungerleiderstaat (wo Extremismus blüht) bezeichnen. Und trotzdem zeigt die Scharia weitreichende Folgen: http://en.wikipedia.org/wiki/Law_of_Malaysia#Dual_justice_system

Analog dazu gilt in Teilen Indonesiens (immerhin: bevölkerungsreichstes islamisches Land) ebenfalls primär Scharia-Recht.
 
Bogeyman schrieb:
Immigration heißt im Grunde immer Assimilation größtenteils. Habe Verwandte in USA, die können nach ein paar Generationen auch kein Deutsch mehr und sind halt "Amerikaner" geworden.
Gerade die Amerikaner sind imho kein gutes Beispiel. Finde kein Volk ist so inhomogen wie die Amis. Geh die Ostküste runter oder von Ost nach West schnurz. Das herrrscht eine komplett andere Weltansicht, wenn du da mal durch fährst. Ich würde eher sagen, dass es sich dann um deutsche Auswanderer handelt oder wenn überhaupt europäische Amerikaner/Siedler.

Schrammler schrieb:
Ich kenne so gut wie keinen US Amerikaner, der sich Indianern angeschlossen hat, daher taugen die USA, wie auch andere Kolonien, nur stark begrenzt als Beispiel. Im Grunde ist ganz Europa, Afrika aber auch Asien die heutige US-Kultur, genaueres Hinsehen lohnt.
Jupp das sehe ich auch so.

nschlichtmann schrieb:

Der Islam gehört in seiner jetzigen Form definitiv nicht zu Deutschland!


Ich verstehe weder unsere Politiker noch unsere Presse, die anderer Auffassung sind.
Finde das gehört einfach anders formuliert. Auch Menschen islamischen Glaubens bzw Muslime gehören zu unserer Gesellschaft. Das wars aber auch. Die aktuelle Ausrichtung des Islams durch seine religiösen Führer hat in Deutschland nichts verloren. Und diese Debatte darf bzw muss genau jetzt geführt werden. Denn jetzt sind die Menschen bereit sich deutlich abzugrenzen, besonders wenn man klar formuliert, worum es geht.

Daaron schrieb:
Mit allen, die insgeheim Pro PEGIDA sind, kommst du aber verdammt nahe an die 50% ran.
Schließe ich mich an. Es braucht nur noch den nötigen Funken. Ich hab es vor einige Seiten schon mal gesagt. Aufgepasst, wenn ein Anschlag in Deutschland stattfindet und das kurz vor den Wahlen. Dann wird der Ruck auch durch die etablierteren Parteien gehen, weil auch die sich dann nicht mehr ihrer Basis widersetzen können. Jetzt ist schön geredet, aber die Beispiele auch in der Geschichte nach '45 zeigen, Angst funktioniert immer (und gleich).



Um nochmal auf Pegida Ursachen zu kommen. Eine Hauptursache sehe ich in kriminellen Subjekten der Wirtschaft. Viele Dinge hier könnten besser sein, wenn nicht einige wenige Geld anschöpfen würden, das der Allgemeinheit zusteht. Ich bin geistig sicher kein Kind des Kommunismus und auch nicht des Sozialismus, aber Dinge wie die aktuelle Niedrigzinspolitik oder Steuerbefreiungen a la Luxemburg, die einzig dazu dienen, denen die viel haben noch mehr zu geben. Da reißt mir die Hutschnur! Die Leute sind unzufrieden. Da können die Ausländer oder Muslime so ziemlich nichts für, aber wie so oft landet die scheiße dort, wo sie eigentlich nicht hingehört!
 
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