Bogeyman schrieb:
Wander als Deutscher mal aus in den Asiatischen Raum, denkst du da kannst du 1:1 so bleiben wie du bist und es hier gewohnt bist und weiterhin nach deutschen Regeln und Werten dort leben?
Gutes Beispiel. Spätestens die für uns befremdlichen japanischen Toiletten- und Hygienegewohnheiten würden jegliche Interaktion mit Einheimischen komplett unmöglich machen, wenn man sich nicht an den Kram anpasst.
Gibt es denn irgendwo auf der Welt ein Beispiel wo es wirklich perfekt klappt dass Menschen mit verschiedenem Glauben völlig problemlos nebeneinander leben können?
Bestenfalls Juden & Christen in den USA... Aber ansonsten kristallisiert sich immer ein vorherrschender Glaube heraus und Konflikte mit anderen Glaubensrichtungen sind vorprogrammiert.
frankpr schrieb:
Eben, INTERGRATION, das heißt aber nicht, Aufgabe der eigenen Identität bis zur Selbstverleugnung. Und das Grundgesetz garantiert eben auch Religionsfreiheit für jeden, der in Deutschland lebt.
Religionsfreiheit heißt aber nicht, dass ich die Bedürfnisse meiner Religion über die Freiheit Anderer stellen darf. Religionsfreiheit ist kein Über-Grundrecht, sondern eher das niedrigste in einer ganzen Reihe.
Wenn also extra für Muslime Sonderregelungen getroffen werden, die Christen & Atheisten negativ beeinflussen (das kann schon so etwas kleines sein wie "kein Schwein in der Kantine"), dann ist das eben eine in meinen Augen unzulässige Bevorzugung.
Außerdem: Ist es wirklich so schlimm, die eigene "Identität" zu verlieren, wenn diese Identität sich in einer fundamentalistischen Grundhaltung wiederspiegelt, in der Frauen Objekte sind und Homosexuelle auf den Scheiterhaufen gehören?
Wer hier leben will, muss mindestens diesen Part seiner ach so geschätzten Identität aufgeben. Kann & will er das nicht, ist er hier falsch.
...er will, wie er es mit seinem Stammtischjargon beschreibt, alle "Asylanten" raus haben.
Faszinierend, dass du zu wissen glaubst, was ich will. Wie wäre es statt dessen mal, einfach mal meinen Worten zu folgen? Lies einfach mal, was ich so schreibe. Es könnte ja evtl. was dran sein?
Alle Asylanten (ja, ich bleibe jetzt aus Trotz dabei. Scheiß auf PC) raus? Nein, wieso. Statt dessen sollten die Verfahren massiv beschleunigt werden. Für die, die berechtigt sind, heißt das schnellere Hilfe & Integrationsmöglichkeit. Für alle Unberechtigten (von denen es allerhand gibt. 2013 warens ~40%) heißt es hingegen genauso zügig: Auf Nimmerwiedersehen. Macht Platz für diejenigen, die ihn auch benötigen.
Wie zu erwarten versucht PEGIDA natürlich auch noch, aus den Pariser Attentaten Profit zu schlagen, was an sich schon armselig und perfide ist.
War tatsächlich zu erwarten, war in meinen Augen auch eine ziemlich blöde Idee.
Aber andererseits: Hätte man nix gesagt, hätten es die PEGIDA-Gegner wohl auch ausgeschlachtet. Guckt mal, denen ist das Leid in Paris egal...
Und natürlich: Alle anderen dürfen Paris für ihre Zwecke ausschlachten, nur PEGIDA nicht. Wurde nicht schon mit Charlie-Plakaten für mehr Asylanten geworben? Was das eine mit dem anderen zu tun hat, das muss mir da jemand erklären.
Gucky10 schrieb:
Irgendwann bilden sich dann auch ähnliche Strukturen raus wie zu Hause. Mehr oder weniger stark vermischt mit Einflussen der Gastkultur. Man beeinflusst sich gegenseitig immer mehr. Aber im Kern hat man u.U. wieder das vor dem man eigentlich mal weggezogen ist.
Hier zählt nur eines: Der Wille des Einzelnen. Du willst, dass es dir besser geht? Du willst nicht, dass es wieder wie daheim in Ankara ist? Dann TU ES. Hier darfst du es. Die Leute können ja vielleicht durch Mittelknappheit im selben Ghetto wie zuvor, nur an anderem Ort, landen... das heißt aber nicht, dass sie dieses Ghetto weiter in Herz und Kopf tragen müssen.
Was das Gastland tun kann ist Angebote machen, versuchen eine Ghettobildung zu vermeiden, aktiv auf die neuen Mitbürger zugehen,sie ernst nehmen usw. Man darf nicht aus den Augen verlieren das auch das Gastland profitiert. Auch wenn das manchmal nicht sofort sichtbar und einsichtig erscheint.
Die einfachste Form der Integration ist die Sprache, aber selbst hier hapert es doch schon verdammt oft. Wer will, der lernt die Sprache auch sehr schnell. Es gibt allerhand Kurse, sowohl staatlich geförderte als auch privat finanzierte an Volkshochschulen.
Wenn es aber schon offensichtlich an der Akzeptanz solch einfacher Maßnahmen scheitert, was soll dann werden? An diesem Punkt verstehe ich dann so hirnrissige Forderungen wie den Zwang, zuhause Deutsch zu sprechen. Es ist idiotisch, es ist unkontrollierbar, aber es ist die logische Konsequenz.
Wie kommt es denn, dass Immigranten der 2. Generation oftmals noch solche Deutschprobleme haben? Evtl. sollten ihre Eltern eben DOCH zuhause Deutsch sprechen. Nciht aus Zwang, sondern aus Rücksicht auf die Zukunft ihrer eigenen Kinder.
Genauso: Wenn man weiß, dass Namen wie Mohammed genauso ein Stigmata sind wie Kevin und Justin, dann nennt man seinen Sohn eben nicht Mohammed. Genauso, wie Kevin für seine Umwelt der ADHS-Balg mit der Lese-Rechtschreibschwäche ist, so ist Mohammed eben der Ghetto-Türke, der bestenfalls zum Türsteher taugt. Da ist der Name bereits eine Vorverurteilung. Muss man also, bloß um blind einer Tradition oder dem eigenen Stolz zu folgen, dem Kind die Zukunft direkt versauen?
In meinen Augen geht daher nur Religion aus dem öffentlichen Leben komplett zu verbannen bis es die Menschen geschafft haben sich wegen dem Glauben nicht mehr an die Gurgel zu gehen. Das ist schwer und wahrscheinlich ohne restriktive Massnahmen auch nicht machbar.
Faktisch unmöglich. Dafür müsstest du Symbole wie das Kreuz, den Halbmond, den Davidsstern, den Weihnachtsbaum, den Dreidel,... als verfassungsfeindlich deklarieren und ihre öffentliche Zurschaustellung verbieten.
Aber genauso, wie Rechtsradikale sich dann eben Sweatshirts von Co
nsdaple oder Lo
nsdale angezogen haben, oder sich eben irgendwas mit 88 oder 18 einfallen lassen, würden sich dann die Religionen anpassen. Dann würden Christen eben vermehrt Klamotten von Fishbone tragen, wäre ja nicht das erste Mal.
Also geht es andersherum nur in dem maximalste Toleranz geübt wird um Konflikte zu verhindern. Das ist für einige Vertreter von Religionen einfacher als für Andere. Auch weil die jeweils kulturellen Hintergründe andere sind. Das kann man nur überwinden wenn man sich auf Gemeinsamkeiten beruft und die in den Mittelpunkt stellt und nicht das was uns trennt.
Tja, aber welche Gemeinsamkeiten? Dass man alle der Spezies Homo Sapiens angehört? Das ist hier echt zu wenig. Gerade zwischen Westeuropa und dem muslimisch geprägten Raum in Afrika und Nahost klafft eben eine riesige Lücke. Die überwindest du nicht eben so. Da gibt es nicht viele Gemeinsamkeiten. Die Geschichte hat gezeigt, die wirksamste Gemeinsamkeit ist ein gemeinsamer Feind. Nur wen willst du dazu heran ziehen?
Willst du radikale Islamisten als Musterfeind heran ziehen? Oh, deren Handlungen überspannen den Bogen auch für nicht-radikale Muslime, aber bist du dir so sicher, dass ihre Motive nicht doch hier und da einiges an Anklang finden? Wer sagt dir, dass der Moslem neben dir, der ebenfalls ein Charlie-Plakat hoch hält, sich nicht letzte Woche noch im stillen Kämmerlein maßlos über die Karikatur seines Propheten aufgeregt hat?
Und was heißt hier maximale Toleranz? Es gibt schlichtweg Verhaltensweisen, die in einem westlichen Rechtsstaat nicht tolerierbar sind. Hier muss sich eben DOCH der Immigrant verbiegen und genau diese Verhaltensweisen ablegen.
Auswüchse die es gibt und immer geben wird dafür gibt es Gesetze und die Staatsgewalt.
Wenn sie denn zur Anwendung kommen... Womit wir wieder bei dem Thema Problembezirk, Parallelgesellschaft und No-Go-Areas sind. Diese Ecken lassen sich nciht wegdiskutieren.