Lübke schrieb:
Sollte man überhaupt etwas tun oder sollten wir ihre Meinungsfreiheit so anerkennen?
Und, d.h. beides.
Daaron schrieb:
Also muss man treffende Bezeichnungen nur oft genug im falschen Kontext oder durch dei falsche Personengruppe verwenden, um diese Bezeichnugn dauerhaft zu versauen?
Tja, wenn man um Außenwirkung bemüht ist, muss man halt auch auf die Außenwirkung seiner Wortwahl achten. So viel Realitätssinn muss sein; Bedeutungsveränderungen und -verschiebungen sind in einer Sprache übrigens ebenso üblich wie kulturhistorische Assoziationen. Es gäbe genug Synonyme: "Nichtneuralität der Presse" z.B. könnte man sagen, weiß jeder was gemeint ist und man vermeidet Nazi-Jargon.
Auf die Wortwahl achtet die PEGIDA ja sogar, indem sie "Wir sind das Volk" für sich vereinnahmt. Ist halt an anderer Stelle und positiv konnotiert (wobei es im Ursprung dieser Konnotation in der jüngeren Geschichte eine ganz andere als die bei diesen Demos verwendete Bedeutung hatte). Same mit der Wahl des Montags als Demo-Tag. Man geriert sich hier wie eine traditionsreiche Befreiungsbewegung gegen eine Diktatur.
Btw. selbst 50% sind keine Mehrheit. Und schon gar nicht alle
Also 2 Demos? Oder 3? Oder jeden Tag eine, damits richtig fetzt? Und bei jeder sind nur 500 Mann, die sich gerade halbwegs angesprochen fühlen?
Du musst ja nicht gleich übertreiben.
Aber auffällig ist schon, dass auf einer Demo von angeblichen überhauptnicht-Rechten dann gerne mal rechte Parolen und Transparente zu sehen sind, sie sich sogar von einem vorbestraften Rechten anführen lassen. Irgendwas passt da nicht zusammen.
Da wird man halt schnell nachdenklich als Außenstehender, warum man sich da gerne dazugesellen, aber eigentlich dann doch nicht so recht zustimmen sollte.
Es bröselt, weil sie dir nicht auf die Füße treten wollen.
Ah, du meinst die Reaktion ist ein Themawechsel oder betretenes Schweigen? Tja, eben nicht.
An der Stelle mal eine allgemeine Empfehlung: sich selbst und die eigenen Ansichten hinterfragen. Das ist schwer, ich weiß, aber der Erkenntnisgewinn ist lohnend.
Dann müsste es aber heißen "Religion gehört zu Deutschland"...
Der Islam ist eine Untermenge der Menge der Religionen. Da die ganze Menge Religionen zu Deutschland gehört wie wir festgestellt haben, gehört also auch der Islam dazu. Dass du das vielleicht nicht gut finden magst, ist kein mengentheoretisches Problem.
Die Betonung könnte auch daran liegen, dass Wulff anti-islamischen Tendenzen (Untermenge der Tendenzen gegen Religionsfreiheit) entgegentreten wollte. Ansonsten what BitFox said.
Eines der größeren muslimischen "Ballungszentren" ist Malaysia.
Ach, sind hier <50% schon wieder eine Mehrheit?
Möglicherweise haben wir hier wieder ein Wahrnehmungsproblem. Bei vielen PEGIDA-Anhängern scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass die Minderheit von radikalen Islamisten wie El-Kaida, IS usw. die über 1 Mrd. Muslime vollständig repräsentieren. Dies ist einfach nicht der Fall, wie man an dutzenden Statements und Taten von Muslimen (u.a. auch Imamen und anderen Reliogionsgelehrten) in der Folge der Anschläge von Paris sehen kann. Genausowenig wie der Ku-Klux-Klan alle Christen oder deren Mehrheit repräsentiert.
Diese "aufgeklärten" (ich wähle diese Bezeichnung jetzt einfach mal zur Unterscheidung) Muslime sind definitv fdG-kompatibel.
Eine Demo "gegen die Einführung der Scharia" hätte eine ganz andere Aussage als eine "patriotische" gegen die "Islamisierung des Abendlandes". Deutschland ist aber zum Glück nicht akut von der Einführung irgendeiner Form der Scharia bedroht.