Pegida - Meinungen und Ursachen

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
@ Daaron

Woher weisst du denn so genau, wie viele Leute tatsaechlich mit PEGIDA sympathisieren? Und wie bezeichnest du denn geistig Behinderte?

"Patriotismus ist die Tugend der Boshaften." (Oscar Wilde). Da ist so einiges dran. Der schlaegt zu schnell in Ablehnung Anderer um, besonders, wenn diese noch die Frechheit besitzen, eine andere Hautfarbe zu haben oder der falschen Religion anzugehoeren.

Ich persoenlich finde es grenzwertig, dass Drohnentoetungen mit sog. "Kollateralschaden" (toten Zivilisten) als gerechtfertigt angesehen werden. Fuer die Betroffenen bzw deren Angehoerige ist das ebenfalls Terror. Fuer die ist es Wurst, ob IS oder USA die Bomben werfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Daaron schrieb:
...
Dann müsste es aber heißen "Religion gehört zu Deutschland"... Aber ich hab noch keinen Kanzler etc. sagen hören "Der FSMismus gehört zu Deutschland". Bevor das nicht passiert, ist eine Sonderbehandlung des Islam eben grundsätzlich abzulehnen.
Wieso hat Wulff denn nix vom Judentum gesagt? Und ich möchte wetten, die Anzahl in Deutschland lebenden Buddisten ist auch nicht gerade gering. Ich hab in allerhand Asiarestaurants schon kleine buddistische Schreine gesehen.
...

Wenn aber damals nun mal die konkrete Frage nach der Zugehörigkeit des Islam zu Deutschland in Raume stand kann man auch konkret darauf antworten. Es aus dem Kontext zu reißen und eine allgemeinere Formulierung zu verlangen bzw. eine bewusste Unterschlagung anderer Religionen und somit Sonderbehandlung zu unterstellen halte ich für ... absoluten Quark.
Stichwort: zwanghafte "political correctness"?

Viele Religionen gehören zu Deutschland und alle sollten die hier geltenden Wertevorstellungen kompromisslos akzeptieren.

Was nützt es mit irgendwelchen extremen Beispielen Angst vor dem fiktionalen Endzustand eines Islam-Deutschlands mit Sharia zu schüren? Wie sieht es mit einer konstruktiven Beteiligung zur Verbesserung/Regulierung der Einwanderungspolitik aus?
 
Lübke schrieb:
Sollte man überhaupt etwas tun oder sollten wir ihre Meinungsfreiheit so anerkennen?
Und, d.h. beides.

Daaron schrieb:
Also muss man treffende Bezeichnungen nur oft genug im falschen Kontext oder durch dei falsche Personengruppe verwenden, um diese Bezeichnugn dauerhaft zu versauen?
Tja, wenn man um Außenwirkung bemüht ist, muss man halt auch auf die Außenwirkung seiner Wortwahl achten. So viel Realitätssinn muss sein; Bedeutungsveränderungen und -verschiebungen sind in einer Sprache übrigens ebenso üblich wie kulturhistorische Assoziationen. Es gäbe genug Synonyme: "Nichtneuralität der Presse" z.B. könnte man sagen, weiß jeder was gemeint ist und man vermeidet Nazi-Jargon.
Auf die Wortwahl achtet die PEGIDA ja sogar, indem sie "Wir sind das Volk" für sich vereinnahmt. Ist halt an anderer Stelle und positiv konnotiert (wobei es im Ursprung dieser Konnotation in der jüngeren Geschichte eine ganz andere als die bei diesen Demos verwendete Bedeutung hatte). Same mit der Wahl des Montags als Demo-Tag. Man geriert sich hier wie eine traditionsreiche Befreiungsbewegung gegen eine Diktatur.

Btw. selbst 50% sind keine Mehrheit. Und schon gar nicht alle ;)

Also 2 Demos? Oder 3? Oder jeden Tag eine, damits richtig fetzt? Und bei jeder sind nur 500 Mann, die sich gerade halbwegs angesprochen fühlen?
Du musst ja nicht gleich übertreiben.

Aber auffällig ist schon, dass auf einer Demo von angeblichen überhauptnicht-Rechten dann gerne mal rechte Parolen und Transparente zu sehen sind, sie sich sogar von einem vorbestraften Rechten anführen lassen. Irgendwas passt da nicht zusammen.
Da wird man halt schnell nachdenklich als Außenstehender, warum man sich da gerne dazugesellen, aber eigentlich dann doch nicht so recht zustimmen sollte.

Es bröselt, weil sie dir nicht auf die Füße treten wollen.
Ah, du meinst die Reaktion ist ein Themawechsel oder betretenes Schweigen? Tja, eben nicht.
An der Stelle mal eine allgemeine Empfehlung: sich selbst und die eigenen Ansichten hinterfragen. Das ist schwer, ich weiß, aber der Erkenntnisgewinn ist lohnend.

Dann müsste es aber heißen "Religion gehört zu Deutschland"...
Der Islam ist eine Untermenge der Menge der Religionen. Da die ganze Menge Religionen zu Deutschland gehört wie wir festgestellt haben, gehört also auch der Islam dazu. Dass du das vielleicht nicht gut finden magst, ist kein mengentheoretisches Problem.
Die Betonung könnte auch daran liegen, dass Wulff anti-islamischen Tendenzen (Untermenge der Tendenzen gegen Religionsfreiheit) entgegentreten wollte. Ansonsten what BitFox said.

Eines der größeren muslimischen "Ballungszentren" ist Malaysia.
Ach, sind hier <50% schon wieder eine Mehrheit?

Möglicherweise haben wir hier wieder ein Wahrnehmungsproblem. Bei vielen PEGIDA-Anhängern scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass die Minderheit von radikalen Islamisten wie El-Kaida, IS usw. die über 1 Mrd. Muslime vollständig repräsentieren. Dies ist einfach nicht der Fall, wie man an dutzenden Statements und Taten von Muslimen (u.a. auch Imamen und anderen Reliogionsgelehrten) in der Folge der Anschläge von Paris sehen kann. Genausowenig wie der Ku-Klux-Klan alle Christen oder deren Mehrheit repräsentiert.
Diese "aufgeklärten" (ich wähle diese Bezeichnung jetzt einfach mal zur Unterscheidung) Muslime sind definitv fdG-kompatibel.

Eine Demo "gegen die Einführung der Scharia" hätte eine ganz andere Aussage als eine "patriotische" gegen die "Islamisierung des Abendlandes". Deutschland ist aber zum Glück nicht akut von der Einführung irgendeiner Form der Scharia bedroht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese omnipräsent geschürte Angst vor der Scharia, zeigt nur die Kleingeistigkeit selbiger, die sich dadurch bedroht fühlen. Selbst bei einer anzunehmenden demokratischen Mehrheit von 50% Muslime in Deutschland (derzeit statistisch ca. 2%, laut gefühlter Wahrheit um die 80%), sind bei weitem nicht alle für eine fundamentalistisch-islamistiche Staatsform - auch ausgehend von der Pegida-Argumentation.

Selbst wenn es dazu kommen sollte, hält Pegida doch einige Hooligans und gewaltbereite Neonazis vor, die dem gewiss Einhalt gebieten können. Oder sind diese Gestalten im Endeffekt doch nicht so tatkräftig, wie es deren Auftreten suggeriert?
 
Ich denke keiner geht ernsthaft davon aus, dass der Islam aufgrund seine Masse "eingeführt" wird.

Eher kommt dann ein alternativlos von der Kanzlerin, auf die Muslime muss Rücksicht genommen werden, deswegen gibt es ein Verbot oder die Erlaubnis für xyz.

Und wenn jede Problematik als Einzelfall bzw Ausnahme gesehen wird ... wofür Totalüberwachung? Wofür Blitzer. Wofür Türschlösser usw.
 
c137 schrieb:
Möglicherweise haben wir hier wieder ein Wahrnehmungsproblem. Bei vielen PEGIDA-Anhängern scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass die Minderheit von radikalen Islamisten wie El-Kaida, IS usw. die über 1 Mrd. Muslime vollständig repräsentieren.

Ich glaube, das Wörtchen "Wahrnehmungsprobleme" beschreibt die Ursachen für PEGIDA in vollstem Ausmaß.
Man könnte es auch boulevardmediengeschädigt nennen, wenn man sich einbildet, dass eine handvoll Schlagzeilen die Realität abbilden würden.

Bei dem Thema kann man die Medien, die von Pegida als Lügenpresse bezeichnet werden, leider auch nicht freisprechen, selbst die etabliertesten Blätter (Spiegel und Co) haben seit Jahren immer wieder vor Islamisierung/dem Untergang des Abendlandes gewarnt. Meist lief das parallel als Buchwerbung für Herrn Sarrazin. Ein perfides Wirtschaftmodell, bei dem mit Unwahrheiten/Angst und Ressentimentschürung Kasse gemacht wurde. In Dresden scheint nun das zu Keimen, was man spätestens seit dem 9/11 gesät hat.
 
Nur leider konnte man damals schon dem Herrn Sarrazin keinen Rechten Hintergrund unterjubeln nicht wahr? Wie würdest du es denn dann nennen? "Unwahre Aussagen der Presse" ? Das sind einfach ekelhafte Lügen, die da verbreitet wurden. Mitunter wurde sein Buch noch nicht einmal gelesen, nur völlig wahllos aus dem Kontext gezogene Zitate genommen, die für sich überhaupt keinen Sinn ergeben.

Das soll neutrale Berichterstattung sein? Man lese sein zweites Buch (nein, dann müsste man sich ja mit ihm auseinandersetzen, mit dieser Rechten Person), denn da nimmt er genau das auseinander.

Man hat ihn beschimpft, bepöbelt, Unwahrheiten verbreitet, ihn als Person denunziert, seine Rechte entzogen, seine Familie beleidigt, seine Frende haben sich distanziert, die Partei in der er war, wollte ihn rauswerfen. Komisch, das konnten sie nicht. Warum nicht? Weil nichts gegen ihn im Buch gefunden wurde. Vielleicht liegt es auch daran dass.... gar nichts von dem ganzen Quark in seinem Buch stand?

Wie soll man denn da freundlich "die Presse" bezeichnen, und deren unterwürfige Schwachsinnige, die sich ein Urteil zu einem Buch erlauben, dass sie selbst gar nicht gelesen haben. Und ja, da passt Schwachsinnig durchaus rein, denn jemand der noch nie gekocht hat, wird sich kaum erlauben einer anderen Person ein Rezept zu bewerten. Wie sollte er auch? Und genau das ist passiert. Eine pauschalisierte, verzerrte, stinkend erlogene Dreistigkeit. Die damals mit Herrn Sarrazin, und nun genauso, mit derselben Argumentation mit Pegida einhergegangen ist.

Es zweifelt niemand an, dass bei Pegida Rechte mitlaufen, ihren Käse rausschreien und dass die damit verdammt nochmal Unrecht haben. Das trifft aber nicht auf die ganzen anderen Personen da zu, und da kann man nicht einfach mitm Knüppel in den Sack hauen, weder als Presse, noch als Politiker, als Religion oder als Einzelperson.

PS: Und bevor es kommt. Nein Pegida macht das noch nichtmals mit dem Namen. Pegida hat das Wort "Islamisierung" im Namen, was bedeutet, dass Pegida nicht gegen den Islam ist, sondern dass der Islam sich verbreitet. Das möchte Pegida nicht in Europa. Das mag einem nicht passen, muss es auch nicht. Genausogut könnte man gegen Christianisierung protestieren. Wird aber keiner machen in Europa. Wieso auch, ist der fundamentalistische, fanatische Glaube im Christentum so gut wie gar nicht mehr erkennbar. Und es gibt genauso Irre, die in den muslimischen Ländern rumlaufen und das Christentum verbreiten wollen. Die würde ich da an deren Stele auch nicht haben wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
da kann man nicht einfach mitm Knüppel in den Sack hauen, weder als Presse, noch als Politiker, als Religion oder als Einzelperson.

Gut beobachtet.
Also bitte auch nicht Presse, Politiker, Religionen, deren Angehörige usw. verallgemeinernd behandeln sondern differenziert betrachten. (Damit hätte sich dann auch ein Großteil der PEGIDA selbst erledigt.)
 
Zeig mir bitte die Presse, Politiker, Religionen, deren Angehörige usw. die sich FÜR Pegida eingesetzt haben, und dann stellen wir das in Relation zu dem, was gegen Pegida gesagt/berichtet wurde.

PS: Das füge ich dann auch oben in meiner Linksammlung mit ein. Denn da habe ich bisher nur 2-3 Links, die Pegida wenigstens nicht als generell Rechts einstufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schrammler schrieb:
Bei dem Thema kann man die Medien, die von Pegida als Lügenpresse bezeichnet werden, leider auch nicht freisprechen, selbst die etabliertesten Blätter (Spiegel und Co) haben seit Jahren immer wieder vor Islamisierung/dem Untergang des Abendlandes gewarnt. Meist lief das parallel als Buchwerbung für Herrn Sarrazin. Ein perfides Wirtschaftmodell, bei dem mit Unwahrheiten/Angst und Ressentimentschürung Kasse gemacht wurde. In Dresden scheint nun das zu Keimen, was man spätestens seit dem 9/11 gesät hat.

Wir erleben einen seit nunmehr über 13 Jahren andauernden islamistischen Terrorismus in aller Welt. Dieser hat nun in der Gründung eines islamischen Staates mit barbarischten Gesetzen und der Festsetzung vieler islamistischer Terrorgruppen wie Boko Haram seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. 90% aller Attentate und Gräueltaten werden durch islamische Terrorgruppen begangen. Alleine in letzer Zeit das Attentat auf Charlie Hebo, der Anschlag auf eine Schule in Pakistan und die Ermordung vieler Frauen durch Boko Haram in Nigeria!

Wie willst du das schön reden? Was hat das mit Unwahrheiten, Angst und Ressentiemntschürung zu tun? Das ist Fakt, das ist die Welt in der wir leben!
 
Ein TV-Programmhinweis für alle islamfreundliche Anhänger: Mittwoch 22.45 Uhr ZDF Zoom
stark wachsende radikalislamische Anhängerschar in Deutschland
Titel: Bereit zu sterben für Allah
Islamisten in Deutschland

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die versuchten Kofferbomben von 2006.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch bei uns in Deutschland solche Anschläge erfolgreich sein werden.
 
c137 schrieb:
Noch zwei Leute, die nicht zwischen Islam und Islamismus unterscheiden können...

Der Islam ist die Grundlage des Islamismus! Oder glaubst du die Terroristen, Salafisten und sonstigen radikalen Kräfte ziehen ihre Lehren, ihre Doktrin und die Scharia aus dem Unterwassertagebuch von Meerjungfrau Arielle?
 
Also ist das Christentum auch aus Prinzip per se böse wegen der Kreuzzüge, des Ku-Klux-Klans oder Tätern wie Breivik?

Dass eine Pervertierung des Islam als Basis oder Ausrede für gewisse Taten gilt, heißt also, dass der Islam selbst böse/der Grund dafür ist?
Dass da Leute eingefangen und radikalisiert werden ist keine Frage. Das klappt aber auch z.b. bei Scientology.
 
Mich wundert es, das hier zahlen in den Raum geworfen und kritisiert werden, ohne das eine Seite Quellen nennt. Hier mal die Ergebnisse von infratest-dimap:

infratest-dimap Pressemitteilungen:
http://www.infratest-dimap.de/?id=101

ARD-Deutschlandtrend 1:
http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2015/januar/

ARD-Deutschlandtrend 2:
http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2015/januar-extra/

Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung:
http://www.bim.hu-berlin.de/de/aktu...antisch,-pressematerialien-und-medienspiegel/

INSA-Studie der Bild, hier in einem Artikel des Spiegel, leider die Studie selbst nicht gefunden:
http://www.spiegel.de/politik/deuts...-wuerde-auf-pegida-demos-gehen-a-1009257.html

Es scheint mir, als wäre zumindest 1/3 der Bevölkerung dem Islam gegenüber kritisch eingestellt und 15% können sich vorstellen, an den Demos teilzunehmen.

Außerdem ist die Berichterstattung über Pegida extrem einseitig. Auf den Mainstreammedien werden Pegida und deren Unterstützung als Nazis und Rechte defamiert. Das teilweise unter direkter Missachtung der eigenen Quellen. Ein Extrembeispiel für die Widersprüchlichkeit von Teleopolis:

Politische Leichenfledderei (Tomasz Konicz 09.01.2015) http://www.heise.de/tp/artikel/43/43809/1.html

"Zu dumm nur, dass ein Blick auf das Positionspapier der Pegida [Link zum Positionspaper] sofort klar macht, dass hier vor allem die rechtsextreme Parole "Ausländer raus!" die Grundlage nahezu aller Forderungen, die auf eine Verschärfung des Asylrechts, Null-Toleranz-Politik gegenüber Ausländern und schnellere Abschiebungen abzielen, bildete. "

POSITIONSPAPIER der PEGIDA http://www.i-finger.de/pegida-positionspapier.pdf
"1. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!"

Aktuell kommt auch die Diskussion auf, dass sich Pegida der Sprache der Nationalsozialisten bedient. Nach der Logik sollte man Deutsch gleich ganz abschaffen. Hier wird von Autoren, Kommentatoren und Sprachwissenschaftlern etwas gezielt konstruiert, um Menschen in die Rechte Ecke zu stellen. Man kann von wenigen Menschen dieses Sprachgefühl und die Kenntnisse des historischen Sprachgebrauchs erwarten. Bis vor kurzem wusste ich auch noch nicht, das Lügenpresse ein gebanntes Wort ist und man sich mit dessen Gebrauch automatisch zum Nazi macht.

Etwas Satire zum Schluss:
Wenn mein Nachbar mich darauf anspricht, wie wir unsere Grundstücke voneinander abgrenzen wollen und ich diese Frage komische finde und er darauf zur Beschwichtigung sagt: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen", ist er dann automatisch Anhänger eines ehemaligen sozialistischen Regimes?
 
Die Medien (Lügenpresse) sind also schuld,weil sie aufgrund ihrer einseitigen und stets negativen Berichtserstattung Angst und Hass immer wieder aufheizen, anstatt die Realität abzubilden.
 
Da man sich hier scheinbar in leichten Bildnissen ausdrücken muss, bring ich das Beispiel des "Wolfs im Schafspelz". Pegida versteckt ihre eigentlichen Interessen hinter einem immer mehr konsensfähig werdenden Positionspapier, welches von zum Beginn 19 scharfen und deutlich rechten Standpunkten auf sechs aufgeweichte Positionen zusammengeschrumpft ist, mit denen teilweise jeder mitgehen würde.
Dieses niedergeschriebene Abbild der Pegida-Ideologie zieht aber immer noch die gleichen Leute zu den Demos wie zum Anfang. Fahnen schwenkend wird da durch die Straßen gelaufen, die Deutschtümmelei ist sowas von offensichtlich. Die deutliche Progredienz der Teilnehmerzahlen resultiert nur aus der Aufweichung der eigenen Positionen. Dass da weiterhin eher bürgerliche Leute neben dem stadtbekannten Neonazi läuft, scheint noch keinen ernsthaft zu interessieren. Durch ihre Massentauglichkeit wird Pediga jedoch noch vor Umsetzung ihre Ideale zerbrechen, sein übriges wird der hoffentlich kalte Winter dazu beitragen.

Und wer weiterhin mit dem Positionspapier winkend auf die "Lügenpresse" schimpft, erklärt mir bitte, was am Nationalsozialismus sozialistisch war. Verblendung durch schöne Worte klappt nur bei Leuten, die sich nicht reflektierend und differenziert mit der Materie auseinandersetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Positionspapier ist für mich zunächst nur eine Anzahl von Punkten die diskutiert werden müssen. Da steht noch nichts konkretes (in Zahlen) drin. Aus diesem Grund nehme ich die Punkte wörtlich und interpretiere da nichts rein, was nicht drin steht.

Zum Beispiel ist Punkt 13:
„die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur“

nicht konkret und erfordert eine deutlich genauere Beschreibung.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
c137 schrieb:
Also ist das Christentum auch aus Prinzip per se böse wegen der Kreuzzüge, des Ku-Klux-Klans oder Tätern wie Breivik?

Dass eine Pervertierung des Islam als Basis oder Ausrede für gewisse Taten gilt, heißt also, dass der Islam selbst böse/der Grund dafür ist?
Dass da Leute eingefangen und radikalisiert werden ist keine Frage. Das klappt aber auch z.b. bei Scientology.

Strukturfunktional sind Christentum und Islam (ja, auch Scientology) nicht zu unterscheiden. Beide bieten durchaus eine Basis für extreme Ausprägungen, wie auch Ideologien, welche immer anstreben, Primus im Staate zu sein. Der feine Unterschied ist, dass das Christenum, hier in Europa, weitestgehend an die Leine gelegt wurde. Hat übrigens viel Blut gekostet und lange gedauert.
Diesen Prozess hat der Islam nicht durchlaufen. Während der gelebte Islam in säkularisierten Staaten durchaus verkraftbar ist, quasi "humanistisch domestiziert" wurde, sieht es in Staaten, mit dem Islam als Staatsreligion, schon anders aus. Religion bleibt allerdings immer ein Machtsystem.

Breivik, KKK, usw. sind in erster Linie ideologisert und erst danach religiös motiviert. Ist strukturfunktional allerdings dasselbe (Religion/Ideologie).
Die Grundlage für Islamismus ist der Islam; da lässt sich nichts trennen. Es bleibt lediglich eine Frage der Ausprägung innerhalb dieses Konzeptes und eine Fräge der Heterogenität verschiedener Strömungen.

Habe den Koran, nebem dem Talmud und der Bibel, gelesen. Meine persönliche Empfindung ist hier, dass islamische Extremisten die Inhalte des Koran lediglich konsequent umsetzen, obwohl auch viel Spielraum für diverse Auslegungen bleibt. Eine Ausrede benötigen die Attentäter, theologisch gesehen, nicht.

Die Frage ist also eher, ob der Islam in der Lage ist, sich von innen weiter gemäßigt zu entwickeln oder, global gesehen, radikalisiert.

Gruß
e-ding
 
Andy8891 schrieb:
Die Medien (Lügenpresse) sind also schuld,weil sie aufgrund ihrer einseitigen und stets negativen Berichtserstattung Angst und Hass immer wieder aufheizen, anstatt die Realität abzubilden.

Und das tun sie, meiner Meinung nach, auch nicht ohne Grund. Was hier zurzeit abläuft, rund um PEGIDA, ist doch absolut genial. Da gehen Zehntausende auf die Straße dafür und nochmal Zehntausende dagegen. Im Internet schlagen sich die Leute die Köpfe ein, gefühlt jeder zweite Artikel der Medien (ob in Schrift, Bild oder Ton) hat irgendwas mit PEGIDA zu tun. Das Volk gegen das Volk. Zwischendurch noch neues Material (durch Politiker und Medien) nachlegen, damit es schön weitergeht, auf beiden Seiten...

Ich schreibe mal vorsichtshalber dazu, dass obiger Abschnitt bewusst überspitzt dargestellt ist. Trotzdem bleibe ich der Meinung, dass PEGIDA, zumindest noch am Beginn, definitiv als eines der Ereignisse aufgenommen wurde, auf die sich die Medien gerne stürzen, um was Berichten zu können.

So wie vom linken Kabarettisten Volker Pispers dargestellt : "Wir Deutschen müssen permanent abgelenkt werden (...) wir müssen mit Skandalen gefüttert werden, und das betreiben die Medien" https://www.youtube.com/watch?v=q62BdMgZ5AA

Möglicherweise hat sich PEGIDA aber zu was Größerem entwickelt, als es den Medien und vermutlich auch vielen Politikern mittlerweile lieb war/ist. HoGeSa in Köln war da besser: ein einzelnes Event und tagelange Aufregung. Im Endeffekt um fast gar nichts.




belzebub19 schrieb:
Pegida versteckt ihre eigentlichen Interessen hinter einem immer mehr konsensfähig werdenden Positionspapier, welches von zum Beginn 19 scharfen und deutlich rechten Standpunkten (...)

Richtig, Kriegsflüchtlinge aufnehmen, das wollen diese verdammten Rechten aber auch immer. Und Einwanderungsregeln wie in diesem von rechten regierten Kanada wollen die auch. Unerhört sowas. Da geh ich gegen auf die Straße!
Achtung Sarkasmus...
Rechte Standpunkte sind dabei, okay. Aber dann benenn auch die Richtigen.


Noch etwas für die Linksammlung in diesem Thread (@Onkelhitman): Wikipedia - Islam by country. Damit sich mal jeder selbst über muslimische oder auch nur teilweise muslimische Länder informieren kann. Malaysia hat bspw. 61,4% Muslime (2010), also nicht <50%, wie ich eben weiter oben las.

Und noch was für die Links: auch ein Kabarettist, diesmal Dieter Nuhr: "Dieter Nuhr im Gespräch - Beim Islam hört es mit dem Witzemachen auf" - FAZ vom 12.01.15
Es macht mir Angst, wenn er als Kabaretist, der ja viel rumkommt, sagt: "Man kann über alles Witze machen, über Nazis, den Papst, über Heilsideologien und Religionen, nur beim Islam hört es auf. (...) Wer heute im Fernsehen einen Witz über Mohammed macht, muss damit rechnen, getötet zu werden. Da ist die Freiheit schon lange den Bach runter."

Und einer der Sätze, denen ich sehr zustimme, weil ich das heutzutage in vielerlei Hinsicht überall beobachte: "Der Andersdenkende wird heute meist nicht mehr mit Argumenten, sondern mit Etikettierungen außer Gefecht gesetzt, dann ist man wahlweise islamophob, neoliberal, rechts oder sonst was. Da ist es dann auch egal, ob das, was man gesagt hat, richtig ist oder nicht. Da ist die Klappe zu, Feierabend."
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben