ascer schrieb:
Kapitalismus hat bisher mit riesigem Abstand am besten für die Menschheit funktioniert, aber selbst das ist fernab von perfekt. "Perfekt" kann man mit Blick auf Historie und Theorie keinem uns bekannten System attributieren.
Der Kapitalismus ist nur für die Gewinner von Vorteil.
In Deutschland ignorieren fast alle, dass wir auf der Gewinnerseite stehen und unsere Probleme im globalen Kontext Luxusprobleme sind.
Personen, die von ihrer Arbeit abhängig sind, aber nicht genug verdienen, um an den Wohlstandsgewinnen teilzuhaben, haben nichts vom Kapitalismus.
Es klingt zwar schön, dass das BIP pro Kopf im Durchschnitt hoch ist und Deutschland in einigen Bereichen Marktführer ist, aber das soziale untere Drittel hat davon fast nichts.
Und wenn man in entsprechenden Ländern auf der Verliererseite steht, bringen die schönen Statistiken zum weltweiten Wohlstand nichts, wenn man die meiste Zeit hungert, von Abfall umgeben ist, in einer aus Schrott zusammengebauten Hütte lebt und keine Unterstützung von einer korrupten Regierung erhält.
In Ländern wie Deutschland geht es uns allen so gut, selbst den Empfängern der Grundsicherung, weil wir auf Kosten von Milliarden Menschen in armen Ländern profitieren. Diese sind die absoluten Verlierer.
Deshalb wollen auch so viele in Länder wie Deutschland.
Damit jemand gewinnt, muss zwangsläufig jemand anderes verlieren.
Theoretisch wäre der Kommunismus das Optimum. Das ist jedoch eine Utopie und aufgrund der Natur des Menschen unrealistisch. Es wird immer eine Fiktion bleiben.
Wer durch Zufall oder Leistung mehr Macht erhält, wird natürlich alles tun, um den Kapitalismus zu erreichen.
Als Deutscher hat man den Faktor Zufall, zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren zu werden, bereits erreicht.
Man startet das Leben im Easy-Mode, was nicht bedeutet, dass man nicht verlieren kann.