QLC dauerhaft ohne Strom

keinbeinschwein

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Hallo zusammen,

vielleicht erübrigt sich die Frage sehr schnell mit den ersten Beiträgen, ich konnte jedoch bei meiner Suche keine Aussage dazu finden: Verlieren QLC Zellen Daten, wenn sie über längere Zeit nicht am Strom hängen? Ich meinte, da mal etwas aufgeschnappt zu haben, es kann aber auch totaler Käse sein ;)
Das Thema Geschwindigkeit ist für mich nicht relevant, sollte es der einzige Nachteil von QLC sein, passts.
Falls jemand dazu eine Info hat, gern auch mit Quelle und Hintergrund wäre ich sehr dankbar!
Für den persönlichen Einsatzzweck als 1) Datengrab 2) externes Backup (wöchentlich) wäre diese Info wichtig.

Danke und vG!
 
nand speicher allgemein verliert daten wenn er lange ohne strom ist, also als backup lösung leider nicht wirklich geeignet.
 
QLC beschreibt nur den elektrischen Aufbau der Zelle und erlaubt daher keine Aussage über deren Haltbarkeit.
Dafür musst du einen Blick in die Spezifikationen des gewünschten Datenträgers werfen.
 
QLC sagt schon was über die Haltbarkeit einer Speicherzelle aus, jedoch nicht über den Verlust von Daten einer Speicherzelle ohne Stromzufuhr ;)
 
Danke bisher!
Gibts dafür Richtwerte?
Also, wie lange ein NAND Speicher ohne Strom die Daten behält? Wäre es bei "Hausgebrauch" ein größeres Problem, wären ja sämtliche externen SSDs obsolet.

edit: Da war ich zunächst nur zu faul ^^
Selbst geschaut - bis zu zwei Jahre wird mehrfach genannt. Da es eine 1:1 Kopie ist und es somit immer 2 Versionen gibt, genügt mir das denke ich.
 
keinbeinschwein schrieb:
Verlieren QLC Zellen Daten, wenn sie über längere Zeit nicht am Strom hängen?
Wie schon geschrieben wurde: Jede NAND Zelle verliert mit der Zeit Ladung und damit die Daten, aber laut der JESD 218 sollen Client SSDs die Daten ohne Strom für 12 Monate bei 30°C Lagertemperatur halten, bis sie ihre TBW runter haben. Wärmer die HDD ist, umso kürzer wird die Zeit, die Zeit halbiert sich je 10°C (andere Quellen reden von 5°C) weniger.
keinbeinschwein schrieb:
Für den persönlichen Einsatzzweck als 1) Datengrab 2) externes Backup (wöchentlich) wäre diese Info wichtig.
Als Datengrab sind die SSD mit QLC geeignet, aber da die Schreibperformance und die Haltbarkeit gering sind, würde ich sie nicht als Backupmedium verwenden, außer man macht nur inkrementelle Backup bei denen wenig geschrieben wird, aber für wöchentliche Vollbackups wäre eine SSD mit QLC NAND denkbar ungeeignet.
 
Nach geeigneter Backup - Software schaue ich dann noch.
Zielsetzung ist aber im Grunde, das LW 1x die Woche anzuschließen und nur Änderungen (neue, geänderte, gelöschte Dateien) zu aktualisieren. Das sollte eben möglichst flott gehen, wird aber idR eher viele kleine Dateien mit in Summe <10GB ausmachen.

Wie dem auch sei, ich danke für die zahlreichen schnellen Antworten, die Eingangsfrage wurde ja geklärt.
 
Wenn es möglichst flott gehen soll, dann würde ich keine SSD mit QLD NAND nehmen, die schreiben nur für ein paar GB schnell, nur solange sie in den Pseudo-SLC Schreibcache schreiben können.
 
In einem Dell-FAQ von Oktober 2011 steht etwas von 3 Monate bis 10 Jahre. Abhängig davon bei welcher Temperatur die SSD gelagert wird, dem aktuellem Verschleiß und welcher NAND-Speicher verwendet wird.
 

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3 Monate bei 40°C Lagertemperatur sieht die JESD218 für Enterprise SSDs vor, aber dies sind eben nur Mindestwerte, von daher ist die Angaben bei Dell korrekt. Ob die Hersteller die Vorgaben der JEDEC einhalten, ist natürlich immer Sache des jeweiligen Herstellers, bei den NAND Herstellern habe ich da weniger Sorgen als bei anderen Anbietern.

JESD218_DRT.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Holt schrieb:
für wöchentliche Vollbackups wäre eine SSD mit QLC NAND denkbar ungeeignet.
Kommt auf die SSD drauf an

Eine Micron 5210 ION QLC-SSD (eigentlich ein Server-Produkt, aber ab 4TB auch von €/TB die günstigste SSD insgesamt) kann man bei wöchentlich einmal vollschreiben mit Backup (= sequential workload ohne 4K Anteil) 28 Jahre lang nutzen bevor die TBW erreicht ist.

Die ganze SSD-Serie ist halt für rein sequentielle Writes mit 0,8 DWPD auf 5 Jahre zugelassen laut Hersteller.
Klar, auf der anderen Seite des Spektrums gibt's z.B. die Intel 660p, die nur ein Siebtel dessen kann (~0,12 DWPD) bei gleicher Kapazität... und bei gleicher Kapazität und gleichem Preis die sehr beliebte Crucial MX500 mit ~0,2 DWPD und die WD Blue 3D nur ~0,15 DWPD trotz TLC.

Ich find's einfach witzig, das man für vergleichbare Haltbarkeit mit TLC sogar einen erheblichen Aufpreis zahlen muss. Vielleicht liegt es darin das sich guter QLC günstiger produzieren lässt als mittelmäßiger TLC?
Das QLC insgesamt weniger Schreibzyklen aushält als vergleichbarer TLC will ich ja garnicht abstreiten. Aber bei gleichem Preis kann es durchaus sein das man bei QLC trotzdem bessere Performance bekomment - je nachdem worauf es einem primär ankommt.
 
Enterprise SSDs sind was anderes und je mehr TBW bzw. DWPD man möchte, umso billiger wird es pro TB TBW.
 
Wenn man die Schreibzyklen einer Intel 660P 1TB hernimmt, dann finde ich im Datenblatt 200 TBW. Das ist recht wenig für eine vergleichbare SSD. Wenn ich dann aber ausrechne, dass ich trotz der geringen TBW jeden Tag 365 Tage im Jahr ca. 130 GB schreiben darf, bezogen auf die Garantie von 5 Jahre, relativiert es sich.

Das bedeutet, auch wenn ich mit der SSD wöchentlich ein Backup mit ca. 1 TB machen würde, wären meine Daten mindestens 5 Jahre sicher.
 
Die 660p ist aber auch nicht für schreibintenive Anwendungen und da die meisten Heimanwender sowie kaum mal 10TB pro Jahr auf ihre SSD schreiben, sind 220TB also gar nicht so wenig. Man muss halt immer die passende Hardware für den jeweiligen Einsatzzweck auswählen.
 
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