Relict schrieb:
Tja, die haben es eben geschnallt und haben sich neue Vertriebswege gesucht. Die Musikindustrie weicht hingegen kaum einen Deut von ihren Uraltstrukturen ab. Sondern passt stattdessen durch ihren Einfluss die Gesetze an. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Ohh, die MI könnte das auch. Das hat mit Vertriebswegen nichts zu tun. Das würde dann so aussehen: Keine CDs mehr, keine DVDs mehr, alles
nur und ausschließlich im Live-Konzert oder "Online" mit registrierten Usern. Würde dir das gefallen? Überleg' DIr, was du sagst, denn es gibt solche Pläne...
Dein Copyright kannste ja gerne weiterhin, auch unter Coverversionen oder kompletten Neuinszenierungen verlangen. Es geht darum, dass selbst mit dem Tod des Urhebers der "Geldregen" nicht endet, egal ob es 1 Euro bei jeder weiteren Verwertung ist oder 10000.
Das belegt eindeutig, wie ahnungslos du bist. Das ist historisch zu erklären. Oftmals haben Künstler zu Lebzeiten nicht den Ruhm und die Anerkennung, die sie verdienen. Das passiert erst nach ihrem Tod. Und ja, genau deshalb gibt es die 75-Jahr-Klausel, damit ihre Nachfahren ihren Nachlaß gebührend verwalten können, denn oftmals stellen die Verbliebenen ihr ganzes Leben in den Dienst dieser Künstler. Un ddie müssen ja auch von etwas leben.
Berühmte Beispiele:
- Cosima Wagner, Nachlaßverwalterin für R. Wagner (Bayreuther Festspiele insbesondere)
- Sabine von Schablowsky, Nachlaßverwalterin von Berand Alois Zimmerman
- Nuria Schönberg, Nachlaßverwalterin von A Schönberg und L. Nono
So, das sind 3 berühmte Namen (ja, sie werden Dir wenig sagen). Alles diese Frauen sind verwitwet an einem Punkt gewesen, wo sie sich um den verspäteten Ruhm ihrer Ehegatten kümmern mußten und auch von etwas leben muß´ten.
Gegenbeispiel:
Frau von Mozart (Constanze), absolut verarmt gestorben, obwohl die Werke ihres Mannes rauf und runter gespielt wurden. Und sie seinen Nachlaß verwaltete.
Ich muss zu Lebezeiten ständig immer wieder aufs neue kontinuierlich was erwirtschaften und kann mich nicht nach 1 Jahr Projektarbeit zur Rente setzen und dann Scheinchen zählen.
Ich kenne auch keinen Handwerker, der [...]
Ganz genau. Du bist auch kein Künstler, Handwerker sind auch keine Künstler. Wie gesagt, man wird nicht Künstler in einer 2 1/2 jährigen Ausbildung und es ist verdammt schwer, kreativ zu sein. Es gibt keine festgezurrten Regeln und Maßstäbe, und es gibt auch kreative Krisen in denen man sich vom angesparten ernähren muß.
Daher erneuit meine Frage:
Warum regt sich niemand auf, das Olive Kahn oder Schumacher so viel Geld mit nonsene verdienen?
Das ist dann wieder legitim, nicht wahr? Ist ja auch viel näher am Volk, darunter kann man sich als Jugendlicher ohne Allgemeinbildung ja auch etwas vorstellen. Brot und Spiele eben.
Zum Thema "Hausbau": Das ist verglecihbar mit den Handy- und Internettarifen, die ihr ja gerne zahlt, obwohl die "Harten" "Leistungen ja schon längst erbracht sind.
Ja genau, von den Tantiemen hat ja auch der Staat bzw. Steuerzahler besonders viel davon.
Man merkt: Du hast keine Ahnung und plapperst wild irgendwelche Parolen nach:
Alle Tantiemen sind zu
versteuern, also haben Vater Staat und die Gesellschaft shr wohl etwas davon.
Auch eine Meisterprüfung kostet jede Menge privates Geld, und? Eine gut ausgebildete Fachkraft kostet genauso jede Menge Kohle.
Wie lange braucht es bis zum Meister nach der Gesellenprüfung? Und verdient man vorher nicht auch schon etwas, als Geselle?
Vergleich das bitte mal mit dem Ausbildungsweg eines zeitgenössischen Musikers, der i. d. R. im Alter von 4-7 Jahren anfängt. Danke, und jetzt kannst du wieder deinen Mund zumachen.
Wenn Du so gut bist, dann schrubbe Konzerte etc. und komponiere (schaffe) immer weiter was neues. Dann kannste Deinen Lebensunterhalt auch gut bestreiten, wie eben jeder andere auch.
Rofl, wie arrogant. Hör mal, das machen wir jeden Tag. WIr haben unsere 14 Stunden Tage, genau wie ihr...
Abgesehen davon läßt sich Kunst eben nicht mit deinen spießbürgerlichen Maßstäben beurteilen.
Kunst != Kommerz. Viele Dinge entwickeln sich erst im Laufe der Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte. Van Gough hatte zu Lebzeiten ein Bild für 5 Dollar verkauft. Jetzt sind seine Bilder die höchstdotierten.
Bei Bach dauerte es
dreihundert Jahre, bis man seinen Wert entdeckte...
Es amüsiert nicht wenig, daß jetzt die verwöhnte Inet-Alles-Haben-Kann Generation seit Jahrhunderten tradierte Wertesysteme einfach so auf den Kopf stellen will.
Das Ergebnis wäre eine absolut kulturlose Menschheit, denn Kultur hat hier keinen Stellenwert mehr. Verantwortlich sind wohl zum größten Teil die Schulen, die es vermißten, den Wert geistiger Größe zu vermitteln.
Die kulturelle Wüste werde ich zum Glück wohl nicht mehr erleben müssen. "Mad Max" der Kultur, nein danke.