News Raubkopien: IFPI fordert härteres Vorgehen

Relict schrieb:
Desweiteren sollte ein Patent/ Urheberrecht nach 20 Jahren spätestens erlöschen.
bitte nicht! Dieter Bohlen würde von heute auf morgen alle meinen geliebten 80er-jahre-hits verwursten, ohne (wie sonst immer) gefahr zu laufen, des diebstahls bezichtigt zu werden.
und auch eine idee, die als patent 20 jahre auf dem buckel hat, sollte nicht automatisch public domain werden. das muss auch irgendwie anders gehen...
 
@dadant
Du musst sie doch nicht hören und kaufen. Liegt doch am Kunden.
Was mich stört sind hierbei weniger gewisse Urheberrechte bzw. Eigentümer ansich, sondern der Anspruch, nicht nur darüber zu bestimmen, wer und wie darf und wer nicht, sondern auch Geld bis zum Getno damit zu kassieren.
 
Im Gegensatz zu mir setzt du Äpfel mit Birnen gleich. Ein Lied exklusiv vermarkten zu dürfen, ein Lied das eben nur einmal geschrieben worden ist, ist etwas anderes, als ein Netzwerk zu benzutzen, dessen Betrieb ewig weiter Geld kostet, denn Honorar für Auftritte darf Herr Jürgens auch für seine ältesten Lieder weiterhin fordern - da spricht rein gar nichts dagegen. Es sollen nur 50 Jahre nach der Schöpfung des Werkes auch andere damit auftreten dürfen können, ohne Lizenzgebühren zahlen zu müssen - nach 50 Jahren imho nun wirklich absolut ok.
 
Hier kann man wieder wunderbar beobachten wie Lobbys unsere ranghöchsten Politiker beeinflussen. Ob die Herren von der IFPI Frau Merkel auch einen Vorstandsposten in aussicht gestellt haben um ihre Wünsche zu unterstreichen?!
 
Relict schrieb:
@dadant
Du musst sie doch nicht hören und kaufen. Liegt doch am Kunden.
wenn massentauglich fremde ideen zu viel geld gemacht werden, dann soll das okay sein?
das sehe ich anders...
 
dadant schrieb:
wenn massentauglich fremde ideen zu viel geld gemacht werden, dann soll das okay sein?das sehe ich anders...

Was soll ich jetzt daraus schliessen? Misgunst, Egoismus, Gier? Wofür und was ist Kunst? Reicht keine Aufwandsentschädigung, sondern muss Geld kassiert werden bis 70 Jahre nach dem Tod? Bekommst Du 70 Jahre nach Deinem Tod noch Tantiemen für die erbrachte Arbeitsleistung neben Deinem Lohn. Stört es Dich, das die Firma für die Du arbeitest an Deiner Schaffenskraft, Deinen geleisteten Projekten auch Geld verdient?

Warum kann ein Musiker oder dessen Auftraggeber für ein einmal geschriebenes Lied jahrzehntelange Lizenzgebühren verlangen, für Dinge für die er keine tatsächliche Leistung mehr erbringt, sondern Dritte die Inspiration weiterverwenden?
Also der Urheber weder selber singt oder spielt und absolut nichts mehr damit, ausser dem damaligen Schöpfungsakt des Urwerkes selber zu tun hat.

Eine weitere Frage ist, hat der Künstler die Noten ansich erschaffen, die Instrumente, Töne, das Musikwissen, das Zeitgeschehen/ Eindrücke etc. pp - mit denen er ja auch kostenlos arbeitet und wo er seine Inspiration herholte?

Weiterhin antworte ich darauf mal noch mit einem Zitat von Gerhard Pfennig (VG Bild-Kunst)
Wer in der Informationsgesellschaft Kunst, Bildung und Wissen für alle zugänglich erhalten will und noch dazu Elite-Universitäten plant, muss darauf achten, dass der Zugang zu diesem hohen Gut nicht privatisiert wird.

Und das schlimmste an dem Ganzen ist doch die GEMA.
Hier ein etwas älterer aber dennoch aktueller Blog über Urheberrecht & Geldeintreibung.
 
Zuletzt bearbeitet:
das heißt nicht gleichzeitig, dass jeder das recht haben darf, aus anderer leute ideen maximalen profit zu schlagen.
öffentlich zugänglich zum zweck der information (hören, lesen, sehen, riechen, fühlen) ist doch gut. zweckentfremden, um geld zu scheffeln, lehne ich persönlich ab.
*wobei ich irgendwie immer angst vor Herrn Bohlens auswüchsen habe...*
 
Nun, gut für uns Schaffende, daß die 75-Jahr-Regelung internationaler Standard ist in einem Geflecht, was man auch nciht einfach wieder auaseinanderdividieren kann und daß wir nicht nur von der doch etwas naiven Internet-Generation gemaßregelt werden.

Ansonsten gäbe es wohl auf mittelfristige Sicht keine profesionell kreativen Menschen in unserem Lande, aber auch keine Interpreten, was Dirigenten, Arrangeure, Sänger (Sopr, Alt, Teno, Bass und Zwischenfächer), Instrumentalisten jeglicher Coleur, Korreptitoren, Kopisten, Texter, Stimmleiter, Coaches etc., etc., etc., betrifft.

Denn all diese Leute sind von dieser Regelung betroffen und ernähren sich davon. Zu glauben, jeder würde so viel verdienen wie Bohlen, zeigt wieder einmal nur das unglaubliche Halbwissen, was hier vorherrscht.

Weiterhin zu behaupten, die MI sei eine kleine Industrie mit maximalem Gewinn ist fast noch fahrlässiger. Ihr habt ja gar keine Ahnung wieviele Menschen in der MI arbeiten und was da alles dranhängt. Das fängt mit privaten und öffentlichen Ausbildungseinrichtungen wie Hochschulen, Stage Schools, privaten Tanz-, Gesangs- und Rhythmusakademien an und hört bei den großen öffentlichen Symphonieorchestern und Opernchören auf.

In der MItte befinden sich irgendwo private Produzenten und kleine Studios. Eine Branche, die Hundertausende zu ihren Arbeitnehmern zählt. Aber ich weiß, ich weiß: Man hat als jugendlicher heutzutage keine Plan und keine Vorstellung vom Wert geistiger Ware. Daher die Geringschätzung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natan schrieb:
Zu glauben, jeder würde so viel verdienen wie Bohlen, zeigt wieder einmal nur das unglaubliche Halbwissen, was hier vorherrscht.
...
Weiterhin zu behaupten, die MI sei eine kleine Industrie mit maximalem Gewinn ist fast noch fahrlässiger.
sollte das an meine adresse gemeint sein, sag bitte bescheid.
ich bekomme ungern was in den mund gelegt, was weder gesagt wurde noch gemeint war.

der rest ist irgendwie auch käse, weil am thema vorbeigesabbelt...
 
dadant schrieb:
der rest ist irgendwie auch käse, weil am thema vorbeigesabbelt...

Ich glaube hier "sabbeln" eine ganze Menge "Kids" am Thema vorbei, die überhaupt nicht realisieren, was es heißt, von seinen geistigen Arbeiten Leben zu müssen/können und einen quasi "Neo-Kommunismus" in diesem Bereich etablieren wollen.
Hier sabbeln eine Menge Leute, die überhaupt keine AHnung haben, was es heißt Musik zu produzieren, welche wahnsinnig anstrengend und extreme Ausbildung dahintersteckt. Das macht man nicht mal eben in 2 1/2 Jahren Berufsfachschule.
Dafür bedarf es 20 Jahre, die oft der Jugend weggenommen werden.

ICH weiß, was das heißt und ich finde es schon infam, in welcher Weise hier die Wertigkeit geistiger Arbeit hinuntergespielt wird.
Vergleicht man dazu auf der anderne Seite, wie gerne und selbstverständlich die meisten hier Internet und Handy-gebühren bezahlen, obwohl für diese Leistungen ja auch nichts mehr erbracht wird. Diese Netze bestehen ja schon.

Man kann sich daraüber ereifern, daß 0.1% der MI unglaubliche Summen an Geld mit ihrer Musik verdienen, aber genauso könnte man sich ja auch über diverse Fußballer oder Rennfahrer ereifern, oder??

Daß das jedenfalls nicht die Norm ist, sollte doch jeder ewachsener Persönlichkeit klar sein. Es ist schon hart genug von "Kunst" zu leben, sich in Yellow Press - Manier über Einzelgänger aufzuregen, polemisiert nur.
 
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Natan schrieb:
Vergleicht man dazu auf der anderne Seite, wie gerne und selbstverständlich die meisten hier Internet und Handy-gebühren bezahlen, obwohl für diese Leistungen ja auch nichts mehr erbracht wird. Diese Netze bestehen ja schon.
In der Regel sind die Kosten für Betrieb und vor allem Wartung von Kommunikationsnetzen der Haupt-Kostenfaktor, nicht der Aufbau oder die Hardware selber. Außerdem wird hier eine stetige Leistung erbracht. Stellt man das Netz ab dann kann keiner mehr die Leistung nutzen.

Wenn ich allerdings etwas erfinde (was anderes machen Musiker ja imo auch nicht), dann endet meine Handlung wenns fertig gedacht ist. Höre ich dann rein theoretisch auf zu denken, dann ist meine Erfindung trotzdem uneingeschränkt nutzbar.

-> dein Vergleich hinkt gewaltig.
Man kann sich daraüber ereifern, daß 0.1% der MI unglaubliche Summen an Geld mit ihrer Musik verdienen, aber genauso könnte man sich ja auch über diverse Fußballer oder Rennfahrer ereifern, oder??
Die Diskussion hier ging doch primär darum ob man Künstler mehr als 50 Jahre belohnen muss.
Da sind dann ja auch keine Millionen von Betroffen sondern nur die 0,1% Elite die selbst nach 50 Jahren noch von Jungendleistungen profitiert ;)
 
Blutschlumpf schrieb:
Wenn ich allerdings etwas erfinde (was anderes machen Musiker ja imo auch nicht), dann endet meine Handlung wenns fertig gedacht ist. Höre ich dann rein theoretisch auf zu denken, dann ist meine Erfindung trotzdem uneingeschränkt nutzbar.

ABsolut nicht. In diesen Tagen bearbeite ich für eine mittelgroße deutsche Bühne ein Werk von mir, was ich vor 15 Jahren geschrieben hatte. (Obwohl dies nicht mehr zu meinem Hauptaufgaben bereicht gehört.... ich mache jetzt mehr "Administration".)

Wäre das Werk nur für 1 oder 5 Jahre geschützt gewesen, wie von manchen hier gefordert, so hätte jeder Depp sich an meiner Kreation betätigen können und nach Belieben klauen und kastrieren und verunstalten können. Ein Graus für jeden Künstler. Dabei geht es gar nicht mal so sehr um den finanziellen Aspekt.

Die Produktion so eines größeren Werkes rechnet sich in der Regel ab dem 10. Jahr. So lange dauert es, bis es einigermaßen rentabel geworden ist Blutschlumpf und erspare es mir bitte, Dich mit Detailerklärungen zu langweilen.

So, das Ding wird nun von einem Musikverlag vertreiben, der die Produktion des Notenmaterials übernimmt. Das verschlingt Unsummen, nicht nur müssen Partitur und Stimmen hergestellt werden, auch die Kopisten (die Leute, die dieses Notenmaterial erstellen und layouten) sind hochspezialisierte Fachkräfte und wollen bezahlt werden.
Das alles wird aus den Lizenzgebühren, die für 70 Jahre geschützt sind, bezahlt.

Mit Eurem Vorschlägen würdet ihr für Hundertausende Arbeitslose sorgen, darüber seid ihr Euch ja nicht einmal ansatzweise bewußt.

Wie gesagt, ich bin nur heilfroh, daß unsere Kultus- und Wirtschaftsminister vom Fach sind, bzw. Berater haben, die vonm Fach sind, ansonsten hätten wir hier in Deutschland, wenn es nach der Kiddie-lau-Generation ginge,m bald eine Kulturwüste.
Oder habt ihr dafür wenigstens ansatzweise Lösungen, wie Studios, Musikverlage, Notendruckereien, Korrepetitoren, Arrangeure, Tonmeister überleben sollen, wenn es nach Euch ginge?

Und das ist es auch, was mich hier aufregt: Da amchen Leute den großen "bösen" Sack "Musikindustrie" auf, und hauen kräftig drauf, ohne auch nur den FUnken AHnung von Musik, bzw. vom Musikbetreib zu haben. UNd es ist ihnen auch scheißegal, slange sie ihre "Mugge" umsonst saugen können.

Daß sie mit diesem absolut asozialen und ignoranten Verhalten aber ihren eigenen Ast absägen, geht denen gar nicht auf. Denn auch Künstler und die sie produzierende Umgebung (andere Musiker, Orchester, Studios, etc) müssen von irgendetwas leben können. UNd wenn ihr uns das wegnehmen wollt, dann wird eben keine Musik mehr gemacht, zumindestens nicht hier in "Klau-Deutschland".
 
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Deiner Beschreibung nach zu Urteilen verursacht dein Stück ja nur Kosten weil du es noch aktiv vertreibst/bewirbst und auch weiterentwickelst.
Der gleiche Aufwand wäre ja auch für andere Leute da die mit deiner Idee dann was aufziehen wollten oder sehe ich da was falsch ?
btw, wer redet hier eigentlich von "großen Stücken" (tippe mal du meinst Opern, Musicals oder sowas ?) bzw. was haben die für nen Anteil am Musikmarkt ?
Auch die Songs von Udo Jürgens dürften im Bereich von 3-5 Minuten liegen. ;)
 
Blutschlumpf schrieb:
Deiner Beschreibung nach zu Urteilen verursacht dein Stück ja nur Kosten weil du es noch aktiv vertreibst/bewirbst und auch weiterentwickelst.

Genau wie eine INternet-Firma oder ein Handy-Provider, gelle?

Der gleiche Aufwand wäre ja auch für andere Leute da die mit deiner Idee dann was aufziehen wollten oder sehe ich da was falsch ?

Blutschlump, ich glaube wirklich nciht, daß du so schwer von Begriff bist. Es geht hier um den Schutz einer geistigen Idee. Das wäre so, als ob ich Memories (Webber, Cats) nach 5 Jahren einfach bearbeiten dürfte und als meine Idee hinstellen würde. Oder mir anderem Arrangement und damit dann Geld machen würde, ohne daß der Ersteller der Idee irgendetwas davon hätte. Ziemlich ungerecht, nicht wahr, wenn man bedenkt, daß in der gesamten Industrie Patente und Lizenzen auf Jahrzehnte geschützt sind, und das mit gutem Grund.

btw, wer redet hier eigentlich von "großen Stücken" (tippe mal du meinst Opern, Musicals oder sowas ?) bzw. was haben die für nen Anteil am Musikmarkt ?

Tja, kommt drauf an, wie man es rechnet. "Hits", wie West Side Story, Cats, Phantom of the Opera etc., haben gewaltige Anteile am Musikmarkt. (Über 30%, je nachdem wie man rechnet.) AUßerdem tut es nicth zur Sache, ob es "große" oder "Kleine" Werke sind, denn es würde ja jede Art von Musik betreffen und in Musicals hast du auch "kurze" Werke.

So, die Produktionskosten für so eine CD sind aber erheblich und es können bei SPitzenproduktionen gut über 1000 Leute an ihr beteiligt sein. Damit meine ich nicht 1000 "Facharbeiter", sonder 1000 teure "high-professionals".

Aber wie dem auch sei. Musik kann es nicht umsonst geben und wird es auch nie wirklich umsonst geben, es sei denn wir ALLE arbeiten umsonst, so daß der Künstler sich sein Leben irgendwie gestalten kann.

Man sieht es doch schon in zahlosen Bereichen: Raubkopien ruinieren den Markt, daß heißt die Hersteller zunächst. Beispiel Spiele-Markt: Immer mehr produzieren kostenpflichtige Online-Spiele oder Konsolen-Spiele (dort wird weniger schwarzkopiert), um ihre Kosten decken zu können und etwas Ertrag zu haben. DIe PC-Kids jaulen und murren, weil ihre PLatform ihnen langsam wegstirbt.

Ubisofrt macht nur noch in Konsole, EA produziert zuerst mehr und mehr für die Konsole, ob es PC-Umsetzungen gibt und wie gut die sein werden, ist fraglich.

Genau dasselbe würde im Musikmarkt passieren. Die Ausbildung zum Musiker kostete laut statistischem Bundesamt 1998 300.000 DM jährlich. Damit sind sehr spezialisierte Musiker wie Studio-Musiker und Arrangeure, Komponisten gemeint. Das will auch alles irgendwo wieder herausgeholt sein.

Wäre das jetzt ein IT-Job würdet ihr sagen: Klar, der Mann hat nun einmal einen hohen Stundenlohn, der leistet ja auch was und seine Ausbildung war ja auch teuer. Geht es um Kunst, ist es euch scheißegal und das geht mir hier langsam auf den Zeiger.

Es zeigt, wei gut die Allgemeinbildung heutzzutage doch geworden ist. Ansonsten kann ich mir diese tumbe, arrogante Igbnoranz hier nicht erklären. Die wenigsten haben eben AHnung von diesem sehr speziellen Bereich und denken nur an Bohlen und Spears.
 
Natan schrieb:
Beispiel Spiele-Markt: Immer mehr produzieren kostenpflichtige Online-Spiele oder Konsolen-Spiele (dort wird weniger schwarzkopiert), um ihre Kosten decken zu können und etwas Ertrag zu haben.

Nun spielst Du aber wieder diese Industrie mächtig runter. Die armen Opfer tun mir ja nun richtig leid. Werden wohl demnächst auf der Strasse betteln müssen, um ihr täglich Brot zu erhalten. ;)

Natan schrieb:
Ubisoft macht nur noch in Konsole, EA produziert zuerst mehr und mehr für die Konsole, ob es PC-Umsetzungen gibt und wie gut die sein werden, ist fraglich.

Tja, die haben es eben geschnallt und haben sich neue Vertriebswege gesucht. Die Musikindustrie weicht hingegen kaum einen Deut von ihren Uraltstrukturen ab. Sondern passt stattdessen durch ihren Einfluss die Gesetze an. Was nicht passt, wird passend gemacht. :rolleyes:

Es geht hier wiedermal -wie immer - vorallem um Geld. Das ist der Punkt.
Dein Copyright kannste ja gerne weiterhin, auch unter Coverversionen oder kompletten Neuinszenierungen verlangen. Es geht darum, dass selbst mit dem Tod des Urhebers der "Geldregen" nicht endet, egal ob es 1 Euro bei jeder weiteren Verwertung ist oder 10000.
Wahrscheinlich braucht er etwas für seine Beerdigung oder Reise ins Jenseits und seine Nachkommen sollen ja auch nicht in den kalten Arbeitsmarkt gezwungen sein, wie jeder andere.
Ich muss zu Lebezeiten ständig immer wieder aufs neue kontinuierlich was erwirtschaften und kann mich nicht nach 1 Jahr Projektarbeit zur Rente setzen und dann Scheinchen zählen.
Ich kenne auch keinen Handwerker, der für einmal Hausbau oder was auch immer, neben der eigentlichen Rechnung ansich noch 70 Jahre danach Tantiemen kassiert und mir dazu auch noch vorschreiben kann, wie ich und wer das Haus nutzen, verändern oder nur sehen darf. Macht dieser nichts neues, isser arbeitslos.

Natan schrieb:
Genau dasselbe würde im Musikmarkt passieren. Die Ausbildung zum Musiker kostete laut statistischem Bundesamt 1998 300.000 DM jährlich. Damit sind sehr spezialisierte Musiker wie Studio-Musiker und Arrangeure, Komponisten gemeint. Das will auch alles irgendwo wieder herausgeholt sein.
Ja genau, von den Tantiemen hat ja auch der Staat bzw. Steuerzahler besonders viel davon. Im Gegenteil, er darf jede Nutzung der Leistung seiner "Zöglinge" zum Dank dann nochmal und nochmal löhnen.
Auch eine Meisterprüfung kostet jede Menge privates Geld, und? Eine gut ausgebildete Fachkraft kostet genauso jede Menge Kohle.

Es geht nicht darum Künstler gegenüber allen anderen zu benachteiligen, aber eben auch nicht mit Privilegien zu übervorteilen. Und schon garnicht den Rattenschwanz, welcher dahinterhängt. Auf WAS bildet ihr euch eigentlich was ein?
Wenn Du so gut bist, dann schrubbe Konzerte etc. und komponiere (schaffe) immer weiter was neues. Dann kannste Deinen Lebensunterhalt auch gut bestreiten, wie eben jeder andere auch. Bist du gut, kannste auch gut davon leben. Biste schlecht, Job verfehlt. Dann such Dir was anderes und übe nebenbei Dein Hobby als selbiges aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Relict schrieb:
Tja, die haben es eben geschnallt und haben sich neue Vertriebswege gesucht. Die Musikindustrie weicht hingegen kaum einen Deut von ihren Uraltstrukturen ab. Sondern passt stattdessen durch ihren Einfluss die Gesetze an. Was nicht passt, wird passend gemacht. :rolleyes:

Ohh, die MI könnte das auch. Das hat mit Vertriebswegen nichts zu tun. Das würde dann so aussehen: Keine CDs mehr, keine DVDs mehr, alles nur und ausschließlich im Live-Konzert oder "Online" mit registrierten Usern. Würde dir das gefallen? Überleg' DIr, was du sagst, denn es gibt solche Pläne...

Dein Copyright kannste ja gerne weiterhin, auch unter Coverversionen oder kompletten Neuinszenierungen verlangen. Es geht darum, dass selbst mit dem Tod des Urhebers der "Geldregen" nicht endet, egal ob es 1 Euro bei jeder weiteren Verwertung ist oder 10000.

Das belegt eindeutig, wie ahnungslos du bist. Das ist historisch zu erklären. Oftmals haben Künstler zu Lebzeiten nicht den Ruhm und die Anerkennung, die sie verdienen. Das passiert erst nach ihrem Tod. Und ja, genau deshalb gibt es die 75-Jahr-Klausel, damit ihre Nachfahren ihren Nachlaß gebührend verwalten können, denn oftmals stellen die Verbliebenen ihr ganzes Leben in den Dienst dieser Künstler. Un ddie müssen ja auch von etwas leben.

Berühmte Beispiele:

- Cosima Wagner, Nachlaßverwalterin für R. Wagner (Bayreuther Festspiele insbesondere)
- Sabine von Schablowsky, Nachlaßverwalterin von Berand Alois Zimmerman
- Nuria Schönberg, Nachlaßverwalterin von A Schönberg und L. Nono

So, das sind 3 berühmte Namen (ja, sie werden Dir wenig sagen). Alles diese Frauen sind verwitwet an einem Punkt gewesen, wo sie sich um den verspäteten Ruhm ihrer Ehegatten kümmern mußten und auch von etwas leben muß´ten.

Gegenbeispiel:

Frau von Mozart (Constanze), absolut verarmt gestorben, obwohl die Werke ihres Mannes rauf und runter gespielt wurden. Und sie seinen Nachlaß verwaltete.

Ich muss zu Lebezeiten ständig immer wieder aufs neue kontinuierlich was erwirtschaften und kann mich nicht nach 1 Jahr Projektarbeit zur Rente setzen und dann Scheinchen zählen.
Ich kenne auch keinen Handwerker, der [...]

Ganz genau. Du bist auch kein Künstler, Handwerker sind auch keine Künstler. Wie gesagt, man wird nicht Künstler in einer 2 1/2 jährigen Ausbildung und es ist verdammt schwer, kreativ zu sein. Es gibt keine festgezurrten Regeln und Maßstäbe, und es gibt auch kreative Krisen in denen man sich vom angesparten ernähren muß.

Daher erneuit meine Frage: Warum regt sich niemand auf, das Olive Kahn oder Schumacher so viel Geld mit nonsene verdienen?
Das ist dann wieder legitim, nicht wahr? Ist ja auch viel näher am Volk, darunter kann man sich als Jugendlicher ohne Allgemeinbildung ja auch etwas vorstellen. Brot und Spiele eben.

Zum Thema "Hausbau": Das ist verglecihbar mit den Handy- und Internettarifen, die ihr ja gerne zahlt, obwohl die "Harten" "Leistungen ja schon längst erbracht sind.

Ja genau, von den Tantiemen hat ja auch der Staat bzw. Steuerzahler besonders viel davon.

Man merkt: Du hast keine Ahnung und plapperst wild irgendwelche Parolen nach:
Alle Tantiemen sind zu versteuern, also haben Vater Staat und die Gesellschaft shr wohl etwas davon.

Auch eine Meisterprüfung kostet jede Menge privates Geld, und? Eine gut ausgebildete Fachkraft kostet genauso jede Menge Kohle.

Wie lange braucht es bis zum Meister nach der Gesellenprüfung? Und verdient man vorher nicht auch schon etwas, als Geselle?

Vergleich das bitte mal mit dem Ausbildungsweg eines zeitgenössischen Musikers, der i. d. R. im Alter von 4-7 Jahren anfängt. Danke, und jetzt kannst du wieder deinen Mund zumachen. :rolleyes:

Wenn Du so gut bist, dann schrubbe Konzerte etc. und komponiere (schaffe) immer weiter was neues. Dann kannste Deinen Lebensunterhalt auch gut bestreiten, wie eben jeder andere auch.

Rofl, wie arrogant. Hör mal, das machen wir jeden Tag. WIr haben unsere 14 Stunden Tage, genau wie ihr...
Abgesehen davon läßt sich Kunst eben nicht mit deinen spießbürgerlichen Maßstäben beurteilen.

Kunst != Kommerz. Viele Dinge entwickeln sich erst im Laufe der Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte. Van Gough hatte zu Lebzeiten ein Bild für 5 Dollar verkauft. Jetzt sind seine Bilder die höchstdotierten.
Bei Bach dauerte es dreihundert Jahre, bis man seinen Wert entdeckte...

Es amüsiert nicht wenig, daß jetzt die verwöhnte Inet-Alles-Haben-Kann Generation seit Jahrhunderten tradierte Wertesysteme einfach so auf den Kopf stellen will.
Das Ergebnis wäre eine absolut kulturlose Menschheit, denn Kultur hat hier keinen Stellenwert mehr. Verantwortlich sind wohl zum größten Teil die Schulen, die es vermißten, den Wert geistiger Größe zu vermitteln.

Die kulturelle Wüste werde ich zum Glück wohl nicht mehr erleben müssen. "Mad Max" der Kultur, nein danke.
 
Ohh, die MI könnte das auch. Das hat mit Vertriebswegen nichts zu tun. Das würde dann so aussehen: Keine CDs mehr, keine DVDs mehr, alles nur und ausschließlich im Live-Konzert oder "Online" mit registrierten Usern. Würde dir das gefallen? Überleg' DIr, was du sagst, denn es gibt solche Pläne...
Ich muss es doch nicht nutzen, oder? Angebot und Nachfrage regulieren den Markt. Wenn es akzeptiert wird, ok, wenn nicht muss man um Alternativen suchen.

Ganz genau. Du bist auch kein Künstler, Handwerker sind auch keine Künstler. Wie gesagt, man wird nicht Künstler in einer 2 1/2 jährigen Ausbildung und es ist verdammt schwer, kreativ zu sein. Es gibt keine festgezurrten Regeln und Maßstäbe, und es gibt auch kreative Krisen in denen man sich vom angesparten ernähren muß.

Das empfinde ich nicht nur arrogant, sondern eigentlich schon dummfrech, sorry. Ein guter Handwerker hat also nur seine 2 jähre Ausbildung hinter sich und sammelt natürlich keine jahrelangen Erfahrungen, um wirklich gut zu werden. Klar verdient ein Geselle auch schon was. Aber erstens direkt nach erbrachter Leistung und zweitens kann es ein Künstler ja genauso. Der eine spielt und singt, der andere plant und schraubt.

Daher erneuit meine Frage: Warum regt sich niemand auf, das Olive Kahn oder Schumacher so viel Geld mit nonsene verdienen?

Das ist hier nicht das Thema. Und wer sagt denn, das sich keiner drüber echauffiert? Schau mal in andere Threads besonders im Politikbereich. ;)

Deine berühmten Beispiele ziehen nicht. Würden SIE es nicht machen, würden und dürften es andere machen und nutzen. Wenn diese Damen keine eigene Altersvorsorge getroffen haben, Pech. Da gehts ihnen nicht anders wie der alten Zahnarztfrau, die jetzt von Witwenrente oder Ersparnissen ihres verstorbenen Mannes leben muss. Für den Rest gibt es Sozialleistungen, bspw. Hartz-IV. Da interessierts keinen mehr, was Du vorher mal warst. Warum sollen gerade Künstler da eine Ausnahme darstellen?

Und Hausbau ist nicht vergleichbar mit Internet. Denn im Unterschied dazu, trägt die Verantwortung für Bereitstellung und Wartung der Eigentümer, also bspw. die Handyfirma, beim Haus ists nach möglichen Garantiezeiträumen dann der Käufer.
Das die Internetfirma diese kontinuierliche aktive Dienstleitung nicht für lau macht ist selbstredend.
Ein Musiker soll ja auch nicht leer ausgehen, wenn er auftritt, somit eine Leistung erbringt oder seine Werke verkauft. Am Ende ist ein Künstler auch im Prinzip nichts anderes, wie produzierendes Gewerbe, Dienstleister oder Handwerker. Spätestens dann nicht mehr, wenn er es nicht aus Berufung der Sache wegen, sondern als Beruf ausübt.

Ein Künstler wie zb. Musiker leistet durch eine Aufführung Dritter nichts. Ihm entstehen durch öffentliche Aufführung anderer (Radio, Medien was auch immer) quasi keinerlei Kosten oder Zeitaufwand, höchstens beim Scheinchenzählen, aktuell auch noch im Grab.
Wenn er keine anderen an seiner Kunst teilhaben lassen will, dann soll er sie eben für sich behalten. Die Intention für Kunst ist doch die eigentliche Frage.
Das Business wäre auch wesentlich günstiger, würden nicht soviele Trittbrettfahrer und Absahner dazuzwischenhängen. Stichwort MI, GEMA & co. Viele Musiker haben dies auch bereits erkannt und agieren entsprechend zeitgemäß. Und ja, die leben auch.

Viele Dinge entwickeln sich erst im Laufe der Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte. Van Gough hatte zu Lebzeiten ein Bild für 5 Dollar verkauft. Jetzt sind seine Bilder die höchstdotierten.
Bei Bach dauerte es dreihundert Jahre, bis man seinen Wert entdeckte...

Ja weil wir heutzutage das Urherrecht eingeführt haben, was die Preise in die Höhe drückt. Der Künstler selber hat dennoch nichts mehr davon. Das ist leider Künstlerpech und lag zudem auch an der damaligen Zeit. Heute haben Künstler aber vielfältige Möglichkeiten zu Lebzeiten Geld zu verdienen, nicht durch Tantiemen.
Wenn einer in 300 Jahren einen heutigen Computer findet, darf er ihn auch gern versteigern. Aber ob er Lizenzen für öffentliches Aufführen oder Nachbauten verlangen kann, bezweifle ich. ;)
 
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Relict schrieb:
Ein guter Handwerker hat also nur seine 2 jähre Ausbildung hinter sich und sammelt natürlich keine jahrelangen Erfahrungen, um wirklich gut zu werden.

Hmmm. Ok. Um KFZ-Meister zu werden muß ich also im zarten Alter von 4-7 Jahren meiner Kindheit Good-bye sagen und jeden Tag bis zu 10 Stunden arbeiten, damit ich dann mit 20 so etwas wie ein Jungmeister bin?

Sorry, das war mir neu. Ich nehme alles zurück, wirklich! Laß uns Gould, Gulda und A-S Mutter aiuf eine Stufe stellen wie einen Handwerker. Ok... :rolleyes:

Klar verdient ein Geselle auch schon was. Aber erstens direkt nach erbrachter Leistung und zweitens kann es ein Künstler ja genauso. Der eine spielt und singt, der andere plant und schraubt.

Ich glaube kaum, daß du einen "Gesellen" im Muskbereich hören und bezahlen (!) willst. Das klingt so ähnlich wie die Casting-Runden bei DSDS...

Deine berühmten Beispiele ziehen nicht. Würden SIE es nicht machen, würden und dürften es andere machen und nutzen.

Niemand hätte sich um Zimmermans und Nono's Nachlaß gekümmert. Ich muß dich enttäuschen. Genau das istr ja mit Bach passiert.

Wenn diese Damen keine eigene Altersvorsorge getroffen haben, Pech. Da gehts ihnen nicht anders wie der alten Zahnarztfrau, die jetzt von Witwenrente oder Ersparnissen ihres verstorbenen Mannes leben muss.

Das ist jetzt ein wenig naiv. Ich schiebe das auf manglende kulturelle Bildung. (Ist nciht bös' gemeint, kannst ja nichts dafür.) Aber dies kann kein Ort für einen kulturhistorischen Grundkurs sein und ich habe dazu auch wenig Lust. Immerhin setzte ich mich - als ein (kleinerer) Vertreter der MI - noch mit euch auseinander.

Ein Künstler wie zb. Musiker leistet durch eine Aufführung Dritter nichts.

Hallo? Jemand zuhause? 800 Jahre Kunstgeschichte verpaßt und das im Informations-Zeitalter des Internets? :freak:

Edit: Was ist denn nun mit den Sportlern? Die verdienen dann "angemessen", nicht wahr? Darüber regt sich keiner auf, oder?
 
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Natan schrieb:
Hmmm. Ok. Um KFZ-Meister zu werden muß ich also im zarten Alter von 4-7 Jahren meiner Kindheit Good-bye sagen und jeden Tag bis zu 10 Stunden arbeiten, damit ich dann mit 20 so etwas wie ein Jungmeister bin?

Theoretisch JA. Der Haken ist, das er körperlich dazu noch nicht voll fähig ist und sich damit alles Jahre nach hinten verschiebt. Aber wenn er früh angefangen oder sein Talent erkannt hat, kann er auch seinen Jung-Meister oder Professor mit 18 machen. :)
Zudem gälte es hier als Kinderarbeit, würde er zu exzessiv eingespannt werden. Bei Kinder-Musikern ist das komischerweise gesellschaftlich akzeptiert. Da kanns nicht früh genug sein, da liegen die Rahmenbedingen und Werteansichten ganz anders. Dort zählt das alles unter dem Oberbegriff "Talentförderung".

Natan schrieb:
Niemand hätte sich um Zimmermans und Nono's Nachlaß gekümmert. Ich muß dich enttäuschen. Genau das istr ja mit Bach passiert.
Dann ist bspw. die Öffentliche Hand gefragt, wenn sich keiner findet, der das ehrenamtlich übernehmen möchte. Mißstände in diesem Bereich rechtfertigen aber noch lange nicht das private Abkassieren von gemeinschaftlichem Kulturgut.
 
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Sorry Natan, aber deine Argumentation mit Bach und co ist fast schon lächerlich. Würde Mozart heute leben, dann wär er vermutlich nach ner Woche mit Goldkettchen behangen und würde mit dem Privatjet durch die Gegend reisen und täglich 5 Chicas knallen.

Du kannst doch aktuelles Copyright nicht mit Leuten begründen weil deren Leistungen vor Hunderten von Jahren in einer komplett anderen Gesellschaft nicht genug gewürdigt bzw. entlohnt wurden. Wenn du heute 3 Wochen nach Ende der Popstars oder DSDS-Staffel noch keine goldene Platte hast, dann kommt da auch 100 Jahre später nichts mehr. ;)
 
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