Recht auf HomeOffice

Das Ganze ist ja ein zweischneidiges Schwert. Die Einen jammern, das sie ja im Homeoffice so viel Strom und Wasser und Heizenergie zusätzlich brauchen und das sie beim Finanzamt nicht große Teile (am liebsten 50%) der Wohnung steuerlich geltend machen können. Die Anderen tummeln sich in Foren herum und fragen, wie sie im HO am besten ihren Chef austricksen können, damit er nicht merkt, was sie sonst so den ganzen Tag am PC treiben. Und noch Andere richten dann auf ihren Privat-PC´s die Firmensoftware ein und müssen sich dann irgendwie mit der Firma verbinden. Die haben dann natürlich Angst, das der Chef jetzt auf ihren Rechnern herumschnüffeln wird. Mal abgesehen von mangelhaften Internetverbindungen, welche das Arbeiten nicht gerade angenehmer machen. Dann sind da ja noch die lieben Kleinen zu Hause, die nebenbei noch unterrichtet werden müssen, (Essen wollen die dann zwischendurch auch noch was) Wer hat denn überhaupt vernünftige Voraussetzungen für HO, frage ich mich da. Und wenn der Chef seinen Mitarbeitern nicht traut, dann ist das Arbeitsverhältnis sowieso schon mal gestört.
Was ist denn nun der große Vorteil im Homeoffice?
 
Ham Burger schrieb:
Was ist denn nun der große Vorteil im Homeoffice?
Man kann nahezu ungestört arbeiten, denn zuhause kommt kein nervender Kollege alle furzlang ins Büro und will irgendwas.:D
Man kann zwischendurch immer mal wieder ein (kurzes) Nickerchen halten. Das ist erfrischend und steigert die Arbeitsmoral.:p
 
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Die Meinungen gegen sehr weit auseinander wie effektiv Home-Office ist, Arbeitgeber Studien behaupten das im Home-Office weniger gearbeitet wird, Studien der Arbeitnehmerverbände behaupten natürlich das Gegenteil.
 
Der Arbeitsweg ist bei mir ohnehin kostenlos und ich habe mir die Stelle auch so gesucht das es nur knapp 22 Minuten Zug sind.

Ich sehe den Vorteil auch eher darin dass man weniger gestört wird als in Präsenz. Das mit der angeblich höheren Produktivität glaube ich nicht. Man sieht ja oft in Teams oder Bei Video Konferenzen das wenig gemacht wird
 
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Goldsmith schrieb:
Die Meinungen gegen sehr weit auseinander wie effektiv Home-Office ist
Ja, das stimmt. Das kommt aber auf die Sichtweise des Betrachters an.

Es gibt sicher Arbeitnehmer, denen man ständig auf den Pelz rücken muss, damit die sich nicht ständig die Liebeskugeln schaukeln. Im Home Office gestaltet sich die Kontrolle dann natürlich schwieriger.
Auf der anderen Seite gibt es sicher auch sehr viele Arbeitnehmer, die durch die Arbeit zuhause noch mehr motiviert sind und deshalb mehr leisten als vor der Einführung des Home Office.

Bei uns haben sich die Arbeitsergebnisse durch die Einführung von Home Office und Telearbeit sowohl quantitativ, als auch qualitativ erkennbar erhöht.
Es kommt sicher darauf an, wo man arbeitet und welche Art der Arbeit man verrichtet.
 
Das bestreite ich gar nicht, auch bei uns in der Firma zeigt sich durchaus, dass so mancher Arbeitsplatz im Home-Office wirklich effektiver arbeitet, aber das ist nicht die Regel, wir merken auch, dass so mancher Home-Office-Arbeitsplatz wesentlich schlechter funktioniert. Diese holen wir zurück, anders geht es nicht, da kann selbst ich als Betriebsrat nichts dagegensetzen.
 
Bei uns sind die zu erledigenden Aufgaben ergebnisorientiert, das heißt, dass man anhand der Arbeitsergebnisse genau sieht, ob jemand weniger als gefordert macht, oder nicht.

Bei uns sind pro Woche zwei Tage Präsenzpflicht und drei Tage Home Office festgelegt. Das ist im Grunde ein ausgewogener Mix und der hat sich bewährt.

Vor kurzem gab es bei uns eine Umfrage und da stellte sich heraus, dass über 95 % der Beschäftigten zufrieden bis mehr als zufrieden sind.
Negativ angeführt wurde von vielen, dass sie die direkten Kontakte zu den Arbeitskollegen vermissen.

Wie gesagt, es kann in anderen Bereichen der Arbeitswelt natürlich ganz anderes aussehen.
 
Ham Burger schrieb:
Wer hat denn überhaupt vernünftige Voraussetzungen für HO, frage ich mich da.
Das ist halt genauso wie Deine nächste Frage extrem individuell. Es soll z.B. auch Leute ohne (kleine) Kinder geben, die sowieso eine stabile und hinreichend schnellen Internetverbindung haben. Da hängt die Effektivität eher von den zur Verfügung gestellten Arbeitsmitteln und dem Firmen-VPN (und anderen Dingen der Firmen-IT) ab.

Für das HO, wie es vor der Pandemie bei uns schon üblich war (1-2 selber planbare Tage/Woche) habe ich mir liebend gerne die (erweiterte) Ausstattung selber angeschafft. Einen Computer-Arbeitsplatz (nicht im steuerlichen Sinne) wollte ich sowieso und der Rest war es mir wert.

Das war aber nicht dafür gedacht/ausgelegt, nun 5*8h/Woche den stromfressenden Monitor zusätzlich zu betreiben oder mir die Zusatzausrüstung (sind aber nur ein paar Hunderter) nochmal zu kaufen, wenn der Monitor nach 10 Jahren kaputt geht und ich neben dem privaten 27-32" Monitor keinen Platz habe, um noch zwei vom AG bezahlte 24" FullHD Monitore aufzustellen.

Wenn ich das ganze vor 6 Jahren schon geahnt hätte, dann hätte meine Wohnung nun ein Zimmer mehr. Die 100k€ wären auch noch finanzierbar gewesen und ich würde dort nur das Equipment nutzen, welches mir der AG zur Verfügung stellt.

Ham Burger schrieb:
Was ist denn nun der große Vorteil im Homeoffice?
Wenn es die eigene Arbiet zulässt, ist es die extreme Flexibilität in den Arbeitszeiten. Bis auf Besprechungen kann ich meine Zeit auch kurzfristig sehr flexibel einteilen. Egal, ob für längere Pausen, private Termine oder die Verteilung auf 6 anstatt 5 Tage.

Dagegen spricht bei mir der Verlust jeglicher Info, die man früher auf dem Gang und der Kaffeeküche über Projekte mitbekommen hat, an denen man nicht beteiligt ist, der erhöhte Stromverbrauch und das neue Zwangshobby "kochen" inkl. der Kosten dafür. Und am Ende der insg. höhere Zeitbedarf um mich fit zu halten oder schon nur Lebensmittel zu kaufen.

Das alles gleichen die gigantischen 50€/Jahr Ersparnis für das ÖPNV Ticket und die paar Euro bei der Fahrradwartung nicht aus.

Goldsmith schrieb:
Das bestreite ich gar nicht, auch bei uns in der Firma zeigt sich durchaus, dass so mancher Arbeitsplatz im Home-Office wirklich effektiver arbeitet, aber das ist nicht die Regel
Auch das ist höchst individuell und abhängig vom Arbeitsplatz, den Mitarbeitern und manachmal auch von den Umständen, welche die Firma in der Hand hat.

Wenn meine Firma jetzt Flex-Arbeitsplätze und 50-60% HO-Möglichkeiten einführt, dann hat sich nahezu alles, was vorher bei mir vor Ort die Effizienz erhöht hat, schlagartig in Luft aufgelöst. So habe ich bei der Umfrage zur zukünfitgen Arbeitsplatzgestaltung auch abgestimmt. Wenn der Firma sowas nicht mehr wichtig ist, dann zahle ich halt meine noch flexibeleren Arbeitzeiten mit weiterhin erhöhten Privatausgaben. Ich kann es mir zum Glück problemlos leisten.
 
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Haben ja schon alle richtig angemerkt...
Ein RECHT auf Home Office gibt es nicht.
Allerdings haben wohl viele Arbeitgeber jetzt in der Pandemie begriffen, dass sehr viele Arbeiten durchaus mindestens gleichwertig von zu Hause erledigt werden können (dazu gehört z.B. eigentlich der ganze IT Bereich).
Es gibt allerdings auch in IT Unternehmen Tätigkeiten, die eine Präsenz im Büro erfordern (z.B. Empfang oder auch die Kern IT mit den Leuten, die den Laden am Laufen halten und die Geräte warten)

Um auf den Ausgangspost zurückzukommen...
Was spricht eigentlich dagegen, wenn bei allen Mitarbeitern entsprechende Erfolgsziele vereinbart werden, die nachprüfbar und qualitativ messbar sind?
Schaffst Du Deinen Job - ja oder nein.

Wenn nein, hilft auch eine Anwesenheit im Büro nichts - such Dir einen anderen Job.
 
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gymfan schrieb:
Das ist halt genauso wie Deine nächste Frage extrem individuell.
Sollte auch keine einseitige Wertung sein. Habe auch Bekannte, die haben gute Voraussetzungen. Und es muß eben Alles passen, auf beiden Seiten. Mit Gewalt da auf eine Variante zu bestehen, kann für alle Beteiligten nur von Nachteil sein.
 
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Bei mir gibt es ein paar Tätigkeiten die ich ausschließlich im Homeoffice mache. Wir haben öfter längere Telkos (über Teams) tlw. an einem Freitag 3 Stück welche dann fast 3h daueren, das kann man gut von zu Hause aus machen.

Oder da bei uns beliebte Bearbeiten von Excel Tabellen und sichten von SAP Daten. Das mache ich auch zu Hause weil mich da keiner stört.

Ich könnte aber auch ohne Home Office gut leben. Vor Corona mussten wir für die "Telkos" öfter mal nach München oder gar nach Berlin um das in einer riesigen Runde zu besprechen. Da hat man gemerkt das es mit Teams ja ganz gut geht.

Ich bin wie gesagt ein Freund der Misch Variante. Uns hat man wieder die vor Corona üblichen 1 bis 2 Tage pro Woche zugesagt.
Nächste Woche z.B. bin ich auch 5 Tage im Homeoffice, weil ich da ein Online Schulung habe, die normal in Fulda gwesen wäre, mache ich von zu Hause weil ich ja auch sonst nicht im Büro wäre.

Ich habe halt meiner Führungskraft auch versprochen, das ich im Notfall auch schnell ins Büro fahre, wäre in 20-40 Min spät. vor Ort.

Aber wenn eine Arbeit nicht "messbar" ist, dann wäre sie das doch auch im Büro? Was wäre da der Unterschied zum Homeoffice??


Aber die Stromkosten sind schon ein Faktor. Wir bekommen zwar die gesamte Ausstattung (Monitor, Bildschirme usw.) aber vom AG gibt es vom Strom wie bei den meisten nichts.

Von der Gewerkschaft gibt es 120€ pro Jahr für den Internetanschluß seit neustem, da ist immerhin etwas.
 
Ich arbeite schon seit 10 Jahren von zu Hause aus bzw. Im HO und möchte es nicht missen.
Im Büro kann ich nicht wirklich konzentrieren.
Aber das muß aber jeder für sich entscheiden.

Ansonsten . Wenn mein Chef die Einstellung hätte, dass man im HO nichts arbeitet, würde ich mir eher überlegen, ob das noch der richtige Arbeitgeber für mich wäre.
 
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Je nach Tätigkeit kann es in der IT durchaus sein, dass 100% Remotearbeit, von wo auch immer, möglich ist. Je nach Person kann es erwünscht oder nicht, produktiver oder gleich oder schlechter sein
Welche Firma heutzutage das nicht anbietet, wird wohl auf lange Sicht massive Personalprobleme bekommen.

Welches Management sein Personal nicht Remote managen kann, kann es imho auch nicht vor Ort. Soviel dazu.

Ich würde mich Mal nach Jobs umsehen, wenn das alles nicht so ist.
 
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Klingt tatsächlich nach einem schlechten Chef und einem fragwürdigen Arbeitgeber. Bei uns (Softwareentwicklung) ist es genau andersherum, seitdem der AG gemerkt hat dass im Homeoffice genauso gut gearbeitet wird wie im Büro, wurde bei uns alles so umgebaut dass wir uns frei entscheiden dürfen wo wir arbeiten. Einige wollen das nur im Büro machen, andere (wie ich) sind einen oder mehrere Tage die Woche im Büro und manche komplett zuhause. Es läuft sehr gut und alle Mitarbeiter sind total glücklich und auch wirklich produktiv (ich selbst zuhause mehr als im Büro, weil ich mich besser konzentrieren kann). So sollte Arbeiten 2022 aussehen.

Ich würde zusehen den AG zu wechseln.
 
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brettler schrieb:
Von der Gewerkschaft gibt es 120€ pro Jahr für den Internetanschluß seit neustem, da ist immerhin etwas.
Aber nur wenn man Mitglied einer Gewerkschaft ist.
 
Goldsmith schrieb:
Die Meinungen gegen sehr weit auseinander wie effektiv Home-Office ist, Arbeitgeber Studien behaupten das im Home-Office weniger gearbeitet wird, Studien der Arbeitnehmerverbände behaupten natürlich das Gegenteil.
Hängt letztlich stark von der Branche und der individuellen Situation ab. Bei Tätigkeiten im unteren Qualifikationsfeld und hoher Fluktuation des Personals dürfte im Home-Office die Produktivität durchaus etwas "nachlassen" (wenn die Tätigkeit überhaupt im HO durchführbar ist).

Generell scheinen immernoch viele im mittleren und oberen Management grundlegend Schwierigkeiten zu haben wie sie ihre personellen Ressourcen leiten und steuern im HO. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, es gibt für alle HO-"Fähigen" Tätigkeiten doch messbare Ziele die rückverfolgbar sind bei dem auch der Chef nachverfolgen kann ob der Mitarbeiter tatsächlich seine Aufgaben erledigt oder lieber den nächsten WOW Raid durchzieht.
 
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Diese messbaren Ziele sollte es sowieso geben, egal ob Home Office oder nicht. Gibt es die nicht, dann ist der Manager nicht gut.
Da kann er auch vor Ort nicht leiten sondern nur überwachen... Im Sinne von, hier könnt ihr eh nur arbeiten, also werdet ihr hoffentlich auch arbeiten.
 
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Ich habe keine Kinder, lebe allein, habe einen sehr schnellen Internetzugang, ein eigenes Arbeitszimmer in meiner Wohnung und habe auf meinem eigenen MacPro Software installiert, damit ich mich remote mit meinem PC im Büro verbinden kann. Ich arbeite im HomeOffice ungestörter, aber mindestens ebenso effektiv wie im Büro.

Anders geht es auch kaum, da unser Chef jederzeit Kontrollanrufe über Telefon oder MS Teams durchführt. Sollte da ein Mitarbeiter nicht sofort rangehen, droht er mit Abmahnungen. Er verlangt sogar, wenn wir mal auf's Klo oder was trinken gehen, sollen wir unseren SekreträrInnen vorher bescheid geben. So entstehen tatsächlich "Toiletten-Protokolle" aller Mitarbeiter.

Goldsmith schrieb:
Ein Arbeitgeber muss berechtigtes Interesse haben an solchen Arbeitsnachweisen haben, das greift zum Beispiel bei Mitarbeitern, die im Außendienst arbeiten, oder eben im Home-Office.
Das heißt, wenn ich ganz normal im Büro arbeite, kann er (jefenfalls nichts ohne Weiteres) solche Arbeitsnachweise von mir verlangen? Er hat nämlich vor einiger Zeit mal gesagt, ich solle mich nicht darauf ausruhen, dass ich eine unbefristete Festanstellung hätte. Wenn er mich loswerden will, verlangt er von mir tägliche Arbeitsnachweise, bis ich von selbst kündige.
 
Acrylium schrieb:
Sollte da ein Mitarbeiter nicht sofort rangehen, droht er mit Abmahnungen. Er verlangt sogar, wenn wir mal auf's Klo oder was trinken gehen, sollen wir unseren SekreträrInnen vorher bescheid geben. So entstehen tatsächlich "Toiletten-Protokolle" aller Mitarbeiter.
Das ist in DE unzulässig.

Ich an deiner Stelle würde es ggf. mal eskalieren lassen und ihn dann mit Rechtsanwalt und Arbeitsgericht in seine Schranken weisen. Da sind solche Choleriker nämlich entweder sehr schnell sehr kleinlaut oder aber demontieren sich komplett selber mit ihrer Art. Gern endet das dann zwar mit einer Kündigung, die dann aber mit einer dicken Abfindung kombiniert ist (sofern du lang genug dort arbeitest).

Gefallen lassen würde ich mir das auf jeden Fall nicht an deiner Stelle. Solche AG bzw. solche Methoden funktionieren nur deshalb, weil die Belegschaft es hinnimmt und schluckt.

PS: Ist das euer Oberhäuptling oder nur Abteilungsleiter oder dergleichen? Wenn letzteres würde ich das ggf. auch mal intern eskalieren lassen.
 
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