Ham Burger schrieb:
Wer hat denn überhaupt vernünftige Voraussetzungen für HO, frage ich mich da.
Das ist halt genauso wie Deine nächste Frage extrem individuell. Es soll z.B. auch Leute ohne (kleine) Kinder geben, die sowieso eine stabile und hinreichend schnellen Internetverbindung haben. Da hängt die Effektivität eher von den zur Verfügung gestellten Arbeitsmitteln und dem Firmen-VPN (und anderen Dingen der Firmen-IT) ab.
Für das HO, wie es vor der Pandemie bei uns schon üblich war (1-2 selber planbare Tage/Woche) habe ich mir liebend gerne die (erweiterte) Ausstattung selber angeschafft. Einen Computer-Arbeitsplatz (nicht im steuerlichen Sinne) wollte ich sowieso und der Rest war es mir wert.
Das war aber nicht dafür gedacht/ausgelegt, nun 5*8h/Woche den stromfressenden Monitor zusätzlich zu betreiben oder mir die Zusatzausrüstung (sind aber nur ein paar Hunderter) nochmal zu kaufen, wenn der Monitor nach 10 Jahren kaputt geht und ich neben dem privaten 27-32" Monitor keinen Platz habe, um noch zwei vom AG bezahlte 24" FullHD Monitore aufzustellen.
Wenn ich das ganze vor 6 Jahren schon geahnt hätte, dann hätte meine Wohnung nun ein Zimmer mehr. Die 100k€ wären auch noch finanzierbar gewesen und ich würde dort nur das Equipment nutzen, welches mir der AG zur Verfügung stellt.
Ham Burger schrieb:
Was ist denn nun der große Vorteil im Homeoffice?
Wenn es die eigene Arbiet zulässt, ist es die extreme Flexibilität in den Arbeitszeiten. Bis auf Besprechungen kann ich meine Zeit auch kurzfristig sehr flexibel einteilen. Egal, ob für längere Pausen, private Termine oder die Verteilung auf 6 anstatt 5 Tage.
Dagegen spricht bei mir der Verlust jeglicher Info, die man früher auf dem Gang und der Kaffeeküche über Projekte mitbekommen hat, an denen man nicht beteiligt ist, der erhöhte Stromverbrauch und das neue Zwangshobby "kochen" inkl. der Kosten dafür. Und am Ende der insg. höhere Zeitbedarf um mich fit zu halten oder schon nur Lebensmittel zu kaufen.
Das alles gleichen die gigantischen 50€/Jahr Ersparnis für das ÖPNV Ticket und die paar Euro bei der Fahrradwartung nicht aus.
Goldsmith schrieb:
Das bestreite ich gar nicht, auch bei uns in der Firma zeigt sich durchaus, dass so mancher Arbeitsplatz im Home-Office wirklich effektiver arbeitet, aber das ist nicht die Regel
Auch das ist höchst individuell und abhängig vom Arbeitsplatz, den Mitarbeitern und manachmal auch von den Umständen, welche die Firma in der Hand hat.
Wenn meine Firma jetzt Flex-Arbeitsplätze und 50-60% HO-Möglichkeiten einführt, dann hat sich nahezu alles, was vorher bei mir vor Ort die Effizienz erhöht hat, schlagartig in Luft aufgelöst. So habe ich bei der Umfrage zur zukünfitgen Arbeitsplatzgestaltung auch abgestimmt. Wenn der Firma sowas nicht mehr wichtig ist, dann zahle ich halt meine noch flexibeleren Arbeitzeiten mit weiterhin erhöhten Privatausgaben. Ich kann es mir zum Glück problemlos leisten.