Dabei hat man sich allerdings nicht nur Gutes abgeschaut, zumindest aus Endkundensicht: Der Austausch der verbauten Speicherkarte und die Nutzung als USB-Laufwerk werden nicht unterstützt. Zumindest in einem Punkt gibt es nun Abhilfe.
Im ersten Punkt gibt es auch Abhilfe bzw. der Punkt ist so nicht korrekt!
Microsoft empfiehlt entgegen dem allgemeinen Trend, die SD Karte nicht "user-swappable" zu machen. Das heisst die WP7 Geräte sollen so gebaut werden, dass der Nutzer die Karte nicht selbst wechseln kann.
Das das nichts mit Gängelung der Kunden zu tun hat, sondern eher dem Schutz des Kunden auf Grund technischer Eigenschaften von WP7 Geräte zeigt das aktuelle "Desaster" um das Samsung Focus. Dort kann die microSD Karte durch den Nutzer gewechselt werden, was naturgemäß viele Käufer direkt gemacht haben. Effekt war ein nicht sauber laufendes WP7 und vermeintlich zerstörte SD Karten. Das ganze Ausmaß des Problems kann man auf Engadget in englisch nachlesen (
http://www.engadget.com/2010/11/17/windows-phone-7s-microsd-mess-the-full-story-and-how-nokia-ca/), ich fasse nur mal eben die Details auf deutsch zusammen.
Microsoft hat die Empfehlung rausgegeben, diese microSD Karte fest zu integrieren, was bei Samsung allerdings nicht ankam. AT&T (der Netzbetreiber, der das Focus vertreibt) hat daraufhin allen Kunden empfohlen, NICHT sofort loszurennen und eine neue SD Karte zu kaufen. Der Grund dafür wäre gewesen, dass Microsoft Zeit braucht, um einige SD karten für WP7 zu zertifizieren. Die reine Klasseneinstufung der Karte ist kein Anhaltspunkt für eine Zertifizierung, da speziell die Performance der Karte beim Random Access wichtig ist. Daraus ergibt sich, dass es eher die niedriger eingestuften Karten sein werden, die für eine Zertifizierung in Frage kommen. Höherklassige Karten sind für sequentielle Datenübertragung optimiert, was i.d.R. zu Lasten der Random Access Performance geht.
Was passiert, wenn man eine Karte ins Gerät einsetzt? Nun, das Design von SD Karten (S wie Security) sieht einige Features vor, die die meisten SD Karten fähigen Geräte nicht umsetzen, die WP7 aber durchaus nutzt. Dazu gehört, dass es beim ersten Check die Karte formatiert und einbindet und dann mit einem willkürlichen Passwort versieht, welches im internen Flash abgelegt wird. Eine mit Passwort gesicherte SD Karte kann ohne Passwort nur formatiert werden, Lese- und Schreibzugriffe aufs Dateisystem sind nicht mehr möglich. Aus dem WP7 Gerät entfernte Karten sind allerdings nichtmal mehr formatierbar, meistens. Das liegt aber am Fehler anderer Firmen, die die SD Kompatibilität nicht korrekt implementieren. Eine Plattform, wo es korrekt funktioniert, ist Symbian. Mit einem N8 (aber vermutlich auch den meisten anderen Symbian Phones) ist es beispielsweise möglich, solch eine vermeintlich vom WP7 Phone "zerstörte" SD Karte "wiederzubeleben", auch wenn sie im eigentlichen Sinne garnicht tot war!
Der Austausch der Karte ist daher zumindest mal nicht empfohlen, da es aber auch ein Stück weit dem Hersteller obliegt, die Karte wechselbar zu kontruieren oder eben nicht, wird Microsoft in Zukunft sicherlich zertifizierte Karten nennen, die dann auch ohne Probleme in WP7 Phones genutzt werden können. Trotzdem muss man bedenken, wenn man sie mal wieder aus dem Ding rausholt, dass man sie einmal in einem Gerät formatieren muss, welches die SD Features korrekt umsetzt und die Karte dann NICHT direkt wieder an sich selbst bindet.