Robert Enke Tod?

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R.I.P Robert
 
Ruhe in Frieden Robert....Mein Beileid an die Hinterbliebenen.
 
Die besten sterben jung :(

R.I.P. :(
 
Kann ja verstehen, dass hier alle trauern und auch ich hab's erst als sehr unwirklich empfunden, aber man muss auch mal die andere Seite betrachten:

Selbstmord hat in jedem Fall etwas von Feigheit, vor allem, wenn man bedenkt, was er damit seiner Familie angetan hat. Die tut mir echt Leid. War sie ihm denn nicht Grund genug, am Leben zu bleiben? Egal, was er für Probleme hatte, er war sicherlich nicht der Mensch, dem es am schlechtesten ging (körperlich, gesundheitlich, finanziell etc.). Andere halten ihr Leid auch aus, also wieso den Selbstmord wählen?

Sorry, kann ich nicht verstehen...
 
dbones schrieb:
Kann ja verstehen, dass hier alle trauern und auch ich hab's erst als sehr unwirklich empfunden, aber man muss auch mal die andere Seite betrachten:

Selbstmord hat in jedem Fall etwas von Feigheit, vor allem, wenn man bedenkt, was er damit seiner Familie angetan hat. Die tut mir echt Leid. War sie ihm denn nicht Grund genug, am Leben zu bleiben? Egal, was er für Probleme hatte, er war sicherlich nicht der Mensch, dem es am schlechtesten ging (körperlich, gesundheitlich, finanziell etc.). Andere halten ihr Leid auch aus, also wieso den Selbstmord wählen?

Sorry, kann ich nicht verstehen...
Dann bist du noch sehr jung und hast noch kein Elend gesehen, geschweige denn erlebt. Glückwunsch.

RIP Robert
Hab selbst eine Nichte verloren. Wurde nur 5 Jahre alt und ist an Krebs gestorben.
 
dbones schrieb:
Selbstmord hat in jedem Fall etwas von Feigheit, vor allem, wenn man bedenkt, was er damit seiner Familie angetan hat. Die tut mir echt Leid. War sie ihm denn nicht Grund genug, am Leben zu bleiben? Egal, was er für Probleme hatte, er war sicherlich nicht der Mensch, dem es am schlechtesten ging (körperlich, gesundheitlich, finanziell etc.). Andere halten ihr Leid auch aus, also wieso den Selbstmord wählen?

Die Entscheidung zum Selbstmord ist keine rationale Entscheidung (zumindest nicht für einen Außenstehenden). Für Menschen, die derartig verzweifelt sind, scheint es tatsächlich keine andere logisch Konsequenz und keine Alternative zu geben. Robert Enke hatte sicherlich nicht das Gefühl, zwischen zwischen Möglichkeiten wählen zu können. Natürlich hat man immer die Möglichkeit, sich für das Leben zu entscheiden, aber Menschen mit schwersten Depressionen erkennen das nicht. Und nicht selten ist ein Freitod eine affektive Handlung, der ein möglicherweise unbedeutendes Ereignis voraus geht, die aber einen Damm, der die schrecklichsten Emotionen und Gedanken zurück gehalten hat, zum brechen bringt.

Es spielt auch keine Rolle, wie gut oder schlecht es Robert Enke deiner Meinung nach ging. Glaubst du etwas, dass es dir schlecht geht? Jammerst du nicht auch immer wieder über die unwichtigen Probleme in deinem Leben? Erzähl mal einem Menschen in der Dritten Welt oder in einer Krisenregion lebt jeden Tag um sein Überleben kämpft von deinen Problemen. Wer hat überhaupt ein materielles Recht, sich sein Leben zu nehmen? Du etwa, weil du vielleicht Angst um deinen Arbeitsplatz und deine finanzielle Zukunft hast? Oder der Mensch in einer Kriegsregion, der jeden Tag um sein Leben fürchten muss?

Robert Enke wird kein Bewusstsein für sein finanzielle und gesellschaftliche Situation gehabt haben, ebenso wie du sicherlich kaum nachvollziehen kannst, dass du großes Glück hast, in Deutschland leben zu dürfen. Hätte Robert Enke einen Tag lang mit dir oder mir oder einem Menschen aus der Dritten Welt tauschen können, dann hätte er vielleicht verstanden, dass er trotz des tragischen Schicksals seiner Tochter und all dem anderen, was in seinem Leben vorgefallen sein mag, ein privilegierter Mensch gewesen ist.

Glück ist relativ: Was wir uns für unser Leben wünschen, war für Robert Enke Normalität, genauso wie für uns ein Stück Brot, für das Menschen in anderen Teilen der Welt töten würden, Normalität ist. Und was wir als kleine oder größer Ärgernisse empfinden - wenn wir es überhaupt nachempfinden können - ist für andere Menschen die größte vorstellbare Katastrophe.
 
ich find's ebenfalls ein unding, sich das leben zu nehmen, wenn man frau und kind hat. damit lässt man die nämlich volle kante hängen. ich weiss auch nicht was hier einige mit "dann hast du noch kein elend gesehen" meinen, hat schonmal jemand ne ethnische säuberung in afrika live gesehen? DANN hat man elend und grauen gesehen. was sehen wir in deutschland denn für elend? sehr sehr wenig und man muss schon genau hinsehen (wollen).

wenn man sich als soldat nach einem kampfeinsatz das leben nimmt, sowas kann ich in etwa nachvollziehen. oder eben in einem dritte welt land war, dann kann ich auch noch verstehen, dass man fertig ist.

ein kind zu verlieren ist schrecklich, aber sein 8 monate altes adoptiertes kind und seine frau stehen jetzt alleine da. in meinen augen feige.
 
Dieses schreckliche Ereignis zeigt mir einmal mehr, dass finanzieller Reichtum letzendlich NICHTS wert ist.

Ich vermag mir kaum vorzustellen wie verzweifelt er gewesen sein muss, seiner Familie kann man nur alles erdenklich Gute wünschen.
 
Ich hab doch eben geschrieben, das Glück, Zufriedenheit oder auch Verzweiflung relativ ist. Wir glauben, dass Robert Enke ein beneidenswertes Leben hatte, weil er all das hatte, was sich viele von uns wünschen: Ruhm, Geld und Anerkennung. Aus der Perspektive von Robert Enke muss sein Leben ganz anders ausgesehen haben. Da können wir uns nicht rein denken, und daher sollten wir uns auch kein Urteil anmaßen.

Und wie ich schon sagte, ist es nicht so, dass Selbstmörder ein Bewußtsein dafür haben, dass sie sich auch für das Leben entscheiden können. Es ist nicht so, dass ein Bewußtsein dafür haben, dass sie zwischen einen schweren und einem einfachen Weg wählen können und sich dann bewusst für den einfachen Weg, den Selbstmord, entscheiden. Wir haben schließlich auch so gut wie kein Bewußtsein dafür, wie gut es uns allen eigentlich geht und dass wir, verglichen mit anderen Menschen auf der Welt, kaum einen Grund haben, tagtäglich über das Leben, die Arbeit und was und sonst noch beschäftigt, zu jammern.
 
Ein Selbstmord hat in den seltensten Fällen etwas mit Feigheit zu tun. Ich behaupte nicht, dass ich wüsste, warum Robert Enke das getan hat, aber ich bin mir sicher, dass es keine "Flucht" oder ähnliches war. Es gibt Menschen, in denen herrscht eine tiefe Sehnsucht nach dem Tod, etwas, was "normale" Menschen überhaupt nicht verstehen können. Niemand wird jemals sagen können, warum ein Mensch Selbstmord begangen hat und so wird es wohl auch im Fall Robert Enke bleiben.

Aber Robert Enke jetzt hier als Feigling zu bezeichnen ist nicht richtig.
 
KaisA™ schrieb:
Aber Robert Enke jetzt hier als Feigling zu bezeichnen ist nicht richtig.


ich will ihn auch nicht direkt als feigling bezeichnen, aber die tat ansich ist feige.

ein guter freund von mir hat sich letztes jahr im februar erschossen. seine frau ist abgehauen mit seinem 4-jährigen sohn, die bude hat sie über's wochenende (als er mit einem kumpel beim fußballspiel war) komplett ausgeräumt, wirklich komplett. er hatte viele schulden, lieferanten haben großen druck auf ihn ausgeübt. am ende hatte er nichts mehr, in seiner wohnung stand ein bett, ein schreibtisch und ein computer.

da meint man, es ist nachzuvollziehen, wenn sich so einer umbringt. aber seine mutter stand wochenlang unter schock. die hat auf der beerdigung gar nicht realisiert, was passiert ist. erst jetzt wird ihr alles klar und sie ist nur noch ein wrack.

für die hinterbliebenen ist es oftmals sehr schwer. und egal wie fertig man ist, aus respekt vor den menschen die einen lieben, kann man vorher versuchen zu reden. mag ja sein dass normale menschen anders denken, als die "die sich nach dem tod sehnen", aber man sollte wenigstens versuchen kontakt aufzunehmen und sich helfen zu lassen.
 
Keine Frage, aus unserer Sicht ist das alles nicht zu verstehen. Wie GevatterTod schon erwähnte, Suizidgefährdete Menschen bzw. Menschen, die wirklich Suizid begehen, denken einfach anders. Und diese andere Denkweise ist einfach nicht zu erklären.
 
Man kann es schon verstehen und nachvollziehen, wenn man diese Situation selber kennen gelernt hat, und man kann es vielleicht auch verständlich erklären. Nehmen wir zum Beispiel eine Menschen, der eine ausgeprägte Flugangst hat. Ein solcher Mensch wird in einem fliegenden Flugzeug nur ganz schwer verstehen, dass er eigentlich in Sicherheit ist, dass ihm nichts passieren kann, dass er sich entspannen. Stattdessen würde er eher voller Panik und bar jeder Vernunft versuchen, das Flugzeug zu verlassen (extremes Beispiel), auf jeden Fall aber kaum in der Lage sein, in dieser Situation einen vernünftigen Gedanken zu fassen. In depressiven Menschen und Selbstmörder spielen sich sicherlich wesentlich komplexere Prozesse ab, aber ich denke, dass man sich die Prozesse, die in einem solchen Menschen vorgehen, stark vereinfacht so vorstellen kann, wie ich es anhand des Beispieles beschrieben habe.
 
er hat sein Auto unverschlossen und mit Portmonaie drin ca. 10m von den Bahnschienen entfernt abgestellt
anschliessend ist er ca. 100m an den Schienen spazieren gegangen, bevor er vom Zug erfasst wurde
daraus kann man nun schliessen, das es sich wohl eher um Selbstmord als um einen Unfall handelte:
- warum lässt er das Portemonaie im offen Wagen zurück?
- warum geht er an oder auf den Gleisen spazieren?
- warum ist er nicht von den Schienen runtergegangen, als der Zug kam?
der Lokführer wird doch sicherlich vor der Notbremsung gehupt haben

welche Gründe ihn auch immer dazu bewegt, werden wir wohl nie erfahren
er war ein labiler Mensch - es tut mir besonders leid für seine Familie
mein Beileid...
 
auch mein Beileid.

Er wird aber seine Gründe dafür gehabt haben. Die kann kein aussenstehender nachvollziehen.
 
Er war immer für mich ein Vorbild als ich noch selbst aktiver Torwart war. Es ist sehr schade das Fussball Deutschland so einen tollen Menschen verloren hat.
 
Es ist traurig das Leute Mutmaßungen über eine Person machen von der sie im privaten Umfeld überhaupt keine Ahnung haben.

@-Iwan-
Kennst du Robert Enke persönlich oder warum wirfst du mit labile Person um dich. Auf was beruht deine Aussage?

@HD4890
Hast du deine einzige Tochter mit zwei Jahren verloren? Man mag nach außen vielleicht stark erscheinen, aber das muss ganz sicher nicht den inneren Menschen widerspiegeln. Vor allem für Männer ist es typisch Probleme in sich hinein zu fressen ..

Es tut mir Leid für seine Familie ..
 
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