Robert Enke Tod?

Franky90 schrieb:
Ich muss dazu 3 Sachen sagen:

1. Das ist eine schlimme Sache, gar keine Frage.

2. Wenn man sich schon umbringt, dann bitte nicht mit Hilfe eines Zuges, denn nun hat Robert Enke nicht nur sein Leben, sondern auch das des Zugführers zerstört.

3. Ich finde es abartig, wie die ganze Geschichte jetzt wieder ausgeschlachtet wird. Die Medien lecken sich wieder die Hände, dass sie was zum Senden haben. Jeden Tag begehen zig Menschen in Deutschland Selbstmord, davon wird nicht einer erwähnt, aber kaum ist es jemand Bekanntes, denkt man, die Welt sei untergegangen. Das ist einfach eine Perversion und absolut nicht richtig.

Full ACK! So schlimm das alles auch sein mag, der Selbstmord von Herrn Enke ist auch eine Katastrophe für seine Frau und das adoptierte Kind.
Ich hab eben noch gelesen, daß sich jährlich in Deutschland so um die 1000 Menschen vor einen Zug werfen. Das wären statistisch gesehen 3 Menschen am Tag.
 
1000? Es sollen über 3000 laut DB sein. Das sind auch die Gründe für die meisten Zugverspätungen, sogar noch vor Wildschäden, und es heißt dann Unfall mit Personenschaden für die Presse.
 
3000??? Wow, das wären ja um die 9 Menschen am Tag, welche sich vor einen Zug werfen... Im Übrigen ist diese Art der Selbsttötung nicht nur traumatisch für den armen Zugführer. Vor ein paar Jahren hat ein Selbstmörder in Amerika einen Zug zum entgleisen gebracht. Er hatte sich mit seinem Auto auf die Schienen geparkt. Kurz bevor der Zug mit dem Auto kollidierte, hatte es der Typ mit der Angst zu tun bekommen und war aus dem Auto gesprungen. Ergebnis => Selbstmörder überlebt, mehrere Zugreisende tot. Können sich solche Typen nicht einfach mit Tabletten vollstopfen oder sich die Birne wegpusten? Aber nein, Schaden an anderen, unbeteiligten Personen wird in Kauf genommen...
 
Ich kenne weder Robert Enke (bzw. kannte ihn), noch hat er für mich persönlich irgendetwas großes geleistet in seinem Leben (ich bin weder Fußball- noch Sportfreund, wenn es im TV gezeigt wird).

Was sich die "Satire-Zeitschrift" Titanic aber hier leistet, ist abgrundtief schlecht ...

Geschmacklosigkeit 1
Geschmacklosigkeit 2
 
Die arme Frau, das arme Kind ...
Ebenso die Leute, welche die leiblichen Überreste aus und von den Gleisen holen dürfen. Die beiden Lokomotivführer erholen sich davon so schnell auch nicht wieder.

Eine kleine Bitte an die CBler hier. Passt bitte ein wenig mit den Begrifflichkeiten auf. Freitod vs Selbstmord vs Selbsttötung usw usf.

EDIT:

http://www.madeasy.de/4/suizid.htm#Wortwahl schrieb:
Wortwahl

Häufig wird der Suizid als Selbstmord oder Freitod bezeichnet. Beide Bezeichnungen können jedoch eine moralische Beurteilung in den Begriff einbringen: Selbstmord eine tabuisierende, Freitod eine heroisierende. Eine neutrale Bezeichnung ist Selbsttötung, eine ältere, ebenfalls neutrale Bezeichnung Selbstentleibung.

In der wissenschaftlichen Fachsprache und im professionellen Umgang mit den Betroffenen wird meist das Wort Suizid bevorzugt, in der juristischen Fachsprache häufig der Ausdruck Selbsttötung, der lediglich den Vorgang, nicht die Motive beschreibt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dennoch in erster Linie die Bezeichnung Selbstmord verwendet. Sie stammt aus einer Zeit, als im deutschen Sprachraum die (versuchte) Selbsttötung noch strafbar und moralisch geächtet war, geprägt vor allem durch die katholische Lehre der Christen (Bem: Deswegen auch "Mord"!). Diese Bezeichnung wird daher von vielen Wissenschaftlern abgelehnt, da bei der Selbsttötung die juristischen und moralischen Aspekte eines Mordes fehlen.

Die Bezeichnung Freitod enthält andererseits den Gedanken der freien Wahl zwischen Leben und Tod. Meistens wird von den Menschen, die einen Suizid beabsichtigen, der eigene Tod jedoch als der einzig mögliche Ausweg gesehen. Die Entscheidungsfreiheit einer suizidalen Person ist in der Regel stark eingeschränkt. Daher wird die Bezeichnung Freitod ebenfalls von vielen Wissenschaftlern abgelehnt.
 
Zuletzt bearbeitet:
...geprägt vor allem durch die katholische Lehre der Christen....

Und nach den Katholiken kommen Selbstmörder auch nicht in den Himmel.

Das ist für mich der Grund überhaupt, lieber an alterschwäche zu sterben, egal wie scheiße das Leben auch ist. Nur für den Fall, dass sie doch recht haben.


Trotzdem tragisch. Depressionen sind nun mal eine Krankheit bei der dir der Doktor nicht sagen kann wie lange die Behandlung dauern wird. Ein Bruch verheilt nach 6 Wochen, Grippe 2 Wochen, usw...

Eigentlich dachte ich immer, dass Frau und Kind zuhause die meisten vom Suizid abhält. Also wirds wohl nicht so toll im Kopf ausgesehen haben beim Enke.
An der Stelle seiner Frau möcht ich auch net sein.... mein Beileid.
 
Mal wieder dieser Medientrummel um einen toten Star, ich will und werde es nicht verstehen, aber was soll's. Ich kannte ihn nicht, und werde ihn anscheinend auch nicht mehr kennenlernen. Nur wer trauert über die tausenden anderen Todesfälle täglich?
 
Es ist schon was anderes, ob der Nationaltorwart der Fußball-Nationalmannschaft oder ein normaler Bürger den Freitod wählt, auch wenn beides gleichermaßen tragisch ist, vor allem für die Beteiligten und Angehörigen. Von einem Fußballstar, der von den meisten sehr geschätzt und geachtet wird und der mit zur Weltmeisterschaft fahren sollte, erwartet man einen solchen Schritt normalerweise nicht. Dieser Vorfall kann ein Tabu aufbrechen, und wenn der Medienrummel hilft, dieses Tabu aufzubrechen und die Bevälkerung generell stärker für das Thema "Depressionen" zu sensibilisieren, dann ist mir der Medienrummel nur recht.

Allerdings geht auch mir die Art der Berichterstattung mittlerweile auf den Keks. Nachrichtensender twittern im Minutentakt, was auf Twitter getwittert wird, die BILD würde wohl am liebsten den zerfetzen Körper Enkes auf Bild bannen und einschlägige Webportale berichten in Live-Twickern von Pressekonferenzen, Trauerfeiern, der Beisetzung und Verwesung. Das ist auch mir zu viel sensationsgeile Berichterstattung, die nur der Einschaltquote und der Auflage zu dienen scheint und nur an der Oberfläche der viel wichtigeren Hintergründe, also zum Beispiel Depressionen im Leistungssport und im Rampenlicht der Öffentlichkeit, kratzt.
 
@GevatterTod
Klar, für wirkliche Fans ist das ein Schock, dennoch finde ich den Medienaufstand überhaupt nicht angebracht, das erweist ihm doch wohl die wenigste Ehre.
 
Humor ist eine generell sehr grenzwertige Angelegenheit. Mein Geschmack ist es überhaupt nicht, zumal so kurz nach dem eigentlichen Vorfall.

Generell ist so eine Art von Humor bekannt, es muss allerdings Zeit vergehen, wir machen heute auch Witze über Hitler und andere Dinge aus der Geschichte (Stichwort Schwarzer Humor).

Meiner Meinung nach ist das zu spezifisch und zu früh, zudem ziemlich geschmacklos.

Momentan kann man nur der Familie sowie allen Beteiligten viel Kraft und Wille für die schwere Zeit wünschen.
 
Tacklas schrieb:
@GevatterTod
Klar, für wirkliche Fans ist das ein Schock, dennoch finde ich den Medienaufstand überhaupt nicht angebracht, das erweist ihm doch wohl die wenigste Ehre.

Ich bin kein Fan von Robert Enke und spreche auch nicht von Fans. Ich finde nur, dass der Freitod von Robert Enke durchaus bedeutender ist als der Freitad eines normalen Bürgers - so makaber das klingen mag - einfach weil Robert Enke kein normaler Mensch sondern ein Sportstar war. Ich bin mir sicher, dass Robert Enke und Sebastian Deisler bei weitem nicht die einzigen Spitzensportler sind, die an heftigen Depressionen leiden und ich wäre nicht überrascht, wenn sich einige Spitzensportler in den nächsten Wochen "outen" würden.

Anyway, meine Kernaussage ist, dass der Vorfall durchaus viel Aufmerksamkeit verdient, weil ein Tabu gebrochen werden kann. Allerdings bin auch unglücklich darüber, dass sich Aufmerksamkeit weitestgehend auf die "Sensation" richtet und und die Hintergründe bisher kaum diskutiert werden.

@Titanic
Wenn diese Bilder als Satire auf die Art der Berichterstattung zu erkennen wären, fände ich die Bilder gut. Ganz ohne erkennbaren Zusammenhang finde ich die Bilder aber auch geschmacklos.
 
Ich denke er meint damit lediglich, ein Normaler Bürger wie wahrscheinlich ein Großteil der Menschen auf diesem Planeten, haben nicht den ständigen Medienrummel, verdienen so viel, sind so bekannt, üben so einen Beruf aus usw... .

Irgendwie schon doof das immer alles ins lächerliche gezogen wird was ?
 
Klar, das ist ja logisch. Nur Stars sind auch nur Menschen, fast keiner der Menschen die übertrieben um ihn trauern kannten ihn, bzw. hatten ihn vielleicht mal im Fernsehen gesehen.
 
Ich denke das ist die sog. "Anteilnahme bzw. Verbundenheit". Bei manchen ist es mehr ausgeprägt als bei anderen. Villeicht bist du eher ein emotional kühlerer Charakter.

Mich z.b. bewegt so ein Schicksal schon.

Natürlich haben auch die Rect die sagen, stirbt ein "normaler" wird nicht so Wind gemacht. Denke aber auch nicht das es möglich ist denn sekündlich sterben zu viele Menschen um es in den Zeitungen zu bringen.
 
Wieso hat er denn es gemacht, okay er hatte eine harte Zeit hinter sich, aber ihm kann ich nicht trauern. Ich trauer mehr um die Familie die er sie in Stich gelassen hat oder über der Arme Zugführer.
 
@morphium : und ich dachte schon ich wär der einzige der es witzig findet xD vor allem das zweite^^
@Topic: Ich finds wie schon geschrieben traurig und schrecklich. Bin allerdings auch der meinung das jetzt alle nen bisschen übertreiben N-TV bringt ja kaum noch was anderes.
 
Die Redaktion TITANIC bedauert aufrichtig die unentschuldbare Entgleisung im jüngsten Startcartoon, möchte aber darauf hinweisen, daß eine Entgleisung das einzige gewesen wäre, was Robert Enke noch hätte helfen können.
ist ja unglaublich....
 
wird immer besser mit der TITANIC! :D
 
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