Weyoun schrieb:
Es geht nicht darum, dass ICH den Job als Ingenieur antrete, sondern die zahlreichen Ungelernten (die schwächsten Glieder der Gesellschaft).
Also von "schwächste Glieder der Gesellschaft" zu sprechen, weil jemand umbedingt einen Job bei FAANG, Tesla und co landen will und sich dafür ausbeuten lässt, halte ich für sehr dekadent.
Weyoun schrieb:
Die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft können sich nicht so gut wehren wie die gut gebildete Schicht der Bevölkerung, von daher bin ich immer pro Gewerkschaften.
wollen, nicht können. Wie gesagt, wenn einer dessen Arbeitskraft eben nur 1000€ wert ist weil das wirklich banale Tätigkeiten sind, warum soll man den auf Krampf 1700€ zahlen? Das führt am Ende selbst dazu dass du effektiv weniger Gehalt hast (da Zeugs teurer). Willst du 35€ für eine Pizza zahlen damit der Lieferando-Dude, Putzfrau, Koch und Kassierer in der Pizzeria ihre 20€ die Stunde verdienen?
Weyoun schrieb:
Nicht jeder in solch einer Situation ist in der Lage, sich wie Baron Münchhausen am eigenen Schopfe aus dem Schlamm zu ziehen.
Aus eigener Erfahrung (5 Jahre Leiharbeits-Sklave, 1 Jahr Werksvertrags-Sklave) weiß ich, dass selbst Ingenieure als Job-Neulinge es extrem schwer haben gegenüber Festangestellten in der gleichen Firma.
Aber auch du hast diesen ganzen Mist bewusst mitgemacht. Sich ausbeuten lassen und sich gleichzeitig beschweren, dass man ausgebeutet wird ist etwas zwiespältig, findest du nicht? Bei mir hat man es während meines (dualen)Studiums auch versucht, indem man mir irgendwelche ABMs oder anderen Scheiss hat machen lassen, für welchen selbst Azubis zu schade sein sollten. Mit dem unterschied, dass die Azubis das gemacht haben ohne zu hinterfragen, während ich eher angeeckt bin da ich gerne mal gefragt habe wo genau diese Tätigkeit meiner studentischen Ausbildung weiterbringt. Das hat man vielleicht 2-3 Monate versucht, dann war auch Schicht im Schacht. Kündigen ist in Deutschland als Auszubildender und auch dualer Student noch mal unmöglicher, als es schon als normaler Arbeitnehmer ist.
Weyoun schrieb:
Seit 12 Jahren bin ich nun zum Glück in unbefristeter Festanstellung (mein "Entleiher" musste mich 2013 übernehmen oder rausschmeißen => eine Errungenschaft der IG Metall, die endlich aufgeräumt hat mit ewiger Leiharbeit in ein und demselben Betrieb (nach 2 Jahren muss man übernommen werden oder man fliegt).
Das ist eines der Sache die ich nie verstehe. Wenn ein Mitarbeiter anscheinend so gut ist, dass man sich eine langfristige Mitarbeit vorstellen kann, warum nicht über eine Festanstellung nachdenken? Aber auch hier gibt es genügend Leute, die sich eben ausbeuten lassen. Zudem hat man nicht wirklich einen Riegel vorgeschoben. Ein Kollege von mir schafft beim Daimler in der Region Stuttgart, ders mal über Sindelfingen, mal über Böblingen und mal über Stuttgart selbst angestellt, seit 7 Jahren geht das Spielchen so.