News Roboter: Amazon will Arbeit von 600.000 Menschen automatisieren

phanter schrieb:
Lagermitarbeiter ist jetzt sicher kein Job der von Menschen gemacht werden muss.
Japp, Ärzte werden wir immer brauchen, ich verstehe nicht wieso der 39-jährige Lagermitarbeiter nicht einfach zum Arzt umschult.
 
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chris103 schrieb:
Wie ich bereits in einem Beitrag hierzu geschrieben habe, muss daher, meiner Meinung nach, der Fokus weg von reiner Arbeitsvermittlung zu einer aktiven Förderung für Ausbildung und Umschulung auch im gehobenen Alter.
Sollten Menschen höheren Alters sich nicht eher auf den Ruhestand freuen? Und in welchen Bereich könnten sie realistisch noch umschulen? m.M. nach führt am bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbei. Und falls jetzt jemand fragt „Wer backt dann noch die Brötchen?“, das macht entweder die vollautomatische Roboterbrotbackmaschine oder ein Mensch, der dafür ordentlich bezahlt wird :)
 
Ich arbeite im Lager eines großen Unternehmens für Haushaltsgeräte, als Staplerfahrer.
Finde es nicht ok wie hier Lagerarbeitende in einen Topf geworfen und als ungebildet und unterbezahlt bezeichnet werden.
War einer dieser Menschen mal in einem Lager? In einer Firma mit gutem Tariflohn?
Glaubt mir, keiner der Mitarbeitenden hier würde sich gerne durch eine Maschine ersetzen lassen.
Wäre super wenn einige hier dieses elitäre von oben herablassende sein lassen würden. Danke.
 
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Tici schrieb:
Ja wenn man nichts vorzuweisen hat dann muss man sich eben mit dem was da ist zufrieden geben.
Wie arrogant ist das denn? Nicht jeder hat einen Musterlebenslauf mit drei Doktortiteln aufzuweisen. Manche haben halt nur Hauptschul- oder Realschulabschluss ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Und wenn man als Regaleinräumer bei Rewe 20 % mehr bekommt (Tarif Einzelhandel) als als Regaleinräumer bei Amazon (Tarif Logistik), dann habe ich vollstes Verständnis, dass Verdi für die Amazon-Mitarbeiter kämpft.
Tici schrieb:
Ja, eben. Warum interessiert es dich dann wie die Arbeitsbedingungen bei Tesla oder Amazon sind? Anscheinend sind die nicht so schlecht wenn sich doch immer Leute für finden.
In Grünheide läuft wenig rund. Allein schon, dass die Mitarbeiter von der HR-Abteilung im Krankheitsfall zu Hause aufgesucht werden, weil die Chefs ihnen nicht glauben, dass sie wirklich krank sind, spricht Bände.
Tici schrieb:
Ich würde unnötige Meetings, die Teils auch 1-2h dauern können, jetzt nicht als Arbeitszeit betiteln.
Ich habe die Freiheit, für mich unnötige Meetings abzusagen. Wenn mich der Chef sprechen will, geht das natürlich nicht, aber zahlreiche andere unnötige Meetings, die mich nicht weiterbringen, kann ich absagen. Nur Meetings bzw. Schulungen, wo wir EU-Regeln einhalten müssen (z.B. Compliance-Fragen) muss ich absolvieren, ob ich will oder nicht.
Tici schrieb:
Ja, vielleicht arbeitet man ab und zu effektiv mehr als die 3-5h am Tag, aber auch viele Studien behaupten sogar, dass nach circa 3h Schicht im Schacht ist (mit der Produktivität). Das deckt sich auch stark mit meinen Erfahrungen und Erzählungen aus dem Umkreis.
Bei mir sind es ca. 50 %, was die "sinnvolle Arbeit" anbelangt.
Tici schrieb:
Ich bin auch im Betrieb 8,5h am Tag anwesend, aber von den 8,5h sind 4-5h Bereitschaft bzw. passiv etwas abarbeiten, was irgendwie/irgendwann erledigt werden muss. Nur würde ich das jetzt nicht als Arbeit bezeichnen.
Arbeit ist Arbeit. Dafür wird man schließlich bezahlt.
 
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andersrum wird ein Schuh draus. Man muss das ganze Thema so sehen: Früher gab es kein Amazon. Keinen dieser Arbeitsplätze im Lager und der Logistik. Das ist noch gar nicht so lange her. Das hier die hohen Mitarbeiterzahlen nach und nach reduziert werden und Automatisierung einkehrt, ist normal. Ich bin eher verwundert, warum das Amazon nicht schon länger intensiver betrieben hat, schließlich haben die schon zig Roboter. Scheinbar ist jetzt die Technologie auch für kleinteiligere Arbeit ausgereift. Es wird wieder neue Firmen und andere Tätigkeiten geben, für die Menschen gebraucht werden. Auch bei Amazon wird es noch Spezialisten geben, die sich um die Roboter kümmern.

Fakt ist aber, dass man bei solchen Jobs wie bei Amazon in Zukunft kaum Menschen brauchen wird. Das ist definitiv eine Erleichterung, wenn man sich anschaut wie die dort im Lager rum hampeln müssen. Die Frage wird nur sein was man irgendwann mit den ganzen unqualifizierten machen wird. Klar haben wir in den westlichen Ländern den demografischen Wandel, wir haben aber auch mit enormer Zuwanderung zu kämpfen und auch da ist nicht jeder hoch qualifiziert.

Wenn man sich die Schulbildung in Deutschland anschaut, wird es so oder so unabhängig von der Robotik in Zukunft mehr Arbeitslosigkeit geben. Jobs werden nicht nach wie hart oder schwer bezahlt, sondern nach Bildung, Skills, Verantwortung, dazu sind viele der neuen Gen nur bedingt in der Lage oder wollen das gar nicht erst. Stichwort erst mal reisen gehen und möglichst nur Teilzeit arbeiten. Da braucht sich hinterher keiner beschweren. Man sieht die Entwicklung aktuell selbst bei den Akademikern oder gerade da ist es deutlich sichtbar, nur weil man einen Master hat ohne jede Berufserfahrung, hat man keine Job-Garantie mehr. Schon gar keinen Anspruch auf hohes Gehalt.
 
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u-blog schrieb:
Japp, Ärzte werden wir immer brauchen, ich verstehe nicht wieso der 39-jährige Lagermitarbeiter nicht einfach zum Arzt umschult.
Verstehe ich auch nicht, oder er könnte auch als Quanteningenieur arbeiten. Ist doch fast dasselbe.
 
Weyoun schrieb:
Wie arrogant ist das denn? Nicht jeder hat einen Musterlebenslauf mit drei Doktortiteln aufzuweisen. Manche haben halt nur Hauptschul- oder Realschulabschluss ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Und wenn man als Regaleinräumer bei Rewe 20 % mehr bekommt (Tarif Einzelhandel) als als Regaleinräumer bei Amazon (Tarif Logistik), dann habe ich vollstes Verständnis, dass Verdi für die Amazon-Mitarbeiter kämpft.
Nur macht ein "Regaleinräumer" (sofern es diesen non-Allrounder-job bei Rewe und co überhaupt gibt) bei Rewe nicht nur Regaleinräumen, das vergessen viele oft. Reine Kommissionierer sind auch bei Rewe eher extern angestellt. Und warum sollten die den gleichen Lohn erhalten, wie jemand der nebenbei auch noch Kasse, Lager, Inventur kann / macht?
Und bezüglich "nur Hauptschul- oder Realschulabschluss", also ich mache nebenbei trotz 40h Woche meinen zweiten Master. Es ist schon möglich, viele ziehen es anscheinend vor lieber jeden Freitagnachmittag/-abend oder am Wochenende feiern zu gehen statt Onlineunterricht zu nehmen.

Weyoun schrieb:
In Grünheide läuft wenig rund. Allein schon, dass die Mitarbeiter von der HR-Abteilung im Krankheitsfall zu Hause aufgesucht werden, weil die Chefs ihnen nicht glauben, dass sie wirklich krank sind, spricht Bände.
... Und doch finden diese immer noch Leute, denen es unabhängig davon "wichtig" ist, Tesla im Lebenslauf zu haben.

Weyoun schrieb:
Ich habe die Freiheit, für mich unnötige Meetings abzusagen. Wenn mich der Chef sprechen will, geht das natürlich nicht, aber zahlreiche andere unnötige Meetings, die mich nicht weiterbringen, kann ich absagen. Nur Meetings bzw. Schulungen, wo wir EU-Regeln einhalten müssen (z.B. Compliance-Fragen) muss ich absolvieren, ob ich will oder nicht.
Ich zwar auch, aber 'nem geschenkten Gaul und so. Wenn die Chef's meinen unnötige Meetings aufzusetzen, dann spielt man mit, ist passiv dabei und macht nebenbei etwas anderes. Wenn eine Schulung laut Unterlagen 6h dauert, dann lasse ich mir auch gerne 6h Zeit. Aber ja, die EU Schulungen (die man auch hier in CH machen muss) sind oftmals ätzend.

Weyoun schrieb:
Bei mir sind es ca. 50 %, was die "sinnvolle Arbeit" anbelangt.
Wenn du sagst, dass du 35h schaffst dann sind 50% eben 3.5h am Tag, also eben das was ich gesagt habe.

Weyoun schrieb:
Arbeit ist Arbeit. Dafür wird man schließlich bezahlt.
Sehe ich genauso, aber man sollte schon bei der Realität bleiben und sich nicht selbst belügen.
 
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Frank80 schrieb:
Sollten Menschen höheren Alters sich nicht eher auf den Ruhestand freuen? Und in welchen Bereich könnten sie realistisch noch umschulen? m.M. nach führt am bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbei. Und falls jetzt jemand fragt „Wer backt dann noch die Brötchen?“, das macht entweder die vollautomatische Roboterbrotbackmaschine oder ein Mensch, der dafür ordentlich bezahlt wird :)
Ich meinte mit gehobenem Alter Menschen so zwischen 30 und 50. "Gehoben" war hier das falsche Wort.
Ergänzung ()

Frank80 schrieb:
Verstehe ich auch nicht, oder er könnte auch als Quanteningenieur arbeiten. Ist doch fast dasselbe.
Was ist mit Handwerk? Man kann die Diskussion natürlich auch ad absurdum führe, oder man bleibt realistisch.
 
Tici schrieb:
Ja, eben. Warum interessiert es dich dann wie die Arbeitsbedingungen bei Tesla oder Amazon sind?
Es gibt Menschen, die interessieren sich für ihre Mitmenschen und soziale Gerechtigkeit. Wildes Konzept, kann nicht jeder erfassen.
 
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Jetzt wird es langsam klar, mit welchem "Material" zukünftig Kriege ausgefochten werden sollen...
 
Erzherzog schrieb:
Klar haben wir in den westlichen Ländern den demografischen Wandel, wir haben aber auch mit enormer Zuwanderung zu kämpfen und auch da ist nicht jeder hoch qualifiziert.
Ich fahre morgens um 0430 Öffis. Wenn ich sehe, welche Phänotypen bei der Industrie (Mannesmann Tor 1-4 zb) aussteigen, können wir nur froh über die Zuwanderung sein.

Wie weiter oben geschrieben, man braucht alleine 2,1 Geburten pro Frau um die Bevölkerung zu halten. Sehr viele Länder würden einfach aussterben.
 
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daivdon schrieb:
Ganz grob und konservativ gerechnet bei Mindestlohn(18€ arbeitgeberkosten mindestens) und 150std/monat sind das 19,44Mrd jährlich.
Ich würde das gerne verstehen. Da Du zur Rätsel-Elite gehöst, wäre es nett wenn Du das ausführlicher einem Deppen wie mir erklärst. :heilig: :schluck:
Ergänzung ()

Weyoun schrieb:
Jobabbau durch Automatisierung sondern von der Nachfrage nach Autos.
Ist aber in beiden das Wort "Auto" mit drinn * lach * :lol:
 
Alphanerd schrieb:
Ich fahre morgens um 0430 Öffis. Wenn ich sehe, welche Phänotypen bei der Industrie (Mannesmann Tor 1-4 zb) aussteigen, können wir nur froh über die Zuwanderung sein.

Wie weiter oben geschrieben, man braucht alleine 2,1 Geburten pro Frau um die Bevölkerung zu halten. Sehr viele Länder würden einfach aussterben.
Was sind das denn für Phänotypen?
 
AssassinWarlord schrieb:
Was ich mich immer frage - ein einzelner Roboter Kostet doch schon alleine sicherlich wieder 1 Mio Euro, dazu noch die Wartungsverträge...ich kann mir nicht vorstellen, dass es günstiger ist, als ein Menschlicher Mitarbeiter...
Ich glaube da gehts eher um Sachen wie Urlaub, Krankenversicherung, Krankheiten. Das benötigt der Roboter alles nicht.
 
Alphanerd schrieb:
Es gibt Menschen, die interessieren sich für ihre Mitmenschen und soziale Gerechtigkeit. Wildes Konzept, kann nicht jeder erfassen.
Das ist ein ambitioniertes und schönes Ziel, aber die Realität wird selbst diese Leute irgendwann einholen.
 
Tici schrieb:
Und bezüglich "nur Hauptschul- oder Realschulabschluss", also ich mache nebenbei trotz 40h Woche meinen zweiten Master.
These: wer 40h Woche arbeitet und noch Energie für einen 2. Master hat, kann seine Arbeit nicht mit einem Handwerker und körperlich schwer arbeitenden Menschen (Dazu zählen auch Fluglotsen und Mitarbeiter im Supermarkt) vergleichen. Daher ist der Vergleich eine Milchmädchenrechnung und bei diesem Thema verfehlt. :schluck: :heilig: :cool_alt:
 
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wagga schrieb:
Ich glaube da gehts eher um Sachen wie Urlaub, Krankenversicherung, Krankheiten. Das benötigt der Roboter alles nicht.
noch nicht, irgendwann möchten die Roboter vielleicht auch einen Betriebsrat gründen.
 
Pontus schrieb:
Was sind das denn für Phänotypen?
Da es keine Rassen beim Menschen gibt und ich die Nationalität nicht kenne, habe ich es mit Phänotyp probiert. Sagen wir so, es sind immer weniger nordische Phänotypen/Genotypen, die morgens zum Schichtbeginn im Werk antreten. Ohne diese (wahrscheinlich zugewanderten) Arbeitskräfte würde es weitaus schlimmer in der Wirtschaft aussehen.

Genotyp ist wahrscheinlich das richtiger Wort
 
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KeinNutzerName schrieb:
These: wer 40h Woche arbeitet und noch Energie für einen 2. Master hat, kann seine Arbeit nicht mit einem Handwerker und körperlich schwer arbeitenden Menschen vergleichen. Daher ist der Vergleich eine Milchmädchenrechnung und bei diesem Thema verfehlt. :schluck: :heilig: :cool_alt:
Das stimmt, aber wer im Handwerk tätig ist, der hat meist wenig Interesse an einer akademischen Weiterbildung. Es geht auch nicht darum zu sagen, dass jeder studieren muss. Hier in CH liegen die Löhne von Handwerker nah an jene von Akademikern, d.h. da stellt sich die Frage nicht mal. Und guess what, Verdi gibt es hier nicht, genauso wie Mindestlohn (bis auf paar Kantone). Betriebe "müssen" also marktgerechte Löhne zahlen, weil die Leute das sonst nicht mitmachen, während in DE es ganz anders aussieht. Und da frage ich mich, warum machen die Leute - in einem Land bei dem das Sozialsystem seinesgleichen sucht - jeden Mist mit?

Oder anders gefragt: Warum soll ich jemanden, der eine Arbeit macht die wirtschaftlich eben keine 14€ (oder was auch immer bei euch der Mindestlohn ist) wert ist, auf Krampf 14€ zahlen? Jemand der ohne Mindestlohn 14€ verdienen würde, wird nicht automatisch im Lohn aufgewertet, nur weil man jedem Hinz und Kunz (ausser Praktikanten) 14€ zahlen muss.
 
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