Sata auf USB Adapter killt Festplatten?

Anoubis

Admiral
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Hallo zusammen,
ich habe mir diesen Adapter gekauft um schnell und einfach alte Festplatten zu testen: https://www.amazon.de/gp/aw/d/B019SW4Z42/ref=ppx_yo_mob_b_inactive_ship_o1_img?ie=UTF8&psc=1
Nun habe ich heute ca. 10 Festplatten erneut gecheckt, die vor einem halben Jahr alle noch funktionierten. Plötzlich sind 3 defekt und eine hat schlechte SMART Werte.
Zufall oder ist es möglich, dass der Adapter die Platten killt? Wenn ja, wie genau ist sowas möglich?
 
Hi,

Wenn Du denkst es ist der Adapter, klemme die HDD direkt ans Brett und teste nochmal.

BFF
 
Das der Adapter die HDs zerschossen hat glaube ich eher nicht. Aber Glauben ist kein Wissen und woher solls auch kommen. Ein aus Erfahrungswerten genährtes Bauchgefühl.
Erlebt hab ich das aber auch schon bei HDs, das sie "zuletzt" noch funktionierten und bei der Wiederinbetriebnahme nichts mehr ging. Vielleicht mögen sie kein Liegen oder haben falsch gelegen.
 
Welche Werte sind denn schlecht?

Kann mir das schlecht vorstellen, wenn der Adapter nicht die Elektronik an sich killt.
 
Anoubis schrieb:
die vor einem halben Jahr alle noch funktionierten. Plötzlich sind 3 defekt und eine hat schlechte SMART Werte.
Sind die überhaupt so lange lagerbar und wie alt sind sie? HDDs altern eben auch wenn sie nicht benutzt werden, die taugen nicht zu Langzeitarchivierung digitaler Daten, wenn man sie einfach nur liegen lässt, weshalb sie nur beschränkt lagerbar sind. Dazu schreibt Seagate z.B. hier und auch in einigen anderen Product Manuals:
Und außerdem:
Wenn also die Lagerbedingungen nicht eingehalten werde, sind 90 Tage und zwar in der ungeöffneten Originalverpackung, sonst bestenfalls 1 Jahr. Nach dem Öffnen sollten HDD nicht länger als 30 Tage stromlos sein.

Bei der neuen Barracuda Pro 10TB mit Heliumfüllung schreibt Seagate:
Also hier nur ein halbes Jahr in der ungeöffneten originalen Versandverpackung von Seagate und sonst 2 Monate, nur bei optimalen Bedingungen bis zu einem Jahr.

HGST schreibt für die meisten Modelle wie z.B. für die Megascale:
Das bedeutet nicht, dass die HDDs dann automatisch Schaden nehmen oder gar komplett kaputt sind, wenn man diese Vorgaben nicht einhält. Aber ganz ignorieren sollte man es nicht, denn im Thread Festplatten sterben wie die Fliegen - was mache ich falsch? sind jemandem der ein halbes Jahr im Ausland war, binnen 3 Monaten 4 HDDs gestorben. Die HDDs waren wohl in einem NAS im Keller, also nicht unter optimalen Bedingungen gelagert und natürlich müssen solche Angaben auch unter den ungünstigsten der erlaubten Bedingungen noch eingehalten werden. Unter optimalen Bedingungen dürften die Platten auch eine weitaus längere Zeit ohne Probleme überstehen.

Beachte auch das die geplante Nutungsdauer nur 5 Jahre beträgt, Kalenderjahre, wohlgemerkt, eine Umrechnung ist wegen der Alterung nicht statthaft.
 
Holt schrieb:
Das bedeutet nicht, dass die HDDs dann automatisch Schaden nehmen oder gar komplett kaputt sind, wenn man diese Vorgaben nicht einhält. Aber ganz ignorieren sollte man es nicht...
Hallo @Holt - ich hätte hier an der Stelle eine Zwischenfrage. Denn mir war das gar nicht bewusst, dass eine HDD falsch gelagert werden könnte. Ich habe vor einiger Zeit (wann müsste ich in den Unterlagen nachschauen) eine WD Red 4TB gekauft, die ich bis heute aber nicht verbaut habe. Die kam als Bulk und ist bis heute in der Schutzhülle und der Umverpackung im Schrank gelegen. Vielleicht hast du ja noch ein paar gute Tipps, was und wie ich am besten testen sollte, wenn ich die HDD morgen oder die Tage dann endlich mal einbaue und in Betrieb nehme!?
 
Wirklich testen kann man allenfalls ob die HDD schon Zeichen von Schäden zeigt, ob sie dann deswegen bald Probleme bekommen wird, kann man erst im Betrieb feststellen.
 
Hach ja, man lernt nie aus. Ich werde die Platte dann mal einbauen und mit CrystalDisk schauen, ob da was zu sehen ist. Ich frage mich jetzt in dem Zusammenhang nur: wenn ich eine interne Platte habe von der ich mittels externe Platte regelmäßig ein Backup fahre... ab wann ist es denn schädlich, wenn die HDDs die meiste Zeit nur rum liegen und eben nur für kurze Zeit / Backup in Betrieb sind?
Gibt es zu der Thematik vielleicht einen guten Artikel, um sich in diese spezielle Thematik einzulesen? Denn grundsätzlich klingt das erst mal so, als wenn es ggf. sinnvoller ist, wenn die Backup-Platen auch dauerhaft im System verbaut sind!?
 
Dieses Problem hatte ich mit einer 3,5" WD Green 2 TB auch. Nach einer längeren Lagerzeit eskalierte SMART völlig, weshalb ich die Platte schon zu Grabe tragen wollte. Als verantwortungsvoller Bürger höre ich natürlich auf mein BSI, dass eine sichere Löschung vor der Entsorgung empfiehlt. Allerdings waren die SMART-Fehler (Reallocated Sektor Count und Current Pending) nach dem Löschen mit DBAN komplett verschwunden und sie funktioniert seit gut 6 Monaten ganz normal.
 
Die Reallocated Sektor Count können eigentlich nicht verschwinden, da wurde ja die vorher als defekt erkannten Sektoren schon durch Reservesektoren ersetzt und die ursprünglichen Sektoren werden gar nicht mehr genutzt. Aber ich habe auch schon gesehen das der Wert 0 ist, es dafür aber immer noch die Reallocation Event Count vorhanden sind, was keinen Sinn macht, denn wenn es Reallocation Events gab, muss es ja auch Reallocated Sektors geben.

Das der Pending Sektor Count nach dem Überschreiben auf 0 geht, ist normal, denn Schwebende Sektoren sind Sektoren deren Daten nicht mehr zur ECC passen die hinter jedem Sektor steht und mit deren Hilfe auch nicht mehr korrigiert werden können. Da die korrekten Daten nicht mehr feststellbar sind, gibt die Platte statt falscher Daten einen Lesefehler als Antwort wenn man versucht diese zu lesen. Das kann auch anderen Gründe als defekte Oberflächen haben, z.B. einen Stromausfall während eines Schreibvorgang der dazu führt, dass eben nicht die ganze Daten plus der neuen ECC geschrieben wurden oder wegen eines Stoßes oder Vibrationen ist der Kopf beim Schreiben aus der Spur gekommen und hat Daten auf der Nachbarspur überschrieben. Auch arbeiten HDDs nicht 100%ig und die Hersteller geben die Fehlerhäufigkeit auch in Form der UBER an, wobei eine UBER von 1:10^14 bedeutet, dass je 10^14 gelesener Bits was etwa 12TB gelesener Daten entspricht, ein Lesefehler und damit schwebender Sektor im Rahmen der Erwartungen liegt.

Die Controller merken sich die schwebenden Sektoren und prüfen die Daten nach dem erneuten Schreiben auf diese Sektoren, dann verschwinden diese einfach oder werden eben durch Reservesektoren ersetzt.
 
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Also der Adapter kann die Platten durch eine falsche Spannung nicht gekillt haben?

Alle Platten haben ihre garantierte Lebenszeit um viele Jahre überschritten. Dennoch kommt es mir komisch vor, wenn plötzlich 30% der zum Teil 15 Jahre alten Festplatten nicht mehr funktionieren. Gelagert wurden sie horizontal bei Zimmertemperatur.
 
Nein, Überspannungs würde die Platte sofort "killen", wobei die meisten ja Schutzdioden haben und diese bei Überspannungs sehr schnell auslösen und in einem dauerhaften Kurzschluss übergehen, der das Netzteil in die Knie zwingen soll und dies bei den kleinen Stecknetzteilen auch schafft. Danach könntest Du aber keine S.M.A.R.T. Werte mehr auslesen und überhaupt keine Zugriffe mehr auf die Platte machen, weil sie gar nicht mehr erkannt werden würde. Wenn man so eine Platte ausgelöster Schutzdiode dann intern am PC anschließt, startet der entweder gar nicht weil das Netzteil den Kurzschluss erkennt oder es stinkt und qualmt wenn der kleine Vorwiderstand durchbrennt.

Die "garantierte Lebenszeit" ist die Zeit die der Hersteller Garantie gibt und nicht mit der geplanten Nutzungsdauer identisch. Die geplanten Nutzungsdauer beträgt für Festplatten wie generell für Computerhardware, außer Spezialanwendungen wie Embedded oder Automotiv auch mehr, bis zu 15 Jahre. Samsung hat früher auch immer recht offen in die Datenblätter geschrieben wie lange die geplante Nutzungsdauer ist, so wie hier:
Bei aktuellen HDDs steht das nur noch sehr selten so offen im Datenblatt, aber indirekt findet man es auch immer noch, so steht bei der ST1000VX005 im Product Manual auch noch
Aus 50.000 insgesamt und 10.000 pro Jahr ergibt sich dann aber doch wieder der Hinweis auf die geplante Nutzungsdauer von 5 Jahren. Die gilt natürlich nur bei Nutzung innerhalb der Spezifikationen und manchmal trotzdem nicht, einmal gibt es immer Ausfälle und dann sind HDDs auch sehr empfindlich.

Von HGST gibt es dieses Video über die Empfindlichkeit und korrekt Handhabung von HDDs, mit dem Empfehlung wie die Umgebung aussehen sollte auf denen mit HDDs gearbeitet wird und sie weisen darauf hin, dass die Schäden sich auch erst später bemerkbar machen können.
 
Danach könntest Du aber keine S.M.A.R.T. Werte mehr auslesen und überhaupt keine Zugriffe mehr auf die Platte machen, weil sie gar nicht mehr erkannt werden würde.
Genau das ist bei 3 Festplatten der Fall. Nur die Vierte zeigt schlechte SMART Werte an.
 
Ist es denn das richtige Netzteil? Wenn Du ein Multimeter hast, kannst Du den Zustand der Schutzdiode einfach prüfen indem Du den Widerstand zwischen dem 12V Pin und Masse am Stecker der HDD misst.
 
Ich nutze das Netzteil das zusammen mit dem Adapter geliefert wurde. Ein Multimeter habe ich leider nicht :/
 
Dann dürfte es nicht am Netzteil liegen, es macht auch nicht viel Sinn das es bei 3 von 10 die Schutzdiode auslöst, bei den anderen 7 aber dann nicht und diese funktionieren, die Spannung also stimmt.
 
Ich habe die Platten nun alle intern getestet. Keine einzige Platte ist defekt. Lediglich eine der 8 getesteten Platten weist nun Probleme bei den Smartwerten auf. Alle lassen sich problemlos ansprechen, beschreiben etc. Daher liegt die Ursache wohl an dem Adapter.
 
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