Festplatten sterben wie die Fliegen - was mache ich falsch?

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#1
Hallo zusammen,
ich habe im Moment das Phänomen des massiven Festplatten-Sterbens.

Ich war ein halbes Jahr im Ausland. Nun bin ich zurück, und mir sind in drei Monaten 4 Festplatten bereits gestorben.
Diese liefen davor über 3 Jahre Problemlos. (über 15.000 Stunden Betrieb)

Bei den Platten handelt es sich übrigens ausnahmslos um Seagate 3TB-Platten, andere Hersteller sind nicht betroffen.
Reiner Zufall? Oder können Platten einen Schaden durch "nicht Betrieb" bekommen?
 
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#5
Ist eigentlich recht normal, wenn Platten so lange in Betrieb waren und dann einige Zeit nicht. Hatte auch mal ne alte SAN beim Kunden aus Jux wieder in Betrieb genommen, 24x 10k SAS Platten. Liefen zuvor etwas über 5 jahre 24/7 und lagen dann zwei Jahre im Trockenen auf Halde. Nach Wiederinbetriebnahme dann nach drei Wochen vier ausgefallene Platten.

Und wie oben schon erwähnt: Seagate hatte da ne sehr unrühmliche Reihe.
 

revx

Ensign
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#7
Man muss dazu sagen, die beiden NAS stehen im Keller, und meine Eltern haben ungefragt den Luftentfeuchter ausgeschaltet. Entsprechend lagen die Platten bei 70% Luftfeuchtigkeit herum.

Letztendlich waren es 8 3TB-Platten, das macht eine Sterberate von 50%.
 
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#9
Anfangs war es noch etwas kurios, aber dann...

Jetzt wundert mich nicht mehr viel und der baldige Ausfall der restlichen Platten wäre keine Überraschung.
Trocken gelagert verträgt ne HDD auch mal ein längeres Nickerchen, aber in so einer feuchten Gruft versagt irgendwann der integrierte Luftentfeuchter.
 

Sebbi

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#10
bei Festplatten die 24/7 über eine längere Zeit laufen reicht sogar nur 1 Tag Stillstand und damit entsprechende Auskühlung aus, um eine Festplatte zu killen, vornehmlich Lager und Schreiblese Köpfe.

Darum werden in Datencentern auch Festplatten, wenn sie denn unbedingt umgelagert werden müssen und längere Zeit aus sind, entwender in einer Verpackung die die Wärme hält oder gar in einen Wärmeschrank verlagert.
 
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#11
Naja alleine Seagate als hersteller kann schon als Grund gelten. Seagate Platten sterben gerne ohne Vorwarnung.

Ansonsten wie bereits genannt, dauerläufer sind sehr anfällig nach Pausen. Trifft auch für Netzteile und andere Hardware zu.
 
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#12
Wasserdampf besteht aus aggregierenden Molekülen und bei 70% RH bildet sich bereits ein starker Wasser-Meniskus zwischen Kopf und Oberfläche (Abstand << 1µm) . Möglicherweise läßt sich ein Schaden vermeiden, wenn die Platte vor Inbetriebnahme einige Zeit bei Trockenheit /hoher Temperatur gelagert wird.
 

c0m4

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#13
Man muss dazu sagen, die beiden NAS stehen im Keller, und meine Eltern haben ungefragt den Luftentfeuchter ausgeschaltet. Entsprechend lagen die Platten bei 70% Luftfeuchtigkeit herum.

Letztendlich waren es 8 3TB-Platten, das macht eine Sterberate von 50%.
Wir gehen mal davon aus, dass die Feuchtigkeit im Keller für den massenhaften Ausfall gesorgt hat - wobei ich

Die Seagate Barracuda 2/3TB sind bekannt für hohe Ausfallraten.
zustimme, dass sowas bei Seagate-Modellen vom Typ STx000DM00x m.M.n. recht oft grundlos passiert..

Wenn die Feuchtigkeit das Problem ist, suche an der Verbindung zwischen PCB (Leiterplatte) und HSA (Head-Stack-Assembly / (Vorverstärker der) Schreib-/Leseköpfe). D.h. schraub die Leiterplatte der Festplatte ab und putze die Kontakte zur Platte (mit Glasfaserpinsel oder Kontaktspray + sauberem Tuch).
Danach PCB nochmal verdschrauben und nochmal testen....wenn das nicht hilft, probier es bei dem Datenretter deines Vertrauens.
 

Holt

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#14
Festplatten sind nur beschränkt lagerbar. Dazu schreibt Seagate z.B. hier und auch in einigen anderen Product Manuals: Wenn also die Lagerbedingungen nicht eingehalten werde, sind 90 Tage und zwar in der ungeöffneten Originalverpackung, sonst bestenfalls 1 Jahr. Nach dem Öffnen sollten HDD nicht länger als 30 Tage stromlos sein.

Bei der neuen Barracuda Pro 10TB mit Heliumfüllung schreibt Seagate: Also hier nur ein halbes Jahr in der ungeöffneten originalen Versandverpackung von Seagate und sonst 2 Monate, nur bei optimalen Bedingungen bis zu einem Jahr.

HGST schreibt für die meisten HDD wie z.B. für die Megascale: Um welches Modell genau? Es gibt da durchaus große Unterschiede, wenn es einfache Desktopplatten wie die ST3000DM001 sind, also Modelle die nur für den Betrieb als einzige HDDs im Gehäuse und maximal 2400 Power On Hours pro Jahr ausgelegt sind, dann wären diese mit 15000 Stunden schon über die Power On Hours hinaus die während der geplanten Nutzungsdauer von 5 Jahren zu erwarten sind.
Für ein NAS sollte man immer NAS Platten nehmen, also eben z.B. von Seagate die IronWolf und eben nicht die Barracuda, die heißen so weil sie eben die Eigenschaften haben die für diese Einsatz erforderlich sind.
 

revx

Ensign
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#15
Handelt sich um Seagate ST3000DM001. Mit 15.000 - 20.000 Betriebsstunden und >1500 Einschaltvorgängen.
Wobei auch eine WDC WD30EZRX bereits ausstehende und nicht korrigierbare Sektoren anzeigt.

Habe mir auch mittlerweile mehrere WD-Red-Platten als Ersatz geholt. Nun aber trotzdem Datenverlust erlitten. Die Daten waren zwar dupliziert, aber bei 50%-Ausfallrate hat es mir auch das Backup während des Datentransfers auf die WD-Red-Platten zerschossen.

Nun hoffe ich, dass zumindest die WDC die nächsten 32 Stunden für den Transfer überlebt, denn auf ihr sind echt wichtige Daten noch drauf.
 

Holt

Fleet Admiral
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#16
Die WD Red ist eine NAS Platten und damit im Gegensatz zur ST3000DM001 auch für den NAS Einsatz geeignet. Die ST3000DM001 ist eben nur für 2400 Power-On-Hours pro Jahr gemacht und fällt oft aus wenn sie in den Bereich von 15.000 bis 20.000 Stunden kommt, dann hat sie aber wie gesagt auch mehr Betriebsstunden runter als beim vorgesehenen Einsatz in 6 bis 8 Jahren angefallen wären und damit ihre 5 Jahre geplanter Nutzungsdauer sogesehen auch übererfüllt.

Was hast Du denn genau für eine Konfiguration? Zwei NAS mit je 4 ST3000DM001 und eines als Backup des anderen? Neben der Wahl der für den NAS Einsatz untauglichen HDDs hätte ich dann auch noch das Fehlen eines Backups wenigstens der allerwichtigsten Daten auf z.B. USB Platten als Fehler gesehen den es in Zukunft zu vermeiden gilt.
 
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#17
Die Daten waren zwar dupliziert, aber bei 50%-Ausfallrate hat es mir auch das Backup während des Datentransfers auf die WD-Red-Platten zerschossen.
Was heißt zerschossen?
Wenn die Platte noch lauffähig ist und vom BIOS erkannt wird, kannst du versuchen mit Clonezilla auf eine neue Platte zu clonen. Unter Expert gibt es eine Einstellmöglichkeit "Rescue", wodurch der Klonvorgang auch bei Lesefehlern fortgesetzt wird (Retten was noch zu retten ist).Jenachdem wie wichtig die Daten sind, kann sich auch eine professionelle Datenrettung lohnen.


Nun hoffe ich, dass zumindest die WDC die nächsten 32 Stunden für den Transfer überlebt, denn auf ihr sind echt wichtige Daten noch drauf.
Daher die wichtigsten Daten mehrmals sichern.
Mindestens 1 Komplettbackup und mehrere Backups ohne Ersetzbares mit den wichtigsten Daten.
Habe selber 1 Komplettbackup (1:1), sowie 3 Backup´s der wichtigsten Daten. Wenn ich die jetzt noch an unterschiedlichen Orten lagern würde, wäre die Backupstrategie perfekt.
 
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#18
Das Thema hole ich kurz nochmals hoch.

Ich habe hier 3 ausgemusterte USB 3.0 HDDs, die ich nach Wechsel auf SSDs eigentlich nicht mehr benötige, aber eben mal gelagert habe. Die sind seit März 2017 nicht mehr in Betrieb gewesen (formatiert). Aus Interesse habe ich sie mal aus der Kiste geholt, checkDisk meldet jeweils keine Fehler. Sind die weniger empfindlich als "normale" SATA-HDDs?
 

Holt

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#19
chkdsk prüft nur die Konsistenz des Filesystems und wenn die frisch formatiert wurden, dann ist da nicht viel zu prüfen. Außerdem müssen Probleme nicht sofort auftreten, dies kann auch erst später sein, beim TE sind die HDDs ja offenbar dann nicht sofort sondern erst nach einer Weile ausgefallen.
 
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#20
Ok, dann entsorge ich 2 davon. Die dritte werde ich interessehalber als zusätzliche (zwei weitere sind vorhanden) Backup-Platte für meine Musiksammlung verwenden, und gelegentlich testen. Das interessiert mich jetzt schon :)
 
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