@chriss-22
Zum einen eignen sich Low-Level-Benchmarks wie HD-Tach und HD-Tune denkbar schlecht um die Leistung eines RAID-0 Verbundes zu messen, da sie mit festen Blockgrößen arbeiten und bei bestimmten Konfigurationen (Stripe-Size) ins schleudern geraten. Die Ergebnisse sind nicht selten unzuverlässig. Ganz davon abgesehen sind die Ergebnisse nicht direkt auf die Praxis übertragbar, da weder die sequenzielle Transferrate in Zusammenhang mit der mittleren Zugriffszeit gebracht wird, noch die Cache-Algorithmen und ansonstigen Firmware-Optimierungen in irgendeiner Weise berücksichtigt werden.
Zum anderen hast du über das Matrix-RAID den RAID-0 Verbund auf der ersten Hälfte der Platten erstellt. Hättest du den gesamten Speicherplatz für das RAID-0 genutzt, würde die Transferrate ebenso abfallen. Außerdem wird die maximale Transfrrate deines RAID-0 Verbundes entweder limitiert oder die Benchmarks messen Mist. Rein rechnerisch müsstest du mit diesen Platten im RAID-0 Verbund eine maximale sequenzielle Transferrate von um die 160 MB/s erreichen, da eine einzelne Festplatte dort auf knapp 80 MB/s kommt. Das spricht dafür, dass irgendetwas limitiert. Daher sieht es nur so aus, als ob die Transferrate im RAID-0 Verbund nicht abfallen würde.
Betreibe mal eine aktuelle PATA Festplatte im UDMA-2 Modus. In diesem Modus fällt die Transferrate auch nicht ab, da die mögliche Festplattenleistung sowohl am Anfang als auch am Ende der Festplatte durch die maximale Bandbreite dieses Modus limitiert wird. Die Folge ist eine Flatrate. Das ist derselbe Effekt.
Was die Zugriffszeit betrifft, das liegt auch wieder an deinem Matrix RAID. Der RAID-0 Verbund befindet sich auf der schnelleren Hälft, wodurch die Wege für die Köpfe kürzer sind. Diese mittlere Zugriffszeit hättest du innerhalb dieses Kapazitätsfensters genauso, wenn du das RAID-0 über die gesamte Kapazität erstellt hättest. Mit dem Unterschied, dass HD-Tach und HD-Tune die "durchschnittliche" Zugriffszeit über die gesamte Kapazität ermittelt und dabei natürlich auch den hinteren Bereich miteinbezogen hätten, wodurch das Ergebnis höher ausfällt.
Die etwas bessere mittlere Zugriffszeit deines RAID-1 Verbundes im Vergleich zum Einzelbetrieb, ist entweder ein Messfehler oder der RAID-Kontroller mannaged es tatsächlich so, dass beide Festplatten beim Zugriff Hand in Hand arbeiten.
Deine Theorie, dass der größere Cache mit diesen Ergebnissen was zu tun haben könnte, kann nicht zutreffen, da beim sequenziellen Lesen der Cache rein gar nichts zu tun hat.
Die Benchmarks, die du benutzt hast, können bestenfalls die mechanische Leistungsfähigkeit der Festplatten bzw. des Verbundes ermittelt, über die tatsächliche Praxisleistung können sie hingegen nicht viel aussagen, da nicht alle Leistungseigenschaften miteinbezogen werden. Du hättest besser mit der Stoppuhr die Ladezeiten von Programmen, die Kopierzeit von Daten usw. messen und mit den Ergebnissen eines einzelnen Laufwerks vergleichen sollen. Das hätte dir wesentlich mehr gebracht.
/Edit:
xxxx schrieb:
@Madnex bitte überzeuge dich selber mein Raid 0 gegen die einzelne 500GB Samsung beim Raid geht es nicht so rasant runter.
Das liegt daran, wie ich bereits geschrieben habe, dass irgendetwas die maximale Transferrate deines Verbundes limitiert oder der Benchmark Mist misst. Unter optimalen Bedingungen müsste die maximale sequenzielle Transferrate eines aus zwei Festplatten bestehenden RAID-0 Verbundes, im Vergleich zur einzelnen Festplatte, je Zone exakt verdoppelt werden. Und genau diese optimalen Bedingungen werden von Low-Level-Benchmarks simuliert. Passt die gewählte Stripe-Size zur verwendeten Blockgröße des Benchmarks sollte das so sein. Wenn nicht, gibt es irgendwo einen Flaschenhals.