Seid ihr auch immer öfter von technologischen Fortschritt desillusioniert?

realisingripped

Cadet 2nd Year
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Hallo,

mit der Fragestellung nehme ich vielleicht schon etwas vorweg, denn immerhin deutet diese schon daraufhin, dass technologischer Fortschritt eine Illusion wäre. Zumindest mir selbst erscheint das immer öfter so, wobei das auch die Möglichkeit einer Illusion meinerseits beinhaltet. Denn während ich in meinen jungen Jahren noch gerne und viel herumprobierte, bin ich mittlerweile komplett ermüdet durch die marktschreierischen Versprechungen der Elektronikindustrie und verbrannt durch die Erfahrungen von Fehlanschaffungen.

Natürlich habe ich mich lange dafür interessiert, was sich an Neuheiten auftut, hatte sogar schon mal eine Smart Watch, einen smarten Lautsprecher und ein Tablet, aber wirklich eine Bindung habe ich zu diesen Technologien nie aufgebaut. Manchmal habe ich die Geräte so lange genutzt wie möglich und dann nichts mehr dergleichen neu angeschafft, aber auch gelegentlich schon frühzeitig wieder weggegeben. Seit etwa 5 Jahren bin ich im Grunde komplett raus aus diesem Probierzyklus und nutze nur noch ein Notebook, welches zuverlässig läuft und ein Smartphone, welches zwar leider nur wenige Updates erhielt, aber komplett zuverlässig funktioniert. Ich wüsste letztlich nicht, warum ich auf ein aktuelles Gerät upgraden sollte.

Letztendlich führt dieses immer stärker werdende Desinteresse aber auch dazu, dass ich viele Themen gar nicht mehr verstehe. Ich nicht nur hier schon viele Neuigkeiten nicht mehr nachvollziehen, sondern schon grundsätzliche Technologien (Elektroauto, Wärmepumpe) gar nicht mehr einordnen. Für mich ist das im Grunde oft nebulös, was sich hinter den Versprechungen und Konzepten verbirgt und warum diese Technologien das Leben der Nutzer so vereinfachen. Ich bin gerade Mitte 30 und habe immer öfter den Eindruck hier komplett abgehängt zu sein, jenseits einer sich - wie auch immer zu bezeichnenden - Kluft, die sich in der Gesellschaft vielleicht auch traditionell immer auftat. Ich bin wirklich an einem Punkt, an dem ich ansatzweise verstehe, warum mein Großvater nie dazu kam überhaupt ein einziges mal das Internet zu nutzen, obwohl er ganze Maschinen reparieren konnte. Die Vorstellung von Fortschritt wird immer abstrakter und meine Zufriedenheit mit etablierten Basistechnologien ist mir ausreichend. Gelegentlich muss ich dabei immer an das sinngemäße Sprichwort denken, dass man entweder mit der Zeit geht oder mit der Zeit geht, also sein Denken immer wieder herausfordert und aktualisiert oder letztlich auf der Strecke bleibt, ein Artefakt seiner eigenen prägenden Jahre wird.

Geht es hier manchen auch oft so? Was sind eure Erfahrungen und Geschichten dazu? Was hingegen begeisert euch trotzdem immer wieder?
 
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Es wird auf jeden Fall nicht immer alles besser. Viele Sachen fallen weg, werden in Richtungen entwickelt die mir persönlich nicht gefallen. Klar, alles individuell, aber wieso entwickelt man nicht, um es besser zu machen als vorher? Für mich gibt es so viele technische Rückschritte, die ich nicht nachvollziehen kann. Dabei wird es auch teurer, obwohl es weniger kann.

Beispiele? Klar, gerne.

- Unser Toaster, ausgestattet mit einer Abdeckung, die die Wärme im inneren hält. Damals günstig von Tchibo, nie wieder gesehen.

- Hyundai i30 - Vorgängerfahrzeug meiner Frau: Endlich LED-Licht, eine Wohltat nach dem 2001er Fabia, klar. Aber nachts mit Fernlicht? Wo ist es? Ist da wirklich was heller geworden? Mein Bi-Xenon im Superb macht die Nacht zum Tag, das LED-Licht ist da Meilen entfernt.

- Philips TVs: 2023 begann der Wegfall von Hue-Unterstützung, HDD-Recording und damit auch Timeshift. Linear-TV schaut ja niemand mehr. Ist klar. :D Aktuelle Preise jenseits von gut und böse.

- Staubsauger von AEG: Unser 8-2: sehr leise, super Entwicklung. Dachte ich mir, hole ich mir mal den Nachfolger 9-2. Plötzlich ist der lauter. Was soll sowas?! :D

- Neuer AVR: Brummt im Betrieb. Gibt es keine Qualitätskontrolle mehr oder ist es ein Montagsmodell?

- MicroLED: Jetzt gerade erst wieder die Entwicklung nicht verstanden:

https://www.computerbase.de/forum/t...microled-display.2250916/page-4#post-30927872

Aber ich höre erstmal auf. :D
 
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Das Phänomen habe ich gerade mit KI.
Ich verstehe den Grund für den Hype nicht.
Erst vor einigen Wochen habe ich verstanden, dass ich momentan zu doof bin die richtigen Fragen (Prompts) zu stellen. Ich bin einfach zu allgemein. Allerdings frage ich mich: Wenn ich die Prompts so speziell definieren muss, dann kann ich doch auch die Antwort selbst herausfinden.
Meine zusätzliche Angst: Die Menschen können demnächst zwar ihre Fragen genau formulieren, aber die Antworten nicht validieren.
Mein eigenes Lieblingsbeispiel hierzu: Wie heißt die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland?
Antwort der KI: Bonn
Und ich nehme es als richtig an, da die Antwort von einer KI kommt und die muss es ja wissen.

Ein Gegenbeispiel zu meiner Technikmüdigkeit:
e-Auto: Viele Leute in meinem Umfeld sagen: Ein e-Auto macht bei deiner Fahrleistung (> 40.000 km/a) keinen Sinn. Ich habe mich nun bewusst dafür entschieden, da ich meine eigenen Erfahrungen machen will und auch mein Handeln (z.B. Pausen) überdenken und ggf. ändern will.
erste Meinung nach 3 Wochen (3.500 km): Ich will keinen Verbrenner mehr und die Ladepausen sind gar nicht so schlimm (warten wir mal den Winter ab :D).
 
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realisingripped schrieb:
Ich bin gerade Mitte 30 und habe immer öfter den Eindruck hier komplett abgehängt zu sein,
Der Wissensdurst deinerseits hängt ja von dir ab. Das man nicht an allem Interesse hat ist aber völlig logisch.

Der klassische Spruch hier wäre, das alles, was vor 35 kommt der Shit/die Zukunft/supergeil ist und alles was nach 35 kommt nur Teufelszeug.

Dürfte auch damit zusammenhängen, das man sich halt nicht mehr ausprobieren will/muss. Man hat sein Fahrwasser, sein Spezialwissen/Fachgebiet, schlimmstenfalls noch viele andere Dinge, denen Zeit gewidmet werden muss (Kinder/Frau) und der Rest muss in erster Linie funktionieren.
 
Ich verstehe immer noch mehr von it-lastigen Themen, als der Durchschnitt meines Bekanntenkreises. Das mag immer noch deutlich weniger sein, als der Durchschnitt der Mitglieder bei Computerbase. Aber das ist ok. Sachen die ich nicht konkret und im Detail verstehe, kann ich mir oft/meistens zumindest vorstellen. Und ich bin in der Lage, Sachen die mich interessieren, zu recherchieren oder mir durch nachfragen zu erschließen. Und manche Sachen interessieren mich auch einfach nicht, und das ist auch ok.
KI waere ein Beispiel für ein Thema, wo ich schon etwas auf dem Schlauch stehe. Ich habe in den letzten Monaten recht viel mit der KI von WhatsApp rumgepielt und ausprobiert.
Und die Güte der Antworten finde ich faszinierend. Aber bei dem Thema habe ich nicht ansatzweise eine Vorstellung, wie man sowas technisch realisiert.
 
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realisingripped schrieb:
Geht es hier manchen auch oft so?
Nein, eigentlich nicht.

LifestyleTrends ala Labubus, TikTok-tänze etc. natürlich -> die verstehe ich nicht, genauso wenig wie meine Eltern damals unsere Trends verstanden haben.

Aber Technik-Trends verstehe ich, zumindest meistens. Ich setze mich damit aber auch häufig außeinander oder suche bewusst Berührungspunkte.

Beispiel e-Auto -> haben meine Frau und ich ausprobiert und uns dann dafür entschieden, weil es technologisch einfach viel interessanter und weiter ist als ein Verbrenner.

Beispiel KI -> Nutze ich jeden Tag bei der Arbeit, nutzen meine Kunden jeden Tag. Die Menschen welche KI als Hype darstellen, verstehen einfach nicht welcher technische Durchbruch bzw. Wandel dahinter steht. Klar, das ist auch ein sehr umfangreiches Thema mit vielen Nuancen und Perspektiven, aber ich Teile da ganz klöar die Auffassung von AMD, das KI aktuell underhyped ist.

Beispiel Wärmepumpe -> Ist doch völlig klar dass eine elektrische Klima/Heizung die mit dem eigenen Solar-Strom gespeist wird ein schöner UseCase ist und die Unabhängigkeit vom Stromtarif fördert.

Und die Beispiele gehen natürlich weiter. Klapphandys welche einem mehr DisplayFläche zur Verfügung stellen, KI-getrieben Live-Übersetzer welche die Welt noch ein bisschen kleiner machen, VR Brillen (auch wenn hier die Massentauglichkeit in Frage stelle) oder jetzt auch die KI/AR Brillen von Meta.


Ich kann verstehen wenn man in dieser schnellebigen Welt den technologischen Anschluss verliert. Aber zumindest für einen Überblick reicht es bei mir noch. Und das Potenzial zu erkennen und zu heben, ist in meiner Branche nunmal täglich Brot. Wesentlich ist dabei aber sicherlich auch, dass es mir auch ungeheuren Spaß macht, mich mit solchen Themen zu beschäftigen.
 
Wenns nicht die Welt kostet, bin ich immer bereit mal neuere Technologien zu adaptieren.
Allerdings habe ich keine guten Erfahrungen damit gemacht. Die SMART Android TV-Boxen die
ich mir zugelegt habe sind nicht mehr, Geld gezahlt und nachhaltig nix gebracht.
Habe auch noch ein paar "Mini-PC" mit Linux oder Android, leider aber z.Z. keine Verwendung
dafür und habe auch keine aktuellen Updates dazu geprüft, bin einfach raus.

Bei dem GPU Wahsinn heute zu Tage mache ich grundsätzlich nicht mit.
 
bei mir liegts am fortschreitenden Alter und vor allem daran das sich bei Technik einfach kaum noch was tut von einer Generation zur anderen.

Früher hab ich praktisch bald halbjährlich PC, Smartphone etc. getauscht, weil einfach jede neue Generation spürbare Besserungen gebracht hat.

Bei PCs hatte man bock zu basteln usw.

Heute bin ich froh wenn alles so läuft wies läuft, es ist vollkommen irrelevant ob ich ein Pixel 7 oder Pixel 9 in der Tasche habe, da ich nicht mehr oft spiele und auch nicht die neusten SPiele in Ultra-Drölfzig-HD brauche habe ich vor 3-4 Jahren komplett neuen PC gekauft (siehe Sig) und ich bin froh!! wenn ich den nur an- und ausschalten muss und nicht dran rumschrauben muss und wenn nichts kaputt geht bleibt der auch noch die nächsten 5 Jahre unverändert da stehen :D
 
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Ich habe das Gefühl das es in vielen Bereichen nur noch um Pseudo Fortschritte geht, also dem Vermitteln des Gefühls die neue Generation an Geräten bringt etwas mit das es bisher nicht gab und der Kunde unbedingt haben muss. Am Ende geht es aber nur darum regelmäßig Geld einzusammeln. Gutes Beispiel, ein Verwandter erzählte stolz was sein neues Auto alles kann (im Bereich Eingriff in die Fahrzeugsteuerung), alle sogenannten Vorteile will ich in einem Auto nicht haben, hört sich auch toll an das sein Auto in einer Kurve denkt er will geradeaus fahren und beschleunigt ....

Der Bereich KI ist auch so ein Ding, eine Menge Menschen erzählen mehr oder weniger ausführlich wie toll alles wird und wie sehr sich unser ganzes Leben ändert. Abstoßend wirken Szenarien in denen angeblich mehr als 90 % aller Arbeitsplätze durch KI ersetzt werden, nehmen wir mal an es kommt so, es gibt keine Ideen wie eine Gesellschaft so radikal umgestaltet werden kann (Star Trek und Konsorten man ausgenommen) in der fast keiner der "normalen" Arbeit nachgeht.

Wie finanziert sich eine Gesellschaft in der nur ein geringer Teil arbeitet, wie definieren sich Menschen ohne Aufgabe und Anerkennung. Es hängt da so viel neben den technischen Chancen und Risiken dran das ich mir nicht vorstellen kann das die Welt innerhalb von wenigen Jahren sich so extrem wandeln kann, politische Aspekte mal außen vorgelassen.

Wenn ich Berichte sehe, dass Menschen die KI nutzen um den Koffer für eine Reise zu packen, bin ich mir nicht sicher ob ich lachen oder weinen soll.
 
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Hatecore schrieb:
Ich habe das Gefühl das es in vielen Bereichen nur noch um Pseudo Fortschritte geht, also dem Vermitteln des Gefühls die neue Generation an Geräten bringt etwas mit das es bisher nicht gab und der Kunde unbedingt haben muss. Am Ende geht es aber nur darum regelmäßig Geld einzusammeln.
Ich würde das, ähnlich wie „Trends“, eher als Nebenerscheinung einordnen. In vielen Bereichen sind bestimmte Produkte inzwischen praktisch „ausdesignt“: Die größten Schwächen sind behoben, der übliche Use-Case ist vollständig abgedeckt.

Das gilt z. B. für Smartphones. Oder nehmen wir den neuen Noctua-Lüfter: Jahrelang wurde daran gearbeitet und Millionen investiert, doch gegenüber dem Vorgänger sind die Verbesserungen minimal, einfach weil das Produkt an sich längst ausdesignt ist.

Außerdem gibt es zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel auf den technischen Fortschritt: Den aus der Retroperspektive und den, den wir live miterleben. Rückblickend wirkt Fortschritt oft viel disruptiver: Pferdekutsche → Auto → Flugzeug → Mondlandung → Computer → Internet – mal eben überschlagen grob 150 Jahre.

Live fühlt es sich anders an. In der Regel blicken wir (je nach Altersgruppe) nur 10–15 Jahre zurück. Vor diesem Zeithorizont wirken Entwicklungen leicht „lahm“, obwohl sie tatsächlich sehr schnell sind, nur eben anders, als man es sich früher vorgestellt hat. Es gibt keine fliegenden Autos als Standardverkehrsmittel, dafür aber eine enorme Beschleunigung der Kommunikationstechnologien und der Datenverarbeitung (Rechenleistung).
 
Hatecore schrieb:
es gibt keine Ideen wie eine Gesellschaft so radikal umgestaltet werden kann (Star Trek und Konsorten man ausgenommen) in der fast keiner der "normalen" Arbeit nachgeht.
in dem Fall ging aber auch ein 3. Weltkrieg voran, der die Menschen fast an den Abgrund gebracht hat. Erst dann hat sich die Gesellschaft, dank des 1. Kontakts mit einer außeririschen Rasse radikal gewandelt. Über Jahrhunderte. Das geht alles nicht so schnell.^^

Zum TE und dem Thema: ich glaube ab einem gewissen Alter (ich bin 39), wandelt sich auch ein wenig das Interesse. Ich bin immer noch total an Technik interessiert, aber das war in meiner Jugend noch ganz anders.

Technik funktioniert heute sehr gut und auch für mich ist es so, dass ich mittlerweile zufrieden bin, dass einfach alles funktioniert.

Man bleibt am Ball, aber macht nicht mehr alles mit. Würde auch zu viel Geld und Ressourcen kosten.
Man konzentriert sich halt mehr auf Familie, Job, Freizeit mit der Familie.

Ist aber auch ein sehr individuelles Ding. Große Sprünge wie Thema "KI". kommen zwar in den Alltag, aber das hat alles keinen riesen Impact mehr.

Wir Kinder der 80/90 haben quasi die Anfänge allem technischen mitbekommen, über das Internet, der Handys, Videospiele. Wir haben Sprünge erlebt, die erheblich waren und uns geprägt haben. Wie keine andere Generation vor uns. Die Welt drehte sich immer schneller, und aktuell ist es so, dass die Welt sich gleichbleibend schnell bewegt, schneller wird, aber für uns fühlt es sich nach "Stillstand" an.

Weil uns nichts mehr wirklich schocken kann und beeindrucken kann.
 
@realisingripped

ich bin 60 und kann dich sehr gut verstehen.

ich benutze seit 1985 computer und habe mich auf zwei ebenen in sie total verliebt: gaming und halt basteln.

Alles andere was Technik betrifft war für mich von keinerlei interesse.

ich habe jahrzehnte lang in einer österreichischen elektro handelskette gearbeitet und mir dadurch naturgemäß einiges an knowhow angeeignet, aber einen bezug oder echtes interesse an den geräten oder an den technologien habe ich (außer in den erwähnten gebieten) nie aufgebaut. Seltsamerweise war ich ein topverkäufer und in meinem umfeld der Ansprechpartner wenn es um computer,handy, unterhaltungselektronik ging.

Und mein absolutes hobby ist das sammeln und benutzen von alten pcs als spielemaschinen. Derzeit besitze ich 31 PCs vom XT bis (bezeichnenderweise) i5 2500 (!) und ca 300 originalspiele

über die jahre bin ich halt bei den meisten trends mitgeschwommen und erst als das internet aufkam entfernte ich mich nach 2-3 jahren noch mehr von Technologie.

Der Grund war,dass ich immer weniger nutzen in den neuen technologien für mich fand.
Erst als ich heiratete, musste ich mich auch nach den bedürfnissen meiner frau richten.
ein beispiel: ich besitze einen 29" phillips röhrenfernseher. mit 100hz, hdmi anschluss, den ich jahrelang mit genuß nutzte. Er wurde dann nach einigen jahren durch einen flat screen ersetzt weil die digitalisierung bei den kabel tv anbietern umsich griff. mein erster ansatz war einen digitalen kabel tv receiver zu kaufen, nur meine frau wünschte sich den grossen,neuen flatscreen. meine einwände dass meine vhs kassetten miserabel auf der lcd technologie dargestellt würden und dass auch sendungen die nicht in hd gesendet würden schlechter auf dem lcd dargestellt (stichwort skalierung,native auflösung) werden, wurde nicht stattgegeben.
und so zog es sich weiter: digitalkamera, smartphone,soziale medien. Alles für mich ohne persönlichen mehrwert. mir war es wurscht ob ich jetzt 1000 fotos suf meinem pc anschauen konnte oder per whats app bilderl und videos verschicken konnte

vielleicht liegt es auch daran dass ich viele andere interessen wie geschichte,dampflokomotiven,star trek (nicht wegen der technologie, sondern wegen der stories,charaktere,zukunftsgedanken), fantasy stories a la witcher,game of thrones, edgar allen poe,stanislav lem etc, wandern, heavy metal .... habe.

ich würde gern mein smartphone (ein antikes samsung galaxy s9) weglegen und mir ein nokia 6230i kaufen. geht nicht wegen whats app. jeder nutzt es und will nicht anrufen oder sms schreiben.
Als ich dann mal wirklich eine woche lang auf internet und handy verzichtete, war ich erstaunt wieviel mehr zeit ich ins gaming investieren konnte und um wieviel entspannter und ruhiger mein leben verlief.

Endlich mal ruhe von dem ewigen infooverkill.
daselbe gilt für streamingdienste unf spiele. meine frau liebt sie, ich hingegen besitze 300 dvds unf vhskassetten meiner lieblingsserien und filme.
ich liebe die haptik eine big box mit gimmicks und dicken handbüchern, eine dvd/vhs box wie ein tolles buch in die hand zu nehmen.

mein ziel ist es nun endgültig die digitalwelt soweit wie möglich aus meinem leben zu verbannen.
ich bin ein alter mann,ich weiss, aber ich hab den ganzen rummel um digital,internet, globale information miterlebt, und meine bilanz ist, dass das alles mich nicht weitergebracht hat.
Ausserdem möchte ich mich nicht mehr dieser schnellebigkeit aussetzen dir eigentlich nur mehr nervt.
und mein nächster pc (und mein letzer) wird für "witcher 4,5,6" gekauft.
dann wird mein "schnellster" (i5 2500,gtx 980ti) einen grossen bruder bekommen.😄😄

zum Abschluss: bitte nicht missverstehen. ich bin sicher kein ewig gestriger oder möchte jemanden meine "lehre" aufzwingen. respekt und toleranz sind in meinem leben grossgeschrieben! Aber der thread hat mich gereizt.
glg an alle
wolfgang
 
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Zwei Dinge bzw. Entwicklungen die ich nicht nachvollziehen kann:

1) KI - für den Privatgebrauch habe ich bisher noch keinen realen Nutzen gefunden. Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll und wo hier echte Vorteile sein sollen - technischer Fortschritt fraglich. Meiner Meinung nach eine Blase, die irgendwann platzen wird. War dieses Jahr auf der IFA, jedes Produkt hat gefühlt mittlerweile irgendeine KI Integration, aber keiner konnte mir sinnvoll erklären, warum ein Produkt mit KI jetzt besser bzw. fortschrittlicher sein soll. Bestes Beispiel: Waschmaschine mit KI, Aussage des Verkäufers: Ja die KI erkennt automatisch, welcher Stoff das ist und stellt das Programm automatisch ein. Toll, aber die Wäsche muss ich dennoch Vorsortieren...dann bringt mir das doch nichts?

2) technischen Fortschritt verbinde ich auch damit, dass neue Technik für die Massen erschwinglicher wird. In den letzten Jahren habe ich allerdings den Eindruck, dass neue Technik immer teurer wird und die Entwicklung zurück bzw. in die falsche Richtung geht, gerade im PC Bereich in Sachen Energieeffizienz.
 
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IBMlover schrieb:
Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll und wo hier echte Vorteile sein sollen - technischer Fortschritt fraglich.
Recherche wird massiv vereinfacht. Man kann sie als Ideengeber nutzen. Man kann sich mit ihr Projekte im Haus/Wohnung visualisieren lassen. Home Assistenten werden damit deutlich besser steuerbar. Gibt auch so ganz spannende Dinge, wo dir eine KI aus einem Foto deines Kühlschrankes Gerichte vorschlägt, die du kochen kannst. Logisch ist nicht jedes Produkt, dass heute mit KI beworben wird, nachhaltig sinnvoll oder hat einen echten Usecase (schon gar keinen für jedermann, Menschen sind nun mal verschieden). Das liegt in der Natur der Sache. Wir sind in Bezug auf KI ja noch in der Ausprobierphase. Dein Waschmaschinenbespiel ist halt son Fall. Wer kein Plan von Wäsche hat, wird es nicht sortieren, ergo kann die Maschine nicht helfen. Aber wo sie ggf. etwas ähnliches tun kann: Den Verschmutzungsgrad besser bestimmen und das Waschmittel entsprechend dosieren. Man muss nicht mehr einen Tab reinhauen oder Pi mal Daumen Pulver/Flüssigwaschmittel sondern füllt einen Vorrat auf, Rest macht Maschine. Selbiges gilt für Geschirrspüler. Weiteres Beispiel: Sie kann Farben erkennen und warnt vor Vermischung von Farben. Für dich und mich vll nicht relevant. Für Sehbehinderte/Farbenblinde aber ggf. deutlich hilfreich.
IBMlover schrieb:
technischen Fortschritt verbinde ich auch damit, dass neue Technik für die Massen erschwinglicher wird.
Das ist aber eine falsche Annahme. Das kann sein, oft genug, Beispiel Auto, ist das nicht zwingend der Fall. Auch bei Telefonen ist das so. Eigentlich bedeutet technischer Fortschritt anfänglich immer eine Verteuerung, erst durch Skaleneffekte kann es billiger werden.
 
Kann ich nicht bestätigen das sie generell viel Mist ausspuckt. Zumal zumindest Chatgpt auch direkt quellen an die aussagen hängt und man direkt sehen kann, wo die KI es her hat. Und wenn du selber recherchierst, musst du die Quellen genauso erstmal finden. Und das ist der Knackpunkt. Auch fasst Google eben nicht zusammen. Im schlimmsten Fall hast du bei Google 10 mal die selbe Aussage aus 10 Quellen untereinander. Siehst das aber erst, wenn du alles durchgesehen hast. Eine KI packt dir alle 10 dieser Treffer in einen Treffer und hängt als Quellen die 10 Seiten an. Zudem kann eine KI dir sofort diverse Zusatzaufgaben erledigen wie Visualisierungen, Zusammenfassungen etc. pp. Auch die Präsentation zu Suchanfragen ist viel besser organisiert und dargestellt.

Natürlich kennt auch die Recherche mit KI Grenzen und hat hier und da Einschränkungen. Wie jeder andere Methode auch. Und natürlich entbindet sie nicht im geringsten von Verifikation und Quellenkritik.
 
IBMlover schrieb:
KI - für den Privatgebrauch habe ich bisher noch keinen realen Nutzen gefunden
Ich nutze Gemini als Quickbutton auf dem Smartphone und spreche da schnelle fragen rein, z.b. "wie breit ist ein Standard Schiffscontainer". Es sind übrigens 8 Fuß. Danke, Gemini.

Die meisten Privatleute nutzen ja eher die generative KI, teilweise einfach nur für Unsinn, teilweise als Inspiration um darauf basierend weiter zu machen.
Kann damit aber auch wenig anfangen.

Beruflich hingegen eine große Hilfe, insbesondere für Code. Nicht dass es super tollen Code schreibt, aber es schreibt den Kram halt in 90 Sekunden statt ich selbst in 15 Minuten.
 
cartridge_case schrieb:
Wirklich? Auch rückblickend? Oder eher nur Rechtfertigung damals? ;)
Ja, ich würde sagen in den Jahren 1995 - 2010 (grob) war jede Hardware Generation (z.b. vor allem bei Smartphones) deutlich besser weil es immer wieder deutliche Sprünge gab.
 
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