Alphanerd schrieb:
Nach 999 Millionen wird alles weitere mit 100% versteuert.
Im 21. Jahrhundert dürfte man sowieso etwas kreativer werden, allein durch die Tatsache, dass alles an Daten in einem Konzern wie Amazon existiert; Man könnte die Steuern bspw. an das Medianeinkommen der Mitarbeiter, sowie an den Automatisierungsgrad koppeln; Je weniger man für Menschen ausgibt, desto mehr zahlt man in die Gemeinschaftskasse. Allgemeiner kann man so auch eine Kapitalsteuer aufbauen, die sich aus Verhältnis von Vermögen zu Median-Einkünften des Bürgers ergibt.
Braucht am Ende halt ne "harte" Motivation, seine Ressourcen im Wohle der Gemeinschaft zu nutzen - aber natürlich alles nur Träumerei.
lex30 schrieb:
Diese "Milliardäre" haben in erster Linie ihre Firmen die sie so Milliardären machen. Oder meinste die Kohle liegt aufm Bankkonto? Wohl kaum. Und wenn du ein international tätiges Unternehmen aufbaust, landest du nun mal im Milliardenbereich.
Und inwiefern widerspricht das meiner These, dass einige wenige einen absurden Macht- und Einflussbereich anhäufen? Dass das Geld in Firmen und nicht in Bargeld rumliegt,
verschärft das Problem.
Wir alle haben ein Problem damit, wenn Staaten wie China aktiv in ihren Diensten rumpfuschen, zensieren, etc. - Aber dass ein Zuckerberg genau das gleiche machen könnte, völlig legal und über alle Grenzen hinweg, ist in Ordnung? Mehr als 3 Milliarden Leute nutzen Meta-Dienste täglich, heißt ein einziger Mann kann per Fingerschnipp die Meinung von 40% der gesamten Menschheit beeinflussen. Welches andere Wort kann einem da einfallen, wenn nicht "absurd"?
lex30 schrieb:
Gerade in einer Demokratie ist es wichtig das sowas möglich ist. Denn in einer Demokratie hat zumindest die große Mehrheit auch die Möglichkeit hochzukommen.
Genauso wie die große Mehrheit Möglichkeit hat im Lotto zu gewinnen. Aber wenn alle gewinnen, gewinnt keiner. Das ist bei Milliardären nicht anders, denn das Vermögen/der Gewinn ergibt sich ja durch Abschöpfen aller anderen (moralisch neutral gemeint).
lex30 schrieb:
Während gerade im Sozialismus/Kommunismus nur einen kleine Politelite das Sagen hat und du da auch nur reich wirst, wenn du ihnen gefällst.
Das ist aber auch heute nicht anders. denn sehr viele Bereiche sind von sehr wenigen Unternehmen besetzt, an dessen Spitze meist eine einzige Person mit absoluter Weisungsbefugnis sitzt.
Nimm folgendes Beispiel: Du willst eine rigorose Regulierung der US-Techdienste, und gehst damit als Politiker an den Start. Google und Meta sind dagegen, deshalb stellen sie sich gegen dich, heißt:
- 60%-70% aller Online-Anzeigeflächen sind für dich Geschichte
- Jede Art von Wahlkampf auf Facebook, Instagram oder YouTube ebenfalls
- Du wirst nicht bei den Suchergebnissen angezeigt, bzw. es werden nur schlechte Dinge über dich gefunden
- Deine Konkurrenz wird auf allen Plattformen prominent beworben
Ist das nicht genau das, was du da beschreibst?
Und das ist bei Amazon zwar (noch) nicht so stark ausgeprägt, aber im Kern genauso: Wenn du Dinge in großer Stückzahl verkaufen willst, aber Bezos persönlich "nö" sagt, dann hast du es
sehr viel schwerer Erfolg zu haben. Bestenfalls kommt das "Nö" nachdem man dein Produkt als Amazon Basics Kopie selbst aufgelegt hat.
Bei Hörbüchern ist das auch heute schon ein Problem, da sich der Dienst konsequent zum Monopolisten entwickelt.
Wenn eine Unternehmung genug Macht hat, bzw. es keine Alternativen gibt, dann bekommen deren Geschäftsbedingungen Gesetzescharakter - wo wir wieder den Kreis zu den Milliardären schließen, die diese Bedingungen nach Gutdünken gestalten oder gar diktieren können.