@mo schrieb:
Sorry, aber wenn du denkst, du kannst die wirtschaftliche Situation in der Nachwendezeit mit einem dümmlichen Trabbi Vergleich beschreiben, solltest du besser nichts zu dem Thema schreiben. Für jemanden, der hier ständig auf seine wirtschaftliche Kompetenz verweist, peinlich!
Du hast bisher nicht ein Argument für die Konkurrenzfähigkeit und Schlagkraft der ostdeutschen Wirtschaft gebracht. Natürlich mache ich mich darüber lustig.
Insbesondere auch, weil ich weiß, dass es eben genau so ist.
@mo schrieb:
Du beschreibst hier doch ständig deine Süddeutschland Kompetenz!
Na, wer, der was kann, ist denn im Osten geblieben?
Siehe oben!
Beschäftige dich einfach mit der jüngeren deutschen (Wirtschafts-) Historie, dann passieren solche Faux Pas nicht!
Kannst ja Mal mit den Wikipedia Artikeln zu Treuhand anfangen. Ich zitiere Mal einen Absatz als Einstieg:
[...]][/QUOTE]
Wir halten fest:
1) Zumindest die ostdeutschen Großbetriebe, also der Großteil, war ineffizient und überladen.
2) Die Lieferketten auch kleinerer ostdeutscher Unternehmen bestand aus massiv subventionierten und ineffizienten staatlichen Großbetrieben.
3) In Westdeutschland bestand eine Überkapazität. Die ostdeutschen Betriebe hätten also nicht nur gleich gut sein müssen, sondern besser - um in einem neuen Markt zu bestehen.
4) Fraglich: Da die staatlichen Großbetriebe bevorzugt wurden, wie modern und umfassend war der Maschinenpark der kleineren Betriebe?
Ich sehe da bisher noch nicht das ostdeutsche Wirtschaftswunder, welches verhindert wurde.
@mo schrieb:
Der Fehler, wenn man so will, war dass die große Mehrheit der DDR Bürger denen ihr Vertrauen geschenkt hatten, die ihnen die Freiheit gebracht haben. Unerfahren mit den Mechanismen der (westdeutschen) Demokratie, haben sie das Versprechen der blühenden Landschaften geglaubt, während jeder Wessie bei einem solchen Versprechen sich vorsorglich Unkrautvernichtungsmittel gekauft hätte.
Die Mahner und Warner wollte keiner hören. Dass hier insbesondere die eigene Bürgerbewegung, die sich besonders vor der Wende engagiert hatte, und für Erhalt einsetzte, auf der Strecke blieb, war bezeichnend dafür, wie blind man den neuen Machthabern vertraute, bzw. vertraute man ihnen nicht, lieber die PDS, als Nachfolge der PDS wählte.
Kurzum:
Du hältst die Ostdeutschen für Idioten, die einfach alles geglaubt haben - nachdem sie 50 Jahre in einem System gelebt haben, in dem man besser nichts geglaubt hat, nachdem sie 12 Jahre in einem System gelebt haben, dem man ebenfalls nichts glauben durfte.
Die blühenden Landschaften gibt's doch im Osten. Mal die letzten Jahre in Leipzig gewesen? Dresden? Berlin?
Das war vor 30 Jahren alles total verranzt und abgefuckt. Und jetzt? Richtig schön! Das trifft auch auf viele ländliche Gegenden zu.
@mo schrieb:
[...]Und nun erzähle mir bitte niemand, dass das bis heute nicht nachwirkt. Selbst Leute, die vorwiegend in der BRD sozialisiert wurden, haben ggf. ihre Kindheit lang eingeimpft bekommen, die haben uns alle über den Tisch gezogen etc. Das ist wie wenn man in einer sehr religiösen Familie aufwächst. Da wird man mit 18 nicht zum Atheisten.
Der Erfolg der AfD im Osten, als Protestpartei, kommt nicht von ungefähr und ist derzeit das erfolgreichste Sprachrohr der Unzufriedenen mit regionaler Identität. Bei der FDP erinnert man sich gerne an ihre Rolle bei der Wiedervereinigung, ignoriert aber ihre Rolle beim wirtschaftlichen Niedergang. Die Grünen habe im Osten überhaupt keinen Schaden angerichtet, verkörpern aber für viele alles, was vielen Ostbürgern am Westen bis heute fremd geblieben ist, sowie umgekehrt im Westen von sehr vielen die AfD als Ostpartei betrachtet wird.
Die unausgegorene Einheit wirkt also bis heute nach. Daran hat auch der Soli nichts geändert. Eher im Gegenteil!
Das Problem ist doch: Viele fleißige Ossis haben in den Westen gemacht. Viele fleißige Ossis haben im Osten etwas Neues aufgebaut. Die ganzen Versager, die es auch im Westen gab und gibt, sind aber natürlich heute noch genauso Versager wie damals. Und wo sie heute durch HartzIV durchgeschleppt werden, wurden sie in der DDR mit der 0-Arbeitslosen-Maxime durchgeschleppt.
Der Niedergang der DDR-Wirtschaft war die Schuld der DDR und zum Teil ihrer Bürger (Schattenwirtschaft, Ineffizienz etc.). Ja, die Treuhand hat Fehler gemacht. Aber ausschlaggebend? Natürlich nicht. Dafür war viel zu wenig zu holen. Aber das hast du ja bisher noch nicht begründet.
Ja, das führt zu Protestwahlen. Aber aus anderen Gründen wie von dir genannt. Und die, die der DDR hinterher träumen - ob tatsächlich oder aus zeitlicher Verblendung - wählen halt die Linke. Damals war zwar nichts besser, aber man musste halt auch nicht wirklich arbeiten... Hauptsache, man konnte handeln.
Das jetzt aber alles im Jahre 2021 als bewegende Gründe anzuführen führt halt an wirklich wichtigen Themen vorbei und ignoriert, dass es DDR-Rentnern weit besser geht, als Wessi-Retnern.