Spieltheorie

VsteckdoseV

Commander
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Gibt es jemanden der Ahnung von Spieltheorie hat?

Ich habe zwei Fragen:

- In was unterscheiden sich Koordinations- und Diskoordinationsspiele bezüglich eines Gleichgewichts?
Ich habe das so verstanden: Koordinationsspiel: NashGG in reinen Strategien vorhanden. Diskoordinationsspiel: Gleichgewicht vorhanden, aber in verschiedenen Stategien, zb. Chickengame und Battle of Sexes. Aber was ist wenn es gar kein GG gibt, zb in "Land or Sea"? Ist das dann auch ein Diskoordinationsspiel?

- Die zweite Frage ist ob ein Chickengame ein statisches oder ein dynamisches ist. Eigentlich wird es in allen Lehrbüchern als statisches geführt. Ein Kriterium des statischen SPiels ist aber dass kein Akteur auf die Aktion des anderen reagieren kann, was im Chickengame aber schon möglich ist. Sobald einer ausweicht reagiert der andere darauf und fährt weiter.
Oder muss man es sich eher so vorstellen dass wenn einer ausweicht der andere schon entschieden hat indem er nicht ausgewichen ist und somit die Entscheidung simultan ist?

Einführungsliteratur kenne ich zur genüge - und auch Prof. Riecks Spieltheorieseite, also bitte nur posten wer wirklich Ahnung hat;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Daniel Kahneman - Nobelpreisträger und afaik der aktuelle Renner in Sachen Entscheidungstheorie. Kannst ja mal in sein Buch "schnelles Denken, langsames Denken" reinschnuppern.
 
Spieltheorie ist eine bestimmte Form der Entscheidungstheorie, nämlich eine soziale, eine interdependente Entscheidungstheorie. Da spielt es weniger eine Rolle wer schneller denken kann sondern wer die ausgereifteren "social skills" hat um die Entscheidungssituation zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Von daher ist eher ein gutes Rhetorikbuch empfehlenswert.
 
Der Buchtitel führt einen ein wenig in die Irre. Gemeint ist, dass der Entscheidungsprozess in zwei Schichten unterteilt werden kann. Will dem aber nicht weiter vorgreifen.
Vom Autor gibt es aber auch ein Buch zur Spieltheorie.
 
VsteckdoseV schrieb:
Oder muss man es sich eher so vorstellen dass wenn einer ausweicht der andere schon entschieden hat indem er nicht ausgewichen ist und somit die Entscheidung simultan ist?

Richtig. Die Entscheidung wird in Unkenntnis der Entscheidung des anderen getroffen - und steht dann fest und kann nicht mehr geändert werden. Du darfst dir ein Spiel in der Spieltheorie nicht wie ein Spiel in der Wirklichkeit vorstellen, in welchem noch auf die Entscheidung des anderen reagiert werden kann.
 
Ratterkiste schrieb:
Richtig. Die Entscheidung wird in Unkenntnis der Entscheidung des anderen getroffen - und steht dann fest und kann nicht mehr geändert werden. Du darfst dir ein Spiel in der Spieltheorie nicht wie ein Spiel in der Wirklichkeit vorstellen, in welchem noch auf die Entscheidung des anderen reagiert werden kann.

Aber dennoch, sobald einer ausgewichen ist hat der andere trotzdem die Möglichkeit darauf zu reagieren und nachträglich auszuweichen. Aber das ist dann vermutlich als eigenes Spiel anzusehen. @Ratterkiste: Kennst du dich gut aus in Spieltheorie? Meinst du du könntest mir per PN ein paar Fragen dazu beantworten?
 
Hat er eben nicht. Du musst in der Spieltheorie von der Realität abstrahieren.

Hier kann nicht mehr reagiert werden. Du kannst dir das Chicken-Game auch so vorstellen dass jeder der beiden seine Entscheidung auf einen Zettel schreibt und in einen Briefumschlag packt. Dieser wird dann geöffnet und das Ergebnis des Spiels erfolgt dann. Bsp.: einer zieht zurück, der andere hält drauf -> Zurückzieher aka "Chicken" kriegt nichts, während der andere eine hohe Auszahlung erhält.
Bsp. 2: beide sagen: draufhalten -> beide bekommen was abgezogen usw.

Das Merkmal des Chicken-Games ist ja nicht, dass sich zwei Leute mit dem Fahrrad gegenseitig über den Haufen fahren. Das interessante ist das fehlen einer dominanten Strategie und Nash-GGs (anders als beispielsweise im Prisoners Dilemma, in dem den anderen Verpfeifen das Nash-GG darstellt)

Fragen kannst du mir gerne stellen, aber absolut fit bin ich nicht mehr. Könnte aber reichen
 
Es gibt aber 2 Nash GG, einmal (Fahren, Ausweichen) und einmal (Ausweichen, Fahren). Wenn man es dynamisch darstellen würde gäbe es ein Subgame Perfect Equilibrium, nämlich eines der beiden GG, je nachdem wer zuerst zieht.

Das interessante ist ja dass es ein instabiles Spiel ist.
 
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