Klasse 12 und Formulierungsprobleme finde ich schon ziemlich knackig. Gute Formulierungen, die richtigen Fremdworte, eine logische Argumentationskette und all die feinen Facetten kann man nicht einfach in ein paar Monaten lernen (es ist wohl für's Abi), und erst recht nicht dadurch, dass man sich irgendwelche Duden oder Prosageschichten kauft, die man sich dann gezwungenermaßen anschaut.
Du brauchst auf jeden Fall Respekt vor der Sprache. Es darf einem auch bei einem Foreneintrag nicht egal sein, ob das Wort jetzt groß oder klein geschrieben wird, ob da jetzt ein Komma hingehört oder ob du zum dritten hintereinander den Satz mit "Ich ..." beginnst. Wenn man gut schreiben will, darf man die Sprache nicht als Werkzeug sehen, sondern mehr als eine Art kleines Kunstwerk, mit dem du deinen Gedankengang unterstreichst und den Leser (einen von der deutschen Sprache so begeisterten Menschen, dass er sich zum Deutsch-Lehramt aufraffen konnte) in deinen Bann ziehst. Du siehst, mit so kleinen, völlig unnötigen Satzauflockerungen wird das ganze gleich etwas flockiger.
Dein Eingangspost und deine weiteren Beiträge sind eigentlich auch schrott. Ich wollte nämlich gerade etwas konkreter mit den Tipps werden und merke, dass du so vage wie möglich dein Problem beschrieben hast - und das das Problem damit wohl nicht nur in Klausuren auftritt.
Aber wenn ich mal spekulieren darf, schätze ich, dass die Texte in deinen Prüfungen einen Gedankensprung nach dem anderen darstellen. Das ist ganz normal bei Leuten, die es hassen, Texte zu schreiben. Man hat eine Idee, gedanklich ist alles klar und wenn man dann dazu übergeht, dem Lehrer das auf Papier näher zu bringen, versagt man kläglich. Ich habe das auch, was aber eher daran liegt, dass ich gewöhnt bin mit Tastatur viel schneller zu schreiben als mit Stift.
In so einem Fall hilft es nur, wenn man ein gutes Gedächnis hat und sich die ganze Zeit in denjenigen hinein versetzt, an den das ganze gerichtet ist. Du musst
Tatsache A mit
Tatsache B und
C in Zusammenhang bringen, um zu
Schlußfolgerung D und
E zu kommen. Dazu kommt noch die
Alternative F und die
Abweichung G für den Fall, dass du den zu analysierenden Autor falsch interpretiert hast. Wenn du jetzt nur A, D und E hinkleckerst, wird das nix
Meine Vorschläge:
Mit interessanten Kurzgeschichten anfangen und lernen, wie der Autor vorgeht. Textstellen unterstreichen.
Ich steh seit eh und je auf Sci-Fi, Fantasy und all den ganzen "Jungskram", der in der Schule nie behandelt wurde. Dadurch wurde die Lust am Lesen und an einer gepflegten, schriftlichen Ausdrucksweise erst geweckt. Deutsch-GK oder LK mit seinen "Kulturbüchern" war auch für mich der Motivationskiller schlechthin.
Weniger PC, mehr Buch. Ist ja nicht neu, dass Filme & Musik die sprachlichen Fähigkeiten verkümmern lassen. Willst du nachhaltig gut schreiben können (später unabdingbar für Arbeiten an der Uni), lies wenigstens zwei Stunden pro Abend. Und keine Angst, wenn der Text interessant ist, ist ein Buch genau der gleiche Zeitfresser wie der Rechner. Der Unterschied ist nur, dass das Hirn nicht mit Reizen bombadiert wurde man nach einer großen Lesesession gut schlafen kann.
Mehr mit der Hand schreiben. In der Klausur ist jede Minute wichtig, wer schnell und leserlich schreibt, schafft mehr Inhalt und das kann nur gut sein. Gewöhn dir an, auch in der Freizeit an die Grenze zum Muskelversagen in der Hand zu schreiben und stopp die Zeit, die du brauchst, um eine Geschichte aus dem Kopf auf eine Seite zu bringen. Auch wenn einige meinen, sowas könne man nicht trainieren, bin ich da anderer Meinung. Die Schreibgeschwindigkeit hängt davon ab, wie sehr die Muskeln darauf getrimmt sind und alle Muskeln kann man trainieren.
Und zuletzt:
sc00ty schrieb:
Bau dir aus den Stühlen eine gemütliche Sitzposition, lehn dich zurück und hör ein wenig Musik. Mach ich häufig für Klausuren und es entspannt unglaublich.
Panda77 schrieb:
Das einzige Problem was ich habe ist, dass in unserer Schule mp3-player und Handys verboten sind. Warum auch immer!
Da würd ich jetzt am liebsten 'ne Grundsatzdiskussion draus machen. Es geht doch gerade darum, dass man lernt, mit Texten analytisch umzugehen. Die Fähigkeit, den Informationsüberfluss heutzutage zu filtern und zu konsumieren, macht doch jeder schon in seiner Freizeit zur Genüge!
Es klingt vielleicht etwas altbacken, aber man muss sich auch angewöhnen, dass man unter total ruhigen Verhältnissen klar denken kann ohne gleich hibbelig oder nervös zu werden.
Davon abgesehen hilft es mir in jeder Prüfung, wenn ich einer der ersten im Raum bin, mir einen Platz aussuchen kann und mich so ganz ruhig mental vorbereiten kann. Ist für den Schulbetrieb sicher unmöglich, wollte es aber der Vollständigkeit nur mal erwähnen.